Mickhausen kehrt mit Neuerungen in die Bergszene zurück

Nach dem Ausfall 2018 wird es in diesem Jahr wieder ein Bergrennen in Mickhausen im Landkreis Augsburg  geben. Der Termin verbleibt auf dem traditionellen Datum Anfang Oktober. Erstmals werden die Motoren bei dem Großereignis in den Stauden nicht nur dröhnen, sondern auch surren. Denn zum ersten Mal wird es eine Klasse mit Elektroautos geben. Der Aufschrei bei vielen Fans und den aktiven Fahrern aus ganz Deutschland und dem Ausland war damals groß, als der ASC Bobingen ankündigte, dass es 2018 und vielleicht auch darüber hinaus aus organisatorischen Gründen kein Mickhausener Bergrennen geben werde. Entscheidend dafür war, dass sich unter anderem wegen Arbeitsüberlastung der langgediente Organisationsleiter Günter Hetzer zurückzog und es technische Probleme gab, die auf die Schnelle nicht gelöst werden konnten. Zwischenzeitlich  hat sich einiges verändert und aufgeklärt. Es hat sich eine neue Organisationsspitze gebildet, bestehend aus dem Trio Michael Kanth (Vereinsvorsitzender), Hinrich Groeneveld und Wolfgang Glas. Zum Rennwochenende  stößt noch Jürgen Guckert vom Homburger Automobilclub hinzu, der erstmals auf der rund zwei Kilometer langen Strecke hinauf Richtung Brikach als Rennleiter fungiert.  Sie haben nun ein schlagkräftiges Team um sich geschart, das gewillt ist, den Arbeitsaufwand für das Bergrennen zu stemmen.

Die Genehmigungen für die Veranstaltung vom 4.-6. Oktober samt dem Drumherum sind bereits eingeholt, die bis zu 500 Hilfskräfte stehen Gewehr bei Fuß, und die wichtigen Finanzen sind geklärt. „Die Vorfreude auf das Großereignis, zu dem wieder bis zu 20.000 Besucher erwartet werden, bei allen Beteiligten, auch im Dorf, ist jetzt schon riesig“, sagt Kanth. Das alles konnte nur erreicht werden, weil der ASC Bobingen das Rennen etwas umstrukturiert hat. Ein entscheidender Schritt dabei ist, dass bei den Verbrennungsmotoren kein Rennen mehr nach den Regeln des internationalen Automobilsportverbandes FIA ausgetragen wird. Also, das Prädikat FiA International Hill Climb Cup nicht angestrebt wurde. „Die Auflagen dafür waren riesig, die Kosten hoch, der Arbeitsaufwand gigantisch und der Ertrag nicht so wie erwartet“, erklärt Kanth.

Wie sich das auf die Internationalität des Starterfeldes auswirkt, wird sich zeigen. Ein neuer Pluspunkt  ist hierbei sicherlich die Wertung zur Luxemburger Bergmeisterschaft, die auch potente Rennfahrzeuge und einige namhafte Piloten mitsichbringt. Ansonsten wird nichts weggelassen, im Gegenteil, es kommen neue Dinge dazu: „Wir bauen neben dem VIP-Zelt ein weiteres Zelt für bis zu 350 Personen auf. Darin soll es am Freitagabend einen Unterhaltungsabend mit Musik, Essen und Trinken nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Öffentlichkeit geben“, betont Glas. Und auch am Samstagabend gibt es dort Programm: „Wir planen eine Fahrerpräsentation und Diskussionen, Videos von den Trainingsläufen und mehr“, so Kanth. Am Sonntag soll es ganztags einen Straßenverkauf von Speisen und Getränken geben. Die Verpflegung an der Strecke übernimmt 2019 die Bäckerei Köbler.

Zudem hat sich das „Orga-Dreigestirn“ ein neues Highlight für die Zuschauer überlegt. Erstmals gehen Elektroautos an den Start. „Bei anderen Bergrennen in Deutschland und international gibt es E-Autoläufe und sogar schon einen E-Mobil Berg-Cup, quasi als Deutsche Meisterschaft, und sie kommen gut an. Deshalb probieren wir es diesmal auch“, sagt Kanth weiter und erklärt: „Wir werden bis zu 15 vollelektrische und Hybrid-Fahrzeuge an den Start gehen lassen. Sie haben ein eigenes Reglement, das wir natürlich erfüllen. Die Fahrer haben nicht so strenge Auflagen wie die der Benzinfahrzeuge. Sicherheitsgurt, Helm und feuerfeste Kleidung reichen derzeit noch.“ Welche Art von E-Autos kommen, ist bisher nicht klar. Es werden sowohl Serienfahrzeuge als auch Formel-E-Renner zugelassen. Bei den E-Läufen geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit und Bestzeiten, sondern es werden sogenannte Gleichmäßigkeitsfahrten (GLP-Modus) durchgeführt. Bei solchen Wettbewerben muss das Fahrzeug möglichst gleichmäßig innerhalb von Sollzeiten bewegt werden. Wegen der Beteiligung der E-Fahrzeuge hat der lokale Energieversorger Lechwerke LEW seine finanzielle Unterstützung für das Bergrennens zugesagt. Sie werden zusätzlich entweder ein Tesla-VIP Taxi stellen oder sich mit weiteren Fahrzeugen an der Veranstaltung beteiligen. Wolfgang Glas selbst aktiver Motorsportler im KW Berg-Cup berichtet, dass im Mickhausener Ortsteil Münster, wo alljährlich das komplette Fahrerlager untergebracht ist , eine eigene Ladestation für E-Autos aufgebaut wird, wo diese dann auch zwischen den Läufen besichtigt werden kann. Ob er selbst nicht nur organisatorisch, sondern auch mit seinem VW Golf- E1 Tourenwagen teilnehmen wird, hält er noch offen. „Ich habe einfach immer weniger Zeit“, sagte er, er freue sich aber auf jeden Fall auf das Rennen, da die Atmosphäre dort einmalig sei.