Vorschau Osnabrück 2: Sagenhaftes Tourenwagen und GT-Feld

Absolut außergewöhnlich ist auch das Starterfeld, das das „Berg-Orga-Team“ um Bernd Stegmann, bei den Tourenwagen zur Jubiläumsauflage des Bergrennens in das Osnabrücker Land (04.-06. August) locken konnte. Ein Name verblüfft dabei auf den ersten Blick: Michael Bartels, unter anderem ehemaliger Formel 1-Pilot und Gewinner der FIA GT 1-Meisterschaft bzw. FIA GT 1-Weltmeisterschaft plant einen Start mit einem ganz neuen Maserati MC 12 in der hochkarätig besetzten Kategorie der GT-Fahrzeuge. Damit wird erstmals in Europa ein aktuelles GT 1-Fahrzeug aktiv in den Wettbewerb am Berg eingreifen und sicher ein heißer Aspirant auf den Tourenwagensieg sein. Seinen Start widmet Michael Bartels auch seinem Vater Willi Bartels, dem „Bergkönig“ der 70er Jahre, der unter anderem in 1978 den Tourenwagengesamtsieg in Osnabrück mit dem legendären „Warsteiner“-Porsche errang. So wird es aller Voraussicht nach bei einem spektakulären und einmaligen Gastspiel in der Bergszene des erfolgreichen Profirennfahrers bleiben. Die Konkurrenz, aber auch die Qualität in der GT-Klasse ist phänomenal. So wird der aktuell in der Produktionswagen-Wertung der Französischen Berg-Meisterschaft führende 23 Jahre junge Pierre Courroye mit dem ebenfalls spektakulären McLaren MP4 12 C sicher auch ein Favorit der Tourenwagenkategorie sein. Das Team Walkenhorst Motorsport aus dem Osnabrücker Land hat in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, dass man gleichzeitig auf der Rundstrecke und am Berg erfolgreich sein kann. Matias Henkola hat sich einiges mit dem BMW M 6 GT 3 vorgenommen und auch Teamchef Henry Walkenhorst wird auf dem bewährten BMW Z 4 GT 3 als einer der Mitfavoriten gehandelt.

Weitere spektakuläre Sportwagen präsentieren der Franzose Philippe Schmitter mit einem Lamborghini Gallardo GT 3 F 12 sowie der Schwizer Rene Ruch mit dem Ferrari 458 GT. Aber nicht nur die Tourenwagen jüngeren Jahrgangs sind ganz vorne einzustufen, auch die mit modernster Technik und unglaublichen PS-Leistungen versehenen Tourenwagen älteren Baujahrs fahren am Berg ganz vorne. Der Bulgare Nikolay Zlatkov kommt zum Jubiläumsrennen aus Sofia wieder mit dem allseits beliebten und ultraschnellen Audi Quattro S1, ebenso wie der Brite Keith Edwards. Auch das Haus Porsche ist sehr stark vertreten: der mehrfache Französische Meister Nicolas Werver mit einem neu aufgebauten Porsche 997 GT2, der Österreicher Herbert Stolz mit dem Porsche 935 DP II und das Rundstreckenteam Kremer-Porsche mit dem Rennprofi Wolfgang Kaufmann am Steuer eines Porsche 997 K 3, die Fans des deutschen Sportwagenherstellers werden begeistert sein. Zwei Schweizer Piloten stehen ebenfalls auf der Liste der ganz schnellen Tourenwagen: Erstmals kommt Romeo Nüssli mit einem über 700 PS starken Ford Escort Cosworth Turbo und viele Fans freuen sich auf „Raketen“ Bruno Ianniello mit dem Lancia Delta S 4. Der KW Berg Cup wird wieder mit einer großen Anzahl toller Fahrzeuge der unterschiedlichsten Hersteller und Modelle an den Start gehen und auch der in Osnabrück beliebte NSU-Bergpokal ist mit 15 Fahrzeugen so stark wie lange nicht bei einem Rennen besetzt. Bei den historischen Fahrzeugen startet ein Mann mit einer besonderen Geschichte: Reinhold Köster, Herford, geht im Rahmen des „Kampfes der Zwerge“ mit dem Fiat Abart 1000 TCR an den Start. Er ist der einzige Fahrer, der bereits bei der ersten Ausgabe am „Uphöfener Berg“ in 1968 dabei war und zum „50.“ Noch immer voller Ehrgeiz steckt. Für die Fans ein Highlight ist auch der Start von Axel Hagemann mit dem geschichtsträchtigen BMW M 1, der in den siebziger Jahren auf der Rundstrecke und am Berg große Erfolge erzielte.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.