Volles Haus am Glasbach – 151 Teams aus 12 Nationen

Am kommenden zweiten Juni-Wochenende findet vom 08.-10.06.2018 das 23. Internationale ADAC Glasbachrennen in Bad Liebenstein in Thüringen statt. Mit 151 internationalen Teams aus 12 Nationen wird Motorsport der Extraklasse geboten. Beim Kampf um die tausendstel-Sekunde auf der mit 5,5 km längsten Bergrennstrecke Deutschlands geht es nicht nur um einen neuen Streckenrekord sondern auch um wichtige Punkte in der Europa-Bergmeisterschaft, der Deutschen- und Luxemburger Bergmeisterschaft sowie im KW Berg-Cup. Das Internationale ADAC Glasbachrennen ist der einzige Lauf in Deutschland, welches das höchste Prädikat im Bergrennsport, ausgegeben vom Weltmotorsportverband FIA, hat. Bereits im letzten Jahr wurde der Streckenrekord verbessert und liegt auf der mit 34 Kurven bestückten Naturbergrennstrecke aktuell bei 1:58:440 min. Dies bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 167 km/h (bei stehendem Start) und Spitzengeschwindigkeiten bis zu 245 km/h auf der kurvenreichen Bergrennstrecke zwischen dem Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach und dem Rennsteig.

Die Bergrennstrecke ist die modernste und sicherste Europa` s, da sie in nur wenigen Tagen ähnlich einer „permanenten“ Rennstrecke umgebaut wird. Wie hart der Kampf an der Spitze ist, zeigen die Zeitabstände der Bestplatzierten im letzten Jahr. Dieser lag im Tausendstel- Sekundenbereich. In diesem Jahr sind in dem internationalen Starterfeld viele der aktuellen Bergrenngrößen vertreten. Neben dem Vorjahressieger und Streckenrekordhalter bei den offenen Sportwagen der Gruppe E2-SS, Christian Merli  (ITA) haben auch starke Konkurrenten, wie der spanische Bergmeister Javier Villa auf seinem superschnellen BRC BR 53 sowie der ehemalige luxemburgische Bergmeister Guy Demuth im brandneuen Norma M20 FC Zytek (Foto Mitte) und der aktuelle französische Berg-Champion Sebastien Petit in seinem Norma M 20 FC Mugen genannt. Mehr als nur Außenseiterchancen besitzen zudem der letztjähre Viert platziere an gleicher Stelle, der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik, der ebenfalls einen Norma M20 FC Mugen pilotiert. Nach seinem ausgezeichneten fünften Gesamtrang im Vorjahr, brennt der Belgier Jelle de Coninck im turbobefeuerten Norma-Sportwagen, bei seinem zweiten Start am Glasbach, mit besserer Streckenkenntnis im Gepäck auf mehr. Noch in der Testphase befinden sich Cyrille Frantz aus Frankreich im Osella PA 30 Cosworth und bei seiner Deutschlandpremier mit dem PRC S4 mit ehemaligem V6-Opel-Werkstriebwerk aus ITC-Serie, Alexander Hin. Simone Faggioli hingegen, werden die fachkundigen Fans aber vergeblich auf der offiziellen Starterliste suchen. Der EM-Titelverteidiger hatte in der ersten Halbsaison bereits zwei Niederlagen in seiner Gruppe E2-SC einstrecken müssen und wird wohl dieses Jahr seinen Titel nicht verteidigen können. Außerdem konzentriert sich Faggioli auf seinen ersten Anlauf beim legendären Pikes Peak Bergrennen in den USA, das am 24. Juni stattfindet. Die ersten offiziellen Trainingsläufe in Colorado beginnen bereits am 19. Juni.

All diese Vorzeichen und noch mehr versprechen schon jetzt Spannung pur, da sich in der laufenden Saison auch weitere talentierte Spitzenfahrer herauskristallisieren und ein Wörtchen beim Gesamt und Gruppensieg mitreden wollen. Hierfür sind beispielsweise der junge Tscheche Petr Trnka in seinem Ligier JS 53 oder der Italiener Andrea Bormolini mit seinem Osella PA 20 zu nennen, Letzterer ist derjenige der nach dem fünften Berg EM Lauf von Sternberk-Ecce Homo die Tabelle bei den Rennsportfahrzeugen anführt. Auch bei den Tourenwagen und GT-Fahrzeugen gibt es einen harten Dreikampf an der Spitze der aktuellen Europameisterschaft zwischen dem Subaru-Piloten Lucas Vojacek (CZE) und den beiden McLaren-Piloten Pierre Courroye und Jan Milon (SVK). Der junge Franzose Courroye, seines Zeichens amtierender Landesmeister, führt aktuell die Zwischenwertung der EM-Kategorie I an. Neben der Deutschen Bergmeisterschaft, welche derzeit von Günter Göser in seinem Opel Kadett C Coupè angeführt wird, gastieren erstmals die Fahrer der Luxemburgischen Bergmeisterschaft zu einer eigenständigen Wertung am Glasbach. Hier wird spannend sein, wie sich die 15 luxemburgischen Fahrer auf die längste Bergrennstrecke Deutschland´ s beim Kampf um die Meisterschaftspunkte schlagen. Neben seltenen PS-starken Rennboliden, wie zum Beispiel die Renault RS 01 vom Franzosen Philippe Schmitter (Foto unten) sind auch interessante Renn- und Trifttaxis am Start.

Einzigartig ist ebenfalls das direkt im Ortsteil Steinbach gelegene Fahrerlager. Hier wird einmal mehr deutlich, was Motorsport zum Anfassen heißt. Bereits am Freitag findet um 17 Uhr im Startbereich die große internationale Pressekonferenz statt. Im Anschluss wird das 23. Internationale ADAC Glasbachrennen offiziell eröffnet und die Teilnehmer sind mit Präsentationsfahrten auf dem unteren Teilstück der modernsten und sichersten Bergrennstrecke Europa´ s zu erleben. An diesem Abend besteht die Möglichkeit für alle interessierten Vertreter der Presse in einem Renntaxi selbst Platz zu nehmen. Ergänzt wird dies durch die Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag im Ortskern von Steinbach und der ebenfalls dort stattfindenden Siegerehrung am späten Sonntagnachmittag. Das Glasbachrennen ist nicht nur direkt vor Ort zu erleben, sondern weltweit über den Live Stream auf www.glasbachrennen.de zu sehen. Bereits im letzten Jahr verfolgten online über 60.000 Zuschauer das Rennen in 35 Ländern weltweit. Für alle Interessierten rund um das Glasbachrennen gibt es alle News ebenfalls über den Ereignishörfunksender „Glasbach FM“ auf der UKW-Frequenz 90,8. Weitere Informationen rund um das 23. Internationale ADAC Glasbachrennen finden Sie unter www.glasbachrennen.de oder Facebook.

von Diana Pohl und Thomas Bubel

Über Thomas Bubel 252 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.