Guy Demuth Zweiter in Polen – Ärger in der GT3

30. Juli 2018

Bei der 10. Auflage des Limanowa Bergrennens südlich von Krakau in Polen, stieg erneut Christian Merli auf die oberste Stufe des Podiums. Es war der neunte der zwölf Veranstaltungen, die für die Europa-Bergmeisterschaft 2018 gewertet werden und der sechster Saisonsieg für den Osella-Piloten. Merlis EM-Zwischenbilanz fällt bis zum jetzigen Zeitpunkt so gut aus, wie noch nie. Der Mann aus der Region Trento gewann den fünften EM-Lauf in Folge. Hinzu kommt, dass er in Polen, wo er in den letzten drei Jahren gewonnen hatte, den achten Streckenrekord bricht. Mit Respektabstand auf Rang zwei war der Luxemburger Guy Demuth erneut sehr erfolgreich. Die „Rundreise“ von Luxemburg nach Slowenien und von dort nach Polen, führt den mehrfachen Luxemburger Meister am Berg auf der Rundstrecke und im Slalom bereits am kommenden Wochenende weiter nach Osnabrück, wo auch zum engeren Favoritenkreis zählt. In Limanowa konnte Demuth das EM-Urgestein Fausto Bormolini (Reynard Cosworth) hauchdünn auf Rang drei verweisen. Zu einem Eklat ist es bereits in der Slowakei in der Gruppe GT3 gekommen. McLaren-Pilot Jan Milon sagte seine Teilnahme in Polen kurzfristig ab, nachdem er bei der FiA einen Protest gegen seinen französischen Markenkollegen Pierre Courroye einreichte und dieser abgewiesen wurde. Courroye führte bis letzte Woche in der EM-Wertung der Touren- und GT-Wagen. Gegenstand der Anschuldigungen war das Getriebe in Courroyes McLaren das nicht dem GT3-Reglement entsprechen soll. Bereits in der Vergangenheit waren GT3-Getriebe Streitpunkt in der Berg-Europameisterschaft. Courroye gewann zwar in Polen seine Gruppe, da jedoch Milon als „dritter Mann“ fehlte, gab es nur halbe Punkte für den jungen Mann aus Frankreich.

