Marcel Steiner Kolumne: Zwei Mal volle Punkte

31. August 2018

Die Woche zwischen den Bergrennen St-Ursanne und Oberhallau war zu kurz, die Zeit zu knapp und die Probleme am Mugen Motor zu groß, um einen Bericht zu schreiben. Dafür gibt’s jetzt zwei in einem. St-Ursanne – Les Rangiers: Die Strecke im Jura zählt zur Europa Bergmeisterschaft. Durch das stark international besetzte Starterfeld waren die Anspannung und Erwartung groß bei uns. Zudem jährte sich mein Unfall am 18. August 2013 bereits zum 5. Mal. Die Mutpassage von Les Grippons wurde seit letztem Jahr neu asphaltiert und die zwei Bodenwellen in der Kurvenmitte beseitigt. Mein 1. Trainingslauf verlief ganz ansprechend in 1.50.315 und ich reihte mich gleich hinter Christian Merli (Osella FA30, 1.44.953) und Simone Faggioli (Norma/Zytek, 1.46.890) ein. Hinter mir folgten Fausto Bormolini (Reynard-F3000, 1.52.845), Cyrille Frantz (Osella PA30, 1.55.972) und Diego Degasperi (Osella FA30, 1.56.380). Im 2. und 3. Training verbesserten wir von Lauf zu Lauf die Fahrwerksabstimmung und so konnte ich den Rückstand zu den zwei Topshots des europäischen Bergsports bei etwa 1 Sek/km halten. Jedoch rückten Bormolini, Degasperi und Frantz näher an mich heran. Beim Fahrzeugcheck am Samstagabend stellten wir noch einen durchgeschliffenen Unterboden am LobArt fest, was eine mühselige Reparatur nach sich zog. Aber ihr kennt ja inzwischen mein Team von Steiner Motorsport, die machen das locker! Am Renntag wollte ich mich ordentlich steigern. Doch bereits beim Start zum 1. Wertungslauf stotterte der Motor im 1. Gang und entfaltete nicht die volle Leistung, wie bereits im 3. Trainingslauf am Vortag. Bis „Le Malrang“, gelang mir ein guter Rennlauf. Ab Ausgang der „Spiegelkurve“ stotterte der Motor wieder und im restlichen Waldbereich konnte ich nicht mehr die volle Leistung nutzen. Am „Petit Susten“, in den drei Spitzkehren, war die Power des Motors wieder da. Trotz diesem Handicap erreichte ich das Ziel in 1.47.702, erneut hinter Simone Faggioli (1.42.710) und Christian Merli (1.44.101). Mit dieser Zeit war ich nicht gerade glücklich und zugleich sehr verunsichert, weil ich ein Video erhielt, auf dem der Motor stark rauchte. Ich befürchtete einen erneuten Motorschaden. Zurück im Fahrerlager machten wir uns auf die Suche nach der Ursache für die Probleme. Den Ölaustritt, der die Rauchfahne erzeugte, konnten wir lokalisieren, für die Aussetzer gab es jedoch kurzfristig keine Erklärung. Mit einem etwas mulmigen Gefühl startete ich zum 2. Rennlauf. Am Start erlebte ich genau dasselbe Szenario und auch ab „Le Malrang“ wieder Aussetzer und nicht volle Motorleistung. So war in 1.47.423 bloß eine minimale Steigerung möglich. Dies […]

