Neue Zeiten beim Homburger Bergrennen

31. Mai 2018

Wenn am Wochenende des 7. und 8. Juli 2018 zum 45. Mal die Rennmotoren beim Homburger ADAC Bergrennen angelassen werden, ist beim Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und des KW Berg-Cup einiges anders als die Jahre zuvor. Erst einmal feiert der ausrichtende Homburger Automobilclub (HAC) in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen und das Rennspektakel findet diesmal eine Woche früher statt als gewohnt. Grund dafür ist das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft, dem man vorsichtshalber aus dem Wege gehen möchte, in der Hoffnung dass die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Titel aus 2014 verteidigen wird. Im letzten Winter gab es zudem einige Umbesetzungen im Organisationsteam und in der Vorstandschaft des saarländischen ADAC Ortsclubs. An der Spitze des Bergrennens steht nun Sascha Ressmann, der das Urgestein Hartmut Schöffler beerbt, der aus Altersgründen den Job des Organisationsleiters an den Nagel hängte. Weiter wird es einige Veränderungen bei der Bewirtung im Festzelt geben, das erneut im Fahrerlager oberhalb des Homburger Schießhauses aufgebaut sein wird. Den Festzeltbetrieb wird der Caterer Feinkost Jacob aus Ottweiler-Lautenbach übernehmen, der auch seit Jahren bei den Veranstaltungen des ADAC Saarland für das leibliche Wohl sorgt. Die Verpflegungsstände und Imbissbuden an der Käshofer Straße (Start, Brückchen, Posten 8 und Zielkurve) werden weiterhin vom HAC in Eigenregie betrieben. Alles in allem stehen dem Organisationsteam und den Clubmitgliedern des Homburger AC schweißtreibende Wochen der Vorbereitung ins Haus. Eine Erleichterung ist da sicher das neu Online-Einschreibeportal für die erwarteten Rennteams aus dem gesamten Bundesgebiet, als Luxemburg, Frankreich, Belgien, Österreich und der Schweiz (es gibt wieder Sonderkonditionen für ausländische Gaststarter). Hier kann zudem jedermann tagesaktuell die Liste der Rennfahrer und Fahrzeuge einsehen, die am Bergrennen teilnehmen werden (https://www.tw-sportsoft.de/Homburger_ADAC_Bergrennen_2018/). Unterstützung erfahren die Motorsportenthusiasten seit neustem auch vom Team 75 Motorsport, der Profi-Truppe des amtierenden Weltmeisters und Le Mans-Siegers mit Porsche, Timo Bernhard. Der Bruchmühlbacher fördert derzeit das Bergrennen seines Heimatvereins nach Kräften und könnte nach seinem Gesamtsieg von 2014 am ersten Juli-Wochenende wieder einmal aktiv in Renngeschehen am heimischen Berg eingreifen und mit einem hochkarätigen Porsche aus seinem eigenen Rennstall starten. Das ist aber derzeit noch offen. Der saarpfälzische Automobilclub erwartet in diesem Jahr über 160 Fahrerinnen und Fahrer auf der zur Rennpiste umgebauten Käshofer Straße, die in der Nähe der Karlsberg-Brauerei am Homburger Stadtrand beginnt und auf die Sickingerhöhe bei Käshofen führt. In der Woche vor der traditionsreichen Veranstaltung sind hier die Helfer aus den Reihen des Clubs mit Aufbau und Streckensicherungsarbeiten beschäftigt. Reifenstapel werden herangekarrt, Schutzzäune gezogen, Kabel verlegt […]

Boxengeflüster 05/2018: Wussten Sie schon dass…?

