Wieder Rekord und Tagessieg für Berguerand

Eric Berguerand ist nicht zu bremsen. Auch beim zweiten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft in Reitnau war der Walliser auf seinem Lola FA99 eine Klasse für sich. Der amtierende Schweizer Marcel Steiner hat schon vor der Saison gewarnt: «Wenn Berguerand seinen Lola FA99 technisch im Griff hat, ist er schwer zu schlagen.» Steiner hat bisher Recht behalten. Auch beim zweiten Aufeinandertreffen am Berg im aargauischen Reitnau ist der Walliser klar der Schnellere. Damit liegt Berguerand nach zwei von acht Bewerben mit dem Punktemaximum von 54 Zählern bereits 14 Punkte vor Steiner.

Berguerand hatte in Reitnau schon im ersten Training den Tarif durchgegeben. Den Streckenrekord von Steiner aus dem Vorjahr (47,86 sec) verpasste der 40-Jährige aus Charrat bei Martigny nur um knapp vier Zehntelsekunden. Doch es war nur eine Frage der Zeit, ehe Berguerand die Bestmarke knacken würde. Schon im Wertungslauf war es dann soweit: Berguerand absolvierte die 1605 Meter kurze Strecke in 47,35 sec. Bei Steiner indes blieb die Uhr erst bei 48,98 stehen. Weil die Addition der beiden Wertungsläufe über den Tagessieg entscheidet, lag Steiner also schon vor dem zweiten Lauf deutlich zurück. Diesen absolvierte er dann in 48,51 sec. Doch das reichte bei Weitem nicht. Eric Berguerand pulverisierte den Rekord abermals und liess sich im zweiten Heat eine Zeit von 47,22 sec notieren. Damit lag der Mann mit der Startnummer 45 in der Addition fast drei Sekunden vor Steiner. «Ich bin sehr zufrieden, wie es momentan läuft», sagt Berguerand. «All die Arbeit, die ich ins Auto investiert habe, scheint sich auszuzahlen. Ich hoffe, dass es am kommenden Wochenende in Massongex, beim dritten Lauf, ähnlich gut läuft.» Steiner gab zu, dass er auf seinem LobArt LA01 in Reitnau kein Mittel gegen Berguerand gefunden hatte. «Der erste Lauf war nicht perfekt. Im zweiten dachte ich, ich sei vom Gefühl her schneller. Aber es kommen noch andere Rennen. Und ich habe Eric im letzten Jahr auch geschlagen. Also einfach weiter konzentriert arbeiten und Gas geben.» Genau das muss Steiner auch. Denn von hinten droht die Konkurrenz näher zu kommen. Thomas Amweg, der in beim Auftakt in Hemberg bereits den dritten Platz für sich beanspruchte, war auch in Reitnau «Best oft he Rest». Und der Abstand zu Steiner ist geschmolzen. Auf der 153 Meter längeren Piste in St.Gallen verlor Amweg mit seinem Lola B99/50 auf Steiner noch 5,5 Sekunden. In Reitnau waren es nur noch 2,2 Sekunden. Dazu Amwegs Kommentar: «Ich bin ganz zufrieden. Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.»

Bester Fahrer in der Kategorie der hubraumschwächeren Formelfahrzeuge war Thomas Zürcher. In Hemberg noch Dritter setzte sich der von Marcel Steiner gecoachte Tatuus-Formel-4-Pilot gegen Markenkollege Christian Balmer und Simon Hugentobler im Reynard-Mugen durch. Seinem Namen alle Ehre machte Roger Schnellmann (Foto oben). Der Mitsubishi-Evo-8-Pilot war in Reitnau der schnellste Pilot mit einem Dach überm Kopf. Das Duell der Mitsubishi-Bomber gegen Ronnie Bratschi war nach dem ersten Lauf noch ziemlich ausgeglichen. Im zweiten Durchgang baute Schnellmann den Vorsprung aus und siegte mit einem Vorsprung von vier Zehntelsekunden.

In der Kategorie E1 bis 2000 cm3 war Danny Krieg auf seinem Audi A4 STW Schnellster. Dicht gefolgt von Martin Bürki, der die 1600er-Klasse trotz eines Schadens am Stossdämpfer mit seinem VW Polo souverän gewann. Stark auch die Vorstellung von Jürg Ochsner. Der Opel-Kadett-Pilot aus Oberhallau war nicht nur der schnellste IS-Pilot seiner Klasse, er distanzierte auch sämtliche Gegner mit hubraumgrösseren Autos. Auch Andy Feigenwinter, der schon in Hemberg in seinem Lotus Exige positiv aufgefallen ist, liess nichts anbrennen. Der Baselbieter unterbot locker die Minutenbarriere und führt mit zwei Siegen die Rangliste der Tourenwagenfahrer an. Bei den Junioren, die in Reitnau ihren ersten Lauf absolvierten, siegte Rico Thomann (Foto unten) aus Winterthur. Platz 2 unter den baugleichen Toyota GT86 ging an Pascal Siegrist, der nach Lauf 1 noch führte.

Mehr über das Bergrennen in Reitnau erfahren Sie im Netz unter www.bergrennen-reitnau.ch

von Christian Eichenberger / ASS

Über Thomas Bubel 381 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.