Hitzeschlacht in der Rhön

30. Juli 2018

Auch auf den Höhen der Rhön, mit dem höchsten Punkt der Wasserkuppe von 950 Metern ist die aktuelle Hitzewelle angekommen. Ein üblicher Temperaturunterschied zum Rhein-Main-Gebiet, der sonst immer vorherrscht, gab es diesmal nicht. Das ist selten in der beschaulichen Rhön, weitab von den Metropolen Deutschlands, mit seinen unvergleichlichen Landschaften und dem Status eines Biosphärenreservats. Bereits zum 49. Mal organisierte der MSC Rhön das ADAC Hausenstein-Bergrennen und präsentierte erneut eines der sportlichen Highlights in der Region im ganzen Jahr. Nach dem traditionsreichen „Rhöner-Dröner“, spitz sich die Lage in der Deutschen Bergmeisterschaft, vor den beiden abschließenden Läufen am kommenden Wochenende bei Osnabrück und dem Finale Anfang September im unterfränkischen Eichenbühl zu. Der Finallauf der letzten Jahre, das Bergrennen von Mickhausen findet wie bekannt wegen eines Umbruchs im Organisationsteam in diesem Jahr nicht statt. Aber, wie aus sicherer Quelle zu erfahren war, wurde vor kurzem für die Saison 2019 wieder ein Termin beim Deutschen Motorsport Bund in Frankfurt eingereicht. Im ersten von drei Endspurts um die Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft 2018 blieben von den Top-5 Platzierten die noch Meisterschaftsambitionen hegen dürfen, diesmal nur Armin Ebenhöh (VW Scirocco 16 – E1-bis 1400 ccm) siegreich. Trotz seines zweiten Platzes in der Klasse bis 2000 ccm der Gruppe E1, hinter Mario Minichberger im VW Scirocco 16V, bleibt der Schwabe Dirk Preißer im Opel Kadett C 16V an der Tabellenspitze, gefolgt von Ebenhöh, der in der Rhön Formel 3-Pilot Frank Debruyne überflügelte. Debruyne seinerseits, gehandikapt durch einem Hexenschuss, schaffte nur Rang in der Formel 3-Klasse. Der bislang zweifache Bergmeister Norbert Handa (Lancia Delta – E1 über 3000 ccm) musste sich in der Klassen E1-über 3000 ccm dem mit DMSB-Lizenz fahrenden Tiroler Herbert Stolz (Porsche 935 II) beugen, der sich nach dem Rennen als Tourenwagen-Gesamtsieger feiern lassen durfte. Schlimm erwischte es den Saarländer Kai Neu, dessen Ford Focus ST nach einem ansehnlichen Zeitpolster und der Führung in der 2-Literklasse der Gruppe F, am Start zum dritten Durchgang keinen Mucks mehr von sich gab und nicht mehr in Gang bringen ließ. Ein Streichresultat muss jeder in seine Berechnungen einbeziehen. Günter Göser hat sich hier bereits bedient und kann mit seinem Opel Kadett C 16V aus der Klasse E1 über 2000 ccm jeweils noch voll punkten, was ihn nach seinem Klassensieg vom Wochenende noch weit nach vorne bringen kann. Auch Markus Fink aus der Gruppe F bis 1600 ccm kann noch auf einen Spitzenplatz am Ende der DM-Wertung hoffen. Der junge Franke […]

Die europäische Elite beim Osnabrücker Bergrennen

26. Juli 2018

Am 4. und 5. August ist es wieder soweit: Bei der 51. Auflage des Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens in Hilter-Borgloh im Osnabrücker Land treffen sich die besten Rennfahrer aus der europäischen Bergszene mit ihren PS-Boliden. Das äußerst starke Starterfeld mit 189 Fahrerinnen und Fahrern aus 14 Nationen,  kämpft in ihren Kategorien um wichtige Punkte beim 6. (von insgesamt 8) Läufen zum FIA Int. Hill Climb Cup 2018. Die Fans werden wieder zu Tausenden an den Berg mit Kultcharakter strömen, denn dort findet jeder seinen persönlichen Favoriten, egal ob bei den historischen Fahrzeugen und Youngtimern, den Tourenwagen-Boliden oder bei den ganz schnellen offenen Sport- und Rennwagen. Hier ist man als Liebhaber des Automobilsports hautnah dabei, schließlich gibt es nicht nur attraktive Besucherplätze in den entscheidenden Passagen an der Strecke, das gesamte Fahrerlager bietet den Gästen ein El Dorado an einmaligen und außergewöhnlichen Rennfahrzeugen, welche in dieser Vielfalt wohl bei keiner anderen Motorsportart zu finden sind. Neu und damit ein weiteres besonderes zusätzliches Angebot bietet der MSC Osnabrück als Veranstalter mit der Übertragung des Rennens auf einer großen LED-Wand, die an der Strecke im Bereich der Besucherterrasse bei dem Posten 5 die Gelegenheit bietet, die Läufe der Bergelite fast komplett „live“ zu verfolgen. Genau 37 Formelfahrzeuge und offenen Rennsportwagen fighten um den Gesamtsieg. Dabei schielen die Top-Favoriten natürlich auch auf den aktuellen Streckenrekord von 51,024 sec. Der atemberaubende Sound und die rasante Beschleunigung, schon auf der Startgeraden des „Uphöfener Berges“ versetzen die Besucher in die besondere Atmosphäre des Events.Dabei gibt es in diesem Jahr gleich zwei neue absolute Top-Favoriten auf den Gesamtsieg: Milos Benes aus der Tschechischen Republik hat in Osnabrück Premiere. Nachdem er viele Jahre in der Europa-Berg-Meisterschaft unterwegs war, konzentriert er sich in diesem Jahr auf das nationale Championat, bestehend aus Rundstrecken- und Bergrennen. Er startet ebenso mit einem brachial klingenden Osella FA 30 wie der Österreicher Christoph Lampert, der in diesem Jahr bereits große internationale Erfolge erzielt hat, zuletzt mit einem Gesamtsieg und Streckenrekord beim Bergrennen St. Anton im der Heimat. Dritter Top-Favorit ist der vielfache Französische Berg-Meister Sebastien Petit, der in der Kategorie der offenen Sportwagen mit dem Norma M 20 FC startet. Im vergangenen Jahr wurde er bereits Gesamtzweiter am „Uphöfener Berg“. Der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik, der amtierende FIA Hill Climb-Champion Vaclav Janik, Tschechische Republik, der Gesamtsieger in Osnabrück 2011 und 2012, Guy Demuth mit einem neuen Norma Judd V8 – Sportwagen und der Belgier Jelle de […]

