Bergrennen in Deutschland 2016 – Ein Zwischenbericht

29. Juni 2016

Die Pflanze Bergrennsport gedeiht nach wie vor üppig. Zuwendung und Pflege von Seiten der Veranstaltervereine, Medien, Aktiven und nicht zuletzt des DMSB Fachausschuss Bergrennen tragen Früchte. Die Gattung Tourenwagen blüht in allen Farben und Formen vor allem in den sechs Hubraumklassen der Gruppe E1 und der Gruppe A/F, hier besonders in der 2-Liter-Klasse. Bei den Rennsportfahrzeugen, mit ihren Formelrennwagen und Sportprototypen  ist der „grüne Daumen“ seit Jahren nicht so ausgeprägt. Gerade im internationalen Vergleich sind die Top-Fahrer und Fahrzeuge dieser Spezies hierzulande dünn gesät. Im Hinblick auf das zweite FiA Hillclimb Masters am 8./9. Oktober 2016 im tschechischen Sternberk Ecce-Homo fallen die Medaillenchancen somit äußerst gering aus. Als zusätzlichen Dünger wurde zur Saison 2016 von Seiten des Fachausschuss Berg der neue DMSB Berg-Cup untergemischt. Erstmals werden in dieser Meisterschaft Titelträger in den Gattungen Tourenwagen und Rennsportfahrzeuge separat gesucht. Die Punktezuteilung erfolgt, wie einst in der Berg-Meisterschaft nach dem Veranstaltungs-Gesamtergebnis der beiden Divisionen. Dafür wurde die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft etwas zurück geschnitten. Ab sofort wird es nach den zehn Veranstaltungswochenende nur noch einen nationalen Meister des Bergrennsports geben. Wertvolle Zähler werden hierzu in den jeweiligen Hubraumklassen zugeteilt. Die neu gestaltete Meisterschaft ist somit ein „Chancengeber“ für alle die, die in ihrer Klasse regelmäßig um den Sieg mitfahren, ganz egal ob in der Gruppe N, A, E1 oder in den E2-Rennwagen-Kategorien. Spannung und Action steigen und der Titelkampf wird somit auf wesentlich mehr Schultern verteilt, als in der Vergangenheit. Das zarte Pflänzchen DMSB Berg-Team-Cup ist nach einigen Anfangsschwierigkeiten mittlerweile zu einem bunten Strauß herangewachsen. Im dritten Jahr seiner Durchführung kann mit acht Teams und 32 Fahrerinnen und Fahrern ein Rekord-Einschreibeergebnis vermeldet werden. Beispielhaft voran ging hier der MSC Osnabrück, der als Veranstalter des Osnabrücker ADAC Bergrennens am ersten August-Wochenende, die Initiative ergriff und gleich zwei Mannschaften, sortiert nach Sportwagen und Tourenwagen, zusammenstellte und ins Rennen schickt. Hier sind die Möglichkeiten der Teambildung für die Zukunft mannigfaltig und lässt noch einiges erwarten. Dass es in Deutschland interessante und sichere Bergrennstrecken gibt und viele Veranstalter von Läufen der Deutschen Berg-Meisterschaft für eine tolle Atmosphäre und das gewisse Flair bei ihrem Event sorgen, dass gestemmt ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften, hat sich mittlerweile bis auf die britischen Inseln herum gesprochen. Immer wieder kommen einige Bergspezialiten, wie zum Beispiel Keith Edwards mit seinem spektakulären Audi Sport Quattro S1 in Pikes Peak-Ausführung (Foto mitte),  über den Ärmelkanal und bereichern hierzulande die Teilnehmerfelder. In der laufenden Bergsaison stehen zehn Meisterschaftsläufe […]

