Termindilemma der Berg DM 2018

Am vergangenen Sonntagmorgen, während das Bergrennen Unterfranken auf vollen Touren lief, trafen sich einige Vertreter der Veranstaltervereine die 2018 einen Lauf zur Deutschen Automobil Bergmeisterschaft ausrichten wollen, zu einem Meeting im Feuerwehrgerätehaus von Eichenbühl. Die Veranstalter konferierten hauptsächlich über ihre Renntermine 2018, die aktuell noch einen vorläufigen Charakter haben. Heraus kam dabei eine massive Ballung der Bergrennen im Monat Juli bis Anfang August, was sicherlich nicht im Sinne der Aktiven, Zuschauern und Medienvertretern sein dürfte. Für eine Überraschung sorgte der MSC Rhön mit der Anmeldung seines ADAC Hauentein-Bergrennens auf den 21./22. Juli. Eine Woche später, also auf dem üblichen Termin 28./29. Juli wird das ADAC Glasbachrennen, aus Lauf zur Berg-Europameisterschaft, zurückkehren. Erneut ein Wochenende darauf folgt das 51. Osnabrücker ADAC Bergrennen, das wie das Glasbachrennen als FiA-Lauf kaum Möglichkeiten hat, Flexibilität in der Terminauswahl an den Tag zu legen.

Nicht zu vergessen der Homburger Automobilclub, mit seinem Bergrennen hat er natürlich die Absicht auf seinem Mitte-Juli-Termin (14./15. Juli) zu verbleiben. Somit ergäbe sich die wohl einmalige Konstellation, vier Bergrennen an vier aufeinander folgenden Wochenenden ablaufen zu lassen – ein absolutes Unding! Selbst drei Rennveranstaltungen in Folge sind eine Tortur. Nach einer kurzen internen Beratung haben sich die Homburger nun dazu durchgerungen ihr 45. Homburger ADAC Bergrennen auf den 07./08. Juli beim DMSB anzumelden, mit dem 14./15. Juli in der Hinterhand als Ersatztermin. Das wirft jedoch weitere Probleme auf, denn am 07./08. Juli wird wohl auch das Bergrennen St. Anton in Österreich stattfinden, das die letzten Jahre fest im Kalender des KW Berg-Cup verankert war. Zudem müssen die Homburger auch die Termine der Luxemburger Bergmeisterschaft im Auge behalten, denn in der Zeit Ende Juni bis Anfang Juli gastieren die Luxemburger Bergspezialisten auch beim Bergrennen La Broque im nahen Elsass, dessen nächstjähriger Termin BiD zur Zeit noch nicht bekannt ist.

Als Gründe für den plötzlichen Sprung in den Juli geben die Mannen vom MSC Rhön, Fristen und Zeitpunkt der Mäharbeiten der Wiesen, entlang der Rennstrecke „Rhönhofstraße“ an. Zudem kollidiert der übliche Termin über das dritte Augustwochenende mit der ADAC Rallye Deutschland (wie im Jahr 2016), wo das komplette Safety-Car-Team der Funkrettungswacht Motorsport, um Roman Häseler, im Einsatz sein soll. Verständlich ist in diesem Dilemma auch der Wunsch der Rhöner wieder auf den traditionellen Ende-Juli-Termin zurückkehren zu wollen, der nach dem Aufstieg des Glasbachrennens zum EM-Lauf vergeben war. Die „Flucht nach vorne“ angetreten hat der MC Heilbad Heiligenstadt. Die Truppe um den neuen Organisationsleiter Sascha Herz, den viele vor allem als aktiven Rennfahrer in der Formel 3-Klasse kennen, planen das Ibergrennen für den 16./17. Juni ein.

Von der Union des Piloten aus Luxemburg, liegt dem Fachausschuss Berg des DMSB derzeit noch keine Terminanmeldung vor, was noch nichts zu bedeuten hat. Auszugehen ist wohl vom Termin 05./06. Mai, für das traditionelle Hill Race in Eschdorf. Der Bergpreis Schottenring verbleibt Ende April, genau auf dem Wochenende nach Eschdorf, dem 28./29.04. Betoniert, auf das alljährlich etwas wandernde Pfingstwochenende, ist das Wolsfelder ADAC Bergrennen am 20./21. Mai. Das Finale der Bergmeisterschaft wird 2018 auf alle Fälle beim 51. Bergrennen Eichenbühl, am 08.und 09.September über die Bühne gehen, da das ADAC Bergrennen Mickhausen schon vor einigen Wochen seine Veranstaltung für das kommenden Jahr abgesagt hat. Günter Hetzer wird dem ASC Bobingen, kurzfristiger als gedacht, nicht mehr als Organisationsleiter zur Verfügung stehen. Daher entschloss man sich im Jahr 2018 kein Bergrennen hinauf nach Birkach durchzuführen. Wie ASC-Mitglied Wolfgang Glas gegenüber „Bergrennen in Deutschland“ klarstellte, gibt es im ASC Bobingen eine Menge Leute, die dem Bergrennen weiter äußerst positiv gesonnen sind. Mann wird sich eine Pause gönnen, um in aller Ruhe einen neuen Organisationschef zu finden. Gelingt dies, könnte das Finalrennen der Deutschen Bergmeisterschaft 2019 wieder ADAC Bergrennen Mickhausen heißen.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.