Vorschau zum Berg-EM Auftakt am Col St. Pierre

Das Warten hat ein Ende, am kommenden Wochenende geht es im südfranzösischen St. Jean-du-Gard erstmals um Punkte für die Berg Europameisterschaft 2019. Über den Winter gab es in den einzelnen Kategorien sehr spannende Neuerungen und es werden in dieser Saison neue Teams die Berg Europameisterschaft in Angriff nehmen.

Dabei dürfte es beim Auftakt am Col St. Pierre zu einem Nationenduell zwischen Italien und Frankreich kommen. Im Zuge der Berg Europameisterschaft hat sich der Italiener Simone Faggioli dazu entschlossen, sich in diesem Jahr wieder voll und ganz auf diese Meisterschaft zu konzentrieren. Beim ersten Start mit dem komplett überarbeiteten Norma M20FC Zytek letztes Wochenende in Italien, konnte der mehrfache Berg Europameister gleich den Gesamtsieg einfahren. Man darf gespannt sein, ob er die im Vorjahr entstandene Lücke zu Christian Merli schließen kann. Dieser vertraut auch 2019 auf seinen bewährten Osella FA30 Zytek LRM, wobei man auch hier über die Wintermonate einige Updates am Boliden durchführte. Der amtierende Berg-Europameister hat natürlich die erfolgreiche Titelverteidigung im Blickfeld, womit man schon mit Spannung dem ersten Kräftemessen entgegenblicken darf. Ein weiterer ganz heißer Favorit auf den Gesamt- und Tagessieg kommt aus Frankreich und war im Vorjahr am Col St. Pierre der große Gewinner. Sebastien Petit wird mit seinem Norma M20FC Mugen auch in diesem Jahr sicherlich nicht zu unterschätzen sein und ein ganz heißer Anwärter auf den vollen Erfolg beim Berg Europameisterschaftsauftakt sein. Und dann wäre da noch sein Landsmann Geoffrey Schatz. Dieser wechselte für die Saison 2019 auf einen neuen Norma M20FC, welcher von einem Oreca Turbomotor angetrieben wird. Mit diesem spektakulären Boliden konnte er den Auftakt zur französischen Bergmeisterschaft in Bagnols klar für sich entscheiden und zudem einen überlegenen Streckenrekord fixieren. Damit ist ihm wohl auch in St. Jean-du-Gard einiges zum zuzutrauen. Nicht außer Acht gelassen werden sollte der bereits im Vorjahr exzellent agierende Vorarlberger Christoph Lampert, der mit seinem Osella FA30 Zytek heuer eine komplette Saison in der Berg Europameisterschaft in Angriff nehmen wird und dabei vom Team Merli betreut wird. Mit diesem Boliden wird er sicherlich für Abwechslung in der Gruppe D, E2-SS sorgen. Aber auch der Südtiroler Tankstellenbetreiber Diego de Gasperi geht in seine zweite Saison in der Berg-EM, wobei er ebenfalls auf einen Osella FA30 Zytek vertraut. Er wird dabei vom Faggioli Team betreut, womit auch er in dieser Klasse sicherlich nicht unterschätzt werden sollte. In der E2-SC Klasse wird der Luxemburger Guy Demuth erstmals in St. Jean-du-Gard mit seinem noch recht neuen Norma M20FC Judd an den Start gehen und wohl ebenfalls ein gewichtiges Wort um die vorderen Plätze mitreden. Aber auch der Franzose Cyrille Frantz ist in dieser Klasse mit seinem mächtigen Osella PA30 Cosworth keines Falls außer Acht zulassen, wobei er mit einem starken Ergebnis vom ersten Lauf zur französischen Meisterschaft anreisen wird. Und auch dem Schweizer Fabien Bouduban ist im Norma M20FC Zytek aus dem Faggioli Team einiges zuzutrauen, wobei auch dieser Bolide einige aerodynamische Updates über den Winter spendiert bekam.

