Bergrennen am Gurnigel – 50 Jahre in der Schweizer Meisterschaft

30. August 2019

In einer Woche steht die 50. Auflage des traditionellen Schweizer Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Wie gewohnt haben zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Fahrer aus der Region bereits viele Vorarbeiten an der der gut 3,7 km langen Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad geleistet. Zusätzliche mobile Sicherheitselemente werden in diesen Tagen von den Profis der Firma Sagérime herbeigeführt und an den neuralgischen Stellen platziert, damit Zuschauer und Piloten bei einem Zwischenfall optimal geschützt sind. Die Startliste umfasst in diesem Jahr über 250 Namen, was einmal mehr das Interesse der Aktiven aus der ganzen Schweiz an diesem publikumswirksamen Anlass vor den Toren Berns bestätigt. Jetzt benötigt der Veranstalter nur noch etwas Goodwill von Petrus, damit am 7. und 8. September möglichst viele Zuschauer die Naturtribünen entlang der Piste belegen und die hohen Ausgaben gedeckt werden können. Als Ende der Sechzigerjahre angesichts des neuen Autoverlads am Lötschberg der bisherige Berner-Lauf von Mitholz nach Kandersteg ersetzt werden musste, erinnerten sich die damaligen Organisatoren an die Strecke im Gantrischgebiet, die erst kurz zuvor asphaltiert worden war. Nach zwei Probedurchgängen als Sektionsanlass (1968 und 1969) erfolgte 1970 die Ablösung des «Bühlstutzes» durch das 1. Nationale Bergrennen am Gurnigel. Da seither alljährlich ein Rennen ausgetragen worden ist, darf der VBG nun das 50-jährige Bestehen als Schweizer Meisterschaftslauf feiern. Da sowohl das Publikum wie auch die Fahrer 2018 die Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens eindeutig begrüßt haben, werden auch in diesem Jahr die Darbietungen der Automobilsportler ganz klar im Vordergrund stehen. Wie bereits kommuniziert wurde, feiert das Gurngigelrennen heuer den 50. Geburtstag von dessen Aufnahme in die Schweizer Meisterschaft. Seit 1970 hat hier ohne Unterbruch ein SM-Lauf stattgefunden, und dies wird mit einem kleinen, aber feinen Showblock gewürdigt. Bewusst beschränken sich die Verantwortlichen auf ein Dutzend Teilnehmer bzw. Fahrzeuge, die dieses Rennen in der Vergangenheit geprägt haben. Die prominenteste «Legende» ist Gurnigel-König Fredy Amweg (20 Tagessiege zwischen 1973 und 1998) auf seinem Eigenbau F2 von 1976, aber auch an Marcel Steiners Vater Heinz, der 20 Jahre nach seinem Rücktritt nochmals den Martini-CN-Boliden steuert, oder an Jürg Dürig und seinen spektakulären BMW 635 CSi dürften sich vor allem langjährige Besucher erinnern. Die komplette Liste mit Bildern der Fahrzeuge ist auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet. von Jürg Kaufmann (Text und Fotos)

