Glasbacher Gruppen und Klassen-Highlights

20. Juni 2019

Bei wechselndem Wetter zeigten die internationalen Rennfahrer des 24. Internationalen Glasbachrennens am Wochenende ihr Können. 139 Fahrer starteten am Samstag zum 24. Internationalen Glasbachrennen 2019 bei sonnigem Wetter in die Trainingsfahrten. Bereits in diesen Läufen schien es spannend zu werden, hatten doch Jörg Weidinger im Tribute-Plasa BMW E36 Judd V8 und Porsche-Profi Timo Bernhard im Porsche GT3-R den Streckenrekord für Tourenwagen inoffiziell gebrochen. Wieder einmal konnte die Rennsportgemeinschaft Altensteiner Oberland e.V. ihre organisatorische Leistungsfähigkeit für diesen internationalen Lauf unter Beweis stellen. Viel Lob gab es von den Fahrern, Zuschauern und auch den FIA-Kommissionsmitgliedern für eine rundum gelungene Veranstaltung. Beginnen wir mit einem Blick in die Gruppe N/CTC bis 1400 ccm. Hier verzeichnete der Klassensieger von Wolsfeld Boris Schmidt bereits im Training einen Schaden an der Zylinderkopfdichtung seines Citroen AX GTi, der vor Ort nicht in den Griff zu bekommen war. Markenkollege Rüdiger Zahn, vergriff sich wohl bei er Reifenwahl, siegte jedoch dennoch vor seinem Neffen Daniel Zahn und Publikumsliebling Holger Stracke im Wartburg 312/1. Die Gruppe F bot zwei gut gefüllte Klassen, die bis 1600 ccm und natürlich die bis zwei Liter. In ersterer machte Markus Fink im Citroen C2 VTS das Rennen vor seinem fränkischen Fahrerkollege Florian Hildner im ex-DTC Procar Ford Fiesta. Eine Etage höher bremsten die wechselhaften Bedingungen den Homburger Kai Neu ein, der Ford Focus-Pilot gewann dennoch, aber nur um 1/10 Sekunde vor Kevin Veit im Wiebe-Megane Leihwagen und 3/10 Sekunden vor Markus Goldbach in einem weiteren Wiebe-Megane. Die schnellste Dame am Berg kam mit Sophia Faulhaber im Honda Civic Type R, ebenfalls aus dieser Klasse. Der Gruppensieg ging an Lars Bröker im Mitsubishi Lancer. Kommen wir in den Bereich des KW Berg-Cup. Die NSU-Meute führte am Ende Jörg Davidovic an, vor Uwe Schindler und Thomas Krystofiak. Mit 16V-Schneider-Power hatte Dominik Schlott im VW  Polo (Foto oben) diesmal leichtes Spiel gegen die 8V´ler Jürgen Hessberger und Tobias Stegmann in der E1-1150 ccm. Eine Stufe höher gibt weiter Hans-Peter Eller im VW Minichberger Scirocco den Ton an. Der aktuell auf Rang zwei der Deutschen Bergmeisterschaft rangierende Allgäuer, dominierte über Franz Weissdorn im VW Polo und dem 8V-Besten Nils Abb. Bis 1600 ccm war der Klassensieg diesmal Nebensache für Stefan Faulhaber im Opel Kadett C 16V. Der Badener hatte doppeltes Wetterglück und landete mit Fortüne sogar auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Ohne Wenn und Aber gelang Thomas Strasser in der E1-Klasse bis 2000 ccm der Sieg, vor […]