In der Gruppe CN wird der italienische Routinier Renzo Napione in dieser Saison den komplett neuaufgebauten Osella PA 20/S pilotieren. Mit dem von einem 3l BMW Motor angetriebenen Boliden wird er sicherlich gute Chancen auf viele EM-Punkte haben. Jedoch wird es ihm die Konkurrenz am Col St. Pierre nicht leicht machen, wobei diese wohl der Italiener Marco Capucci im 2l Osella PA 21/S Evo anführen wird. Aber auch sein Landsmann Alberto Dall´Oglio ist in seiner erst zweiten Saison im Norma M20FC Honda keines Falls außer Acht zulassen. In der 2l Klasse der Gruppe E2-SC wird wohl der junge Tscheche Petr Trnka im weiter optimierten Ligier JS53 Evo3 nur schwer zuschlagen sein und als Favorit nach Frankreich reisen. Das trifft in der 2l Klasse der Gruppe D, E2-SS wohl auch auf den Franzosen Billy Ritchen zu, der auch den Auftakt zur französischen Meisterschaft mit seinem Dallara F312 Mercedes klar für sich entscheiden konnte.

Der Blick in die Gruppe E2-SH verspricht ebenfalls Spannung. So wird der Tscheche Vladimir Vitver im brachialen Audi WTTR-DTM am Col St. Pierre einer der großen Favoriten sein. Mit diesem Boliden wird der bekannt spektakulär agierende Pilot sicherlich für Aufsehen sorgen. Aber auch der französische Routinier Nicolas Werver ist hier mit seinem mächtigen Porsche 997 GT2 einer der heißen Favoriten auf den Sieg. Nach einem starken Auftritt in Bagnols-Sabran wird er auch bei diesem Rennen mit dem über den Winter weiter verbesserten Boliden für Furore sorgen. Sollte der Mitsubsihi Lancer Evo 7 rechtzeitig fertig werden, wird auch der Steirer Christian Schweiger beim Berg-EM Auftakt in Frankreich mit von der Partie sein. Damit dürfte in der E2-SH Klasse am Col St. Pierre für zusätzliche Spannung gesorgt sein. Und auch dem Franzosen Philippe Schmitter im spektakulären Renault RS01 ist in dieser Klasse sicherlich einiges zuzutrauen.

In der Berg-EM Kategorie 1 wird wohl der junge Franzose Pierre Courroye mit seinem mächtigen McLaren MP4-12C GT3 nur äußerst schwer zuschlagen sein. Beim Saisonauftakt in der französischen Meisterschaft konnte er gleich einen vollen Erfolg verbuchen, womit er auch am Col St. Pierre ein ganz heißer Kandidat auf den Tourenwagengesamtsieg sein dürfte. Erster Herausforderer im Zuge der Berg Europameisterschaft wird sicherlich sein Landsmann Christian Schmitter sein, der mit seinem spektakulären Porsche 997 GT3 wohl sicherlich nicht zu unterschätzen sein dürfte. Mit diesem Boliden konnte er schon große Erfolge feiern, womit für Spannung in dieser Klasse gesorgt sein dürfte. Und auch der Tscheche Martin Jerman im Lamborghini Gallardo GT3 wird in dieser Klasse keines Wegs außen vor sein. Der Routinier ist hier ebenfalls für ein Spitzenresultat jederzeit gut.

In der Gruppe A geht der Tscheche Lukas Vojacek als Favorit ins Rennen. Der amtierende Berg Europameister möchte mit seinem Subaru Impreza WRX STI natürlich seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Die beiden restlichen Konkurrenten am Col St. Pierre kommen aus der 2l Klasse,  wobei hier der Italiener Luca Zuurbier im Honda Civic Type R als Favorit gehandelt werden darf. Aber der Tscheche David Dedek im Alfa Romeo 147 ist mit seiner bekannt spektakulären Fahrweise keines Falls zu unterschätzen. Spannend dürfte es in der Gruppe N werden, wo einer der Favoriten der Italiener Antonino Migliuolo sein wird. Mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 wird er sicherlich reichlich Gas geben und dabei auf den Tschechen Tomas Vavrinec treffen. Dieser wird ebenfalls wieder seinen bewährten Mitsubishi Lancer Evo 9 einsetzen und mit diesem Boliden begeistern. Und auch der Slowake Peter Ambruz ist mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 keines Falls außer Acht zulassen, wobei der Bolide über die Wintermonate weiter verbessert wurde. Zurück in diese Klasse gewechselt hat der Tscheche Jiri Los, der jedoch auf einen Renault Megane RS vertraut und somit noch schwer einzuschätzen ist.

Text: Hillclimbfans.com

Über Thomas Bubel 309 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.