Marcel Steiner Kolumne: Das Maximum aus dem Martini geholt

26. Juli 2018

Nach dem Rennen von Massongex lief es etwas hektisch im Team Steiner Motorsport. Erst musste der Motorschaden analysiert und verkraftet werden. Danach galt es, die Teile rasch zu beschaffen und abzuwägen, mit welchem Auto ich beim Bergrennen von Anzère fahren solle. Zwar wären die neuen Kolben am Donnerstag vor dem Rennen fertig gewesen, doch die Passung stimmte nicht ganz und es wäre nochmals sehr hektisch geworden bis zum Start… So hielten wir am Plan fest mit dem „Ersatzwagen“, dem altbewährten Martini MK 77 BMW, in Anzère zu fahren. Da ich noch bis Freitag vor dem Rennen in der Garage zu arbeiten hatte, reisten mein Vater Heinz und Peter Sägesser bereits am Donnerstag an, um alles vorzubereiten. Vielen Dank den beiden! So konnte ich mich auf die Streckenbesichtigung und danach voll auf das Fahren konzentrieren. Nach dem nächtlichen Regen war die Strecke am Morgen bereits komplett trocken. Ich freute mich, den 1. Trainingslauf mit dem Martini zu starten und war gespannt, was ich mit diesem Auto rausholen konnte. Ich musste mich in kürzester Zeit umgewöhnen und es fehlte etwas Power im Vergleich zum LobArt. Trotz der alten Bereifung hatte ich großen Fahrspass und fühlte mich gleich wieder „zu Hause“. Mit einer Zeit von 1.36.733 war ich bereits rund eine Sekunde schneller als beim letzten Einsatz 2010 im schnellsten Rennlauf. Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.32.834) stellte die überlegene Bestzeit auf, ansonsten schaffte es kein Fahrer unter 1.40. Ohne eine Veränderung am Auto aber mit etwas mehr Angewöhnung steigerte ich mich im 2. Training um 2.1 Sekunden auf 1.34.651. Eric gelang dies im gleichen Masse auf 1.30.535. Hinter uns klassierten sich Philip Egli (Dallara- F3, 1.36.410), Robin Faustini (Reynard- F3000, 1.37.284) und Marcel Maurer (Formel Renault, 1.38.091).Da ich in beiden Trainingsläufen in der schnellsten Passage im 5. Gang jeweils am Drehzahlbegrenzer fuhr, verlängerte ich die Getriebeübersetzung. Als alles wieder bereit war für den 3. Probelauf, erreichte uns die Nachricht, dass der Zeitplan etwas aus dem Ruder liefe und wir am Sonntagmorgen unseren Lauf nachholen könnten. Nachts regnete es erneut, doch die Piste war am Sonntagmorgen trocken. Mit anderen Reifen und höherem Top Speed konnte ich 1.33.745 realisieren. Berguerand verzichtete auf dieses „Warm-Up“, Maurer, Faustini, Egli und Amweg (Lola- F3000) fuhren alle 1.37. Die Pause zum 1. Rennlauf war nur kurz. Um den Martini rennbereit zu stellen mussten alle Handgriffe sitzen. Das war für mein Team aber kein Problem! Mit neuen Reifen rückte ich zum 1. Rennlauf […]

