Eine Wolsfelder Klassen und Gruppen-Bilanz

Kommen wir zu den Highlights in den einzelnen Klassen und Gruppen beim 57. Wolsfelder ADAC Bergrennen, dass aktuell das älteste noch gefahrene Bergrennen Deutschlands ist. Die zusammengelegte Gruppe G gewann Harald Ludwig im Audi R8 doch weniger deutlich aus erwartet vor Frank Bamberg im BMW 130i. Im „Citroen AX GTI-Pokal“ der Gruppe N bis 1400 ccm setzte sich Boris Schmidt überraschend deutlich gegen Rüdiger Zahn durch. Die blau-weiß-rote Truppe plant an allen Läufen der Deutschen Bergmeisterschaft an den Start zu gehen. Ein Dauersieger in dieser Klasse hat also in der Bergmeisterschaft gute Aussichten auf eine vordere Platzierung am Jahresende.

In der Gruppe F bis 1400 ccm kehre Slalom-Spezialist Jürgen Plumm nach zweijähriger Abstinenz wieder an den Wolsfelder Berg zurück und dominierte wie in früheren Zeiten gleich wieder im quirligen Daihatsu Charade 4×4, fast 9 Sekunden vor Robert Maslonka im Polo. In der F-1600 machten zwei Saarländer den Sieg unter sich aus. Lukas Bodtländer im Citroen C2 (Foto Mitte) setzte sich gegen Giosi Galati durch. Der Deutsch-Italiener war erstmals nach seinem Überschlag in Homburg vor zwei Jahren, im neu aufgebauten Citroen Saxo wieder am Berg unterwegs und freut sich schon auf sein Heimrennen in Homburg. Etwas geboten wurde den vielen Zuschauern in der Bit-Kurve auch von den Akteuren der Klasse bis 2000 ccm. Auf die im letzten Training ausgelobten Zusatzpunkte in der Berg DM musste Kai Neu verzichten. Der Ford Focus ST rollte nach der Bit-Kurve aus und ließ sich nicht mehr starten. Nach einer mühevollen Suche entdeckte man ein beschädigtes Kabel, das schnell repariert war. Am Renn-Pfingstmontag lief dann alles nach Plan und der Mann vom Homburger Automobilclub (HAC) konnte seine Stärken wie gewohnt ausspielen. Markus Goldbach mit dem Wiebe Renault Megane hatte erneut das Nachsehen, doch sein zweiter Platz war am Ende gut gefestigt. Danach folgten mit Abstand zwei weitere HAC´ler mit Martin Kraus (VW Polo G60), der immer besser in Form kommt und Gino Kruhs, dem im zweiten Trainingslauf am rallyeerprobten Citroen DS3 R3T eine Felge brach. Gottlob in der langsamen Bit-Kehre. In der F/A über 2000 ccm verpasste der Luxemburger Marc Zenners den Klassensieg durch einen verunglückten Startvorgang im Subaru Imprezza. Roland Herget (Mitsubishi) sagte Danke, und gewann. Nicolas Uenzen (BMW E36) und Albert Vogt (Subaru) zogen ebenfalls noch an Zenners vorbei.

Nicht viel zu sagen gibt es über die NSU-Fraktion aus dem KW Berg-Cup. Mehr als deutlich siegte Steffen Hofmann, fast 10 Sekunden in drei Läufen vor „Schwarzwald-Bursche“ Andreas Reich und „Pfälzer“ Christoph Schwarz, wiederum vom Homburger AC. In der Gruppe E1 bis 1400 ccm konnte man bei der letzten Rückführung lange Gesichter bei den Alteingesessenen ausmachen. Der junge Tobias Mayer aus dem Weissdorn-Ebenhöh Clan gewann knapp vor Jürgen Schneider (beide VW Polo 16V) und Jürgen Hessberger im Fiat 127 Sport. „Normale Welt“ bei den 1400ern: Hansi Eller fuhr allen davon, auch Franz Weissdorn und Nils Abb als bester 8V-ler. Der Mann des Tages aus den KW Berg-Cup hieß Erwin Buck. Mit seinem 1600er VW Spiess Scirocco 16V schaffte der Schwabe einen absoluten Klassenrekord für den Wolsfelder Berg. Bis auf 2-Liter-Sieger Björn Wiebe waren zudem alle weiteren 2-Liter-Piloten langsamer als Buck, der sogar von einem Spiess-Mitarbeiter vor Ort betreut wurde. Bucks größtem Rivalen Stefan Faulhaber (Opel Kadett C 16V) spielte die Motorelektronik einen Streich, sodass der Badener am Renntag passen musste. In der 2-Liter-Klassen gingen die Ehrenplätze nach Björn Wiebe im spektakulär aufgemachten Renault Clio BTCC an Michael Bodenmüller (Opel Kadett C) und den in Wolsfeld immer stark auftrumpfenden Ralph Paulick im 16-Ventier Golf. Bei den Spezial-Tourenwagen bis 3000 ccm durchlitt der spätere Klassensieger Günter Göser im dritten Trainingslauf ein Erlebnis der besonderen Art. Bei seinem Griff nach den DM-Zusatzpunkten wurde der Allgäuer von Rauchentwicklung im Innenraum des Böhm-Kadett 16V eingebremst. Tapfer hielt Göser durch, verpasste aber die Punkte. Wie sich am Abend herausstellte scheuerte sich ein Kabel an einem Kohlefaserteil auf, welches dann zu kokeln begann. In den drei Rennläufen war die Luft wieder rein und der Klassensieg Formsache. Es folgten Marcel Gapp (BMW M3) und Vater und Sohn Weber mit ihren Audi´s.

Im Rahmen der Luxemburger Bergmeisterschaft fuhr Daniel Donkels im Ligier JS49 Honda 2.0 (Foto unten) die schnellsten Zeiten und in der Gesamtwertung auf Rang 8 (zweiter bei den Sportwagen). Im Bereich der Tourenwagen scheint Canio Marchione bereits den Weg Richtung Titelverteidigung eingeschlagen zu haben. Der Italo-Luxemburger gewann im ex-Rottenberger BMW 320 STW haushoch die Klasse bis 2000 ccm, vor der schnellen Lady Sanda Becker im erheblich schwächeren Renault Clio Cup. Bis 3000 ccm sorgten einmal mehr die Rallyeasse Bob Kellen (Ford Escort) und Steve Zimmer (BMW M3 E30) für Stimmung auf den Naturtribünen. Zwischen den beiden ging es auch in der Wertung äußerst eng zu – Kellen gewann schließlich. Über 3000 ccm waren die Schweizer Bratschi und Ianniello für das Schilling-Trio nicht zu schlagen. Charel Valentiny (Subaru Impreza WRX) konnte aber an „Rakten Bruno“ heranfahren. Teamintern folgte Papa Nico vor Sohnemann Cedric Schilling.

Über Thomas Bubel 333 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.