Iberg: Top-Rennsport des KW Berg-Cup bei Top-Veranstaltung

28. Juni 2016

Bevor es soweit war galt es allerdings einige Wetterkapriolen zu überstehen. Sturm und Regengüsse am Freitagabend, zweimal Nässe von oben auch während der vier Trainingssitzungen am Samstag, im Anschluss daran erneut Starkregen. Aber danach hat Petrus ein Einsehen, lässt den Rennsonntag sonnig beginnen, die 2,050 „Holzweg“ Kilometer präsentieren sich so stets trocken. Ansonsten ging beim „21. Int. ADAC Ibergrennen“ alles relaxt und in der gewohnt angenehmen Iberg Atmosphäre über die Bühne. Alle angesetzten Läufe konnten durchgezogen werden, ein jeweils superpünktlicher Beginn legte den Grundstein dazu. Den Rest steuerte die perfekte Arbeit der Helfer sowie die routinierte Organisation der Macher des MC Heilbad Heiligenstadt bei. Der flüssige Ablauf ermöglichte trotz der insgesamt 135 Starter einen jeweils frühen Feierabend, der am Samstag reichlich Zeit für die nötigen Vorbereitungen der Boliden für das Rennen ließ. Und obendrein zur Nutzung der vielen Annehmlichkeiten des einmaligen Innenstadt-Fahrerlagers, inklusive dessen Gastronomie. Der spezielle Iberg-Drive setzte sich auch bei der Siegerehrung fort, die zum Zeitpunkt des Anstoßes des Fußball Länderspiels Deutschland gegen die Slowakei bereits beendet war- schneller geht es wohl kaum mehr. Und so reiste die Mehrzahl der Teilnehmer sicher hochzufrieden aus dem nordthüringischen Eichsfeld ab. Vielleicht abgesehen von denjenigen, die ungebeten Besuch von der ungeliebten Defekthexe erhielten. Ob da KW Berg-Cup’ler dabei waren und wer in den beiden Rennserien des Berg-Cup e.V. am Iberg besonders erfolgreich war, das wollen wir uns nun hier und jetzt gemeinsam Klasse für Klasse anschauen. Der NSU Bergpokal glänzt mit 14 Startern, das ist Saisonrekord. In 1:13,052 setzt Rückkehrer Jörg Höber die schnellste Übungszeit, gefolgt von Karsten Steinert auf Trainingsposition (TP) zwei. Frank Kleineberg ist Dritter, auf der Vier taucht Jörg Davidovic auf, als Fünfter meldet sich Uwe Schindler. Alle genannten Herrschaften liegen in einem Zeitfenster von 1,051 Sekunden zusammen, das unterstreicht die Leistungsdichte der Luftgekühlten. Den besten Rennstart erwischt Jörg Davidovic, er stürmt an die Spitze. Aber Karsten Steinert (P2) benötigt lediglich 108 Tausendstel mehr für die erste Auffahrt, liegt im Windschatten der Startnummer 519. Auf den Rängen drei bis fünf haben sich Jörg Höber (P3), Frank Kleineberg (P4) sowie Uwe Schindler als Fünfter formiert. In Heat zwei drückt Karsten Steinert seine eigene Vorgabe um mehr als eine halbe Sekunde nach unten, während Jörg Davidovic etwas langsamer wird. Damit liegt Karsten Steinert vorne. In der Folge verteidigt er seine Führung souverän, fährt zum Sieg. Jörg Davidovic beendet den Wettbewerb als Zweiter, die Positionen drei bis fünf haben sich seit […]

Ascoli: Christian Schweiger ist wieder im EM-Rennen

27. Juni 2016

Doppelte Punkte kassierte Simone Faggioli mit dem Gesamtsieg und Streckenrekord beim italienischen Berg EM Beitrag von Ascoli-Piceno, der auch unter dem Namen Coppa Teodori bekannt ist. Der Ausnahmefahrer hat sich erneut den EM und Landesmeistertitel Italiens zum Ziel gesetzt. Beinah jedes Wochenende sitzt er so im Norma Zytek V8 und trifft dabei genauso oft auf Christian Merli im Werks Osella FA 30, der zweiter wurde. Da beide in unterschiedlichen Gruppen antreten, bleiben beide in der EM punktgleich in Front. Einen starken Einstand im aus dem Schweizer Finanzskandal stammenden ex-Julien Ducommun Osella FA 30 gab der junge Domenico Scola auf Rang 3. Der italienische Jungstar verwies sogleich die bärenstarke Konkurrenz Omar Magliona (ex-Faggioli Norma V8) und EM-Akteur Paride Macario (Osella FA 30) auf die Plätze vier und fünf im Gesamtklassement. In der EM-Kategorie I der Produktionswagen schloss der Österreicher Christian Schweiger mit dem Gruppe A-Sieg auf den bisherigen EM-Leader Nikola Miljkovic (beide Mitsubishi) auf, der in der Gruppe N-Wertung über Rang zwei nicht hinaus kam. Beide liegen nun zu EM-Halbzeit mit jeweils 118 Zählern punktgleich an der Spitze.