Hofers Rennleiter-Premiere in Eichenbühl

30. August 2018

Das 51. AvD-Bergrennen in Eichenbühl (Ldkr. Miltenberg) hat eine lange Tradition, wird aber am 8./9. September eine Premierenveranstaltung. Denn erstmals nach über einem halben Jahrhundert wird nicht der German American Motorsportclub (GAMSC) Würzburg das Bergrennen, sondern der junge Motorsportclub (MSC) Erftal das zweite Bergrennen auf unterfränkischem Boden ausrichten. Der GAMSC-Präsident und langjährige Rennleiter Peter Thumbeck hatte sich Steffen Hofer als seinen Nachfolger ausgeguckt und jetzt steht der 27-Jährige vor seiner Feuertaufe. „Ich bin schon im GAMC aktiv gewesen, denn ich bin mit dem Bergrennen aufgewachsen“, sagt der aus dem Zielort Umpfenbach stammende Hofer, der jetzt in Miltenberg wohnt. Er gehört zur Garde der jungen Wilden, die mit Enthusiasmus an die Sache herangingen und im Juli 2016 dem MSC Erftal aus der Taufe hoben. Denn die Recken des GAMSC Würzburg waren in die Lebensjahre gekommen und nur noch bedingt in der Lage, die Zukunft der Traditionsverstaltung sicherzustellen. „Die Erftaler werden das schon machen und wenn es nötig wird, sind wir weiter mit Rat und Tat an ihrer Seite“, sagt Peter Thumbeck über seine motorsportlichen Erben. Die MSC-Truppe kann auch auf die Expertise vom Deutschen Tourenwagen-Bergrennrekordmeister Norbert Brenner bauen, der sich sein Ruhestands-Domizil in Eichenbühl gebaut hat. Brenner wird die Rolle des Fahrerverbindungsmanns einnehmen und ist prädestiniert für die Funktion. „Wir wollen noch enger als bislang schon mit den Eichenbühler Vereinen zusammenarbeiten“, betont Steffen Hofer. Denn der MSC Erftal will den ganzen Ort mit seinen Bürgern mitnehmen, damit sich möglichst viele mit dem Bergrennen identifizieren. An der Rennstrecke warten Thumbecks Erben derweil mit einer Innovation auf. Im Bereich des ehemaligen Schuttplatzes baut der MSC Erftal eine neue Tribüne, von der aus die Zuschauer einen guten Blick auf drei Kurven im Sichtdreieck der Schuttplatzkurve. Wer wird Nachfolger von Uwe Lang? – das ist die zentrale Fragestellung für das Rennen, denn der fünfmalige Eichenbühl-Sieger aus Schweinfurt ist heuer nur als Ratgeber seines Sohns Georg Lang (Bild Mitte) in Eichenbühl dabei. Um den Sieg werden unter den 200 Startern vordergründig die Armada der Formel 3-Piloten wie Mathieu Wolpert, Christian Triebstein und Frank Debruyne (Dallara NISSAN WS) gegen die Unterfranken Klaus Hoffmann (Bild unten) vom AMC Kitzingen und Sebastian Schmitt vom MSC Rhön in ihren Ex-DTM-Boliden streiten. Aber möglicherweise sticht das Trumpf-Ass von Alexander Hin, denn der Breisgauer, greift erstmals mit einem Reynard Formel 3000 mit einem Drei-Liter-Motor, den er um die Jahreswende in Frankreich von Daniel Allais erworben hatte. Beim letzten DM-Rennen des Jahres werden […]