Ein neues Kapitel im virtuellen Bergrennsport beginnt

17. Juni 2019

virtual racing e.V. ist aktuell die Größte deutschsprachige Gemeinschaft von Simracingbegeisterten. In vier Simulationen werden in rund 20 Liegen regelmäßig Rennen organisiert, an denen in Summe rund 500 Fahrer teilnehmen. Ab diesem Sommer beginnen die Aktivitäten im virtuellen Bergrennsport, um auch dieser traditionsreichen motorsportlichen Disziplin ein adäquates virtuelles Abbild zu geben. Dazu bieten virtual racing e.V. aktuell Zeitfahrevents an. Das Glasbachrennen machte dabei den Anfang der neuen Zeitfahrmeisterschaft. In der vergangenen Woche vor dem realen Event, konnte jeder versuchen in einem von sechs Bergmonstern eine bestmögliche Zeit zu setzen. Über 50 Fahrer haben sich der Herausgorderung gestellt und an der Spitze entwickelte sich schnell ein Dreikampf, bei dem sich die Fahrer immer wieder gegenseitig unterboten. Am Ende konnte sich in einem deutsch-schweizerischen Duell Florian aus Thüringen mit 0,2 Sekunden durchsetzen und durfte sich über zwei Freikarten und ein Fanpaket vom Glasbachrennen freuen. So konnte er dann zwei Tage Bergrennsport erleben und sah mit dem Tribute-Plasa-BMW E36 Judd das Fahrzeug Live, mit dem er virtuell gefahren ist. Ein großes Danbkeschön richtete virtual racing e.V. anschließend an die RSG Altensteiner Oberland, die Oragnisatoren des Glasbachrennens, für die Bereitstellung des Preises für den Sieger. Das virtuale Event soll jedoch nicht etwas einmaliges gewesen sein, sondern ist der Beginn einer Meisterschaft, die in den folgenden Wochen und Monaten die realen Rennen von Berg DM, KW Berg-Cup und der Berg EM begleiten, sodass es immer in der Woche vor den „echten“ Verantaltungen ein Zeifahren im Internet geben wird. Folgende Termine stehen dieses Jahr an: 07.06.2019          Glasbachrennen 28.06.2019          Trento Bondone 05.07.2019          Homburger Bergrennen 19.07.2019          Hauenstein Bergrennen 26.07.2019          Osnabrücker Bergrennen 02.08.2019          Le Mont Dore 09.08.2019          St. Ursanne 16.08.2019          Bergrennen Oberhallau 30.08.2019          Bergrennen Eichenbühl 05.09.2019          Buzetski dani 27.09.2019          Bergrennen Mickhausen 11.10.2019           Arona-La Escalona Bei den Events stehen virtual racing e.V. im Kontakt mit den realen Veranstaltern, um diesen die Möglichkeit zu bieten ihre aktuellen Sponsoren und Partner auch auf der virtuellen Strecke zu platzieren, sodass für sie eine weitere Präsentationsmöglichkeit entsteht und es noch realer abgebildet werden kann. Teilnehmen kann jeder, der einen passenden Computer und die Simulation Assetto Corsa besitzt. Zusätzlich empfiehlt sich ein Lenkrad um präzise genug fahren zu können. Bei Fragen können sich Interessierte im Forum vom virtuel racing e.V. melden. Informationen zur Meisterschaft: https://forum.virtualracing.org/showthread.php/115147-VR-BC-Zeitfahrmeisterschaft-Ank%C3%BCndigung „Uns ist aber bewusst, dass ein Zeitfahren mit unendlich vielen Versuchen nicht so ganz zum Bergrennsport […]

