„Bergmonster“-Festival im Kampf um den Eschdorfer Tourenwagen-Sieg

Erneut eines der qualitativ besten Startfelder, das Eschdorf je sah, mit knapp 190 Fahrern aus Deutschland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Slowenien und natürlich Luxemburg hat sich zur Jubiläumsausgabe am ersten Mai-Wochenende eingeschrieben, um in den Kampf der einzelnen Wertungen zum Gesamtsieg, zu Gruppen- und Hubraumklassensiegen, Damen-Pokal oder noch der Junioren-Wertung für U25-Fahrer zu ziehen. Drei Trainingsläufe sind am Samstag ab 9.15 Uhr vorgesehen, drei Rennläufe (so es keine zu großen Zeitverzögerungen wegen zu zahlreichen Ausrutschern geben möge) am Sonntag ab 8.30 Uhr.

Im Vorjahr endete der heiße Kampf um den Tourenwagen-Gesamtsieg zwischen dem Schweizer Ronnie Bratschi und dem Franzosen Nicolas Werver für beide mit einem Ausrutscher im letzten Rennlauf, sodass sich Bratschi mit anderthalb Sekunden Vorsprung aus den Vorläufen durchsetzen konnte. Sowohl der dreifache Sieger des Internationalen FIA-Berg-Pokals 2016, 17 und 18 und eidgenössische Tourenwagen-Vize-Bergmeister 2018 im vom legendären Schweizer Tuner Eggenberger hochgezüchteten Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO als auch der inzwischen siebenfache französische Bergmeister 2010, 2012-16 und 2018 und sein herrlicher Porsche 997 GT2 haben sich für ein erneutes Duell der Giganten angekündigt. Und erneut fungiert der in Deutschland lizenzierte Österreicher Herbert Stolz als Schiedsrichter, der seit 2004 in 54,40 sec. den Tourenwagenrekord hält und seinen bärenstarken Porsche 935 DPII im Vorjahr nur 4 Hundertstel hinter Markenkollege Werver einreihte. Der Deutsche Tourenwagen-Meister 2006 und 2013, dessen Fahrzeug wie jene seiner Gegner mit der (mindestens) 700 PS-Marke flirtet, wird mit nunmehr 70 Jahren in Abwesenheit des kürzlich bei einem durch einen von einem herumstreunenden Hund verursachten Sturz bei einer Fahrradtour verletzten Léon Linden den Senior im Feld darstellen.

Im großen Feld der Outsider nennen wir beispielsweise die Schweizer Romeo Nüssli, Dritter der Schweizer Tourenwagen-Bergmeisterschaft 2017 und Gesamtsieger beim legendären Mickhausener Bergrennen 2016 (D), der 2017 bei seinem erstmaligen Start in Eschdorf den PS-starken ex-Gabat-Ford Escort Cosworth zum Tourenwagen-Gesamtsieg trieb, Thomas Kessler, Vierter der Schweizer Bergmeisterschaft 2018, der seinen Mitsubishi Lancer 2015 im Regen auf den 7 Gesamtrang inmitten der Formel- und Sportwagen gestellt hatte, sowie den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister 2017 und 2018 Fréderic Neff, der seinen Porsche 996 GT3-R stets beherzt zu Topzeiten driftet. Oder noch René Ruch und seinen soundstarken Ferrari F355 GT, treuer Gast in Eschdorf. Aus Frankreich möchten auch noch Tourenwagen/GT-Vize-Bergmeister 2016 Philippe Schmitter im extrem spektakulären Renault RS.01 mit 3,7 Liter-Turbomotor sowie sein Bruder Christian, Tourenwagen/GT-Vize-Bergmeister 2017 ein Wörtchen vorne mitreden, wobei der Letztgenannte seinen Porsche 997 GT3-R übrigens in etwas mehr als zwei Monaten im amerikanischen Colorado den legendären Pikes Peak hochjagen wird.

Aus deutschsprachiger Sicht führen der mehrfache KW Berg-Cup-Gesamtsieger Holger Hovemann im bulligen Opel Kadett C Coupé mit 5.7 Liter-V8-Motor, der deutsche Bergmeister 2016 André Wiebe in seinem neuen, nicht minder imposanten Renault Clio BTCC oder noch der amtierende KW-Berg-Cup-Titelverteidiger Thomas Strasser (Österreich) im VW Scirocco die Meute des besagten, Eschdorf seit 1989, also nun 30 Jahrzehnten, die Treue haltenden KW Berg-Cups mit seinen zahlreichen hochgezüchteten VW Golf, Polo, Scirocco und Corrado, Opel Kadett, Corsa und Ascona, Citroën AX Kitcar, Ford Escort RS BDA, BMW 3er und 2002, Renault Clio und Mégane, Audi 80 Quattro usw. an, die die Herzen der zahlreichen Fans höher schlagen lassen. Dazu gesellen sich noch die drei belgischen Tourenwagen-Bergmeister Martin Bach (2017 und 18) im gelben Ur-„Bergmonster’-Mitsubishi Lancer, Stéphane Emond (2014 und 2016) im spektakulären BMW M3 3.2L sowie Eric Schwilden (2013) im Peugeot 205 GTI Targez, mit im Schlepptau ihrem Landsmann Michel de Kerchove im herrlichen Peugeot 406 STW. Und natürlich der dreifache Luxemburger Bergmeister 2016-18 Canio Marchione im BMW 320 STW oder noch die Luxemburger Mannschaft Schilling Performance mit dem Tourenwagen-Bergmeister 2015 Nico Schilling und dreifachen Vize-Bergmeister 2016-2018 Charles Valentiny (beide Subaru Impreza WRX STi) sowie Cédric Schilling im Mitsubishi Lancer, die beiden Lamera Cup mit Ford Focus RS-Motor von Gilles Bruckner und Kim Longhino sowie der VW Käfer Fun Cup der Luxemburger Bergmeisterin der Rennsportfahrzeuge 2018 Tania Flammang.

Besonders beliebt beim Publikum sind natürlich auch die kleinen soundstarken „CM“-Fahrzeuge, jene speziell für Bergrennen konzipierten Renner mit Ein-Liter-Motorradmotoren, wie die Silver Car des Deutschen Ralf Kroll und des Belgiers Adrien Marchal oder der Speedcar des jungen Elsässers Loïc Hebinger, der sich dank seiner beherzten Fahrweise in den beiden Vorjahren zum Zuchauerliebling entwickelte.


Text: Patrick Weber

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.