Mitte Juni brüllen die Motoren am Heiligenstädter Iberg

„Der Berg ruft“, ein Film aus den Dreißigern des vergangenen Jahrhunderts zur Erstbesteigung des Matterhorns. Auch südlich der Stadt Heilbad Heiligenstadt ruft ein bewaldeter Höhenrücken aus knapp 470 Meter allen Motorsportbegeisterten zu. Dass auch in diesem Jahr ein Bergrennen am Heiligenstädter Iberg stattfindet, ist -obwohl schon eine Tradition der letzten Jahre- keine Selbstläufer. Die kräftezehrenden Wochen vorm Wettstreit um Meter und Sekunden hinterließen in den vergangen Jahren ihre Spuren.

Hermann Ludolph ist nicht nur Vorsitzender des Motorsportsclubs Heilbad Heiligenstadt e. V., er war zugleich bis vergangenes Jahr Organisationsleiter des Ibergrennens. Beides gebündelt in einer Person und der Herausforderung allen Rennteams und den Zuschauern ein eindrucksvolles Wochenende im Eichsfeld zu bieten, war kaum noch zu stemmen. Hermann Ludolph stellte die Funktion des Organisationsleiters der bisher alljährlichen Rennveranstaltung im Sommer 2017 zur Verfügung. Manche nennen es „Krisensitzung“, wir vom MC Heilbad Heiligenstadt nannten es „Neuorientierung“. In einem waren sich Rennleitung und Vorstand bald einig – das Ibergrennen im Stadtwald darf nicht sterben. Noch am gleichen Abend im Juli wurde im Forsthaus Kellner ein neues Orga-Team unter der Leitung des Heiligenstädters Sascha Herz aus der Taufe gehoben.

Eine Herausforderung, dass sich das junge vierköpfige Team nun stellen muss. Begleitet von der Rennleitung, dem Vorstand und vielen Mitgliedern des Heiligenstädter Motorsportsclubs bleiben sie auf diesem Weg nicht allein. Einem bekannten deutschen Soulsänger folgend: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“.Die heiße Phase in Vorbereitung des Events am Berg läuft. „Klein Monaco“, wie die Rennveranstaltung in Motorsportkreisen mancherorts genannt wird, rüstet sich der Herausforderung. Der Vergleich mit dem Fürstentum an der Côte d’Azur ist ehrenwert, aber auch Ansporn diesen schmeichelnden Ruf nicht zu verspielen.

Kommenden Monat ist es soweit. Am 16. und 17. Juni 2018 zieht Benzingeruch den Iberg hinauf. Bei einer Steigung bis zu 10 Prozent und einer Streckenlänge von 2050 Meter geht es durch die Kurven. 195 km/h bis zur ersten Kurve, die mancher Bolide nahe der 250 km/h steigert, faszinierten in den letzten Jahren tausende Zuschauer. Stellvertretend für die Fahrerinnen und Fahrer sei der Österreicher Herbert Pregartner vom MSC Rottenegg genannt. Sein Porsche 911 GT2 R ziert das diesjährige Motiv zum 23. Ibergrennen. Mehrere hundert Pferdestärken zaubert sein 6 Zylinder Boxermotor auf die Straße und verhalf Pregartner im vergangen Jahr den Iberg in weniger als einer Minute hinaufzueilen.

von Jörg Hübsch

Über Thomas Bubel 196 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.