Wetterkrimi am Glasbach – Favorit Lampert siegt dennoch

17. Juni 2019

Manchmal ist das Leben ungerecht. Das 24. Internationale Glasbachrennen, einziger Lauf der Berg-Europameisterschaft auf deutschen Boden, litt diesmal pünktlich zu den beiden Rennläufen unter den Wetterkapriolen, wie schon lange kein Bergrennen hierzulande mehr. Kurze Schauer zogen mehrfach über das Renngelände am Fuße des Rennsteigs. Die Reifenwahl wurde zum Lotteriespiel, zumal die Verhältnisse auf der 5,5 km langen Glasbachstraße aus dem Fahrerlager heraus, schlecht einzuschätzen waren. Die WhatsApp-Drähte glühten, und man war über jeden noch so kleinen Hinweis von der Strecke dankbar. Nach einem vierten Trainingslauf am Sonntagmorgen, der sich durch einen Zwischenfall im Rahmenprogramm verzögerte, stieg man kurz nach der Mittagsstunde in die für die EM-Wertung geforderten zwei Rennenläufe, zur Erzielung der Mindestdistanz von 10 Renn-Kilometern, ein. Die meist gestellte Frage am Wochenende betraf das Fernbleiben der italienischen Superstars der Bergszene, Simone Faggiloli und Christian Merli. Dies ist dem Wertungsmodus der Berg EM geschuldet, der pro Saisonhälfte (2x sechs Rennen) ein Streichresultat vorsieht. Da beide EM-Favoriten, in ihre Gruppen (E2-SC und  E2-SS) in den ersten fünf Veranstaltungen jeweils bereits die Maximalpunktzahl erreicht hatten, zogen es beide Piloten vor sich an diesem Wochenende in der Italienischen Meisterschaft zu duellieren. Der Spannung tat dies aber eher gut, denn so war der Kreis der Favoriten auf den Gesamtsieg auf einmal erheblich größer als sonst. Doch der Regengott sollte das Drehbuch noch einige Male umschreiben. Gleich zwei Mal Wetter-Glück hatten nur wenige. Diese Piloten kamen aus Teilen der Tourenwagenklassen E1-1400 und 1600 ccm. Dies machte erst eine etwas längere Unterbrechung durch den Motorschaden am Opel Kadett C 16V von Edi Bodenmüller im ersten Lauf und ein Wolkenbruch in Lauf zwei möglich. Die Top-Rennsportpiloten fanden eine langsam abtrocknende Piste vor, sodass sich nach dem ersten Durchgang der amtierende KW Berg-Cup Gesamtsieger Thomas „Tom“ Strasser (VW Scirocco 16V) von seinem österreichischen Landsmann Christoph Lampert  im Osella FA 30 Zytek (Foto oben) und der Luxemburger Guy Demuth (Norma M20F Judd), eingerahmt sah. Diego Degasperi in einem Osella des Faggioli-Teams folgte auf Rang vier, vor den glücklichen Berg-Cup´lern Stefan Faulhaber, Hansi Eller und Roland Christall. Der zweite Lauf brachte dann einen mächtigen Regenguss, sodass sich wenigsten die Frage der Reifenwahl nicht mehr stellte. Um Regenreifen kam nun niemand mehr herum. Bis zur E1-Klasse bis 1600 ccm hatte es aber gehalten, sodass vor dem Start der großen Tourenwagen, GT3 und den Rennsportfahrzeuge der Name Stefan Faulhaber im Opel Kadett C mit Minichberger-Triebwerk (Foto Mitte) ganz oben auf den Zwischenresultaten […]

Porträt Joël Volluz: «Jeder Fehler kann ins Auge gehen»

17. Juni 2019

Auch wenn die Schweizer Berg-Saison 2019 ohne Joël Volluz begann, ist der junge Walliser ein ernstzunehmender Titelkandidat. Schon drei Mal war er Schweizer Vizemeister. Joël Volluz ist das Nesthäkchen unter den drei Titelaspiranten 2019 in der Schweizer Bergmeisterschaft. Mit seinen 27 Jahren drückt er den Schnitt am Berg nach unten. Zum Vergleich: Marcel Steiner wird demnächst 44, Eric Berguerand ist eben erst 40 geworden. Doch das Alter scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen. Was Steiner und Berguerand mit ihrer Erfahrung herausholen, versucht «Jojo» mit seinem Speed wettzumachen. Dass er in dieser Saison auf die ersten beiden Rennen in Hemberg und Reitnau verzichtet, ist aus Sicht der Fans bedauerlich. Umso mehr dürfen sich diese freuen, wenn Volluz ab dem dritten Lauf in Massongex (oder spätestens in Anzère am 26./27. Juli) eingreift. «Ich weiß, dass ich mir dadurch einen Nachteil einhandeln kann», sagt Volluz, «aber ich bin überzeugt, dass man mit Top-Ergebnissen immer noch eine Chance auf den Titel hat.» Volluz stammt aus einer rennverrückten Familie. Patenonkel Jean-Daniel Murisier, ein früherer Bergcupsieger, hat u.a. neun Mal das Bergrennen von Ayent-Anzère gewonnen. Vater Georges war sein Mechaniker. Daher ist es nicht erstaunlich, dass Joël schon im Alter von vier Jahren im Kart saß. Allerdings, so der Mann aus Châble habe er nie wirklich eine ganze Saison absolviert. «Das Vergnügen stand im Vordergrund», so Volluz. Immerhin: 2004 war er Champion de la Romandie. Danach schnupperte Joël für kurze Zeit sogar internationale Rennluft. Den Grundstein dazu legte er 2008 mit dem Gewinn der Formel Lista Junior. Dank diesem Titel kam er zu zwei Einsätzen in der damaligen Formel BMW Europa – als Ersatz bei DAMS in Hockenheim und Monza. «Das war eine tolle Erfahrung. Aber mir war rasch klar, dass wir auf dieser Schiene nicht weiterkommen. Es war sehr schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, Sponsoren zu finden.» Volluz fuhr auf nationaler Ebene noch diverse Rennen in der LO Formel Renault, wechselte dann aber in die Schweizer Slalommeisterschaft. Dass er parallel stets die Bergmeisterschaft verfolgte, gefiel den Eltern anfangs gar nicht. Doch Joël vermochte sie zu überzeugen und so startete er 2010 erstmals am Berg – zuerst mit einem Tatuus 2.0, ab 2011 mit einem Reynard 95D Formel 3000 und ab 2013 mit einem Osella FA30. «Ich wusste, dass ich mir Zeit geben musste», sagt Volluz. «Denn Bergrennen sind anders als Rundstreckenrennen. Jeder Fehler, jeder Defekt, kann ins Auge gehen.» Volluz weiß, wovon er spricht. […]