Merli und Vojacek stehen vor EM-Titelgewinn

28. August 2018

Im September schlägt die Stunde der Wahrheit in der diesjährigen Berg-Europameisterschaft, zuerst am 01. und 02. in Ilirska Bistrica in Slowenen und zum Abschluss der zwölf Rennen umfassende Runde, beim Finale von Buzet in Kroatien am 15. und 16. 09. 2018. Spätestens nach dem Wochenende von St. Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, sind die beiden einzigen Titelanwärter in den beiden Kategorien übrig und nur noch durch großes Pech und eigene Fehler, wäre es möglich das Christian Merli bei den Rennsportwagen und Lukas Vojacek bei den Produktionswagen und GT noch die EM-Krone verwehrt bliebe. Beide Piloten, der Italiener und der Tschechen, stehen somit vor ihrem jeweils ersten EM-Titelgewinn. In der Kategorie 1 befindet sich Lukas Vojacek im Subaru Impreza auf dem Durchmarsch. In der Gruppe A, die nur selten qualitativ und quantitativ gut bestückt war, hatte Vojacek Junior nie ein ernsthaftes Problem seine Gruppe zu gewinnen und steht mit der aktuellen Maximalpunktzahl 225 an der Tabellenspitze. Mit nur einem weiteren Sieg oder einer vorderen Platzierung, aus den letzten zwei Rennen kann der Vize-Europameister und FiA-Trophäengewinner von 2009, 2011 und 2013 endlich auch einmal ganz oben auf dem EM-Podest stehen. Bis zum neunten EM-Lauf von Limanowa (Polen) lag der junge Franzose Pierre Courroye im Ranking gleichauf mit Vojacek. Seinen McLaren MP4 12C aus der GT-Gruppe stellte der noch amtierende Französische Bergmeister ebenfalls regelmäßig auf Platz 1. Doch dann zogen in der GT-Gruppe schwarze Wolken auf. Nach einem Protest von McLaren Markenkollege Jan Milon gegen das Getriebe in Courroye´s GT3, der von den FiA-Kommissaren abgelehnt wurde, verzichte der Slowake auf einen Start in Polen. Prompt wurde hier die Mindeststarterzahl in der GT-Gruppe unterschritten und Courroye kassierte für seinen Sieg in Limanowa nur halbe Punkte, die er aber hätte wegstreichen können. Seine Titelhoffnungen musste der Franzose dann am vorletzten August-Wochenende in St. Ursanne begraben, dass erneut unverschuldet. Beim Schweizer EBM-Lauf traten zwar drei und damit genügend GT-Piloten zum Training an, doch der Tscheche Martin Jerman geriet im Training in der Vollgaspassage Les Grippon mit seinem Lamborghini Gallardo in die Leitplanken und konnte am Renntag nicht mehr starten. Somit musste Courroye zum zweiten Mal mit halben Punkten vorlieb nehmen, bei nur einem Streichresultat. Die beiden Italiener Luca Zuurbier und Tonino Cossu in ihren Gruppe A Honda Civic Typ R streiten sich derweil um Rang drei. In der Kategorie 2, bei den Rennsport-Fahrzeugen, ist die Ausgangssituation ganz ähnlich wie bei den Tourenwagen und GT. […]

Bergrennen am Gurnigel – back to the roots

23. August 2018

Wie bereits Anfang des Jahres auf Bergrennen in Deutschland zu lesen war, ist der Verein Bergrennen Gurnigel aus der Schweiz, wieder allein verantwortlich für die Austragung der traditionellen Berner Großveranstaltung. Die in den zwei letzten Auflagen einer Vermarktungsorganisation übertragenen Aufgaben erledigt nun wieder das Organisationskomitee selbst. Durch den stärkeren Eventcharakter drohte das eigentliche Renngeschehen, mit den dem Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft,  in den Hintergrund zu rücken, ohne dass, wie erhofft, die finanziellen Risiken der Veranstaltung geringer wurden. Künftig sollen die Automobilsportler wieder ganz klar die Hauptrolle spielen. „Wir sind ist überzeugt, dass diese Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens im Sinn des Publikums und der Aktiven ist“. Das 1910 erstmals ausgetragene Gurnigel-Rennen wird auch in diesem Jahr zu den Highlights im Schweizer Automobilsportkalender zählen. Analog den letzten Jahren konnte eine Terminkollision mit dem Formel-1-GP in Monza vermieden werden, womit sich die Schweizer Motorsportfans nicht mehr zwischen internationalem Glamour und familiärem Ambiente entscheiden müssen. „Bei uns benötigt man keinen teuren Tribünenplatz, um etwas von Geschehen zu erhaschen, sondern die ideale Topografie garantiert einen tollen Überblick auf die interessantesten Partien der 3,5 Kilometer langen Strecke zwischen Dürrbach und dem Gurnigelbad. Zudem kann man sich entlang der Piste frei bewegen, durch das Fahrerlager schlendern oder im Zielbereich mit den Piloten plaudern“, lassen die Organisatoren wissen. Das Teilnehmerfeld steht definitiv fest, hatten doch die Fahrer bis am Montagabend, den 20. August Zeit, ihre Anmeldung einzusenden. Es lockt nicht nur die imposante Publikumskulisse – bei schönen Wetter bis 15.000 Besucher – , sondern auch der fahrerisch anspruchsvolle Parcours. Reservieren Sie also in Ihrer Agenda schon jetzt den 8. und 9. September. Details zu den Teilnehmern und zum Rahmenprogramm folgen später. News werden laufend im Internet unter www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet.

