Hin überzeugt am Iberg in seiner neuen Italo-Granate

Das 24. Ibergrennen von Heilbad Heiligenstadt war für Alexander Hin ein Quantensprung. Erstmals saß der Schwarzwälder „Häuslebauer“ unter Wettbewerbsbedingungen im idealen Osella PA 30 Zytek V8 und dominierte gleich den fünften Lauf der diesjährigen Deutschen Bergmeisterschaft in Thüringen. Bereits im zweiten Probelauf unterbot der zuletzt noch glücklose Routinier den Streckenrekord (53, 124 sek.) von Patrick Zajelsnik aus dem Jahr 2014. Mit 53,079 Sekunden ging die Trainingsbestzeit aller 120 gestarteten Fahrer (plus 17 GLP-Teilnehmer) klar an Hin. Zur Erinnerung, Zajelsnik war ein Jahr später zwar noch schneller auf dem Holzweg unterwegs, wurde aber damals von den Sportkommissaren nach einer Spritprobe aus der Wertung genommen.

Zu den Rennläufen am Sonntag prognostizierte der Wetterdienst bis zu 39 Grad. Die Rennleitung , die am Samstag den Teilnehmern noch vier Durchgänge auf der 2,050 km langen Strecke ermöglichte, ließ es mit drei Rennläufen gut sein, um alle Beteiligten nicht länger als nötig der großen Hitze auszusetzen. Kurz nach 16 Uhr war dann bereits Schluss mit der „Hitzeschlacht“ am Iberg – das war auch gut so! Doch zuvor ließ es Alexander Hin noch einmal krachen und nutze die etwas kühleren Grade am Morgen zur seiner neuen Rekordfahrt in 52,080 Sekunden. Danach waren seine Zeiten nur etwas langsamer und der erste Gesamtsieg der Saison nur noch Formsache. Am Ende fast 10 Sekunden dahinter langen Peter Behnke (Tatuus Master) und Georg Lang (MSW-HS F3) im Klinsch. Wobei Lang Junior um gut eine Sekunde schneller fuhr als im Vorjahr,  zwar Behnke im letzten Lauf einen Schnitzer hatte, aber dennoch auf Rang zwei landete. Christian Triebstein (Dallara F3) auf Rang vier, war nach den Erfolgen der letzten Rennen, nicht ganz glücklich. Er konnte seine Zeiten aus dem Vorjahr, im Gegensatz zu Georg Lang, kaum steigern und hatte das Nachsehen (4.). Dahinter fand sich Thomas Conrad (CRS Renault), als Klassensieger der 2-Liter Sportwagen wieder. „Berg-Neuling“ Patrick Rahn konnte mit seinem ex-Waldy-Dallara Formel 3 als Sechster, erneut erstaunlich gut mithalten.

Vernünftig und gefasst präsentierte sich Bernd Simon bei seinem Comeback  nach elf Jahren im potenten, an die 500 PS starken Reynard 97D Judd Formel 3000. Der Dillenburger, der in den 2000er Jahren im Osella PA 20 BMW CN zum Inventar der Berg DM zählte, zeigte sich mit seinen Zeiten deutlich unter der Minutengrenze zufrieden, reklamierte für sich aber eine weitere „Einarbeitungszeit“ ein. In einer anderen Art auf einem guten Stand, befindet sich aktuell Holger Hovemann mit seinem „Berg-Monster“ á la Opel Kadett C GT/R V8. Auf dem Heiligenstädter Holzweg war der Odenwälder klar der Tourenwagen-Gesamtsieger auf Rang 8 in der Tageswertung. Die Top-10 komplettierten Andreas Voss (Tatuus Master), der ebenfalls noch in der Lernphase mit diesem 2-Liter Formelwagen ist, und Bernd Letmade (Norma M20 Honda) der über ein Motorprobleme klagte und seine Zeiten aus den Vorjahren ebenfalls nicht erreichen konnte.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.