27. Mai 2018

DASS das letzte April-Wochenende beim Bergpreis Schottenring für das Flik-Familienteam erst im positiven, dann leider auch im negativen ein besonderes Rennwochenende war. Erstmals stellte sich das Team aus Papa Thomas und Tochter Bea Flik mit einer einheitlichen Fahrzeugfarbgebung an beiden Renntourenwagen in den Stammfarben Schwarz-Orange dem Starter. Den Aufzeichnungen des Teams aus dem nördlichen Schwarzwald nach, fuhr Thomas Flik in Hessen sein genau 300. Bergrennen seiner Karriere, denn seit Mitte der 1980er Jahre ließen die Fliks kaum ein Bergrennen in Deutschland aus. Doch einheitliche Outfit von Renault Clio und Megane sollte lediglich den Trainingstag überstehen. Am Renntag verunfallte Bea im Megane an der gleichen Stelle wo Thomas vor ein paar Jahren seinen ersten Clio zerstört hatte, mit dem gleichen Resultat – Totalschaden. Eine Woche später in Eschdorf sah man Bea noch mit Halskrause im Fahrerlager. Aktuell muss die Bankangestellte noch einige Termine bei den Physiotherapeuten absolvieren und ist danach wieder fit. Vom Renault Megane ist so gut wie nichts mehr zu gebrauchen und Bea wird in der restlichen Saison erst einmal pausieren. Ende September, nach dem letzten Rennen von Thomas Flik, will man sich entscheiden wie es weiter geht. DASS Norbert Heisterkamp in diesem Jahr sein 10-Jähriges am „Uphöfener Berg“ feiern darf. Er gehört längst zum festen Inventar des Int. Osnabrücker Bergrennens und seine Beliebtheit bei den zahlreichen Fans ist von Jahr zu Jahr weiter gestiegen: Der Schauspieler, Comedian und ehemalige Stuntman, bekannt aus vielen TV- und Kinoproduktionen Norbert Heisterkamp feiert in diesem Jahr seinen 10. Auftritt am Berg. Mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen war er in den vergangenen Jahren dabei. Seit dem vergangenen Jahr ist er für das Haus Beresa mit einem AMG Mercedes Benz GT unterwegs. Einige Fans werden wieder das besondere Vergnügen haben, mit dem sehr sympathischen Fernsehstar eine Taxifahrt auf dem Beifahrersitz auf der Rennstrecke am 4./5. August im Rahmen des 51. Int. Osnabrücker Bergrennens erleben zu dürfen. Für einen guten Zweck werden ein paar Mitfahrten vor Ort am Pressestand vergeben und jeder der bisher in den Genuss einer Mitfahrt mit Norbert kommen konnte, wollte vor Begeisterung gar nicht mehr aussteigen. Für alle großen und kleinen Fans wird Norbert wieder für Foto- und Autogrammwünsche gerne zur Verfügung stehen und für beste Stimmung im Fahrerlager sorgen. DASS der DMSB auf seiner Webseite und in der App sein Angebot zum Saisonstart erweiterte und in den News nun aktuell Renn- und Zwischenberichte von allen Motorsportarten aus dem DMSB-Bereich den Usern, gleich […]