Iberg: Gewichtiger Gesamtsieg für Uwe Lang

27. Juni 2016

Das letzte Juni-Wochenende bot den am Bergrennsport Interessierten eine Fülle von hochkarätigen Veranstaltungen, quasi über den Globus verteilt. In den USA siegte beispielsweise Porsche Werksfahrer Romain Dumas im Norma-Sportwagen am weltbekannten Pikes Peak. In der Schweizer gewann Eric Berguerand den zweiten SM-Lauf von Reitnau. Dazu wurde in La Broque im Elsass um Punkte zur Luxemburger Bergmeisterschaft gefahren und der Österreichische Bergrallye-Cup machte Station in Naas bei Weiz. Ebenfalls zur Spezies der Bergrennen kann man das einzigartige Festival of Speed im englischen Goodwood bezeichnen, das ebenfalls traditionell am vergangenen Wochenende stattfand. Last but not least versammelte sich am Iberg in Thüringen die Deutsche Bergelite und stellte sich am Ortsausgang von Heilbad Heiligenstadt dem Starter. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren war der Ablauf des Rennens auf dem Holzweg beispielgebend für die Deutsche Bergmeisterschaft. Vier Läufe reibungslos durchzubringen und dann noch bereits um kurz nach 17 Uhr alle Pferde in den Stall getrieben zu haben, sprich das Rennen abzuschließen, kann als Idealzustand bezeichnet werden. Hier war klar die Handschrift von Kevin Ferner zu lesen, der jedoch als Vize-Rennleiter die Rennleiterpremiere von René Trautvetter von der RSG Altensteiner-Oberland aus dem Hintergrund begleitete. Dass es an beiden Tagen keine nennenswerten Ausritte ins üppige Grün gab, spielte der Rennleitung zusätzlich in die Karten und zwei unwetterartige Gewitterschauer trafen das Renngelände zu günstigen Zeitpunkten, wenn man das so sagen kann. Trotz Windböen und Sturzbächen im Fahrerlager blieben die Schäden gering. Wie so oft in den vergangenen Jahren nutzten die DMSB Kommissare die idealen Örtlichkeiten des Bauhofs direkt an der Startgerade um die entsprechenden Fahrzeuggewichte zu kontrollieren. Am Samstag stand die Waage den Teilnehmern zu freiwilligen Wiegung zur Verfügung. Am Sonntag baten die Offiziellen dann stichprobenartig zur Kontrolle. Dabei wurden drei Fahrzeuge mit, teilweise erheblichem Untergewicht festgestellt, die von der Werterung ausgeschlossen wurden. Hier werden wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit Sportstrafen die Folge sein. Uwe Lang ist weiter der schnellste Bergrennfahrer Deutschlands. Der Schweinfurter im Osella PA 20  BMW 3.0 gewann den 4. Berg DM Lauf. Ohne ausländische Konkurrenz dominierte Lang in allen vier Auffahrten das 118 Fahrer starkem Feld nach Belieben, orientierte sich aber am Streckenrekord von Patrik Zajelsnik (Norma Mugen V8) aus dem Jahr 2014, den er mehrfach knapp verfehlte. Peter Behnke, der die zweitschnellste Zeit des Trainings fuhr, kreiselte im Tatuus Master Honda gleich in der ersten Auffahrt von der Strecke und war aus dem Rennen. So übernahm F3-Mann Frank Debruyne kampflos Rang […]

Gorjanci: Historischer Sieg in Slowenien

20. Juni 2016

Der Ausflug der Berg ÖM zum GHD Gorjanci im slowenischen Zumberak-Gebirge endete kurios. Nachdem der Regen im 2. Lauf, im Verlauf der Gruppe E1-Tourenwagen vollends einsetzte, siegte Stefano Di Fulvio im 1990er Osella PA 9/90 BMW aus der Histo-Gruppe. Der Italiener hatte einerseits Glück das seine Gruppe den zweiten Durchgang eröffnete und er die noch trockene 4,3 km lange Strecke vorfand, anderseits fuhr Di Fulvio bereits im ersten Rennlauf am Morgen auf einen überraschenden sechsten Platz in der Gesamtwertung und zählte somit sowieso zu den Favoriten. Seinen zweiten Rang ins Ziel retten konnte hingegen der Tschechische FiA-Cup Sieger Vaclav Janik im Norma V8 vor dem Trainingsschellten Federico Liber im Gloria C8P Evo. Erneut sensationell Unterwegs fuhr der Österreicher Karl Schagerl (VW Rallye Golf TFSI-R) auf Rang vier, inklusive Tourenwagen-Rekord. Der Niederösterreicher stand zudem einem härtesten Gegner Ronnie Bratschi hilfreich zur Seite, der mit Kupplungsproblemen zu kämpfen hatte. Der Schweizer konnte sich mit Rang sieben in der Tageswertung und als zweiter bei den Tourenwagen wichtige Punkte im FiA Hillclimb Cup sichern. Nach klarer Führung und absolutem Streckenrekord in Lauf 1 rutschte der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik im Norma Mugen V8, bei seinem ersten Saisonstart auf Rang 8 ab. Auf regennasser Strecke kam der Freiburger ins Schleudern, konnte aber schlimmeres verhindern.