Eller und Orth können den Sack vorzeitig zu machen

28. August 2019

Das Ende der Berg-Saison 2019 erscheint bereits am Horizont. Mit dem Bergrennen im unterfränkischen Eichenbühl in gut einer Woche und dem Finale Anfang Oktober im bayerischen Schwabenland von Mickhausen, wird es Ernst um die Vergabe der Titel in den drei DMSB-Meisterschaften. In zwei von drei Championaten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, die Meister vorzeitig feiern zu können. Im obersten Bergprädikat, der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft, hat Hansi Eller alle Trümpfe selbst in der Hand. Mit seinem bisherigen Durchmarsch in der 1400er Klasse der Gruppe E1 benötigt der Staufener nur noch eine Top-Platzierung in seiner Klasse und könnte in Eichenbühl den Deutschen Meistertitel zementieren. Theoretisch müsste Eller dann in Mickhausen nicht mehr antreten oder kann sich in den Stauden einen Totalausfall, dank des Streichresultats leisten. Die Vizemeisterschaft vor Augen hat der Rheinhesse Rüdiger Zahn im kleinen Citroen AX GTI aus der Klasse bis 1400 ccm der Gruppe N. Ihn noch auf Rang 3 zu verweisen, dürfte für Formel 3 Pilot Christian Triebstein ein schwieriges Unterfangen werden. Hier hat es Zahn einfacher die Klassensiege zu holen. Mit Mathieu Wolpert, Georg Lang und Frank Debruyne im erstmals von ihm eingesetzten neuen Dallara F316, hat Triebstein alle Hände voll zu tun, um die nötigen Zähler, auch im DMSB Berg-Cup für Sportwagen und Formelfahrzuge einzufahren. Mit zwei Klassensiegen in der Gruppe F bis 2 Liter kann der Homburger Kai Neu mit seinem Ford Focus ST sogar noch DM-Platz Drei auf den letzten Metern entern. Patrick Orth vom MSV Osann-Monzel hat sich im DMSB Berg-Cup für Tourenwagen, der nach den Platzierungen in der Division, sprich Tourenwagen-Gesamtwertung gepunktet wird, ebenfalls einen schönes Punktepolster herausgefahren. Dem jungen 2-Liter BMW-Piloten aus der Südeifel genügt in Eichenbühl ein dritter Platz in der Division, um schon ein Rennen vor Schluss den Titel sicher zu haben. Der aktuell Zweitplatzierte Stefan Faulhaber im Opel Kadett 1600 ccm, müsste dagegen zwei Mal die Division gewinnen und Orth Junior sogar einmal ausfallen. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Faktisch steht Patrick Orth vor seinem ersten großen Titelgewinn. Wie der aktuell Dritte Erwin Buck (VW Scirocco 16V) und Vierte Björn Wiebe (Renault), haben alle Protagonisten bereits Nuller eingefahren, sodass Streichresultate nicht mehr anfallen und mit eingerechnet werden müssen. Im Kampf um den Vize-Titel liegt Faulhaber drei Zähler vor Buck. Spannung bis zum Schluss ist hier angesagt. Wie schon angesprochen liegt Formel 3 Mann Christian Triebstein in der DM und im Berg-Cup für Rennsportwagen aussichtsreich im Rennen. Vor dem Renn-Wochenende beim […]

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

E-Berg Cup Routinier und Bergrennen-Urgestein Peter Schaar

26. August 2019

Seit 1970 ist Peter Schaar Mitglied im MSC Osnabrück, und fast genauso lange fährt er beim Bergrennen mit, ob im Fiat 124 Coupé, im Ferrari F40 Replica oder in den 1980er und 90er Jahren im Behnke-Condor-Sportwagen der Gruppe C (Foto Mitte) im Rahmen der Deutschen Bergmeisterschaft. Seine Bestzeit von 1:01.68 am Uphöfener Berg war lange die Messlatte für seine Vereinskollegen. Stolz ist er außerdem auf seinen dritten Platz beim Flugplatzrennen in Diepholz mit einem BMW 2002. Der gelernte Kfz-Mechaniker hat all seine Autos selbst vorbereitet. Beruflich war er als Kraftfahrer in ganz Deutschland unterwegs. Kam er nachts nach Hause, machte er oft genug noch einen Abstecher in die Garage, um an seinem Rennwagen zu basteln. Inzwischen ist er längst Rentner, und schrauben muss er auch nicht mehr: Seit 2013 der E-Mobil-Berg-Cup ins Leben gerufen wurde, ist er mit einem Opel Ampera (Foto unten) der Stadtwerke Osnabrück dabei. „Das ist ein normales Straßenauto. Da muss ich nur laden, und dann steige ich ein. Wie ein Gentleman Driver.“ Mit dem Opel-Hybriden kam er unerwartet schnell zurecht: „Ich dachte zuerst, beim Fahren fehlt einem die Rückmeldung des Motors. Es ist aber sogar einfacher. Man muss nur Gas geben und bremsen, man braucht nicht zu überlegen, ob sich das Hochschalten vor einer Kurve noch lohnt.“ Der Motorensound fehlt ihm nicht? Augenzwinkernd sagt er: „Nein, dafür hört man ja jetzt in der Kurve die Reifen quietschen!“ Die Elektro- und Hybridautos messen sich nicht im Geschwindigkeitsrennen, sondern in einer Gleichmäßigkeitsprüfung. Dabei muss jeder Fahrer in allen Läufen möglichst die gleiche Zeit erreichen. Am besten schneidet ab, wer in der Summe die geringsten Abweichungen von der Sollzeit aufweist. Auch diese Art des sportlichen Wettkampfs weckte bald Peter Schaars Ehrgeiz: „Komischerweise klappt das ganz gut. Wenn man die Strecke kennt und sich darauf eingeschossen hat, kann man auf die Zehntelsekunde genau fahren, das hat man ziemlich gut im Gefühl. Auf den letzten Metern kann man notfalls noch ein bisschen ausgleichen.“ Inzwischen hat er auch im Hybridauto etliche Erfolge erzielt. 2016 etwa holte er am Uphöfener Berg, damals noch ohne Sollzeit, den Gesamtsieg unter den Elektro- und Hybridfahrzeugen. „In den drei Läufen hatte ich eine Abweichung von insgesamt gerade mal 3 Zehntelsekunden.“ Er gewann außerdem die erste Auflage des Deutschen E-Berg-Cups, gewissermaßen die deutsche Meisterschaft für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Danach sicherte sich zweimal sein Osnabrücker Konkurrent Michael Starke, mit dem ihn eine freundschaftliche Rivalität verbindet, den Cup. In diesem […]