Emotionen pur nach Conrads erstem Gesamtsieg

23. Mai 2018

Das Wolsfelder Bergrennen kann man durchaus mit dem Fußball DFB-Pokal vergleichen – es gelten eigene Gesetze, denn die Charakteristik der Bergrennstrecke von Wolsfeld ist einzigartig im Kalender der Deutschen Bergmeisterschaft, des KW Berg-Cup und der gastierenden Luxemburger Bergmeisterschaft. Nach der breiten und extrem schnellen Luxemburger Piste von Eschdorf wechselte man zum Pfingstwochenende die wenigen Kilometer herüber ins beschauliche Wolsfeld vor den Toren der Bierstadt Bitburg. Die charismatische Bergrennstrecke in der Südeifel mit seinen schmalen, engen, welligen und winkligen Abschnitten erinnert eher an eine Rallyepiste, und viel PS unter Motorhaube sind hier eher hinderlich. Man wundert sich dass hier die WM-Helden der Rallye Deutschland noch nicht aufgetaucht sind. Das Wetter zur 56. Ausgabe des Bergklassikers spiele im Großen und Ganzen gut mit, nur am Trainingstag dem Pfingstsonntag beließ man es bei einsetzendem Regen, kurz nach dem Ende des zweiten Laufs dabei. Frank Debruyne vom pfälzischen CR-Racingteam reiste als Leader im DMSB Berg-Cup für Rennwagen und als Vierter in der Deutschen Bergmeisterschaft in die südliche Eifel. Im Gepäck hatte er wie immer seinen AST-Dallara F303 Formel 3. Der Badische Formel 3-Spezialist war von den „Buchmachern“ zum Favoriten auf den Gesamtsieg erkoren worden, doch im Laufe des Trainings meldete auch Sportwagenpilot Thomas Conrad seine Ansprüche an. Die beiden Rivalen hielten sich dennoch vornehm zurück und zogen nicht alle Asse aus dem Ärmel. Am Renntag sollte die Hatz erst richtig beginnen. Nach einem Motorschaden in Eschdorf wurde Conrads 2-Liter Eigenbau-Sportwagen vom Typ CRS MTK 55/7 mit Renault-Triebwerk erst in letzter Minute fertig und das Team aus Schwaben war gespannt ob alles halten würde. Dies bewahrheitete sich und schnell war klar – es geht noch mehr! Mit einer tollen Performance fuhr Thomas Conrad am Pfingstmontag zum ersten Tagessieg seiner Karriere. In allen drei Durchgängen setzte Conrad knapp die Bestzeit vor Frank Debruyne, der in der Summenwertung nach drei Durchläufen nur 0,7 Sekunden Rückstand hatte und wie im Vorjahr hauchdünn seinen ersten Gesamtsieg verpasste. „Ich gönne natürlich Thomas den Sieg, aber hätte selbstverständlich lieber selbst das goldene Bit-Fass für den Gesamtsieg mit nach Hause genommen“, resümierte ehrlich heraus Frank Debruyne fair bei der Siegerehrung. Sichtlich gerührt nahm Thomas Conrad sein erstes Fässchen, das es traditionell in Wolsfeld für den Gesamtsieger gibt entgegen. Nebenbei gewannen Conrad und Debruyne die 2-Liter-Klassen bei den Sport- und Formelwagen souverän, und kassierte dafür anständig Punkte in der Bergmeisterschaft. Sehr zufrieden mit dem erreichten dritten Podiumsrang zeigte sich der junge Georg Lang, […]

Merli in Spanien im Pech – Faggioli holt auf

22. Mai 2018

Bis zum zweiten Rennlauf beim vierten Berg-EM Lauf der Saison, dem 47. Subida Al Fito in nordspanischen Baskenland, lief für den italienischen Osella-Werksfahrer Christian Merli alles nach Plan. Der Mann aus dem Trentino dominierte im Training und im ersten Rennen klar. Doch dann, in „Carrera 2“ bricht  an Merlis Osella FA30 die rechte Hinterachse und der Pilot des Blue City Motorsport Teams muss aufgeben. Bitter fällt die Resonanz Merlis aus. „Ein dummer Fehler. Die Achswellen werden in der Regel zu einem festen Termin ersetzt und wir waren weitgehend im Rahmen dieser Routinewartung. Natürlich kann sowas passieren, aber wir haben einen bitteren Beigeschmack. Im ersten Anstieg lief alles gut. Wir haben im Rennen bis zu diesem Zeitpunkt dominiert und sogar einen neuen Streckenrekord markiert. Dennoch kehren wir mit null Punkten nach Hause zurück und dieses Rennen wird das Streichresultat der ersten Saisonhälfte bilden. Jetzt dürfen wir in den nächsten beiden Rennen von Ecce Homo und Glasbach keine Fehler mehr machen. Der Wunsch zu gewinnen bleibt. Der Rennsport ist so, aber dieses Wochenende ist schwer zu verdauen.“ Auf der 5,350 km langen Bergpiste in Asturien siegte nach Merlis ausscheiden, Simone Faggioli klar und deutlich, nach zwei Läufen und fast 7,5 Sekunden vor dem Franzosen Sebastien Petit (beide Norma M20 FC). Rang drei ging an den Spanier Javier Villa Garcia im kleinen BRC B53 „CM-Renner“.

