Buch zu den Krähbergrennen des vergangenen Jahrhunderts

Der Odenwald war bis zur Jahrtausendwende eine Hochburg des Bergrennsports in Deutschland. Zahlreiche bekannte und erfolgreiche Fahrer vertraten das südhessische Mittelgebirge bei den Veranstaltungen der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Namen wie Horst Fendrich, Dieter Knüttel, Werner Eckert, Helmut Kirchmeier oder Klaus Koch hielten die Tradition des Rennsports auf Bergstraßen lange aufrecht. Auch einige Rennveranstaltungen gab es im Gebiet zwischen Mannhein und Miltenberg. Neben dem Bergrennen von Zotzenbach, das zwischenzeitlich wieder als Bergslalom auf die Bildfläche zurück gekehrt ist, zog das Krähbergrennen Fahrer und Fans wie magisch an. Zwischen 1911 und 1993 ereigneten sich an diesem Odenwaldberg erstaunliche Motorsportgeschichten. Nach intensiven Recherchen und einer enormen Fleißarbeit, die sich über vier Jahre hinzog, verkündete der Beerfeldener Heimatforscher und Buchautor Michael Schmitt im vergangen Frühjahr „ich habe fertig“. Nach der Drucklegung wurde das Standardwerk mit dem Namen „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“ Anfang April diesen Jahres offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Der Krähberg im Hessischen Odenwald hat eine Motorsportgeschichte die in ganz Deutschland Ihresgleichen sucht“, betont Autor Schmitt. „Nur ganz wenige Orte können da mithalten“. Die Anfänge reichen bereits bis ins Jahr 1911 zurück. Der Hessische Automobilclub Darmstadt war damals der Initiator und Ideengeber. Die erste Epoche der Krähbergrennen lief von 1921 bis 1927. Danach verstummten die Motoren für viele Jahre. Erst 1964 erinnerte man sich wieder an die alten Rennsportzeiten und der MSTC Erbach war dann 30 Jahre lang für die zweite Serie der Bergrennen am Krähberg verantwortlich. Eigentlich wollte Michael Schmitt nur die Rennen der Nachkriegszeit beleuchten, die er als kleiner Junge noch mit eigenen Augen gesehen hatte, doch bei seinen Nachforschungen förderte er noch so viel Material zutage, dass er auch die Zeit zuvor noch mit aufnahm. „Schon vor dem ersten Weltkrieg sind die Autos den Krähberg hochgefahren“, macht er deutlich. „Mit allen möglichen Modellen“.

Nach dem ersten Buch „Als Caracciola an den Krähberg kam“, welches die Jahre 1921-1927 ausführlich beleuchtete, zeigt das neue Buch nun die ganze Geschichte auf. Insbesondere die Bergrennen 1964-1993 mit tollen, oft farbigen Fotos stehen nun im Mittelpunkt. Die kompletten Ergebnistabellen sind ebenso beeindruckend. Das Buch im Format 21×26 cm bietet 352 Seiten mit 440 Fotos. Preis 29,- Euro + 2,50 Versand per Rechnung. Zu beziehen über den Autor. Tel: 06068 / 3371 und eMail: michael.schmitt3@gmx.net oder beim Heimat- und Geschichtsverein im Museum der Oberzent in 64743 Beerfelden, im regionalen Buchhandel sowie in den Tourist-Informationen Beerfelden und Erbach im Odenwald.

Über Thomas Bubel 279 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.