Marcel Steiners strapazierte Nerven

17. Juni 2016

Manchmal können einem gestandene Bergrennfahrer schon leidtun, die sich einem völlig neuen Projekt widmen, viel Herzblut hinein stecken und quasi wieder bei null anfangen müssen. In der Schweiz geht es gerade zwei der wohl besten Bergrennfahrer des Landes so. Neben Reto Meisel bekommt in diesen Wochen und Tagen Marcel Steiner eine Menge neue graue Haare. Der Garagist aus dem Berner Oberland hatte über den Winter sein Berg-Comeback mit dem LobArt LA01, einer italienischen Neukonstruktion, vorbereitet. Der Zeitplan für die Modifikationen des E2-SC Rennwagens geriet in Verzug und das Team aus Oberdiesbach musste auf geplante Rennteilnahmen im Ausland anfangs verzichten. Die Premiere beim Eschdorfer Hill Race Anfang Mai lief zwar nicht reibungslos, aber gab Grund zur Zuversicht. Immer wieder ließ sich der Mugen V8-Motor nicht starten. Nach einer umfangreichen Fehlersuche war Marcel Steiner guten Mutes, dass der Schweizer Saisonstart am 11./12. Juni am Hemberg doch positiv ausfallen würde, aber weit gefehlt. Samstagfrüh gegen halb vier Uhr setzte im Toggenburg dann der Regen ein und blieb bis in den Vormittag. Leider wurde der Zeitplan schon sehr früh durch Ausrutscher verzögert. Dementsprechend fand Steiners 1. Trainingslauf erst gegen Mittag statt. „Guter Dinge machte ich mich auf dem Weg vom Fahrerlager Richtung Startgelände und konnte zugleich noch ein wenig meine neuen Regenreifen anfahren. Seit der Reparatur nach Eschdorf sprang der Motor nun jedes Mal perfekt an. Nur im entscheidenden Moment vor dem Start konnte ich dem Motor wieder keinen Ton entlocken!“ Auch mehrmalige Versuche halfen nichts, Papa Heinz Steiner musste den LobArt ein weiteres Mal ins Fahrerlager zurückschleppen. Nach dem wechseln der Batterie sprang der Motor dann wieder sofort an. „Auf der Rückführung zum 2. Probelauf stellte ich fest, dass die Strecke schon trockener war, als ich es vermutet hatte. Dies veranlasste uns dazu, kurz vor dem Start einen Boxenstopp einzulegen und auf Slicks zu wechseln. Doch auch dies sollte mir nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Startlinie schon in Sichtweite, starb mir der Motor ab. Aber kein Problem, dachte ich mir… Nur daraus wurde wieder nichts – abermals bekam ich den Motor nicht zum Laufen und musste wieder am Seil zurück! Es war zum Verzweifeln! Nochmals mit anderer Batterie und Überprüfung der Daten konnten wir dann den Motor vor dem 3. Training warmlaufen lassen und weil der Regen auch wieder zurück war, in der Startaufstellung auf Regenreifen wechseln. Die Nerven etwas angespannt, sprang der Motor einwandfrei an und ich konnte doch noch meine […]