Faggioli mit hauchdünnem Sieg in Portugal

14. Mai 2018

Die ersten Station der Tour über die iberische Halbinsel führte den harten Kern der EBM-Fahrer zur Rampa da Falperra in den Norden Portugals. Auf Einladung eines begrennverrückten portugiesischen Unternehmers nahm auch der Schweizer Reto Meisel die „kleine Weltreise“ auf sich und wird dann auf dem Rückweg, am kommenden Wochenende, im Baskenland beim spanischen EM-Lauf von Al Fito antreten. In Portugal angekommen, wurde der Mercedes SLK 340 Judd V8 gleich in den Farben des einheimischen Gönners aufwendig und komplett foliert und erstrahlte danach in ungewohnter Art und Weise. „Leider endete unser erstes Rennen auf der iberischen Halbinsel mit einer Enttäuschung“, resümierte Meisel. „Erhofft hatten wir sommerliche Wetterverhältnisse, wurden dann aber durch den Atlantikeinfluss regelrecht unterkühlt und teilweise durchnässt. Vor unserem ersten Rennlauf am Sonntag wechselten wir viermal die Räder, weil es immer wieder kurz regnete. Auf nicht komplett abgetrockneter Strecke gelang uns dann doch nach rund 30 Minuten Wartezeit an der Startlinie (Unterbruch auf Grund Unfalls von Renzo Napione) mit Sliks ein einigermaßen akzeptabler Lauf. Das Wetter meinte es dann doch noch gut und es trocknete ab 16 Uhr ab. Doch leider machte uns ein weiteres Mal die Defekthexe einen Strich durch die Rechnung. Dieser verflixte Anlasser aus England gab kurz vor der Startlinie zum gefühlt zehnten Mal den Geist auf. Die logische Schlussfolge ist, dass wir nun endgültig alles umbauen werden und auf einen bewährten Anlasser von Bosch zurückgreifen. Trotzdem hoffen wir, dass wenigsten der Ersatzanlasser das Rennen am kommenden Wochenende in Fito überlebt. Um den Gesamtsieg rauften wie gewohnt Simone Faggioli im Norma und Osella-Waffe Christian Merli. Beide fuhren je einmal Laufbestzeit und Merli sogar neuen Streckenrekord in 1:47,890 min und einem Schnitt von 173,51 km/h. Nach der finalen Zieldurchfahrt siegte dennoch zum insgesamt sechsten Mal Faggioli hauchdünn vor Merli. Faggioli ist unterdessen noch immer im 2017ner Modell des Norma M20 FC unterwegs. Das weiter verfeinerte Modell 2018 soll dann erstmals Anfang Juni in Ecce Homo (Tschechien) zum Einsatz kommen. Eschdorf-Sieger Sebastien Petit punktete auf Gesamtrang drei erneut erfolgreich in der EM-Wertung. Nach seiner gelungenen Premiere mit seinem flammneuen Norma M20 FC Judd V8 von Eschdorf, machte sich der Luxemburg ex-Champion Guy Demuth ebenfalls auf die über 1900 km lange Anfahrt ins Umland von Braga. Demuth kam erneut bestens mit dem noch ungewohnten Boliden zurecht und lande am Ende auf Platz vier, noch vor dem spanischen ex-Europameister der 80er und 90er Jahre Andres Vilarino, gleichfalls auf Norma V8, der […]

