Boxengeflüster 10/2018 „Masters-Spezial“: Wussten Sie schon dass…?

DASS der Luxemburger Leon Linden, nach eigenen Angaben, beim FIA Hillclimb Masters letztmals an einem Bergrennen teilnahm und seine Motorsportkarriere  mit diesem wundervollen Anlass beendete. Der 80jährige gelernte Automechaniker war seit 1968 aktiver Renn- und Rallyefahrer. Rund 700 Starts absolvierte der Pettinger allein bei Bergrennen. Mit seinem Dallara Formel 3-Rennwagen gelang ihm unter anderem 2006 die Luxemburger Bergmeisterschaft. Bei der Team und Fahrervorstellung auf der Piazza Grande in Gubbio ging erst ein Raunen und dann ein riesen Applaus durch das Publikum, als der Sprecher Alter und Fahrzeug des ältesten Teilnehmers des diesjährigen Masters verkündete. Es war wohl einer der schönsten Momente in Leo´s  50jähriger Zeit im Motorsport.

DASS der Luxemburger Patrick Weber, den Viele als versierten Experten und langjährigen Streckensprecher beim Hillrace in Eschdorf kennen, auch beim FIA Hillclimb Masters in Italien im Einsatz war. Mit seiner Sprachgewandtheit  informierte er die Fans an der Strecke in den Sprachen Deutsche, Englisch und Französisch, sodass der einheimische Sprecher fast „arbeitslos“ war. Auch moderierte Weber mit seinem italienischen Kollegen am Samstagabend die Parade und Presentationszerimonie in mitten der Altstadt von Gubbio. Allerdings waren die Reportagen an der Strecke nicht immer so ganz verständlich, da die an der Strecke verteilten Lautsprecher per Funk angesteuert wurden und den beiden Sprechern nur ein Sprechfunkgerät als Mikrophon zur Verfügung stand.

DASS der Deutsche Bergmeister Armin Ebenhöh in Gubbio sein vorerst letztes Bergrennen fuhr. Der Niederbayer war seit 2004 bei fast jedem Berg DM und KW Berg-Cup-Lauf am Start und möchte zumindest in 2019 eine Entspannungspause vom Rennsport einlegen und sich etwas mehr Ruhe gönnen. Zuvor hatte der Geschäftsführer bei Skoda Auto Weissdorn aber noch einen Auftritt bei der ADAC 3-Städte-Rallye, dem Saisonabschluss der Deutschen Rallyemeisterschaft. Im Vorprogramm der Super Special-Stage, das mitten in Straubing vor der Joseph-von-Fraunhofer-Halle stattfand absolvierte Armin Ebenhöh mit seinem VW Scirocco 16V Demofahrten und wurde live im Interview präsentiert. Der ebenfalls aus dem KW Berg-Cup bekannte Christian Auer fungierte im ex-Fritz-Köhler BMW M3 E36 als Taxifahrer.

DASS Italien, als Gastgeber des Masters mit 38 Startern die Größte Abordnung in Gubbio stellte, erstaunlicherweise gefolgt von den Britten mit 16 Fahrerinnen und Fahrern und den Franzosen mit 13 Aktiven. Selbst die Polen reisten noch mit 11 Teilnehmern an. Die kleinste Gruppe, mit dem neuen KW Berg-Cup Gesamtsieger Thomas Strasser und Altmeister Felix Pailer stellte übrigens der österreichische Verband, der zeitgleich mit dem Masters seinen letzten Berg-Meisterschaftslauf beim italienischen Bergrennen von Cividale (Friaul) durchführte und so E1-Überflieger Karl Schagerl sicherlich um eine Medaille brachte.

DASS sich immer mehr Sammeltransporte zum Masters durchsetzen. Bereits vor zwei Jahren in Ecce Homo reisten die britischen Top-Driver in einem gecharterten Renntransporter an. Diesmal wurden sogar zwei Renntransporter in England mit Rennwagen und Equipment beladen und auf die lange Reise geschickt. Auch der Luxemburger Automobilclub organisierte erstmals für seine Masters-Teilnehmer einen eigens angemieteten geschlossen Truck. Dieser wurde eine Woche zuvor gemeinsam beladen. So konnte man mit dem Flugzeug oder mit dem Wohnmobil anreisen. Aus Griechenland und dem Kosovo sah man offene Autotransporter, die mit Tourenwagen bestückt waren.

DASS die portugiesische Fangruppe beim Hillclimb Masters eigentlich auch eine Goldmedaille verdient hätte. Die Truppe aus rund 50 Personen sorgte für Stimmung an der Strecke und stellte sogar die einheimischen Tifosi in den Schatten. Laola-Wellen wurden initiiert oder grün-rote Luftballons in den azurblauen Himmel aufsteigen gelassen. Und sogar eine Portugiesische Landesflagge wurde mit Hilfe von zahlreichen Ballons „geopfert“ und segelte sanft über das Renngelände von dannen. Auch die Rückführungen wurden begeistert gefeiert und ein Meer aus Flaggen geschwenkt. Aber auch das Erscheinungsbild der einzigen Deutschen Fangruppe, der Berg-Cup-Freunde Pirmasens, konnte sich sehen lassen. Die pfälzische Truppe um Michael Groh zeigte Flagge und so waren wenigsten hier und da die Deutschen Farben präsent. Neben Michael Groh besorgten dies Manuel Groh, Thorsten Groh, Helle Ballbach, Marc Reder, Andreas Ameis, Florian Huber und Daniel Heumann.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.