Hemberg: Berguerand siegt beim Schweizer Saisonstart

13. Juni 2016

Der Saisonstart der Schweizer Bergmeisterschaft vom zweiten Juni-Wochenende am Hemberg im Kanton St. Gallen erinnerte von den Wetterkonditionen an die Zeit als das Rennen noch im September stattfand. Immer wieder einsetzender Regen und für die Jahreszeit zu kühle Temperaturen sorgten dafür, dass die Bedingungen für die über 150 Fahrer niemals gleich waren. Zahlreiche Verzögerungen im Zeitplan und eine fast unlösbare Aufgabe der Reifenwahl, prägten die 5. Neuauflage der Traditionsveranstaltung im Toggenburg. Fast wäre der amtierende FiA-Cup Gewinner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO erneut als Gesamtsieger, wie zuletzt in Verzegnis (I), vom Platz gegangen. Der Seedorfer duellierte sich in den beiden Renndurchgängen mit Lokalmatador und Markenkollegen Roger Schnellmann und war am Ende nur 28/100 eher im Ziel. Mit Glück und Können fuhr Eric Berguerand auf der 1758 Meter kurzen Strecke den Gesamtsieg im Lola Cosworth heraus. Seine Erfahrungen von der Rundstrecke kamen unter diesen Wetterumständen Thomas Amweg zugute. Im Dallara Mercedes F305/07 Formel 3 zeigte der Sohn des ehemaligen Schweizer Bergkönigs Fredy Amweg eine überragende Leistung im Regen und belegte Rang vier der Tageswertung. Deutlich verhalten agierte Joel Volluz im Osella FA 30 auf der feuchten Bahn und riskierte auf Rang sechs, im Hinblick auf die weiteren SM-Läufe nichts. Für Reto Meisel viel das erhoffte erste, zählbare Resultat im Mercedes SLK 340 V8 erneut ins Wasser. Mit seinem gut und gern 600 PS starken Boliden, mit dem 3,4 Liter Judd-LMP2-Triebwerk, sah der mehrfache Deutsche und Schweizer Bergmeister im ersten Lauf nicht das Ziel und trat zum zweiten Durchgang nicht mehr an. „Wunder sind mit dem neuen Auto nicht zu erwarten“, verlautete Meisel bereits vor dem Rennwochenende. „Da braucht es noch viel Zeit um mich mit dem 340er vertraut zu machen“. von Thomas Bubel / Peter Wyss

Ecce Homo: Merli gewinnt Vorspiel

6. Juni 2016

Der 5. Lauf der Berg EM im tschechischen Sternberk Ecce-Homo war zugleich die Generalprobe für das zweite FiA Hill Climb Masters Anfang Oktober an gleicher Stelle. Einige Fahrer aus dem Ausland, wie der Schweizer Joel Volluz nutzten das Rennen zum auffrischen der Streckenkenntnisse, um für das „Race of Champions der Berge“ gerüstet zu sein. Der Schweizer Vize-Meister im Osella FA 30 (Foto oben) erreichte mit Gesamtrang drei am Ende mehr als er erwartet hatte. Das Italo-Dauerduell zwischen Europameister Simone Faggioli und Herausforderer Christian Merli, war bereits im ersten Lauf nach Motorproblemen an Faggiolis Norma Zytek V8 entschieden. Der Dominator der letzten Jahre, kletterte von Rang 7 noch auf die vier und rettete mit der Tagesbestzeit im zweiten Lauf und dem Gruppensieg noch die maximale Punkteausbeute in der EM, sodass die beiden Ausnahmefahrer nun weiter Punktgleich die EM-Kategorie II anführen. Ausrutscher von Lokalmatador Milos Benes (Osella FA 30) und EM-Haudegen Fausto Bormolini (Reynard F3000) begünstigten Faggiolis aufholjagt. Bei den beiden Unfällen machten die Leitplanken keine gute Figur. Bei Bormolinis recht spitzem Einschlag durchbohrte sein Reynard die Doppelleitplanke bis zum Cockpit, wie ein Wunder blieb der Norditaliener unverletzt. Der Gesamtsieg ging somit deutlich an Osella-Werksfahrer Merli vor seinem jungen Landsmann und Markenkollege Paride Macario. Bei besten äußeren Bedingungen folgten der tschechische Dreierpack Janik, Komarek und Neveril (alle Norma) auf den Plätzen fünf bis sieben. Kategorie I Leader Nikola Miljkovic (Mitsubishi) gewann erneut die Gruppe N und baute seine führende Position in der EM-Zwischenwertung aus. Miljkovics Hauptkonkurrent, der Österreicher Christian Schweiger (Mitsubishi) verlor mit Rang zwei in der Gruppe A, hinter dem Einheimischen Jaromir Maly, weiter an Boden. Punkte zur Berg ÖM standen ebenfalls zur Disposition. Karl Schagerl pulverisierte im E1-VW Golf Rallye zu Beginn den Tourenwagenrekord um 2 Sekunden und war am Ende umgeben von der F3000 und Prototypenmeute bester Österreicher. Und dennoch wäre für den amtierenden Österreichischen Meister mehr drin gewesen, denn Karl lief im zweiten Lauf, kurz vor dem Ziel auf einen Konkurrenten auf und musste Gas heraus nehmen.