Steiner hofft auf das «Stängeli» von Oberhallau

23. August 2019

Es geht Schlag auf Schlag: Am Wochenende steht mit dem Bergrennen in Oberhallau (SH) bereits der sechste Lauf in der Schweizer Berg-Meisterschaft auf dem Programm. Für die Schweizer Bergrennfahrer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende geht es in Oberhallau mit dem sechsten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft weiter. 250 Fahrer haben sich eingeschrieben, darunter auch 41 Teilnehmer des deutschen KW Berg-Cups, die in der Internationalen Serie eingeschrieben sind und somit beim beliebten Gipfelsprint-Event im Schweizer Kanton Schaffhausen eine echt starke Gruppe bilden. Das Aufgebot reicht vom 1,15-Liter VW Polo 16V, den Hugo Moser fahren wird, bis hin zu Holger Hovemanns 5727-Kubik-Dampfhammer namens Opel Kadett C GT/R V8. Spannung und volle Felder sind garantiert. Und wie zuletzt in Les Rangiers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wieder einige Rekorde purzeln. Der absolute Streckenrekord hat schon seit 2012 Bestand. Marcel Steiner absolvierte die exakt drei Kilometer lange Strecke damals in 1:08,49 min. «Das ist meine letzte Bastion», sagt Steiner etwas reumütig. «Und ich gehe davon aus, dass auch dieser Rekord am Sonntag ausradiert wird.» Die Hoffnung, dass dem LobArt-Piloten eine neue Bestmarke gelingt, ist allgegenwärtig. «Natürlich strebe ich meinen zehnten Gesamtsieg an, schliesslich will ich das „Stängeli“. Aber ich vermute, dass da mindestens einer etwas dagegen hat.» Dieser eine ist Eric Berguerand. Der Walliser kehrt am Wochenende zurück, nachdem er in Les Rangiers traditionsgemäß auf den Start verzichtet hatte. Seine Bilanz in der bisherigen Saison ist beeindruckend. Die ersten vier Bergrennen hat der Meisterschaftsleader allesamt gewonnen. Bis auf Anzère, wo es geregnet hat, hat er dabei immer eine neue Rekordzeit aufgestellt. Doch damit nicht genug: Berguerand war bisher in neun von zehn Läufen der schnellste Fahrer. Nur in Anzère konnte ihm Steiner im ersten Lauf das Wasser reichen. Die Frage nach dem Favoriten ist damit geklärt. Trotzdem gibt sich Steiner kämpferisch: «Oberhallau war immer ein gutes Pflaster. Ich hoffe, das bleibt so.» Im Vorjahr gewann der Berner die Zeitenjagd durch die Klettgauer Weinberge. Zweiter wurde damals Joël Volluz. Berguerand lud seinen Lola FA99 2018 nach Motorproblemen frühzeitig auf. Apropos Volluz: Der junge Walliser wird in Oberhallau aufgrund der Getriebeprobleme, die er in Les Rangiers hatte, fehlen. Bei den Tourenwagen dürfen sich die Fans auf ein neuerliches Duell zwischen Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann freuen. Zwischen den beiden Mitsubishi-Fahrern steht es in Sachen Siege 3:2 für Schnellmann, wobei Bratschi schon zwei technisch bedingte Ausfälle zu beklagen hatte. «Das ist auch der Grund, weshalb […]