Merli liess auch in der Slowakei nichts anbrennen

23. Juli 2018

Der Gesamt- und Gruppensieg mit neuem Streckenrekord sprang für Christian Merli in der 35. Ausgabe des Dobsinsky Kopec Bergrennens in der Slowakei heraus. Dies war bereits der achten von 12 Läufen der diesjährigen Berg-Europameisterschaft. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatte der Fahrer der Scuderia Vimotorsport fünf von acht EM-Läufen am Steuer der Osella FA30 Zytek LRM dominiert und ist mit 175 Punkten allein an der Spitze der Wertung in der Kategorie II der Rennsportwagen. Aber nicht nur das, Merli hat in Dobsina den siebten Streckenrekord im achten Rennen der Europabergmeisterschaft geschrieben und hat nun alle Chancen erstmals den EM-Titel zu erringen. „Dies war wieder ein sehr wichtiger Schritt für mein Team und mich. Mit meiner Zeit im ersten Rennlauf war ich nicht ganz zufrieden. Zusammen mit meinen Mechaniker haben wir dann einige Änderungen vorgenommen. Im zweiten Aufstieg hat alles gut gepasst für den Sieg mit Rekord. Ich bin glücklich“, sagte Merli nach dem Rennen. „Glücklicherweise hat uns das schlechte Wetter verschont, das vorhergesagt war und es blieb trocken. Jetzt treten wir die Weiterreise von 850 Kilometern an, um am kommenden Sonntag in Limanowa in Polen, den 9. Lauf der Europameisterschaft zu fahren„. Merlis Erzrivale Simone Faggiloli musste bereits am Trainingstag mit unlösbaren Motorproblemen aufgeben und konnte auch über Nacht seinen Norma M20 FC nicht wieder einsatzbereit aufstellen. Im Kampf um die EM-Krone hatte der Titelverteidiger so oder so schon lange nichts mehr zu melden und nur noch Gruppe CN-Pilot Andrea Bormolini (Osella PA 20 BMW) hat noch Chancen Merli den Titel abspenstig zu machen. Aber auch der Neffe von EM-Urgestein Fausto Bormolini musste sich bereits einmal in der zweiten Halbsaison mit halben Punkten für die Gruppensieg zufrieden geben, die er aber wieder streichen könnte. Diesmal gab es jedoch volle 25 Punkte für den Gruppensieg. In der Tageswertung steigerte sich der Luxemburger Guy Demuth im neuen Norma M20 FC Zytek vom fünften Platz im Training, über Rang drei im ersten Rennlauf, schlussendlich auf Position zwei im zweiten und letzten Renndurchgang. Dies bedeutete für den mehrfahren Luxemburger Meister die bislang beste Platzierung seiner Karriere bei einem EM-Rennen. Der Tscheche Dusan Neveril in einem weiteren Norma M20 FC wurde so auf Rang drei verwiesen. Im Fernduell um die EM-Titel bei den Produktions- und GT-Fahrzeugen steht es weiter pari zwischen dem französischen McLaren GT3-Piloten Pierre Courroye und dem tschechischen Gruppe A-Fahrer Lukas Vojacek im Subaru Impreza. Beide Kontrahenten gewannen ihre Gruppen und liegen nun mit […]