Werks-Norma für Pikes Peak vorgestellt

4. Juni 2016

Nun wurde der Norma RD Limited den Romain Dumas beim 100. Pikes Peak International Hill Climb in den USA pilotieren wird offiziell in seiner „Kriegsbemalung“ vorgestellt. Das „Race to the Clouds“ findet in diesem Jahr am 26.06., also traditionell am letzten Wochenende des Juni statt. Das Bergrennen auf den Pikes Peak gilt als das härteste der Welt. Der Kurs ist knapp 20 Kilometer (12,42 Meilen)  lang, die es in sich haben: Los geht es auf 2860 Metern Meereshöhe, das Ziel befindet sich auf 4300 Metern. Dazwischen liegen 156 Kurven – meist ohne Leitplanken, dafür aber an spektakulären Abgründen entlang. Die schnellsten Teilnehmer schaffen die Strecke in deutlich unter zehn Minuten, den Rekord hält seit 2013 der französische „Allrounder“ Sebasien Loeb in 8:13,878 Minuten in einem Werks-Peugeot 208 T16.

Boxengeflüster 07/2016: Wussten Sie schon dass…?

3. Juni 2016

DASS auf der edlen englischen Traditions-Bergrennstrecke von Prescott am 28./29. Mai der originale Benetton B190 Formel 1-Rennwagen, den einst der brasilianische Weltmeister Nelson Piquet zum Grand-Prix Sieg in Suzuka pilotierte, auf der kurzen, engen und permanenten Bergrennstrecke in Action zu bewundern war. Die Demo-Fahrt war ein Programmpunkt des „La vie en Bleu Festivals“ für italienische und französische Oldtimer auf dem Gelände des Bugatti Owners Club in den sanften Hügeln der Midlands. DASS der Hunsrücker KW Berg-Cup Pilot Rainer Schönborn diese Woche für sein 30jähriges Dienstjubiläum gehrt wurde. Der VW Golf-Spezialist ist seit drei Jahrzehnten als „Firefighter“ in Diensten der US-Air Force und für den Brandschutz auf der Air Base im pfälzischen Ramstein zuständig. DASS das von BiD kürzlich vorgestellte Step-1 Projekt des früheren Bergrennfahrers Michael Kerber in dieser Saison noch beim Hauenstein-Bergrennen in der Rhön, sowie beim Bergrennen Unterfranken in Eichenbühl dem Publikum außer Konkurrenz vorgestellt werden soll. Das nächste Ziel des Engineering Projekts ohne Anspruch auf eine wie auch immer geartete Serienherstellung, ist eine FiA-Zulassung in der Gruppe E2-SC. Ist diese Hürde genommen, sind Teilnahmen an ausgewählten Wettbewerben bei Rundstrecken und Bergrennen angedacht. Entwicklungspartner auf der Fahrerseite ist und bleibt ADAC GT-Masters-Pilot Sven Barth. DASS „Bergrenn-Tausendsassa“ Kevin Ferner bei seiner Heimveranstaltung in drei Wochen am Iberg zu Heiligenstadt, sowie auch Ende Juli beim deutschen Berg EM-Lauf am Glasbach, nur mehr als stellvertretender Rennleiter fungiert. Die Fäden des Rennleiters wird bei den beiden thüringischen Bergrennen erstmals René Trautvetter in Händen halten, nachdem das Mitglied der RSG Altensteiner-Oberland seine Rennleiterprüfung mit Bravour bestanden hat. Kevin Ferner möchte künftig in Sachen Rennleitung etwas kürzer treten um sich künftig anderen Aufgaben widmen zu können. Dennoch wird der Eichsfelder das Saisonfinale in Mickhausen als Rennleiter über die Bühne bringen. DASS mit dem Wallenhorster Michael Schrey, der Rennleiter des FiA und Berg-DM Rennens von Osnabrück am letzten Mai-Wochenende als aktiver Motorsportler den Gesamtsieg beim 24h Classic-Rennen auf Porsche und seinen ersten Klassensieg im Rahmen des 24h-Rennen auf dem Nürburgring im BMW M 235i feiern konnte. Pech hatte hingen KW Berg-Cup Akteur Frank Brügge, der bei den 24h Classic bei widrigen Bedingungen bereits in der dritten Runde, als Leader in der Klasse und auf Rang 33 der Gesamtwertung den VW Golf mit Getriebeschaden abstellen musste.