Marcel Steiner Kolumne: Voll motiviert hin, gefrustet zurück aus Eschdorf

12. Mai 2018

Nach dem ansprechenden Resultat vom Rechberg waren mein Team und ich motiviert und zuversichtlich, auch in Eschdorf um das Podest zu kämpfen. Die versammelte Konkurrenz aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und Slovenien machte es uns aber nicht leicht. Wir waren nur als kleine Delegation unterwegs, daher war die Stimmung im Team sehr entspannt. Schnell war unser Fahrerlagerplatz eingerichtet und ich konnte die Strecke besichtigen. Mit der Wagenabnahme hatten wir grosses Glück; wir brachten sie reibungslos über die Bühne, während andere zum Teil lange in der Kolonne stehen mussten. Gegen Abend lösten wir am Formel Nissan von Sascha Herz noch ein Problem an der Wippschaltung. Samstagfrüh stand nochmals eine Streckenbesichtigung an. Es war fast Mittag, als wir zum 1. Trainingslauf antreten konnten. Ich war sehr gespannt, wie sich der LobArt auf dieser Strecke nun anfühlen würde. Doch bereits nach wenigen Kurven war ich sehr enttäuscht: Das Auto untersteuerte massiv und ich konnte keine Geschwindigkeit aus den Kurven mitnehmen. So realisierte ich bloss die viertschnellste Zeit mit 1.8 Sek. Rückstand auf die Bestzeit, hinter drei Normas und knapp vor einem Osella. Im 2. Probelauf versuchten wir über die Fahrzeughöhe das Untersteuern zu beheben. Der LobArt verhielt sich aber nur geringfügig besser. Ich fuhr zwar um eine Sekunde schneller, doch der Rückstand auf die Spitze wuchs auf 2.3 Sek. an. Zudem fiel ich hinter Cyrille Frantz im neuen Osella PA30. Im 3. Training wollte ich weitere Änderungen am Fahrwerk ausprobieren. Die Elektronikprobleme vom Rechberg meldeten sich aber zurück und ich konnte den Motor am Vorstart nicht mehr anlassen. Also schleppten wir den Rennwagen zurück ins Fahrerlager und. suchten noch bis weit in die Nacht den Elektronikfehler, leider erfolglos. Nach einer wiederholten Streckenbesichtigung am Sonntagmorgen standen vor dem Rennen noch einige Arbeiten am LobArt an, die mein Team perfekt und zeitgerecht ablieferte. Die kürzere Übersetzung und das Set-up passten besser auf die Sprintstrecke von Eschdorf. Ich konnte mich auf 50.601 steigern und reihte mich hinter Sébastien Petit (Norma-Mugen, 48.260 Streckenrekord) und Patrik Zajelsnik (Norma-Mugen, 49.232) ein. Beim 2. Rennlauf musste ich mich an der Startlinie noch etwas gedulden. Wegen Ölflecken im Vorstartbereich haben die Organisatoren erst die gesamte Strecke auf weitere Verunreinigungen geprüft. Mein Einsatz und weitere Adaptionen am Fahrwerk zahlten sich in 50.075 aus, womit ich den 3. Platz halten und mich 0.3 Sek. vor Jelle De Coninck positionieren konnte. Vor meinem Start zum 3. Wertungslauf hörte ich über den Lautsprecher, die meisten Fahrer […]

Mitte Juni brüllen die Motoren am Heiligenstädter Iberg

11. Mai 2018

„Der Berg ruft“, ein Film aus den Dreißigern des vergangenen Jahrhunderts zur Erstbesteigung des Matterhorns. Auch südlich der Stadt Heilbad Heiligenstadt ruft ein bewaldeter Höhenrücken aus knapp 470 Meter allen Motorsportbegeisterten zu. Dass auch in diesem Jahr ein Bergrennen am Heiligenstädter Iberg stattfindet, ist -obwohl schon eine Tradition der letzten Jahre- keine Selbstläufer. Die kräftezehrenden Wochen vorm Wettstreit um Meter und Sekunden hinterließen in den vergangen Jahren ihre Spuren. Hermann Ludolph ist nicht nur Vorsitzender des Motorsportsclubs Heilbad Heiligenstadt e. V., er war zugleich bis vergangenes Jahr Organisationsleiter des Ibergrennens. Beides gebündelt in einer Person und der Herausforderung allen Rennteams und den Zuschauern ein eindrucksvolles Wochenende im Eichsfeld zu bieten, war kaum noch zu stemmen. Hermann Ludolph stellte die Funktion des Organisationsleiters der bisher alljährlichen Rennveranstaltung im Sommer 2017 zur Verfügung. Manche nennen es „Krisensitzung“, wir vom MC Heilbad Heiligenstadt nannten es „Neuorientierung“. In einem waren sich Rennleitung und Vorstand bald einig – das Ibergrennen im Stadtwald darf nicht sterben. Noch am gleichen Abend im Juli wurde im Forsthaus Kellner ein neues Orga-Team unter der Leitung des Heiligenstädters Sascha Herz aus der Taufe gehoben. Eine Herausforderung, dass sich das junge vierköpfige Team nun stellen muss. Begleitet von der Rennleitung, dem Vorstand und vielen Mitgliedern des Heiligenstädter Motorsportsclubs bleiben sie auf diesem Weg nicht allein. Einem bekannten deutschen Soulsänger folgend: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“.Die heiße Phase in Vorbereitung des Events am Berg läuft. „Klein Monaco“, wie die Rennveranstaltung in Motorsportkreisen mancherorts genannt wird, rüstet sich der Herausforderung. Der Vergleich mit dem Fürstentum an der Côte d’Azur ist ehrenwert, aber auch Ansporn diesen schmeichelnden Ruf nicht zu verspielen. Kommenden Monat ist es soweit. Am 16. und 17. Juni 2018 zieht Benzingeruch den Iberg hinauf. Bei einer Steigung bis zu 10 Prozent und einer Streckenlänge von 2050 Meter geht es durch die Kurven. 195 km/h bis zur ersten Kurve, die mancher Bolide nahe der 250 km/h steigert, faszinierten in den letzten Jahren tausende Zuschauer. Stellvertretend für die Fahrerinnen und Fahrer sei der Österreicher Herbert Pregartner vom MSC Rottenegg genannt. Sein Porsche 911 GT2 R ziert das diesjährige Motiv zum 23. Ibergrennen. Mehrere hundert Pferdestärken zaubert sein 6 Zylinder Boxermotor auf die Straße und verhalf Pregartner im vergangen Jahr den Iberg in weniger als einer Minute hinaufzueilen. von Jörg Hübsch

