Grandiose 3. Auflage des FiA Hillclimb Masters in Aussicht

Die Ausgangslage für die diesjährigen FIA Hillclimb Masters ist sehr vielversprechend und spannend: Nicht weniger als 175 Piloten haben sich eingeschrieben, und 20 Länder treffen beim Nationencup aufeinander. In unmittelbarer Nähe des prächtigen mittelalterlichen Städtchens Gubbio nördlich von Perugia (I) werden zum dritten Mal die FIA Hillclimb Masters ausgetragen. Schon die beiden ersten Auflagen – 2014 im Grossherzogtum Luxemburg und 2016 in der Tschechischen Republik – waren beeindruckende Anlässe und haben bei allen direkt oder indirekt Beteiligten bleibende Erinnerungen hinterlassen. Aber die jüngste Auflage vom 12. bis 14. Oktober 2018 dürfte dank einem neuen Teilnehmerrekord und einem erstklassigen Feld von Bergspezialisten, alles Bisherige in den Schatten stellen.

Die «Masters» sind nicht nur ein im Zweijahresturnus stattfindendes hochkarätiges Rennen, sondern auch ein riesiges Fest des Bergrennsports und dessen Akteure. Hier treten nicht bloss die besten Fahrer aus 22 Ländern gegeneinander an, sondern der Anlass ist auch ein bedeutsames Zusammentreffen in einem geselligen und festlichen Ambiente. Bei den «Masters» verleiht überdies der Stolz, die Farben des eigenen Landes zu vertreten, den Piloten und ihren Nationalmannschaften einen in dieser Disziplin ungewohnten zusätzlichen Antrieb. Weil an diesem Rennen die Eliten der nationalen Meisterschaften präsent sind, werden Piloten die Klingen kreuzen, die sonst nicht gegeneinander antreten. Die Briten, Bulgaren, Griechen, Iren, Malteser, Rumänen oder Slowenen gehen nur selten ausserhalb ihrer Landesgrenzen an den Start. Für sie sind die Hillclimb Masters daher ein ganz besonderes Ereignis im Kalender, welches sie keinesfalls verpassen wollen. Die «Masters» dienen auch als Rahmen für einen Nationencup. Bei diesem Wettbewerb stehen sich in diesem Jahr 20 Länder (also 8 mehr als 2014) mit einer Equipe von jeweils vier Piloten gegenüber. Der gemeinsame Einsatz für das Team und Regelmässigkeit in den Laufzeiten sind gefragt, wenn man hier die Goldmedaillen erobern will.

Die Fahrer und deren Autos werden in vier Kategorien eingeteilt: Die Kategorie 1 Produktionswagen (Gr. A, N und GT) und die Kategorie 2 Rennwagen (zweisitzige und einsitzige Rennwagen sowie Silhouette-Fahrzeuge) entsprechen den FIA-Normen. Bei den Kategorien 3 und 4 handelt es sich um deren Pendants für sogenannte «nationale» Fahrzeuge, die den speziellen Reglementen ihres Landes entsprechen. Die «Masters» bieten auf diese Weise eine einzigartige Gelegenheit, dass die schnellsten Boliden der Europameisterschaft beim gleichen Anlass gegen die Monopostos der hochstehenden englischen Meisterschaft oder gegen einen Exoten wie den speziell für Pikes Peak entwickelten Norma mit Bi-Turbo-Motor des Schweizers Fabien Bouduban antreten können. Bei den sogenannten geschlossenen Fahrzeugen der Gruppe E2-SH wird der regelmässige tschechische EM-Teilnehmer Vladimir Vitver mit dem Audi TTR DTM auf zwei ganz spezielle Bergmonster treffen, nämlich den ehemaligen BMW 320 von Georg Plasa unter Jörg Weidinger und den Mercedes SLK340 des Schweizers Reto Meisel. Diesen beiden Boliden gemeinsam ist übrigens der kraftstrotzende Judd V8 mit seinem berauschenden Sound, der durch das Echo der Berge noch verstärkt wird.

Jeder der drei Goldmedaillengewinner von 2016 ist erneut dabei: In der Kategorie 2 (E2-SS und E2-SC) erwartet man ein weiteres Kräftemessen zwischen dem 2016 siegreichen Italiener Simone Faggioli und seinem Landsmann Christian Merli, dem frischgebackenen Europameister. In der Kategorie 1 (Gruppen N, A und GT) gilt Lucio Peruggini mit seinem Ferrari 458 GT3 erneut als Favorit, aber man darf Marco Iacoangeli und dessen BMW Z4 GT nicht unterschätzen.

In der Kategorie 4 visiert Scott Moran – der Mann mit 158 Siegen und 6 Titeln in der britischen Meisterschaft – wieder Gold an, er rechnet aber mit dem erbitterten Widerstand seiner Landsleute Trevor Willis, Wallace Menzies, Will Hall und Alex Summers. In der Kategorie 3 existiert kein Palmares, denn für die 2014 und 2016 noch im Schatten der Monopostos stehenden GT und Tourenwagen der nationalen Meisterschaften wurde bei den «Masters» erstmals ein separates Klassement geschaffen. Wenig überraschend bildet diese Kategorie mit 80 Teilnehmern das grösste Feld. An den Start gehen sowohl bärenstarke Mitsubishi Lancer, Porsche, Ferrari, Lancia Delta Integrale, Audi Quattro, Subaru Impreza bzw. Legacy, Lotus oder BMW M3, als auch eine Vielzahl hubraumschwächerer Autos, von denen einige allerdings dank ihres Fliegengewichts, ihrer Handlichkeit und der Geschicklichkeit ihrer Piloten weit vorne mitmischen dürften.

Die offizielle Teilnehmerliste kann hier abgerufen werden.

Über Thomas Bubel 277 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.