Porträt Marcel Steiner: «Titelverteidigung ist das Ziel»

15. Juni 2019

An diesem Wochenende fällt in Hemberg der Startschuss zur diesjährigen Schweizer Bergmeisterschaft. Oder wie Titelverteidiger Marcel Steiner sagt: «Endlich geht es los!» Der bald 44-jährige Marcel Steiner aus Oberdiessbach in der Nähe von Thun gehört inzwischen zu den Urgesteinen im Schweizer Motorsport. Seit 1996 fährt Steiner Autorennen. Seit 2004 ausschließlich am Berg. Den Virus hat er von Vater Heinz geerbt, der ebenfalls Bergrennen fuhr. «Ich bin mit meinem Vater ab 1984 mitgegangen», erinnert sich Steiner jr. «Selber fing ich erst Anfang der Neunzigerjahre an – im Kartsport.» Steiner erinnert sich, dass die Felder damals noch deutlich größer waren als heute. «Man musste sich fürs Finale qualifizieren», lacht Marcel. «Das war bei 70 Teilnehmern nicht immer einfach.» An die große Karriere habe er damals nicht viel Gedanken verschwendet. Spaß habe es gemacht, «das war wichtig. Die Formel 1 war für mich immer sehr weit weg.» Gegen eine Profikarriere hätte Steiner allerdings nichts einzuwenden gehabt. Aber die Mittel waren beschränkt. An eine Ausscheidung in Nogaro erinnert er sich, als wäre es gestern geschehen. «Ich musste in einem Formel Renault gegen Neel Jani antreten und ich bin heute noch überzeugt, dass ich nur als Referenz herhalten mußte.» Statt Tourenwagen-WM oder -EM, wo Steiner gerne mal gefahren wäre, landete er über die Sports Car Challenge in Vaters Fußstapfen. Die Umstellung von der Rundstrecke an den Berg brauchte Zeit. Ein Jahr, meint Steiner aus heutiger Sicht. Der Weg nach Deutschland und die dortigen Erfolge  (u.a. Deutscher Meister 2008) ebneten ihm den Weg nach oben. «Vier Jahre Deutsche Meisterschaft war eine gute Schule», sagt Steiner. «Da habe ich viel gelernt; nicht nur was das Fahren betrifft.» Zahlreiche Pokale in Steiners Honda-Garage in Oberdiessbach erinnern an diese Zeit. Besonders gute Erinnerungen hat der Berner an Mickhausen 2012. Damals schlug Steiner den zuvor jahrelang ungeschlagenen Simone Faggioli zum ersten Mal. «Und das gleich in beiden Läufen. Das war eine große Genugtuung.» Auch Glasbach 2013 ist eines der Rennen, das Steiner nie vergisst. «Die Konkurrenz war groß – mit Faggioli, Ducommun und Volluz. Ein neuer Streckenrekord lag in der Luft. Und ich unterbot ihn um drei Sekunden.» Zu diesem Zeitpunkt hatte Steiner schon drei Schweizer Meistertitel im Sack – 2010, 2011 und 2012. Den lupenreinen Hattrick kann Steiner in dieser Saison wiederholen. 2017 und 2018 sicherte sich Marcel die Titel Nummer 4 und 5. «Die Titelverteidigung ist das Ziel», sagt er. «Wo wir genau stehen, ist aber schwierig abzuschätzen. Wenn […]

Vorschau Hemberg (CH): Steiner oder Berguerand – wer macht das Rennen?