Vidar Jødahl: Showtime im Rennmodus

20. August 2019

Mit qualmenden Reifen durch die Kurven driftend machte der leuchtend blaue BMW E30 M3 schon beim Osnabrücker Bergrennen 2018 Furore. Das Publikum staunte: Hier suchte jemand nicht die klinische Ideallinie, um noch die letzte Hundertstelsekunde herauszuholen, sondern wollte ganz offensichtlich vor allem Spaß am Fahren haben und diesen Spaß auch dem Publikum vermitteln. Und es staunte nicht nur das Publikum am Uphöfener Berg. Das Video von Vidar Jødahls außergewöhnlicher Performance wurde im Internet bisher über 2 Millionen Mal aufgerufen – wohl öfter als jedes andere Video vom Osnabrücker Bergrennen bisher. Von einem norwegischen Fahrerkollegen hatte Jødahl von dem norddeutschen Event erfahren. Tom Einar Aaserud nimmt seit Jahren die weite Reise von Nordnorwegen nach Osnabrück auf sich. Er genießt das Flair und den warmherzigen Empfang, und es stört ihn nicht, dass er mit seinem betagten Audi Coupé S2, Baujahr 1992 nicht an der Spitze mitfahren kann. So hat er bereits mehrere andere norwegische Fahrer neugierig gemacht und nach Osnabrück gelockt, darunter beispielsweise Stian Hermansen, der mit seinem wunderschönen und sehr schnellen Mitsubishi Lancer Evo VII ebenfalls schon wiederholt dabei war. Jetzt hat sich auch Vidar Jødahl, in der Nähe von Oslo zu Hause, von der Begeisterung seiner Landsleute anstecken lassen. Vidar Jødahl wurde 1971 geboren und startete seine Motorsportkarriere in den 1990er Jahren mit Drag Racing. 1996 kaufte er seinen ersten BMW E30 und begann mit Rundstreckenrennen in der skandinavischen Gatebil-Serie. 2019 möchte er das Meilenrennen in Schweden gewinnen, und sein großes Zukunftsziel ist das legendäre Pikes-Peak-Bergrennen in Colorado (USA). Nach den Highlights seiner bisherigen Motorsportkarriere befragt, nennt er den Geschwindigkeits-Weltrekord auf Eis, den er und sein Team im Winter 2019 in Schweden aufstellten – und sein erstes Osnabrücker Bergrennen 2018. „Die Veranstalter und das Team, alle waren so hilfsbereit und nett zu uns!“ Gibt es in Norwegen auch Bergrennen? „Ja, aber sie sind anders als die Rennen in Mitteleuropa. Die Autos kommen üblicherweise aus dem Rallycross, und der Streckenbelag ist meistens Schotter. In Nordnorwegen findet ein Rennen auf einer langen Straßenstrecke statt, aber wegen ihrer Schikanen ist sie nicht so schnell wie die in Osnabrück.“ Darum ist Jødahl 2019 zurück an den Uphöfener Berg gekommen und hat gleich noch einige Kollegen von seinem Buldre Racingteam mitgebracht. Er selbst saß wieder am Steuer des BMW E30 M3. „Es macht solchen Spaß, mit diesem Auto zu spielen!“ Und das Publikum jubelte über die Neuauflage der Jødahl-Show. von Ruth Scheithauer / MSC Osnabrück