Harte Prüfung für Berg DM-Teams in Luxemburg

8. Mai 2018

Zum Auftakt seiner Saisonrunde war die Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft zu Gast in Eschdorf im Herzen Luxemburgs. Die Deutschen Bergspezialisten trafen an gleicher Stelle, wo im Jahr 2014 das erste FiA Hillclimb Masters der Geschichte stattfand, auf eine geballte internationale Elite der Bergszene, die man sonst nur noch bei einem Berg-Europameisterschaftslauf zu Gesicht bekommt. Zur 30. Jubiläumsveranstaltung gelang es der Union des Pilotes Luxemburg die Top-Fahrer aus Frankreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz in das Ardennendorf zu locken und erneut ein spitzenmäßiges Rennwochenende zu organisieren. Einen dem entsprechend schweren Stand hatten die Deutschen im Gesamtklassement, sieht man einmal vom Deutsch-Slowenen Patric Zajelsnik ab. In den jeweiligen Hubraumklassen und Gruppen, in der die Punkte zur Berg DM ausgefahren werden, fiel die Bilanz nach der letzten Zieldurchfahrt positiver aus. Gegen die Praxis bei den Bergrennen in Deutschland, wo alle Läufe in der Addition gewertet werden, verfährt man in Luxemburg nach dem „Französischen Modell“, allein den schnellsten von drei Durchgängen zu werten. Gerade beim vorherrschenden „Kaiserwetter“ des vergangenen Wochenendes, mit gleichbleibenden Bedingungen, garantierte dieser Wertungsmodus den rund 4.000 Fans an der nur 1,85 km kurzen Sprintstrecke, Spannung bis zur letzten Sekunde. Im ersten Lauf am Morgen, zeigte sich der amtierende französische Meister Sebastien Petit im Norma M20 FC Mugen V8-Sportwagen (Foto oben) am ausgeschlafensten und stellte gleich einen neuen Streckenrekord, in 48, 260 Sekunden auf. Der junge Freiburger Patrik Zajelsnik, auf einem baugleichen Auto, präsentierte sich in blendender Frühform und verpasste auf dem zweiten Tagesrang nur um 57/100 Sekunden die Bestzeit von Petit. Bemerkenswert ist, dass Patriks Vater und Teamchef Josef Zajelsnik bei der Erstausgabe des Eschdorfer Bergrennens vor genau 30 Jahren ebenfalls zweiter der Gesamtwertung in einem Ralt BMW Formel 2 war. Das Podium komplettierte der Belgier Jelle de Coninck in einem turbobefeuerten Norma-Sportwagen. Der schnellste Pilot mit DMSB-Lizenz saß in einen Dallara-Opel F303 Formel 3, und hieß Frank Debruyne auf Gesamtrang 19. Die Favoriten auf den diesjährigen nationalen Berg-Meistertitel kommen aus den Teilnehmerstarken Tourenwagen-Gruppen A/F und E1 sowie bei den Rennsportwagen aus den 2-Literklassen der Formel- und Sportwagen – das ist schon sicher. In der Gruppe A/F war es der junge Franke Markus Fink im Citroen C2 VTS, der die 1600 ccm Klasse gewinnen konnte. In der seit Jahren hart umkämpften 2-Literklasse, war es die Überraschung des Tages, den Seriensieger aus dem Vorjahr Kai Neu im Ford Focus ST, nur auf Rang drei einlaufen zu sehen. Es siegte Slalom-Ass Ralf Orth im BMW […]