14. Juni 2019

Das Warten hat ein Ende. Am Wochenende startet die Schweizer Berg-Meisterschaft in die neue Saison. 167 Fahrer haben sich für den Auftakt in Hemberg eingeschrieben. 4:3 steht es in Hemberg zwischen Eric Berguerand und Marcel Steiner. Von den sieben in der Neuzeit ausgetragenen Bergrennen im St. Gallischen hat der Walliser vier gewonnen. Und auch bei der achten Ausgabe wird der Tagessieg mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zwischen den beiden schnellsten Schweizer Bergrennfahrern der vergangenen neun Jahre ausgefochten. «Ich freue mich sehr auf den Auftakt», sagt Vorjahressieger Steiner, der sich mit einem Triumph im luxemburgischen Eschdorf auf die bevorstehende Saison vorbereitet hat. «Wo wir stehen, werden wir erst nach den ersten Trainingsläufen wissen. Wir sind in den vergangenen Jahren mit mehr Fahrpraxis gestartet, aber ich glaube, wir sind dennoch gut aufgestellt und haben unseren LobArt nochmals verbessert.» Die spannendste Frage wird sein: Wie gut ist das Auto von Berguerand? Der Walliser hat seinen Lola FA99 mit weiteren Formel-1-Teilen von Force India aufgerüstet. Doch für einen Testeinsatz vor dem Auftakt hat es nicht gereicht. «In Hemberg wissen wir mehr», sagt Berguerand geheimnisvoll. «Ich hoffe, dass wir die technischen Probleme vom Vorjahr im Griff haben. Das Ziel ist ganz klar der Titel.» Die beiden Titelaspiranten werden in Hemberg (und auch eine Woche später in Reitnau) noch unter sich sein. Der dritte Titelkandidat, Joël Volluz, wird erst später in den Titelkampf eingreifen. Hinter den beiden Favoriten gibt es ein paar heisse Kandidaten, die am Hemberg für Topzeiten in Frage kommen. Einer davon ist Robin Faustini in seinem Reynard K01. Aber auch Christian Balmer (Tatuus FM), Marcel Maurer (Formel Renault 2.0), Thomas Zürcher (Tatuus F4) und Thomas Amweg (Lola B99) sind Fahrer, die für einen Exploit sorgen können. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Michel Zemp sein, der mit seinem Norma M20 in derselben Klasse antritt wie Steiner. Bei den Tourenwagen führt der Weg zur Schweizer Meisterschaft voraussichtlich über Ronnie Bratschi und sein Mitsubishi Evo VIII. Der Urner, bereits drei Mal FIA-E1-Cupsieger, hat am Wochenende im deutschen Wolsfeld überlegen gewonnen und ist daher bestens vorbereitet. Bratschi hält im Übrigen mit 57,83 sec den Tourenwagenrekord in Hemberg. «Man hat im Vorjahr gesehen, was möglich ist. Deshalb gehe ich guter Dinge in die neue Saison. Aber man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Die Technik kann einem immer einen Streich spielen. Vor allem bei diesen Autos. Die sind sehr ausgereizt». Seine ärgsten Gegner im […]

Porträt Eric Berguerand: «Die zwei Minuten schaffe ich auch so»