Tribute to Georg Plasa beim Goodwood Festival of Speed 2018

21. Juli 2018

Beim 25. Goodwood Festival of Speed feierte der legendäre BMW 320 Judd V8 des 2011 bei einem Bergrennen in Italien verstorbenen Ausnahmebergrennfahrers Georg Plasa sein Comeback. KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth und Georg Plasa verband eine enge Freundschaft. Als Andenken an den Oberbayer baute ein Team von KW-Angestellten den BMW 320 Judd V8 wieder auf. Zur Jubiläumsausgabe des Goodwood Festival of Speed wurde das Team samt des Rennwagens vom Veranstalter, Charles Gordon-Lennox, 11. Duke of Richmond, eingeladen. Bei der britischen Motorsportveranstaltung startete der BMW nicht etwa als Showprogramm, sondern nahm ganz im Sinne von Georg Plasa am Wettbewerb teil. In Großbritannien sorgte der BMW für eine Überraschung. Mit einer Zeit von 46,43 Sekunden war der alte Dreier BMW das schnellste Fahrzeug mit herkömmlichem Verbrennungsmotor und musste sich nur den Elektro-Rennwagen Volkswagen I.D. R Pikes Peak (43,86 Sekunden) und dem Elektro-Sportwagen NIO EP9 (44,32 Sekunden) im „Shootout-Finale“ geschlagen geben. Für die europäische Bergrennsport-Community ist Georg Plasas BMW der Sieger der Herzen. Ein absolutes Ausnahmetalent im europäischen Bergrennsport war Georg Plasa. Wie kaum ein anderer hat er die internationale Bergrennsport-Gemeinde geprägt und das nicht nur durch seine zahlreichen Streckenrekorde. Der stille Mann aus Warngau war einer der ersten der in seinem Tourenwagen Ende der 1990er Jahre und Anfang der 2000er Jahre Formel-1-Technik einsetzte. Noch heute sind viele seiner Streckenrekorde gültig. Georg Plasa verunglückte bei einem Bergrennen mit seinem BMW 134 Judd tödlich. Als Andenken an den beliebten Sportler und bodenständigen Menschen übernahm KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth, den mit dem Oberbayern eine enge und lange Freundschaft verband, den alten BMW 320 Judd V8. Zwar wurde der Rennwagen regelmäßig gepflegt, um an Georg Plasa zu erinnern, aber der Wagen war nicht rennfertig. Es fehlten viele Komponenten wie etwa Aufhängungs- und Anbauteile sowie zahlreiche Kleinteile. Schwierig gestaltete sich der Wiederaufbau in den Wintermonaten 2017 / 2018, da es sich dabei größtenteils um Einzelanfertigungen handelte die man nirgends kaufen konnte. Beispielsweise nutzte Georg Plasa beim BMW 320 Judd Reifen mit einer einzigartigen Mischung auf Felgen in einer Größe, die davor und danach nie wiederhergestellt wurden. Auf Anfrage fertigte der Reifenhersteller Avon für den BMW mit den alten Formen neue Reifen. Aber auch andere Partner wie etwa Recaro stellte einen neuen Schalensitz zur Verfügung, da die Zulassung des bis 2009 von Georg Plasa eingesetzten Rennwagen abgelaufen war. Den Wiederaufbau übernahmen KW-Angestellte und Diplomanden in ihrer Freizeit und auch ehemalige Teamkollegen von Georg Plasa unterstützten den Fahrwerkhersteller. Den Auftritt des BMW 320 Judd […]