Stoll-Peugeot geht nach Ostwestfalen-Lippe

22. August 2018

Der Peugeot 306 S16, das Top-Gruppe F Auto von Jochen Stoll, wird an den Berg zurückkommen. Der Detmolder Daniel Null hat das Fahrzeug in der vergangenen Woche übernommen und wird es nach einigen Weiterentwicklungen und mit neuem Design ab der Saison 2019 in der Deutschen Bergmeisterschaft und dem KW Berg-Cup einsetzen. Einige Zeit stand das ehemalige „Überfliegerauto“ der Gruppe F zum Verkauf, nach dem sein bisheriger Besitzer Jochen Stoll mit zahlreichen Erfolgen, wie Platz 3 in der Berg DM 2014 und einem Vize-Titel im DMSB Berg-Pokal, eine familiäre Pause einlegte und erst in diesem Jahr wieder mit einem Cup-Porsche sein Comeback gab. Zwischendurch bewegte Jochens Vater Volker Stoll ab und an den Peugeot bei Bergrennen im Ausland. Nun hat der erfolgreiche 306er in Ostwestfalen-Lippe eine neue Heimat gefunden, doch ein bisschen Wehmut kam bei den Stolls dann doch auf, als der Peugeot seinen „Stall“ in der Westpfalz verließ. „Ja, es war ein ganz tolles Treffen am Wochenende und der Kontakt im Vorfeld schon super“, berichtet Daniel Null. Die gesamte Familie Stoll war vor Ort und besonders Volker fiel es sichtlich schwer als wir dann mit dem Peugeot bei Auto Stoll in Gehrweiler vom Hof gefahren sind. Es hat einfach alles gepasst und die beiden werden ihr ehemaliges Auto ja auch weiterhin am Berg sehen. Das macht die Sache umso schöner…“ „Mein BMW E36 wird demnächst zum Verkauf stehen“, verrät der junge Familienvater. „Ich habe den historischen BMW 2002 ja auch noch zuhause stehen, mit dem ich die letzten 10 Jahre die Berg-Meisterschaften im historischen Bereich durchgefahren bin. Daher muss der E36 weg,  sonst wird es zu viel für mich. Ich plane für 2019 so viele Läufe wie möglich zu fahren, meine Familie ist ja auch immer mit dabei. Die Meisterschaft durchfahren werde ich erst in der darauf folgenden Saison 2020“. Jetzt heißt es für Daniel Null erst einmal sich auf das ungewohnte Auto mit Frontantrieb umstellen.