13. Juni 2019

Fünf Mal hat Eric Berguerand die Schweizer Bergmeisterschaft bereits gewonnen. Der sechste Titel ist enorm abhängig davon, ob die Technik an seinem Lola FA99 funktioniert. Wenn am 15./16. Juni in Hemberg die Schweizer Bergmeisterschaft eröffnet wird, steht der Name «Berguerand» nicht nur einmal in der Startliste. Neben Eric, fünfmaliger Schweizer Meister, wird auch Louis Berguerand, stolze 81 Jahre alt, die 1758 Meter kurze Strecke im St.Gallischen unter die Räder nehmen. Gemeinsam betreiben Vater und Sohn eine Autowerkstatt am Rande von Martigny. «Bis vor zehn Jahren hatten wir noch eine offizielle Hyundai-Vertretung», erzählt Eric. «Aber diese warf keinen Profit mehr ab. Deshalb sind wir heute eine Garage für jedermann.» Berguerand schraubt an allem, was zwei, vier oder mehr Räder hat. Am liebsten ist ihm aber sein Lola FA99. Mit dem jagt er seit 2012 die Berge hoch. Und das ziemlich erfolgreich. Von 2013 bis 2016 konnte ihm in der Schweiz keiner das Wasser reichen. In den beiden vergangenen Jahren war Berguerand jeweils Vizemeister. Obwohl er im Vorjahr aus Gründen der Zuverlässigkeit nur bei vier Rennen antreten konnte, schaffte er noch die Hundert-Punkte-Marke. Drei von vier Rennen gewann er. Darunter sein Heimrennen Ayent-Anzère sowie die letzten beiden Veranstaltungen am Gurnigel und in Les Paccots. Berguerands Karriere ist zweigeteilt – vor und nach seinem Unfall. Wie Marcel Steiner und Joël Volluz ist auch Berguerand die ultraschnelle Strecke von St.Ursanne nach Les Rangiers zum Verhängnis geworden. Allerdings benötigte Eric deutlich mehr Schutzengel als seine Kontrahenten. «Ich war ein Jahr im Krankenhaus», erzählt Berguerand. «Alles war kaputt, beide Beine, das Becken – alles. Zum Glück hatte ich keine schwerwiegenden inneren Verletzungen.» Was war passiert? Berguerands alter Lola war im Training bei mehr als 250 km/h aufgesetzt. «Ich war nur noch Passagier. Zum Glück erinnere ich mich an nichts mehr. Der Körper klammert das aus. Das hilft bei der Genesung.» An seiner Einstellung zum Rennsport hat der Unfall nicht viel geändert. Er fahre vorsichtiger, grinst Berguerand. Wer ihn schon einmal mit seinem pechschwarzen Formel 3000 den Berg hochfahren sah, hat Mühe das zu glauben. Dass Bergrennen gefährlich seien, meint er, sei relativ. «Wenn ich sehe, wie viele Leute auf dem Motorrad, mit dem Mountainbike oder dem Gleitschirm verunfallen, dann ist die Quote in unserem Sport sehr niedrig.» Vielmehr als der Unfall seien das Alter und die Erfahrung ein Schutz. Außerdem wirken seine Kinder, so Berguerand, als natürliche Handbremse. Vieles hat auch mit dem Sportgerät zu tun. Und […]

Eine Wolsfelder Klassen und Gruppen-Bilanz

12. Juni 2019

Kommen wir zu den Highlights in den einzelnen Klassen und Gruppen beim 57. Wolsfelder ADAC Bergrennen, dass aktuell das älteste noch gefahrene Bergrennen Deutschlands ist. Die zusammengelegte Gruppe G gewann Harald Ludwig im Audi R8 doch weniger deutlich aus erwartet vor Frank Bamberg im BMW 130i. Im „Citroen AX GTI-Pokal“ der Gruppe N bis 1400 ccm setzte sich Boris Schmidt überraschend deutlich gegen Rüdiger Zahn durch. Die blau-weiß-rote Truppe plant an allen Läufen der Deutschen Bergmeisterschaft an den Start zu gehen. Ein Dauersieger in dieser Klasse hat also in der Bergmeisterschaft gute Aussichten auf eine vordere Platzierung am Jahresende. In der Gruppe F bis 1400 ccm kehre Slalom-Spezialist Jürgen Plumm nach zweijähriger Abstinenz wieder an den Wolsfelder Berg zurück und dominierte wie in früheren Zeiten gleich wieder im quirligen Daihatsu Charade 4×4, fast 9 Sekunden vor Robert Maslonka im Polo. In der F-1600 machten zwei Saarländer den Sieg unter sich aus. Lukas Bodtländer im Citroen C2 (Foto Mitte) setzte sich gegen Giosi Galati durch. Der Deutsch-Italiener war erstmals nach seinem Überschlag in Homburg vor zwei Jahren, im neu aufgebauten Citroen Saxo wieder am Berg unterwegs und freut sich schon auf sein Heimrennen in Homburg. Etwas geboten wurde den vielen Zuschauern in der Bit-Kurve auch von den Akteuren der Klasse bis 2000 ccm. Auf die im letzten Training ausgelobten Zusatzpunkte in der Berg DM musste Kai Neu verzichten. Der Ford Focus ST rollte nach der Bit-Kurve aus und ließ sich nicht mehr starten. Nach einer mühevollen Suche entdeckte man ein beschädigtes Kabel, das schnell repariert war. Am Renn-Pfingstmontag lief dann alles nach Plan und der Mann vom Homburger Automobilclub (HAC) konnte seine Stärken wie gewohnt ausspielen. Markus Goldbach mit dem Wiebe Renault Megane hatte erneut das Nachsehen, doch sein zweiter Platz war am Ende gut gefestigt. Danach folgten mit Abstand zwei weitere HAC´ler mit Martin Kraus (VW Polo G60), der immer besser in Form kommt und Gino Kruhs, dem im zweiten Trainingslauf am rallyeerprobten Citroen DS3 R3T eine Felge brach. Gottlob in der langsamen Bit-Kehre. In der F/A über 2000 ccm verpasste der Luxemburger Marc Zenners den Klassensieg durch einen verunglückten Startvorgang im Subaru Imprezza. Roland Herget (Mitsubishi) sagte Danke, und gewann. Nicolas Uenzen (BMW E36) und Albert Vogt (Subaru) zogen ebenfalls noch an Zenners vorbei. Nicht viel zu sagen gibt es über die NSU-Fraktion aus dem KW Berg-Cup. Mehr als deutlich siegte Steffen Hofmann, fast 10 Sekunden in drei Läufen […]