Rekord-Festival im Jura – Faggioli mit Mega-Bestmarke

19. August 2019

Bei der 76. Ausgabe des Bergrennens St.Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, purzelten die Rekorde gleich reihenweise. Nicht nur dank Gesamtsieger Simone Faggioli aus Italien. Trotz einigen Unterbrechungen war die 76. Ausgabe des Berg-Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers ein voller Erfolg. Vor allem was die Zeiten betrifft. Dass der Streckenrekord wackeln würde, weil die Piste für das diesjährige Rennen auch im oberen Bereich frisch asphaltiert wurde, war anzunehmen. Dass der neue Rekord aber gleich 2,3 Sekunden unter der alten Bestmarke liegt, zeigt die enorme Entwicklung im Bergrennsport. Verantwortlich für die neue Bestzeit ist Simone Faggioli. Der Italiener hat in seinem Norma M20 FC beim zur Europameisterschaft zählenden Lauf im Jura nichts anbrennen lassen und feierte seinen achten Erfolg in Serie, den neunten insgesamt. Faggioli setzte seine Bestmarke am Morgen, als die Temperaturen noch niedriger waren. Sein Widersacher und Landsmann Christian Merli konnte die 1:39,306 min erst am späten Nachmittag kontern, blieb aber mit 1:39,539 min knapp über der Bestzeit und lag am Ende als Zweiter zwei Sekunden hinter Faggioli. Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (187,78 km/h) verdeutlicht, wie rasant die beiden EM-Starter unterwegs waren. Platz 3 und damit der Sieg in der Schweizer Meisterschaft ging an Marcel Steiner. Auch er absolvierte die 5,18 km lange Strecke in einer neuen Schweizer Rekordzeit. «Das Ziel war eine 45er-Zeit», sagt Steiner. «Mit 1:44,561 min bin ich natürlich sehr zufrieden. Überhaupt war es ein sehr gutes Wochenende. Das Auto lag perfekt. Und bis auf ein paar Motorenaussetzer im ersten Lauf gab es keine Probleme.» Steiner hat mit dem Sieg in Les Rangiers bis auf einen Zähler auf Leader Eric Berguerand, der seit seinem schweren Unfall 2007 nicht mehr im Jura fährt, aufgeschlossen. Trotzdem liegen die Vorteile weiter beim Walliser. Der hat – im Gegensatz zu Steiner – durch den Startverzicht in Les Rangiers sein Streichergebnis bereits eingezogen. Außerdem hat Steiner in Les Rangiers trotz eines neuen Schweizer Rekordes keine Zusatzpunkte bekommen. «Die gibt es nur, wenn du den absoluten Streckenrekord fährst», weiß der Berner LobArt-Pilot. Bester Schweizer Formelfahrer war wie in Anzère Robin Faustini. Der junge Aargauer sicherte sich den siebten Gesamtrang und 20 wertvolle Punkte in der CH-Meisterschaft auf dem von Vater Simon Hugentobler geliehenen Reynard 97D (Foto oben). Hugentobler selbst wurde in einem Osella PA30 Cosworth (ex-Cyrille Frantz) mit etwas mehr als 4,5 Sekunden Rückstand auf seinen Sohn Zehnter im Scratch und Dritter in der Abrechnung der besten Schweizer – 1,4 […]

Der Berg ruft wieder! Das Bergrennen Mickhausen ist zurück

16. August 2019

Das Bergrennen Mickhausen ist zurück! Nach einjähriger Pause röhren heuer am ersten Oktober-Wochenende wieder die Motoren am legendären Mickhauser Berg. Veranstalter der Motorsport-Großveranstaltung ist erneut der Automobil Sport Club (ASC) Bobingen, der die Unterbrechung dazu genutzt hat, sein Orga-Team neu aufzustellen. Nach dem Rückzug von Organisationschef Günter Hetzer und seinem Stellvertreter Robert Andratzek hat diese Aufgabe ein „Dreigestirn“ übernommen. Neuer Orga-Leiter ist mit Hinrich Groeneveld ein ausgewiesener Rennsportfachmann mit langjähriger Erfahrung in der Organisation hochkarätiger Motorsportevents. Ihm zur Seite stehen ASC-Vorsitzender Michael Kanth und der aktive Rennfahrer und Berg-Cup-Sportleiter Wolfgang Glas aus dem nahen Scherstetten. Es ist das einzigartige Flair mit hautnahen Begegnungen im Fahrerlager, dem Klang der Motoren und dem Geruch von Benzin und Reifengummi, das die kleine Staudengemeinde Mickhausen alljährlich im Herbst zum Mekka für die Freunde des Motorsports macht. Am ersten Oktober-Wochenende ist es wieder soweit: beim Internationalen 38. ADAC-Bergrennen Mickhausen am 5. und 6. Oktober kämpfen die rund 180 erwarteten Fahrer in ihren PS-strotzenden Boliden im 2,2 Kilometer langen Kurvenlabyrinth von Münster hinauf nach Birkach wieder um Hundertstelsekunden. Die vom ASC Bobingen auf höchstem (Sicherheits-)Niveau organisierte Motorsportveranstaltung zählt seit Jahren zu den renommiertesten Bergrennen in ganz Europa. Bei der Neuauflage des 1964 erstmals durchgeführten Bergrennens wird nach den Regularien des Deutschen Motosportbundes (DMSB) der letzte Lauf der diesjährigen Deutschen und der Luxemburger Bergmeisterschaft ausgetragen. Neu im Rennprogramm ist heuer erstmals ein eigener E-Mobil-Cup für Elektro-Serienfahrzeuge, 15 Startplätze sind dafür reserviert. Wenn das Wetter mitspielt, dann werden am Rennwochenende bis zu 20.000 Zuschauer an der malerischen Rennstrecke im Herzen der Stauden erwartet. Sie bilden eine grandiose Kulisse für das mittlerweile größte Sportevent im Augsburger Land. Der neue Orga-Leiter Hinrich Groeneveld und das Heer der unermüdlichen ehrenamtlichen Helfer jedenfalls haben auch im Vorfeld der 38. Auflage des Bergrennens Mickhausen keine Mühen gescheut, den Zuschauern wieder packenden Motorsport „zum Anfassen“ zu bieten. Bei den Fahrern und ihren Teams, die aus ganz Deutschland und den angrenzenden europäischen Nachbarländern in den Stauden erwartet werden, genießt das Bergrennen Mickhausen einen hohen Stellenwert. Sprichwörtlich und in Fahrerkreisen weit gerühmt ist die Gastfreundschaft, die der großen internationalen Rennfahrerfamilie vor allem in Münster alljährlich entgegen schlägt. Der ganze Ort wird ein Wochenende lang zum Fahrerlager umfunktioniert, das auch den Zuschauern offen steht – „Hautkontakt“ mit Fahrern, Mechanikern und Rennfahrzeugen inklusive. Ihre Garagen, Hofeinfahrten und Scheunen überlassen die Münsterer bereitwillig dem Tross der Rennfahrer. Doch zurück an die Rennstrecke: Die Zuschauer können entlang der gesamten Strecke […]