Anmeldung für das FiA Hillclimb Masters angelaufen

17. August 2018

Für die Piloten, die bei den diesjährigen FIA Hillclimb Masters im italienischen Gubbio vom 12. bis 14. Oktober 2018 teilnahmeberechtigt sind, beginnt am Freitag, den 17. August als erste konkrete Phase die Anmeldefrist. Wie bei den Auflagen von 2014 und 2016 ist die Einschreibung für sämtliche selektionierten Fahrer kostenlos. Für die Piloten besteht der erste Schritt zur Teilnahme am Masters-Rennen darin, ihre Anmeldung einzureichen. Die Anmeldefrist beginnt am Freitag, den 17. August und dauert bis am 19. September 2018 um Mitternacht. Weil die «Masters» eine Gelegenheit sind, diejenigen Fahrer zu feiern, welche in dieser Saison die Meisterschaft ihres Landes oder der FIA geprägt haben, ist die Einschreibung für alle kostenlos! Bereits anlässlich der beiden ersten Auflagen dieses Anlasses mussten die Teilnehmer kein Nenngeld bezahlen. Dies als Belohnung der Fahrer für ihre Qualifikation, ist doch die Zulassung zu den «Masters» von ihren Ergebnissen im Verlauf der Saison abhängig: Für eine «Eintrittskarte» muss man nämlich unter den 12 Ersten in der Europameisterschaft oder im Hillclimb Cup der FIA, unter den 5 Ersten einer Kategorie bzw. unter den 3 Ersten einer Gruppe in einer nationalen Meisterschaft oder unter den 3 Ersten einer Zonen-Meisterschaft klassiert sein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt konnte die komplette Liste aller Fahrer, die mit einem Ticket für die «Masters» rechnen können, noch nicht erstellt werden. Die kommenden vier Wochen dürften für alle, die davon träumen, in Gubbio an den Start zu gehen, entscheidend sein, geht es doch als erste Hürde darum, ein dem Reglement der Hillclimb Masters der FIA entsprechendes Resultat für die Qualifikation zu erreichen. In gewisser Weise finden die «Masters» also bereits jetzt statt, manchmal gleichzeitig in mehreren europäischen Gegenden. Um einen flüssigen Ablauf der Veranstaltung sicherzustellen, wurde die maximale Anzahl Teilnehmer auf 160 beschränkt. Am Sonntag, den 14. Oktober sind drei Wertungsläufe vorgesehen, und das Rennen wird durch Livestreaming übertragen. Zwei Monate vor der dritten Austragung der FIA Hillclimb Masters kommt zwar noch keine Spannung auf, aber die Konkurrenten beginnen sich allmählich auf die Veranstaltung vorzubereiten. So wird der Hotelsektor des Austragungsorts Gubbio durch die Reservationsanfragen für die Teams bereits erheblich beansprucht. Es ist heute schon schwierig, im näheren Umkreis des Rennens für das Wochenende vom 12. bis 14. Oktober eine Unterkunft zu finden. Erfahrungsgemäß werden aber auch gebuchte Zimmer zurück gegeben, sodass man kurzfristig wieder Erfolg bei der Quartiersuche haben kann. Wer als DMSB-Lizenznehmer und Bergrennfahrer für Deutschland in Gubbio an den Start gehen möchte, sollte sich […]

Boxengeflüster 07/2018: Wussten Sie schon dass…?