Bratschi räumt auf der geilen Meile von Wolsfeld ab

11. Juni 2019

Das Wetter hat diesmal gehalten, nicht wie schon so manches Mal beim Wolsfelder ADAC Bergrennen, als Petrus die Sieger in der Regenlotterie auswürfelte. Knapp war´s aber dennoch, denn pünktlich zum Ende der Gesamtsiegerehrung im Startbereich, fing es zu regnen an. Doch dies konnte auf eine makellose Rennveranstaltung, organisiert vom Eifel-Motor-Sport-Club Bitburg, keinen Schatten werfen. Ein Rekordstarterfeld wirbelte durch den slalomähnlichen Parcours hinauf auf den Wolsfelderberg und zeigte einmal mehr, das Alleinstellungsmerkmal dieser Bergrennpiste auf, wo weniger am Ende oft mehr ist. Gemeint sind weniger PS und Verbissenheit dafür aber mehr Drehmoment und Bodenfreiheit. Es musste also an vielen Rädchen gedreht werden um sich selbst und sein Rennfahrzeug optimal auf die besonderen Belastungen diese „Achterbahn“ einzustellen. Dies bewerkstelligte am langen Pfingstwochenende am besten der Schweizer Gaststarter Ronnie Bratschi (Foto oben) mit seinem schon extremen Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO. Bereits in den Trainingsläufen drehte der Urner an der PS-Schraube, aber nicht hoch sondern runter. Mit „nur“ 600 PS konnte sich der zweifache FiA Hillclimb Cup-Gewinner gut einschießen, um am Renntag noch ein paar Schippen drauf zu legen. Doch das Höchstmaß von rund 750 PS ließ er unangetastet, dafür nutzte Bratschi mehr das Drehmoment des EGMO-Triebwerks (ehemals Eggenberger). Somit war er nicht zu schlagen – als Tagessieger wohlgemerkt, vor sämtlichen Sport- und Rennwagen. Für ihn der erste Gesamtsieg unter regulären Bedingungen, nachdem er 2016 in Verzegnis (I) als Führender der Tourenwagenwertung vom Abbruch infolge eines Unwetters profitiert hatte. „Die Strecke in Wolsfeld ist ähnlich wie jene bei uns in Massongex, also sehr wellig und schmal“, sagte Bratschi. „Als ich nach dem ersten Rennlauf nur knapp vorne lag, habe ich die vier Rennen alten Reifen gegen neue ausgetauscht. So klappte es dann auch mit einem neuen Tourenwagenrekord in 1.01,550 Minuten“. Somit bleibt der Rekord in Schweizer Hand, den Bruno Ianniello im Jahr 2011 aufstellte und jetzt um rund 1/10 Sekunde gedrückt wurde. „Raketen Bruno“, der hier mit seinem Lancia Delta S4 in seinen besten Jahren ebenfalls schon den Tagessieg errungen hatte, kam mit 16,7 Sekunden Rückstand zu Gesamtrang 17. In der Addition der drei Zeiten (3’06,058) auf der nur 1,64 Kilometer kurzen Strecke verwies der Schweizer den schnellsten Deutschen Christian Triebstein in einem Dallara F302 Opel F3 (Foto Mitte) um 2,7 und den Franzosen Anthony Loeuilleux in einem Tatuus-Honda FM um 4,1 Sekunden auf die verbleibenden Podiumsränge. Triebstein gewann somit auch die heißumkämpfte Rennwagenklasse bis 2 Liter und widmete seinen Erfolg seiner Großmutter, […]