EM-Schlussphase beginnt in St. Ursanne – Steiner gegen Europas Berg-Elite

14. August 2019

Am Wochenende steigt die 76. Ausgabe des Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers. Mehr als 190 Fahrer sind gemeldet. Darunter auch die Elite des europäischen Bergrennsports. Die Schweizer Berg-Meisterschaft geht in die zweite Saisonhälfte. Am Wochenende steigt im Jura das Saisonhighlight mit dem Klassiker St-Ursanne – Les Rangiers. Zur 76. Ausgabe haben sich mehr als 190 Piloten eingeschrieben. Darunter auch namhafte Fahrer aus Italien, Österreich, Frankreich, Deutschland und Tschechien wie etwa der seit 2012 in Les Rangiers ungeschlagene Simone Faggioli (Foto oben) oder EM-Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Christian Merli (beide aus Italien). Daneben gibt es aber noch ein paar weitere Hochkaräter wie etwa der Österreicher Christoph Lampert, der zum ersten Mal in Les Rangiers am Start steht, der Franzose Cyrille Frantz sowie die beiden Südtiroler Diego de Gasperi und Fausto Bormolini. Aus Schweizer Sicht hat Marcel Steiner die besten Aussichten, gegen Europas Berg-Elite zu bestehen. Steiner hat 2010/2011 den Gesamtsieg in Les Rangiers errungen und komplettierte in den vergangenen zwei Jahren als Dritter jeweils das Podest. «Der Gesamtsieg wäre toll», sagt Steiner, «aber gegen Faggioli und Merli ist das ein schwieriges Unterfangen.» Für Steiner zählt aber nicht nur das Podium im Gesamtklassement, der Berner peilt in Les Rangiers seinen ersten Saisonsieg in der Schweizer Meisterschaft an. Bei den bisherigen vier Rennen stand ihm jeweils Eric Berguerand vor der Sonne. Der verzichtet seit seinem schweren Unfall 2007 traditionell auf den Saisonhöhepunkt im Jura. Steiner, der in der Meisterschaft 26 Punkte hinter Berguerand liegt, könnte somit zum Walliser aufschließen, muss aber im Verlauf der Saison ebenfalls noch ein Streichresultat in Kauf nehmen. Neben Steiner ist auch Joël Volluz ein Kandidat für ein Spitzenergebnis. Der Walliser hat allerdings einen Rückschlag erlitten. Beim Bergrennen in Osnabrück (D) verunfallte er. Volluz weiß deshalb noch nicht, ob er die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen hat. «Ich habe noch nicht alle Teile erhalten», sagt Volluz. «Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht.» Volluz’ einziger Gegner bei den «Single Seatern» bis 3000 cm3 wird Robin Faustini sein. Der junge Aargauer hat in dieser Saison schon mehrfach sein Können unter Beweis gestellt und war zuletzt, ebenfalls in Osnabrück, schnellster Fahrer mit einem klassischen Formelauto. Bei den hubraumschwächeren Monopostos wird der Sieg in der Schweizer Meisterschaft zwischen Henri Schmidt aus Porrentruy, der zuletzt in Anzère triumphierte, Joël Grand aus Chalais und Jean-Marc Salomon aus Courtedoux ausgemacht. Im Kampf um die Tourenwagenkrone wird es zu einer Neuauflage des Mitsubishi-Duells Roger Schnellmann gegen Ronnie […]