15. August 2018

DASS ex-Formel 1-Pilot Karl Wendlinger vom 28. bis 30. September wieder die „Rote Sau“ beim diesjährigen Edelweiß-Bergpreis, dem Rossfeldrennen bei Berchtesgaden fährt! Wie schon 2013 bringt AMG den Werksnachbau des 300 SEL 6.8 zu diesem hochklassigen Oldtimer-Event, mit dem der Rennstall die ersten Erfolge einfuhr. Hans Heyer und Clemens Schickentanz erreichten bei den 24-Stunden von Spa 1971 den Klassensieg und den 2. Gesamtplatz. Pilotiert wird der Mercedes-Tourenwagen vom ehemaligen Formel 1- und DTM-Fahrer Karl Wendlinger, dessen Vater und Großvater bei den historischen Rennen am Rossfeld schon im Einsatz waren. DASS Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard nicht der einzige Weltklasserennfahrer ist, der gern beim Bergrennen seines eigenen Clubs an den Start geht. Zu wiederholten Mal gab sich Ende August ex-Formel 1-Pilot Alex Caffi, der von 1986 bis 1992 insgesamt 56 Mal für Teams wie Osella, Arrows, BMS Scuderia Italia und Andrea Moda in der Königsklasse fuhr, die Ehre beim Bergrennen Vallecamonica des Automobil Club Brescia. Beim ehemaligen EM-Lauf, der in diesem Jahr zur Italienischen Bergtrophäe im Bereich Nord zählte, fuhr Caffi mit einem Porsche 991 GT Cup aus dem Racing Team Angelo Caffi auf den dritten Gesamtrang. Bei seiner letzten Teilnahme in Malegno im Jahr 2011 gelang ihm im von Simone Faggioli geliehenen Osella FA 30 sogar der Gesamtsieg. DASS der Neurieder Formel-Pilot Frank Debruyne nach über 15 Jahren in der Formel 3-Klasse beim diesjährigen Saisonfinale der Deutschen Bergmeisterschaft vom 7. bis 9. September in Eichenbühl den 3-Liter Dallara-Nissan V6 Word Series-Rennwagen von Sascha Herz pilotieren wird. Das Mitglied des pfälzischen CR-Racingteam benötigt nur noch einen vorderen Platz in der Divisionswertung um sich den Titel im DMSB Berg-Cup für Sportwagen zu sichern. DASS es Bestrebungen gibt das Bergrennen Holtz in Luxemburg wieder aufleben zu lassen. Das Rennen, das zuletzt 2011 von der Ecurie Tetelbierg zwischen den Orten Klein-Elcheroth und Holtz organisiert wurde und nur 18 km südwestlich des aktuell einzigen Luxemburger Bergrennens in Eschdorf liegt, würde eine recht breite und mittelschnelle 2.550 m lange Strecke mit einem Höhenunterschied von 135 Metern bieten. Nach ersten Überlegungen soll die Veranstaltung in einer Deutsch-Luxemburgischen Zusammenarbeit auf die Beine gestellt und möglicherweise auch als Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft gewertet werden. Terminlich soll das Rennen im Spätsommer oder Frühherbst angesiedelt werden.

Schon Zwanzig Nationen für den Hillclimb Masters Nations Cup gemeldet

11. August 2018

Nach einem langen hin und her und einigen Unwägbarkeiten, hatte die FiA-Bergkommission in quasi letzter Minute einen Austragungsort für das 3. FiA Hillclimb Masters, mit der Stadt Gubbio in der italienischen Region Umbrien gefunden. Eine Notlösung ist dies keines Falls, denn die Lokation mit der herrlichen Altstadt und einer anspruchsvollen Strecke, verspricht einiges. Derzeit ist eine Einschreibung für das FIA Hillclimb Masters noch nicht möglich. Jedoch gibt es bereits eine Rekordeinschreibung für das Masterswochenende (12. bis 14. Oktober) hinsichtlich der Ländermannschaften, welche am FIA Nationen Cup teilnehmen werden. Das im Zweijahresrhythmus stattfindende FIA Hillclimb Masters ist nicht bloß ein Einzelwettkampf, bei welchem die Piloten im Jahr 2018 erstmals in vier Kategorien um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen kämpfen. Seit seiner Einführung im Jahr 2014 beinhaltet das Masters auch einen Nationen-Cup. Bergrennen sind zwar eine typische Disziplin für Einzelsportler, ist doch der Pilot mit seinem Boliden allein auf der Strecke und kämpft nur gegen die Stoppuhr. Dank diesem Nationen-Cup kommt jedoch beim Masters auch der Mannschaftssport zum Tragen. Jeder ASN (Landesverband) kann ein Team von vier Fahrern einschreiben, und ausgezeichnet wird die regelmäßigste Equipe, quasi als GLP-Wertung. Damit jedes Land ungeachtet des Materials, dass je nach Herkunft der Teilnehmer extrem unterschiedlich sein kann, die gleichen Chancen aufweist, geht es in der Nationenwertung nicht um die reine Schnelligkeit, sondern belohnt wird die Regelmäßigkeit (möglichst geringe Zeitdifferenz zwischen zwei Rennläufen jedes Piloten). Eine Nation, die ausschließlich Tourenwagen einsetzt, kann also genauso gut gewinnen wie ein Land mit Fahrern und Fahrzeugen, die für den Gesamtsieg in den Einzelwertungen in Frage kommen. 2014 in Eschdorf nahmen 12 Nationalmannschaften teil, 2016 in Ecce Homo waren es 14, und nun haben sich für das am 12.-14. Oktoberstattfindende Rennen in Gubbio nicht weniger als 20 Länderteams angemeldet. Die sind im Einzelnen: Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Irland, Kosovo, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweiz und Großbritannien. Trotz des Fehlens einer Mannschaft aus Österreich, ist dies ein neuer Rekord in der Geschichte des Masters. Rückblickend gewann 2014 Italien, 2016 war es die Slowakei, und in beiden Jahren landete die Schweiz jeweils auf dem zweiten Rang. Von allen Ländern, die an den zwei bisherigen Auflagen präsent waren, fehlt nur Österreich. Und das obwohl man sich zweimal den dritten Rang sichern konnte. Vielleicht ist dies dem Berg-ÖM Finale am gleichen Wochenende in Cividale (I) geschuldet. Trotzdem ist es schade, dass die österreichische nationale Sportbehörde (AMF) 2018 beim 3. FIA Hillclimb […]

