DTM-Highlights und Scarfiotti-Gedenken zum 60-jährigen Jubiläum am Roßfeld

Im Herbst 2017 war es in den Berchtesgadener Alpen ungewohnt ruhig. Erstmals seit der Premiere des „Internationalen Edelweiß Bergpreises Roßfeld Berchtesgaden“ im Jahr 2013 legte die Zeitreise in die Goldene Ära des Motorsports im vergangenen Jahr eine Pause ein. Doch das Warten hat bald ein Ende: Von 28. bis 30. September 2018 kehrt das von den Fans liebevoll „Roßfeldrennen“ genannte Oldtimer-Spektakel zurück – rechtzeitig zum 60-jährigen Jubiläum des ersten Bergrennens auf das Roßfeld. Die Freunde des historischen Motorsports dürfen sich auf gleich zwei Themenschwerpunkte freuen: Im Zuge des DTM-Schwerpunkts werden nicht weniger als 15 DTM-Boliden, damalige Fahrer und wichtige Zeitzeugen aus der glorreichen Ära der berühmten Tourenwagen-Serie zu bestaunen sein. Und auch an Lodovico Scarfiotti, der 1968 am Roßfeld tödlich verunglückte, wird 2018 erinnert.

Hans Joachim Stuck, Rudi Lins, Eberhard Mahle, Herbert Linge, Harald Demuth und natürlich Walter Röhrl waren die Helden beim bislang letzten Edelweiß-Bergpreis am Roßfeld. Und geht es nach den Genannten, so werden sie alle auch 2018 wieder mit von der Partie sein. Nach einem Jahr Pause steigt nun bereits die Vorfreude auf die fünfte Auflage der erfolgreichen Klassik-Veranstaltung in den Berchtesgadener Bergen. „Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren“, verrät Initiator Joachim Althammer, der dem legendären Roßfeldrennen im Jahr 2013 neues Leben eingehaucht hat – gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitern. Der eigentliche Gewinner neben den begeisterten Fans aus dem In- und Ausland ist aber die Lebenshilfe Berchtesgadener Land, der die Reinerlöse aus der Veranstaltung zugute kommen.

Heißer Tipp für all jene, die kommendes Jahr mit dabei sein wollen: Bereits ab Anfang Dezember 2017 startete der Karten-Vorverkauf für den Edelweiß-Bergpreis Roßfeld 2018 – bei gleichbleibenden Preisen. Alle Informationen dazu gibt es der Webseite www.rossfeldrennen.de. Auch die besonders beliebten Familien-Tickets werden – nur im Vorverkauf – wieder aufgelegt. Bei der fünften Auflage des Events wird die Zuschauerzahl erstmals auf maximal 12.000 Personen begrenzt. „Diese Entscheidung ist uns nach dem großen Erfolg in 2016 nicht leicht gefallen“, so Joachim Althammer. „Doch angesichts der begrenzten Platzverhältnisse im historischen Fahrerlager und der limitierten Kapazitäten in den beliebten historischen Busse standen wir vor der Wahl, einen Wertungslauf zu streichen oder die Zuschauerzahl zu begrenzen. Um den Fans eine bestmögliche Show zu bieten, haben wir uns für Variante zwei entschieden.“

Nach den „Fahrzeugen des Walter Röhrl“ beim letzten Rennen wird die fünfte Auflage des Edelweiß-Bergpreises ganz im Zeichen der DTM-Frühzeit stehen. In Erinnerung an die spektakuläre Anfangszeit der Serie in den Jahren 1984 bis 1996 werden rund 15 DTM-Fahrzeuge von damals auf die sechs Kilometer lange Strecke gehen. Neben Boliden der Marken Audi, Opel und Mercedes wird natürlich auch das Team Schnitzer aus Freilassing eine wichtige Rolle spielen. Auch Piloten von damals, wichtige Zeitzeugen und Kommentatoren-Legende Rainer Braun als „Stimme der DTM“ sind live mit dabei.

Neben dem 60-jährigen Jubiläum des ersten Bergrennens auf das Roßfeld wird sich 2018 der Todestag von Lodovico Scarfiotti zum 50. Mal jähren. Grund genug, um dem legendären italienischen Piloten, der 1968 am Roßfeld tödlich verunglückte, zu gedenken. Zur Präsentation einiger originaler Scarfiotti-Rennwagen werden auch dessen Familie und der Fan-Club aus Italien erwartet.

Last, but not least, wird beim 5. Edelweiß-Bergpreis auch das große Motorsport-Erbe aus dem Ort Berchtesgaden im Fokus stehen: Mit tatkräftiger Hilfe von Zeitzeugen leitet Joachim Althammer derzeit den Neuaufbau eines originalen Hartmann-DKW Formel Junior-Rennwagens aus dem Jahr 1961. Dabei handelt es sich um einen von nur noch vier existierenden Boliden aus der Hand des Berchtesgadener DKW-Spezialisten Alfred Hartmann. Ziel ist die vollständige Wiederherstellung des „Automobilen historischen Kulturguts aus Berchtesgaden“ und der Einsatz des Rennwagens bei Messen und Veranstaltungen – eventuell sogar schon beim bevorstehenden Edelweiß-Bergpreis.

von Florian T. Mrazek

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.