Pre und sein Bergmonster sagen Goodbye

20. Juli 2018

Beim Bergpreis Schottenring im Frühling dieses Jahres war es ein grandioser Abschied vom Bergrennsport mit einem neuen Streckenrekord und dem Gesamtsieg. Dies stellte sich für den Österreicher Herbert Pregartner nun im Nachhinein heraus. „Am Vogelsberg war der letzte Auftritt von meinem Bergmonster, aber sicher nicht von mir. Der Porsche 911 GT2 R hat einen neuen Besitzer gefunden, der das Fahrzeug auf der Rundstrecke bewegen wird. Ich sage allen Fahrerkollegen und Fans danke, für die wirklich sehr schöne Zeit am Berg“. Was bringt die Zukunft fragen sich jetzt sicher viele Bergrennfans? „Das steht noch in den Sternen, ich bleibe sicher im Rennbetrieb, beispielsweise als Fahrercoach und als Testfahrer, oder wenn mir wer sein Rennauto zur Verfügung stellen sollte. Ich habe wirklich tolle Momente bei Euch draußen im KW Berg-Cup genossen, aber einmal ist Schluss“, stellt Pregartner klar. „33 Jahre im Bergsport, ist eine gigantische lange Zeit und das alles mit den kleinsten finanziellen Mitteln“. Herbert Pregartner begann seine Karriere Mitte der 1980er Jahre im Steirischen Bergrallye-Cup und blieb bis zum heutigen Tag der Marke Porsche treu. Mit verschieden Porsche-Modellen, wie 911 2,2 S, 911 RS, 911 RSR, RSR Bi-Turbo oder 911 GT2, fuhr der Mann aus der Südoststeiermark auch zahlreiche Erfolge ein, wie zum Beispiel mehrfach den Gesamtsieg im Bergrallye-Cup und Bergrallye-Pokal, in der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft und FiA Zonenmeisterschaft. Dazu muss man die zwei Vize-Meisterschaften im FiA-Hillclimb Cup und unzähligen Klassen- und Gruppensiege erwähnen.

Boxengeflüster 06/2018: Wussten Sie schon dass…?

18. Juli 2018

DASS der amtierende WEC-Weltmeister Timo Bernhard zu den Trainingsläufen des 45. Homburger ADAC Bergrennens nicht etwa mit seinem Porsche-Dienstwagen angefahren kam, nein der Lokalmatador bezog die 14,5 km zwischen seinem Wohnort Bruchmühlbach-Miesau und dem Fahrerlager an der Käshofer Straße in sein Fitnessprogramm mit ein und joggte die Distanz mit seinem Kumpel Marco Glasen, der bei den gelegentlichen Rallyes von Timo und Timos Vater Rüdiger Bernhard ebenfalls für die Navigation, dann auf dem Beifahrersitz sogt. DASS sich Anfang Juli Manfred Schulte mit seinem Citroen AX Kit Car einen Traum verwirklichte und beim legendären Bergrennen von Trento-Bondone an den Start ging. Der Citroen-Manager ging auf dieser 17,3 km langen Strecke in der FIA Klasse E1 1600 starten. Zuvor hatten die Brüder Gerhard und Hugo Moser den Kit Car speziell für diese lange Distanz perfekt vorbereitet. Doch das Abenteuer fing schon bescheiden an. Gleich nach der Einreise nach Italien wurde das Team von der Polizei aus dem Verkehr gezogen und gewogen. Mit 300 kg Übergewicht hatten die Westfahlen ein Problem. In ihrer Not haben sie einiges an Gewicht in den Rennwagen gepackt, ihre Strafe gezahlt und durften dann weiter fahren. Am Monte Bondone stand dann „Italoschwabe“ Egidio Pisano zur Streckenbesichtigung bereit. In der Kürze der  Zeit war es jedoch unmöglich den Streckenverlauf  zu lernen, gibt es doch auf den 17,3 Kilometern eine Kurve nach der anderen, dazu drei Ortsdurchfahrten. Leider gab es nach dem 1.Trainingslauf ein elektronisches Problem, dass nicht vor Ort gelöst werden konnte. Somit war das Abenteuer vorzeitig beendet. Im kommenden Jahr will die Truppe um Manfred Schulte einen neuen Anlauf wagen. DASS beim Bergrennen Trento-Bondone der Deutsche Unternehmer und Oldtimerliebhaber Michael Stoscheck einen New Stratos als Vorausfahrzeug mit der Startnummer „00“ den vielen Fans vor Ort präsentieren durfte. Michael Stoscheck ist selbst Besitzer der Firma die diese Fahrzeuge herstellt, die an das legendäre Rallyeauto aus den 1970er Jahren namens Lancia Stratos erinnern. Die moderne Konstruktion im Look des alten „Rallye-Monsters“ wird von einem 4,3 Liter Ferrari-Motor angetrieben und verfügt über 540 PS. DASS sich kürzlich in Bezug auf das im letzten Jahr erschienene Buch „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“ etwas ereignet, was wohl kaum jemand erwartet hatte. Der Autor Michael Schmitt durfte am 15. Juni in Köln den Auto Bild Buchpreis entgegen nehmen. Das Buch belegte in der Kategorie Motorsport den 1. Platz. In einer der kommenden Ausgabe der Auto Bild Klassik soll ein Artikel über die Preisverleihung erscheinen. Der Odenwälder kann jetzt […]