Vorschau: Stark besetzte Schweizer Bergrennen

11. Juni 2019

So spät wie in keinem anderen Land beginnt die Bergmeisterschaft in der Schweiz. Den Anfang macht Hemberg am 16. Juni, danach folgen Reitnau am 30. Juni, Massongex am 7. Juli, Ayent–Anzère am 28. Juli, St-Ursanne–Les Rangiers am 18. August (auch Lauf zur EBM), Oberhallau am 25. August (wo auch der KW-Berg-Cup fährt), Gurnigel am 8. September und Châtel-St-Denis–Les Paccots am 15. September. Einen Vorteil hat der späte Saisonbeginn im Sommer: Die Spezialisten konnten sich bei Bergrennen im Ausland oder bei der ebenfalls populären und von etlichen Piloten parallel bestrittenen Slalom-Meisterschaft warm fahren. Als Titelverteidiger tritt Marcel Steiner mit seinem LobArt-Mugen LA01 an, einem Exoten unter den Rennsportwagen. Da sie von den Italienern kaum Hilfe bekommen, verbessert Steiner Motorsport den in der Gruppe E2-SC bis 3000 eingeteilten Sportwagen von Saison zu Saison selbst. Auch der bald 44-jährige Inhaber einer Automobil-Werkstätte in Oberdiessbach im Berner Oberland wird immer besser, was seine Streckenrekorde untermauern. Dass Steiner nach der Winterpause sofort in Form kam, bewies der Tagessieg in Eschdorf über Leute wie Sébastien Petit, Guy Demuth und Landsmann Joël Volluz. «Aufgrund von Petits Übung bei den ersten Rennen 2019 und dem letztjährigen Saisonverlauf, als er in Osnabrück und Gubbio klar vor mir lag, war das nicht unbedingt zu erwarten.  Mit einem neuen KW-Fahrwerk macht das Fahren nun noch mehr Spaß. Daher freue ich mich auf die Schweizer Bergrennen.» Als deutsche Bergrennen hat Steiner im August Osnabrück und nach Abschluss der Schweizer Saison Mickhausen in seinem Programm. Steiners härtester Gegner wird Eric Berguerand sein, der ebenfalls schon fünf SM-Titel bei den Rennsportwagen auf seinem Konto hat. Der Walliser hat seinen Eigenbau-Lola auf Basis eines früheren Formel 3000 nun mit weiteren Karosserieteilen von Force India F1 modifiziert. Nachdem er 2018 mit einem F1-Frontspoiler einen Entwicklungssprung gemacht hatte, kommen nun entsprechende Flanken und ein Heckflügel aus der Formel 1 hinzu. Nach Berguerands Rekordfahrten bei den letzten zwei Schweizer Bergrennen 2018 am Gurnigel und in Les Paccots darf man auf seine Zeiten besonders gespannt sein. Im Gegensatz zu Steiner ist Hemberg sein erstes Saisonrennen 2019. Ob dies ein Nachteil ist, wird man sehen. Mit Thomas Amweg (Lola-Cosworth) und Robin Faustini (Reynard-Mugen) sind zwei weitere schnelle Piloten mit V8-Rennwagen aus der Klasse E2-SS bis drei Liter bereits ab dem Saisonauftakt am Start. In den Kampf zwischen Berguerand und Steiner um den Tagessieg werden sie bei normalen Bedingungen aber kaum ein Wort mitreden. Viel eher ist dies Joël Volluz zuzutrauen. […]

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