Zweiter Schotten-Sieg und neuer Streckenrekord für Pregartner

1. Mai 2018

Das Wetter ist bei Openair-Veranstaltungen immer ein zentrales Thema, auch beim alljährlichen ADAC Bergpreis Schottenring. Ohne Übertreibung, stimmte beim „kleinen Jubiläum“ zur 15. Auflage als Auftakt zum DMSB-Berg-Cup, dem KW- Bergcup inklusive NSU- Bergpokal vor rund 2.500 Zuschauern alles. Der veranstaltende MSC Rund um Schotten konnte sich bei besten Wetterbedingungen sowohl über ein qualitativ hochwertiges, als auch volles Starterfeld und gute Stimmung freuen. Auch das Verhältnis zur Bevölkerung des Schottener Stadtteils Rudingshainer bezeichnete die im nordrhein-westfälischen Solingen wohnende Rennleiterin Sabine Fischer, die auch wieder an Pfingsten beim Wolsfelder Bergrennen die Fäden in Händen hält, als hervorragend. Eine optimale Bühne also für die Favoriten auf den Sieg der Rennwertung, die beiden Österreicher Herbert Pregartner (Sieger 2016) Herbert Stolz (Sieger 2013 und 17) jeweils im Porsche, dem Odenwälder Holger Hovemann im Opel Kadett und dem nach seinem Debüt letztes Jahr Vorjahreszweiten und noch Sieglosen Norbert Handa aus der Nähe von Würzburg im Lancia Delta Intergrale. Nachdem Hovemann seinen rund 700 PS starken Hecktriebler am Samstagabend nach den Trainingsläufen wegen Motorschaden abstellen musste, wurde in den vier Wertungsläufen am Sonntag aus dem Vierkampf ein Dreikampf um die Krone. „Es hat nicht sollen sein“, sagte ein enttäuschter Holger Hovemann. „Das Auto fühlte sich so gut an und Motor lief wie nie zuvor, einfach brachial, bis er dann ohne Vorankündigung kaputt ging“. Am Sonntag in der Früh legte Pregartner im 911 GT2 R mit 1:16,691 min. auf der bekannten 3033 Meter langen Strecke von Rudingshain über die Serpentinen Richtung Götzen deutlich vor und distanzierte sowohl Handa als auch Stolz im Allrad-935 DP 2 um fast vier Sekunden. Im zweiten Lauf konterte Handa minimal, konnte Pregartner letztlich aber nicht wirklich Paroli bieten. Der Österreicher legte mit seinem rund 900 PS- Boliden in den letzten beiden Durchgängen nach, stellte beim Finale mit 1:16,113 min. einen neuen Streckenrekord auf und holte sich mit 5:07 Minuten Fahrzeit seinen zweiten Sieg nach 2016. Handa wurde mit 5:13 erneut Zweiter und muss seine Siegambitionen in Schotten auf 2019 verschieben. Mit 5:22 komplettierte der etwas farblos agierende Herbert Stolz mit Rang drei unter 77 Fahrern, 69 in Wertung, das Siegerpodest. Darauf hatten die heimischen, mittelhessischen Fahrer keine Chance. Die besten Aussichten auf vordere Plätze hatte der Ober Mörlener KW Berg-Cup Neuling Stefan Bodin, der einen Porsche 944 GTR steuerte. Doch seine Fahrt endete im Training am Samstagnachmittag in der sogenannten Bachkurve, der ersten Serpentine oberhalb von Rudingshain in der Leitplanke. „Ich war nach […]