Marcel Steiner Kolumne: Schall und Rauch in Massongex

16. Juli 2018

Schon im Vorfeld lief es etwas unüblich um das Bergrennen von Massongex (Schweiz). Lange gab es vom Veranstalter weder Infos noch eine Nennliste. Diese wurde erst nach dem Rennen von Reitnau veröffentlicht. Das Fahrerlager war zudem erst Freitag spät beziehbar und auch die Wagenabnahme musste im Nachbarort absolviert werden. So machte ich mich am Freitag erst nach dem Mittag auf den Weg ins Wallis. Weil ich sechs Jahre nicht mehr auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke von Massongex gefahren war, machte ich als erstes eine Besichtigung. Danach absolvierte ich die Wagenabnahme und später richteten wir den Fahrerlagerplatz ein. Weil nicht viele Autos und Fahrer gemeldet waren und diese bloß in zwei Startgruppen aufgeteilt waren, stand mein 1. Trainingslauf schon recht früh morgens an. Das Einlenken in die erste Kurve gelang sehr gut, beim Herausbeschleunigen war jedoch kein Grip da und der LobArt stand quer. Der Rest war eine „gemütliche Besichtigungsfahrt“, die in 1.53.227 gemessen wurde. Nur Christian Balmer (Formula Master) schaffte die Bergstrecke mit 1.59.696 noch knapp unter zwei Minuten. Eric Berguerand (Lola-F3000) konnte seinen Motor zum Training leider nicht starten. Im 2. Probelauf vor der Mittagspause fühlte ich mich schon viel wohler auf der Strecke und auch der Rennwagen war bereits etwas besser abgestimmt. Dies resultierte in 1.50.977. Erneut gelangen auch Christian Balmer (1.58.829) und dem schnellsten Tourenwagenfahrer, Ronnie Bratschi, (Mitsubishi EVO 8, 1.58.917) eine Zeit unter zwei Minuten. In der Mittagspause schwärmte ich noch bei meinem Team, wie kräftig und zuverlässig der Mugen Motor doch gehe und der LobArt sich recht schnell über die winklige Piste wuchten ließe. Für das 3. Training rückte ich mit einer neuen Fahrwerksabstimmung und anderen Reifen aus. Das Auto fühlte sich nun besser an, wobei die Zeit in 1.51.286 schlechter wurde. Bereits im oberen Streckenteil merkte ich, wie der Mugen im Heck anders klang. Ich konnte es jedoch nicht gleich einordnen, denn die Leistung war noch da. Nach der Zieldurchfahrt roch ich allerdings verbranntes Oel und am Wendepunkt zur Rückführung qualmte es dann schon unter der Motorabdeckung. Mit einem Streckenposten demontierte ich sofort die Heckverschalung, um nach dem Schaden zu sehen. Ausser ein wenig verspritztem Öl war nichts erkennbar. Zwei Fahrer, die auf die Rückführung gewartet hatten, informierten mich gleich über Rauch aus dem linken Auspuff. Zurück im Fahrerlager stellten wir einen Riss am Kolben vom 7. Zylinder fest. Dies bedeutete den ersten technischen Ausfall mit dem LobArt/Mugen überhaupt. So brachen wir verfrüht […]