20. Jochpass-Memorial – Im Jubiläumsjahr bis zur Baujahresgrenze 1986

11. August 2018

Die Motoren dröhnen wieder: Von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Oktober 2018, findet zum 20. Mal das Jochpass-Oldtimer-Memorial, von Bad Hindelang nach Oberjoch statt. Als letzte große Veranstaltung im Oldtimerjahr ist das „Jochrennen“ im Oberallgäu zu einer festen Größe für Motorsportbegeisterte geworden. Im Jubiläumsjahr dürfen auch jüngere Baujahre als in den Jahren zuvor teilnehmen. Schon seit 1924 war das Bergrennen auf’s Oberjoch, das lange Jahre das einzige Deutsche Bergrennen in der Berg-Europameisterschaft war, ein Erfolg und ist heute, nach dem Wiederaufleben in Form einer Gleichmäßigkeitsprüfung im Jahre 1999, eine feste Größe im Oldtimer-Veranstaltungskalender. Beweist doch der starke Besucherandrang und die immer größer werdende Zahl der Teilnehmer, dass für das Jochpass-Memorial ein erhebliches Interesse besteht. So finden jedes Jahr tausende Besucher ihren Weg zur Strecke im Ostrachtal, um sich die historischen Fahrzeuge aus der Nähe ansehen zu können. Wegen der großen Nachfrage von Teilnehmern mit jüngeren Fahrzeugen reicht die Baujahresgrenze dieses Mal bis zum Jahr 1986. Für diese Fahrzeuge wird es eine eigene Gruppe mit dem Namen „Modern Classic“ geben, sie wird unabhängig von den anderen Gruppen gewertet. Der Jochpass zwischen Bad Hindelang und Oberjoch ist die höchstgelegene deutsche Bundesstraße. Sie ist außerdem die kurvenreichste Pass-Straße Deutschlands. 6,4 km lang, 400 Meter Höhenunterschied und 105 Kurven. Bei der Gleichmäßigkeitsprüfung geben sich die Fahrer vor dem Start eine Zeit vor, in der sie die Bergstrecke bewältigen wollen. Dazu haben sie über mehrere Läufe Gelegenheit. Wer am Ende am nächsten an dieser Zeit ist, gewinnt! Am Samstag und Sonntag startet das Jochpass Memorial ab 8.30 Uhr und wird jeweils bis ca. 18 Uhr dauern. Am Freitag zuvor kommen die Teilnehmer mit ihren Oldtimern in Hindelang an und müssen sich der technischen Abnahme stellen. Dieses Mal stammt das älteste Motorrad aus dem Jahr 1928 eine Imperia H Sport mit 23 PS. Das älteste Auto sogar aus dem Jahr 1908, ein Lion Peugeot Racing Voiturette. Am Festplatz gastieren ehemalige Rennfahrer wie der frühere Schweizer „Berg-König“ Fredy Amweg. Amweg hält seit 1986 den Streckenrekord mit 3.08.26 Minuten mit einem Martini BMW Formel 2. Viele Teilnehmer mit Vorkriegsfahrzeugen sowie Youngtimer sind zudem auf dem Festplatz in Bad Hindelang zu sehen. Dort werden auch Essensstände aufgebaut – Verpflegung gibt es außerdem an der Strecke, an der „Schnitzelalm“ und in Oberjoch am Parkplatz. Am Freitag und Samstag steigen jeweils ab 20.00 Uhr in der „Schnitzelalm“ die diesjährigen Racepartys. Dort wird dieses Jahr wegen Bauarbeiten auch gestartet, nicht wie sonst […]

