KW Berg-Cup macht aus der Not eine Tugend

Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung stellte der Berg-Cup e.V. am 21. Januar 2018 in Bad Mergentheim sein revolutionäres Rennserienkonzept für die kommende Saison vor. Dieses überraschte und stellte für die 80 anwesenden Mitglieder Dinge wie Rechenschaftsberichte und Teilneuwahlen hintan. Allerdings dauerte es rund 60 Minuten, bis die Katze aus dem Sack gelassen wurde. Schließlich sah die mit der Einladung versandte Tagesordnung nach der Begrüßung formelle Dinge vor. Zum Beispiel die Feststellung der Anzahl der Stimmberechtigten und den Bericht des Präsidiums über das Sport- und Geschäftsjahr 2017. Dieser fiel durchwegs positiv aus, wertete die 30. Saison des KW Berg-Cups unter dem Strich als einen rundum gelungenen Auftritt. Daran wollte man natürlich 2018 anknüpfen, stellte früh die Weichen, reichte die nur in minimalen Details veränderte Ausschreibung beim DMSB ein. Mit dem man schon Mitte 2017 einen Stufenplan erarbeitet hatte, der im Rahmen der Anpassung an die von der FIA für Internationale Rennserien (IS) geforderten Sicherheitsstandards die Einführung von Sicherheitstanks erst 2021 vorsah. Lange standen die Ampeln für diese Terminierung auf grün, aber am 6. Dezember schaltete der FIA-Weltrat auf Rot um, erklärte FT-Kraftstoffbehälter ab sofort für obligatorisch und nicht verhandelbar.

Das versetzte die KW Berg-Cup Verantwortlichen in Alarmzustand. Wusste man doch aus einer von den eigenen Technischen Kommissaren in der letzten Saison durchgeführten Erhebung, dass nur knapp über die Hälfte der begutachteten Berg Cup Renner über aktuelle Sicherheitstanks verfügen. Die unerwartet entstandene Situation wurde sofort analysiert, danach verschiedene Szenarien durchdacht und durchgespielt, wobei die berechtigten Interessen aller Berg-Beteiligten immer Berücksichtigung fanden. Um diesen in vollem Umfang zu entsprechen, entschied man sich zur Zweigleisigkeit. Was im Klartext bedeutet, dass der KW Berg mit seinen Sonderwertungen KW 8V-Trophy, Rookie und Ravenol Youngster wie vorgesehen weiter als IS durchgeführt wird. Möglicherweise kommen sogar noch zwei weitere Veranstaltungen dazu, nämlich am 21./22. April der Rechberg in Österreich und am 26./27. Mai das Bergrennen Verzegnis in Norditalien. Entsprechende Verhandlungen laufen, ein definitives Ergebnis wird spätestens am 31. Januar vorliegen. Wie auch immer dieses aussehen wird, an der Zahl der maximal gewerteten Rennen wird das nichts ändern, die bleibt auf jeden Fall bei acht.

Neu im Angebot des Berg-Cup e.V. ist 2018 der „KW Berg-Cup National“. Er pflegt den Breitensportgedanken und gibt all denen, die bisher in der IS völlig regelkonform mit nationalen DMSB-Sicherheitsstandards unterwegs waren die Möglichkeit, ohne Nach- oder Umrüstung weiterhin KW Berg-Cup’ler zu bleiben. Darüber hinaus soll die neu installierte Serie auch den Berg-Einstieg erleichtern. Deshalb werden in dieser auch die Fahrzeuggruppen A, F und CTC/CGT in gemeinsamer Wertung analog der Regelung in der Deutschen Automobil-Berg-Meisterschaft (DBM) ausgeschrieben. Ihre vier Hubraumklassen bilden die Division 1, die Gruppe H, FS und E1-Renner die Division 2. Auch diese wird nach den bekannten Hubraumklassen unterteilt. Die Punkte werden in den Divisionen 1 und 2 nach bewährtem Muster in den einzelnen Klassen geholt, gewertet wird in den Divisionen, in denen es für die vorne Platzierten Pokale und Preisgeld gibt, sowie für alle Gewerteten Startgeldzuschüsse. Auch E2- Silhouette Boliden sind startberechtigt, ihnen und – sobald es dafür ein eigenes Reglement gibt – den CM Fahrzeugen ist die Division 3 (ohne Hubraumunterteilung) vorbehalten. Eine Gesamtwertung gibt es in der neuen Serie, für die eine Nat. A-Lizenz des DMSB ausreicht, nicht, dafür am Jahresende drei Divisionssieger sowie einen Youngster-Gewinner. Teams können gemäß den auch im KW Berg-Cup angewendeten Regeln gebildet werden, Doppeleinschreibungen von Autos sind nicht möglich.

Im Terminkalender stehen alle acht deutschen Bergrennen, dazu kommt als Auslandsveranstaltung St. Agatha in Österreich. Von den neun Veranstaltungen gehen maximal die sieben besten Resultate pro Fahrer oder Team in die Endwertung ein. An der Ausschreibung „National“ wird schon mit Vollgas gearbeitet, sie wird in den nächsten Tagen eingereicht. Diese Eile ist auch nötig, denn Ende Februar ist bereits Einschreibeschluss für alle drei Serien des Berg-Cup e.V. Also auch für den NSU-Bergpokal, der sich schon in der finalen Genehmigungsphase befindet. Große Änderungen gibt es in diesem nicht. Auf dem Programm stehen alle Rennen in Deutschland, dazu kommt noch Eschdorf in Luxemburg. Von den neun Veranstaltungen gehen maximal die sieben besten Resultate in die Wertung ein.

Ohne große Überraschungen verliefen die turnusgemäßen Wahlen. Uli Kohl wurde in seinem Amt als Präsident ebenso klar bestätigt wie Schatzmeister Thomas Stelberg und Beisitzer Alex Pleier. Zum 2. Sportleiter wurde Thomas Krystofiak gewählt. Der 49-jährige Familienvater und Reifenentwicklungs-Ingenieur aus dem Hildesheimer Land – der sportlich im NSU-Bergpokal zuhause ist – freut sich über seine Berufung und auf seine neuen Aufgaben. Die Macher hinter den KW Berg-Cup Kulissen warten schon gespannt aufs Anlaufen und das Ergebnis der Einschreibungen. Ende Februar werden Zahlen und Fakten vorliegen, aus denen dann zu ersehen ist, ob das neue Konzept angenommen wird und wie sich die Fahrer und Teams aufteilen.

Über Thomas Bubel 241 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.