Mit Karacho den Rennsteig hinauf – Luxemburger Bilanz

17. Juli 2018

Erstmals wurde das Glasbachrennen in Bad Liebenstein für die Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet, und zur Premiere waren viele Piloten aus dem Großherzogtum angereist, die sich allesamt mehr als zufrieden gaben. Am 8. September 1974, noch zu seligen DDR-Zeiten, wurde vor 6.000 begeisterten Zuschauern das 1. Glasbachrennen ausgetragen. Heute verkörpert die mit 35 Kurven bespickte Strecke vom Ortsteil Steinbach hinauf zum Glasbachstein die längste und modernste Bergrennstrecke Europas, die daher zurecht den EBM-Status (Europa Bergmeisterschaft) trägt und 2018 erstmals auch zur Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet wurde. ACL-Sport hatte ein gutes Näschen bewiesen, um dieses Rennen in unseren Kalender einzufügen und schon zum 2. Mal durfte der ACL-Sportpräsident Marc Joseph ebenfalls das Ehrenamt als FIA-Observer (Präsident) für diese Veranstaltung bekleiden. 15 Luxemburger Piloten hatten sich zu dieser Premiere angemeldet und 13 reisten schlussendlich in den Thüringer Wald, um das überaus spektakuläre Rennen in Angriff zu nehmen. Sie sollten ihr Kommen nicht bedauern, denn zum einen glänzt dieses Bergrennen durch seine perfekte Organisation, dann sind die Menschen dieser Region überaus freundlich und schließlich verlangt die endlose Fahrt hinauf von Mensch und Maschine alles ab, und nur wer richtig gut im Bergrennsport ist, hat eine Chance einigermaßen fehlerfrei diesen kniffligen Parcours zu bewältigen. Allen voran glänzte der amtierende europäische Champion Christian Merli (Osella FA30 Zytek) bei diesem Rennen und holte sich unangefochten den Gesamtsieg. Gegen den Italiener war kein Kraut gewachsen und das mussten die Sébastien Petit, Jelle De Coninck, Patrick Zajelsnik (alle Norma M20FC) und Konsorten allesamt einsehen. Zum einen, weil sie an die Zeiten des Christian Merli nicht annähernd herankamen und zum anderen, weil sie sich überschätzten und ihre Sportwagen gegen die auf 5,5 km errichteten doppelten Leitplanken setzten. Das wusste Guy Demuth zu vermeiden, und an seinem 49. Geburtstag brachte er das Kunststück fertig, nach dem guten EM-Rennen im portugiesischen Braga (Falperra) einen weiteren  grandiosen Parforceritt am Rennsteig hinzulegen. Mit Rang 4 und nach 2 Läufen insgesamt 14,8 Sekunden Rückstand hinter Merli wurde er für seinen Einsatz und sein Können am Lenkrad seines neuen Norma M20FC (Foto oben) belohnt. In Windeseile hat er sich an sein schwarzes „Ungeheuer“ gewöhnt und ihm wird in Zukunft noch viel mit seinem fahrbaren Untersatz zuzutrauen sein. Kein Wunder, dass abends die Korken beim Team Demuth knallten und sie gemeinsam mit ihren überaus liebenswerten Gastgebern, vor deren Haus sie ihre Zelte und den Lkw abgestellt hatten, feierten. Aber auch bei Daniel Donkels (Tatuus Renault) und Tania Flammang im […]

