Regentropfen verhindern Streckenrekord in Homburg

Die Überraschung des Wochenendes, beim 46. Homburger ADAC Bergrennen auf der Käshofer Straße, war nicht die Tatsache dass sich Alexander Hin (Elzach)den Gesamtsieg erstmals in der Saarpfalz holte, sondern die Art und Weise wie er dies bewerkstelligte. Schon mit seine Trainingsbestzeit von 1:07, 818 min, deutlich vor dem Rest des 150 Fahrer starten Feldes, meldete der Schwarzwälder seine Ansprüche auf diesen Wertungslauf der Deutschen und Luxemburger Bergmeisterschaft deutlich an. Als „Spielverderber“ brachte sich am Sonntagmorgen ein Regenschauer in das Geschehen ein. Die Bedingungen auf der so schon sehr anspruchsvollen Bergstraße hinauf nach Käshofen verschlechterten sich. Die gefahrenen Zeiten und Erfahrungen aus den Trainingsläufen waren Makulatur und man war im Schnitt zwischen 15 und 20 Sekunden länger unterwegs.

Nach und nach trockneten die 2,6 kurvenreichen Kilometer ab und die Bestzeiten purzelten wieder. Am Anfang noch unter Druck von Thomas Conrad (Dettenhausen) im CRS MTK Renault und Christian Triebstein (Dörnberg) im Dallara F302 Formel 3 vermochte sich Alexander Hin in seinem feuerroten „Spielmobil“ à la Osella PA 30 Zytek deutlicher zu steigern als seine ärgsten Gegner. Im abschließenden dritten Lauf, der wie im Vorjahr bereits kurz vor 16 Uhr 30 beendet war, waren die Bedingungen wieder fast optimal und Hin fuhr mit seinem über 500 PS starken Boliden aus Italien allen davon. Dabei verfehlte der Zimmerermeister den bestehenden Streckenrekord des Luxemburger David  Hauser (Dallara GP2), der vor drei Jahren in 1:05,404 das Ziel sah, nur um hauchdünne 3/10 Sekunden. „Ein zweiter Lauf trockener  Lauf, mit top Konditionen hat mir gefehlt, dann wäre die Rekordmarke sicher gefallen“, blicke Hin auf den Tagesverlauf zurück. „Aber ich weiß jetzt was das Auto zu leisten im Stande ist“. Wie im Vorjahr sicherte sich Thomas Conrad Rang zwei. Rund 1,5 Sekunden dahinter, besetzte Christian Triebstein den dritten Platz.

In den Klassen und Gruppen der Tourenwagen, die erneut die Masse des Teilnehmerfeldes am Karlsberg stellten, lockte der morgendliche Regenschauer einige passionierte „Regenspezialisten“ auf den Plan. Der Luxemburger Bergmeister Canio Marchione fuhr im ersten Lauf absolute Bestzeit und rangierte, im Ziel angekommen, auf Rang vier der Gesamtwertung vor etlichen reinrassigen Rennsportfahrzeugen. Der Italo-Luxemburger im BMW 320 STW ließ auch später nichts anbrennen und wurde Tourenwagen-Gesamtsieger. Vier der schnelleren Rennsportwagen konnte er zwar nicht halten, aber Rang 8 in der Tageswertung, vor Publikumsliebling Holger Hovemann (Bödigheim) im Opel Kadett  GT/R V8 belegen. In der E1-Klasse bis 2000 ccm des KW Berg-Cup spielten sich unterdessen Dramen ab. Patrick Orth (Bergweiler) witterte in seinem BMW 320 E30 bei rutschigem Geläuf, seine Chancen und führte erst einmal. Der junge Mann aus der Südeifel  wehret sich anschließend nach Kräften gegen mehrfachen Klassensieger der Saison Björn Wiebe (Monzingen) im Renault Clio BTCC und den frisch vermählten Tiroler Thomas Strasser im VW Scirocco 16V. Beide Gegner konnte Orth im Abschlusslauf nicht aufhalten und Brjön Wiebe, der Mann von der Nahe-Weinstraße gewann.

Der veranstaltende Homburger Automobilclub kann mit 46. Auflage des traditionsreichen  Rennens zufrieden sein. Zwei Klassensiege erreichten die 18 aktiven Clubmitglieder. In der Gruppe F bis 1400 ccm Hubraum durfte Ulrich Zeitz (Kelkheim / Citroen C2 GT) jubeln und in der 2-Liter-Klasse war diesmal Lokalmatador Kai Neu (Ford Focus) nicht zu schlagen und springt in der Tabelle der Deutschen Bergmeisterschaft auf Rang fünf nach vorne. Die Regentropfen am Renntag hielten kaum die Fans von einem Besuch ab, sodass an beiden Tagen rund 3.500 Zuschauer geschätzt wurden. Im Wald entlang der Landesgrenze Saarland und Rheinland-Pfalz geht es die nächsten 363 Tage wieder gemächlicher zu und spätestens ab Mitte der Woche, wenn die Rückbau und Aufräumarbeiten auf und neben der Käshofer Straße abgeschlossen sein werden, kann der normale Straßenverkehr wieder störungsfrei fließen und die Organisationsleitung, mit ihren Helfendes sich wieder entspannen.

Über Thomas Bubel 385 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.