Gelungener Start in ein neues Zeitalter in Homburg

9. Juli 2018

Einen Weltstar des Motorsports aus nächster Nähe erleben, dass kann man bei einem Bergrennen höchst selten. Der Homburger Automobilclub mit seinem Homburger ADAC Bergrennen und dem prominenten Clubmitglied Timo Bernhard bildet da ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Bergrennsport. Für den aktuellen Weltmeister und zweimalige Gewinner der 24 Stunden von Le Mans ist es eine Freude und Selbstverständlichkeit bei seinem Heimatrennen das Zugpferd zu spielen, wenn es sein gut gefüllter Terminkalender erlaubt. Der Porsche-Werksfahrer und Teambesitzer nahm sich zwischen den Trainings- und Rennläufen ausgiebig Zeit für die Rennbesucher und man sah den Westpfälzer oft beim Autogrammeschreiben. Stets stand Timo bereit für ein gemeinsames Foto und hatte für jeden ein nettes Wort übrig. Die Rennsportfans strömten in diesem Jahr in Massen an die Käshofer Straße, zur ältesten Motorsportveranstaltung des Saarlandes. Dies lag wohl in erster Linie an der Rennteilnahme des WEC-Weltmeisters, aber auch am neuen Marketingkonzept des Homburger AC, welches vom Team 75 Bernhard begleitet wurde. Das hochsommerliche Wetter war eine Komponente für ein klasse Rennwochenende in der Saarpfalz. Motivierend war dies alles auch für das neue Organisationsteam mit seinem neuen Kopf Sascha Ressmann. Schon im Vorfeld hatte man einiges im Organisationsbereich geändert und modernisiert, jedoch moderat. Feuertaufe bestanden! Das war am Sonntagabend die Quintessenz aus einem Rennwochenende das in die Clubgeschichte eingehen wird. Sascha Ressmann kündigte bereits an, „viele Ideen und Gedanken liegen bereits in der Schublade. Unser Team wird sich bis zum Rennen 2019 weitere den Hintern aufreißen, Punkte überarbeiten und eingefahrene Abläufe überdenken und einfach mit der Zeit gehen.“ Zum erwarteten Fünfkampf um den Gesamtsieg, den die Starterliste versprach, kam es nach Absagen und frühen Ausfällen leider nicht. Zudem wurde der bis nach dem zweiten Rennlauf führende junge Schweizer Robin Faustini im Reynard Mugen V8 von den Sportkommissaren vorzeitig aus dem Rennen genommen, da sein Fahrzeug zwar dem Schweizer jedoch nicht dem nationalen DMSB-Reglement entsprach. Dies wurde erst bei einer technischen Nachkontrolle festgestellt. Der Aargauer war zwar lediglich als Gastfahrer angereist um seinen neuen Boliden und Rennbedingungen weiter zu entwickeln, seine aller ersten Gesamtsieg hätte Robin jedoch gerne mitgenommen. Für die Zukunft kann man nur auf das von der FiA angekündigte revolutionäre Performance-Reglement hoffen, das die europäische Bergrennszene vereinheitlichen soll. So kam der 34jährige Franzose Anthony Loeuilleux in seinem Tatuus Formula Master mit 2-Liter Honda-Triebwerk zu seinem ersten Gesamtsieg in Deutschland, nachdem er in den beiden Vorjahren am Karlsberg jeweils unglücklich ausgeschieden war. Mit den aktuell beiden besten Deutschen Bergrennfahrern […]

Wenn der Vater mit dem Sohne … Die Bernhards am Homburger Berg

4. Juli 2018

Mit gleich zwei Generationen Bernhard geht das KÜS Team75 Bernhard beim 45. Homburger ADAC Bergrennen am 7. und 8. Juli an den Start: Der amtierende Langstreckenweltmeister und Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard bringt einen 911 GT3 Cup aus dem Porsche Carrera Cup Deutschland (mit einem eigens für das Bergrennen kreierte Fahrzeugdesign) an den Start, mit einem ähnlichen Wagen hatte er 2014 im Regen den Gesamtsieg in Homburg geholt. Bei trockenen Bedingungen dürfte eine Wiederholung dieses Erfolges aber kaum möglich sein. Vater Rüdiger Bernhard sitzt im Cockpit des 911ers, mit dem Timo 2013 den Gesamtsieg bei der Saarland-Rallye 2013 eingefahren hatte. Timo Bernhard geht heuer zum dritten Mal als aktiver Pilot an den Start, Rüdiger Bernhard feierte seine Rennpremiere in Homburg bereits 1976. Um den veranstaltenden Homburger Automobilclub (HAC), in dem Vater und Sohn Bernhard seit Jahren Mitglied sind, zu unterstützen, hat sich das KÜS Team75 Bernhard im Vorfeld des 45. Bergrennens stark für die Veranstaltung engagiert. Timo Bernhard: „Wir wollen unseren Heimatverein mit unserer Teilnahme stärken und ihm dabei helfen, die älteste saarländische Motorsportveranstaltung auch künftig zu erhalten.“ 2015 zum Beispiel wurden im Rahmen einer Hilfsaktion für den HAC Taxifahrten verlost. Entsprechend groß sind laut Timo Bernhard die Hoffnungen auf eine große Zuschauerkulisse: „Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Fans an die Strecke kämen, um uns anzufeuern.“ Am Samstag, 7. Juli, werden zwischen 8 Uhr 30 und 18 Uhr drei Trainingsläufe absolviert. Am Rennsonntag, 8. Juli, werden ab 8 Uhr 30 in ebenfalls drei Durchgängen die Sieger ermittelt. Alle Infos gibt es unter www.homburger-bergrennen.de im Internet. Text: Peter Schäffner Fotos: Team Bernhard Design

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