Marcel Steiner Kolumne: Drei Mugen auf dem Podest von Osnabrück

8. August 2018

In der Woche nach dem Bergrennen von Anzère setzten wir den Mugen Motor wieder zusammen und bauten diesen in den LobArt ein. Am Samstag vom dem Osnabrück-Wochenende konnte ich das Triebwerk zum ersten Mal wieder zünden. Und am Dienstag war der LobArt inklusive Mugen verladebereit. Bereits am Mittwoch machten wir uns mit dem Teambus auf den Weg in den hohen Norden. Wir nutzten den 1. August, um in Anneau du Rhin die neuen Kolben und den Motor einzufahren und deren Funktion zu testen. Abgesehen von einer leeren Batterie im zweiten Stint funktionierte alles wie am Schnürchen. Der Motor verrichtete wieder seine guten Dienste. Somit konnten wir kurz nach sieben Uhr die Weiterreise Richtung Osnabrück antreten. Um drei Uhr morgens erreichten wir das Fahrerlager. Einigermaßen ausgeschlafen bezogen wir am Donnerstag früh unseren perfekten Platz hinter dem Rennbüro, in nächster Nähe zum Start. Sogleich machten wir uns ans Ausladen der Autos und Aufstellen des Zeltes. Am Rennwagen standen noch einige Kontrollarbeiten an, die immer mal wieder durch lockere Gespräche unterbrochen wurden. Abends lud der Veranstalter die Teams zu einem netten Grillabend am Borgloher See. Am Freitag genossen wir einen freien Tag auf Shoppingtour durch Osnabrück… Wie in den letzten Wochen üblich, begrüßte uns der Samstag wolkenlos und warm. Und über Tag sollte es noch richtig heiß werden. Beim 1. Trainingslauf entschied ich mich für alte Reifen, um ein erstes Mal die Strecke zu besichtigen. Direkt vor meinem Start wurde der Trainingsbetrieb unterbrochen und ich musste von der Startlinie zurückgeschoben werden. Guy Demuth (Norma/Zytek) verabschiedete sich nach einem „Touchierer“ am Reifenstapel bereits aus dem Favoritenkreis. LobArt und ich fühlten uns aber bereits sehr wohl auf der Strecke und in 52.815 Sekunden konnte ich gleich eine Bestzeit setzen, die um eine Sekunde schneller war als meine beste Rennzeit aus 2017. Hinter mir reihten sich Christoph Lampert (Osella FA30, 53.848), Sebastien Petit (Norma/Mugen, 54.528), Milos Benes (Osella FA30, 55.033) und Patrik Zajelsnik (Norma/Mugen, 55.048) ein. Mit anderen alten Reifen versuchte ich es im 2. Probelauf. Bereits in der ersten Kurvenkombination merkte ich, dass das Griplevel nicht wie vorher und wie gewünscht war. Im Ziel war ich somit wenig erstaunt über meine Zeit von 54.136 Sekunden. Sebastien (52.164), Patrik (53.267) und Christoph hatten mich überholt. Milos verabschiedete sich durch einen Reifenstapel-Kontakt nach dem Ziel in der Schikane – mit einem ähnlich defekten Auto wie Guy schied er aus dem Rennen. Wir bauten sofort wieder auf die anderen Reifen zurück, um […]

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