Plasa BMW weckt Emotionen in Goodwood – Dumas schreibt erneut Geschichte

16. Juli 2018

Romain Dumas hat das Shootout-Race beim legendären Goodwood Festival of Speed ​​2018 auf der britischen Insel gewonnen. Der Franzose siegte in einem spannenden Berg-Einzelzeitfahren und fuhr die insgesamt drittschnellste jemals gefahrene Zeit auf den Goodwood-Hügel ganz im Süden Englands, in der 25-jährigen Geschichte des Festivals. Der ehemalige Le-Mans-Sieger schaffte mit dem allradgetriebenen  Volkswagen ID.R Pikes Peak eine Zeit von unglaublichen 43,86 Sekunden, womit erstmals ein Elektroauto den Preis gewann. Allerdings war sein Auto nicht das einzige ohne Verbrennungsmotor. Der ehemalige DTM-Fahrer Peter Dumbreck steuerte den elektrischen Allrad-NIO EP9-Hypercar trotz einer zweirädrigen Graspartie in 44,32 Sekunden ins Ziel. Der Schotte war mit 118 Meilen pro Stunde unterwegs, bevor er Molecomb Corner erreichte! Der dritte Platz in der Endwertung und der erste Fahrer, der mit dem Auto mit Verbrennungsmotor fuhr, war der Deutsche Jörg Weidinger an Bord des BMW E36 Judd V8 mit dem einst der unvergessene Georg Plasa die Bergwelt begeisterte. Das kreischende Coupé querte den Zeitstrahl mit einer Zeit von nur 46,43 Sekunden. Erst kurz vor Beginn des FOS ließ KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth die Katze aus dem Sack. Das legendäre BMW-Modell des am 10. Juli 2011 tödlich verunfallten Georg Plasa, hatte die letzten Jahre in seiner Tiefgarage geschlummert und wurde eigens für das Festival of Speed wieder zum Leben erweckt. Still und leise hatte damals Klaus Wohlfarth den Plasa-BMW gekauft und “versteckte” ihn in den “Heiligen KW Hallen”. 2017 reifte dann die Idee, Georgs BMW wieder ans Tageslicht zu bringen, schließlich war und ist dieser BMW weit mehr als nur besonders. Selbst ein Auszug der technischen Daten wie etwa ein Gewicht von 895 kg und einem bei 10.200 Umdrehungen 560 PS mobilisierenden Judd V8 wird diesem E36 nicht gerecht. Der emotionale Wert dieses “Berg-Dreiers” mit JUDD V8-Triebwerk, mit dem Georg viermal den europäische FIA Berg-Cup und viele andere Bergläufe gewann sowie Rekorde aufstellte, die teilweise heute noch gültig sind, sind in Worte zu fassen schier unmöglich. Aber der BMW war es nicht allein. In langen Regalreihen lagern zahlreiche Komponenten und Ersatzteile, des von Georg aufgebauten und vor allem mit sehr vielen selbstentwickelten Rennsportteilen verfeinertem Coupé. Neben unendlichen Kleinteilen lagern hier auch diverse Leichtbaukarosserieteile wie Schürzen, Motorhauben und Verkleidungen der im Windkanal erprobten Aerodynamik. Georg war damals einer der ersten, der Formel-1-Motorsporttechnologie in die europäische Bergrennszene brachte und so viele andere Fahrer dazu brachte ebenfalls diesen aufwendigen Technologiesprung für Tourenwagen am Berg zu wagen. In den letzten Monaten hat eine Taskforce aus dem […]

1 2