Boxengeflüster 07/2019: Wussten Sie schon dass…?

12. August 2019

DASS Osnabrück-Organisationsleiter Bernd Stegmann und Rennleiter Michael Schrey Merli für eine besondere Aktion am Freitagnachmittag vor dem Rennen gewinnen könnte. Einen Kart-Beschleunigungsvergleich zwischen Elektro- und Verbrennermotoren. Auf einem ca. 60 m langen Teilstück der Startgeraden galt es zu zeigen, wie schnell es jeweils wirklich von 0 auf 100 ging. Christian Merli, der sich sofort bereit erklärt hatte, den Spaß mitzumachen, hatte im traditionellen Kart mit Verbrennungsmotor in allen drei Läufen keine Chance. Am Steuer des E-Karts der Stadtwerke Osnabrück, Sponsor des in Osnabrück ebenfalls ausgetragenen E-Mobil-Berg-Cups, saß der Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls. Er wusste:  „Ein klarer Sieg fürs Drehmoment.“ Dabei hätte Christian Merli durchaus Ideen gehabt, wie die Leistung seines Verbrennerkarts noch zu steigern gewesen wäre. Er kennt sich aus, betreibt er doch in den Wintermonaten in der Nähe von Trient eine Eiskart-Bahn. DASS Bergrenn-Superstar Christian Merli in diesem Jahr direkt vom Europameisterschaftslauf in Limanowa/Polen nach Osnabrück reiste und schon am Dienstag ankam. Die ersten beiden Tage baute er seine mobile Werkstatt auf dem Hotelparkplatz in Melle auf, um ein Fahrwerksproblem zu beheben, das sich in Polen manifestiert hatte. DASS Christian die Strecke auf den Uphöfer Berg in den Tagen vor dem Rennen sowohl mit dem Straßenauto (am liebsten frühmorgens bei Tagesanbruch, wenn wenig Verkehr war) als auch auf dem Fahrrad und zu Fuß besichtigte. „Zu Fuß kann man sich die Unebenheiten der Strecke noch besser einprägen. Aber auf der neuen Strecke hier gibt es ja ohnehin keine Unebenheiten.“ Er stellte sofort fest, dass die Strecke einen guten Gripp hatte – viel mehr, als er es von 2017 in Erinnerung hatte – und spätestens da war für ihn wohl klar, dass er sich den Streckenrekord zurückholen wollte, sofern das Wetter mitspielte und die Streckenverhältnisse gut blieben. DASS beim ADAC Glasbachrennen Mitte Juni überraschend Kristina Stenger, die Tochter des verstorbenen „Berglöwen“ Herbert Stenger im Fahrerlager von Steinbach auftauchte. Die Mama von Rallye und Autocross-Pilot René Mandel und früher selbst aktive Bergpilotin in einem Formel König-Rennwagen, möchte zukünftig wieder enger mit der Bergrennszene verbunden sein. Beim deutschen EM-Lauf am Rennsteig absolvierte Kristina einen Einsatz als „Anwärterin Sportkommissar“ und ist nun mitten in der mehrstufigen Ausbildung. Nach dem erfolgreichen Abschluss in der DMSB Academy wird man die mit dem nationalen und internationalen Bergrennsport wohlvertraue Dame, wohl wieder des Öfteren bei Veranstaltungen der Deutschen Bergmeisterschaft antreffen. DASS es im Großherzogtum Luxemburg im kommenden Jahr wieder zwei Bergrennen geben soll. Das in den Jahren 2010 und […]

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