Hill Race Eschdorf aus deutscher Sicht

6. Mai 2019

Das mit internationalen Spitzenfahrern wieder einmal bestens gespickte European Hill Race Eschdorf in den Luxemburger Ardennen, zeigte wie schon mit dem FiA Hillclimb Masters in Italien im letzten Oktober, dass der Deutsche Bergrennsport im europäischen Vergleich nur eine untergeordnete Rolle spielt und mit der absoluten Spitze bei den Rennsportfahrzeugen, wie auch den Tourenwagen nicht mithalten kann. Zudem sagten weitere Top-Piloten ihre Teilnahme in Eschdorf kurzfristig ab, somit schaffte es Christian Triebstein als bester Deutscher am Ende unter die Top-Ten der Gesamtwertung. Über die Stagnation der letzten Jahre im Deutschen Bergrennsport und Faktoren wie Reglement, Lizenzen, Katalysator oder Nachwuchsförderung, die sich mehr und mehr negativ bemerkbar machen, konnte dies jedoch nicht hinwegtäuschen. Als vom Veranstalter Union des Pilotes im Vorfeld bekannt gegeben werden musste, dass wegen der Staatstrauer im Großherzogtum das Training am Samstag erst nach 18 Uhr gestartet werden darf, war klar, dass man hier auf Zuschauereinnahmen wohl oder übel verzichten muss. Das vorhergesagte nass-kalte Schauerwetter mit Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt, schreckte wohl weitere Teilnehmer ab, auf die der Veranstalter nicht zählen konnte. Das 190er Fahrerfeld schrumpfte so auf 141, was im nach hinein gesehen dazu beitrug, dass am trockenen aber kalten Sonntag, ein Trainingslauf und drei (!) komplette Rennläufe vom luxemburgisch-deutschen Rennleiter-Duo Alain Pier und Heiko Petzhold durchgezogen werden konnte. Ein Glück, das am Sonntag doch mehr Fans zur Strecke pilgerten, als die Verantwortlichen des Clubs befürchten. Dennoch müssen die UdP´ler jeden Euro zweimal umdrehen um für das nächste Rennen in 2020 gerüstet zu sein. Bei extremen Bedingungen überschatteten einige Ausrutscher den stark verkürzten Trainingsabend am Samstag. Einer der Unglücklichen war der Alzeyer Gerd Kauff bei seinem Comeback im Team von Sascha Herz. Im Zielbereich kam der frühere Formel 3-Pilot mit dem Dallara Nissan World Series 3-Liter Rennwagen von der Strecke ab. Mit Rippenverletzungen musste Kauff dann die Nacht im Krankenhaus verbringen, ist aber zwischenzeitlich wieder wohlauf. Nichts desto trotz denkt der Messebau-Unternehmer schon wieder an die nächsten Bergrennen. Für den arg mittgenommenen Dallara-Rennwagen müssen jedoch erst einmal Ersatzteile organisiert werden und wahrscheinlich auch ein neues Moncoque. Motor und Heckpartie sind intakt. Trotz allem, kann sich das Resultat im Bereich der Formel-Rennwagen aus deutscher Sicht gut sehen lassen. In der Klasse E2-SS der Formel-Rennwagen bis 2000 ccm Hubraum mischten die DM-Piloten auch ohne Frank Debruyne gut mit. Der rezente Dallara F303 des Badeners wurde am Eschdorf-Wochenende vom neuen Besitzer, einem Iren abgeholt, sodass auch Debruyne auf die […]

Staatstrauer bringt Eschdorf-Zeitplan durcheinander

27. April 2019

Aufgrund der nationalen Trauer im Großherzogtum Luxemburg, nach dem Tod Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Jean (98) und als Zeichen der Solidarität mit der großherzoglichen Familie, haben der Vorstand des ACL Sport des Luxeemburger Automobilclubs und der Organisator Union des Pilotes im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen, das sportliche Programm der betreffenden Veranstaltung für den Tag des Staatsbegräbnisses am 4. Mai 2019 zu ändern. So lautet die offizielle Presse-Mittteilung von ACL Sport und UdP vom Freitagnachmittag. Zahlreiche Veranstaltungen in ganz Luxemburg fallen sogar ganz aus oder wurden verschoben. Der geänderte Zeitplan des Hillrace gestaltet sich wie folgt: Samstag, 4. Mai 2019 – Vor 18:00 Uhr werden keine Trainingsläufe stattfinden – Ein Trainingslauf wird zwischen 18:00 und 21:00 Uhr erfolgen, falls die Bedingungen es erlauben Sonntag, 5. Mai 2019 – Ein Trainingslauf wird ab 08:00 Uhr stattfinden – Unmittelbar nach dem Trainingslauf werden zwei Rennläufe stattfinden – Ein weiterer Rennlauf könnte möglicherweise noch erfolgen, falls die Bedingungen es zulassen Weitere Infos für die Fahrer und Teams zu möglichen Änderungen in der Abfolge der Technischen Abnahme und der Dokumentenabnahme sollen an diesem Montag erfolgen.

Erneut Topfeld mit knapp 190 Startern in Eschdorf

27. April 2019

Anfang September 1988 gewann der Franzose Hervé Bayard im Martini-BMW Mk32 Formel 2 die Erstausgabe des Eschdorfer Bergrennens mit 20 Hundertsteln Vorsprung auf Jozef Zajelsnik im Ralt Rt20. Am Wochenende des 4./5. Mai organisiert die Union des Pilotes nun schon zum 31. Mal ihr traditionelles « European Hill Race », Lauf zur Luxemburger und zur deutschen Bergmeisterschaft sowie zum « KW-Berg-Cup » und erstmals auch dem deutschen „KW Berg-Cup National“. Einmal mehr wird sich also in dem kleinen Ardennerdörfchen Eschdorf zwischen Wiltz und Ettelbrück im Norden Luxemburgs alles um den Motorsport, PS-Power und hochdrehende Antriebsaggregate drehen. Sehr zur Freude der voraussichtlich erneut zahlreichen Zuschauer, die nicht nur aus Luxemburg, sondern vor allem auch Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, ja sogar der Schweiz und England anreisen werden, genießt das European Hill Race doch bis weit über die Grenzen Luxemburgs einen ausgezeichneten Ruf bei den Rennsportfreaks und zählt somit ohne Übertreibung zu den zehn meistbesuchten Sportveranstaltungen des Landes. Der zweifache französische Bergmeister 2017 und 2018 mit sieben Vize-Bergmeistertiteln 2004, 2006-2010, 2012, 2015 und 2016 sowie zweifache Bronzemedaillengewinner bei den FIA Masters von Sternberk/Tschechien 2016 und Gubbio/Italien 2018 Sébastien Petit sicherte sich im Vorjahr nach seinen beiden dritten Plätzen 2014 und 2015 nicht nur seinen ersten Eschdorf-Gesamtsieg, sondern fuhr in 48,260 sec. auch neuen Streckenrekord. Im Norma M20 FC mit 3 Liter-V8-Mugen-Honda-Motor (Foto oben) geht Petit dieses Jahr somit wohl als Favorit ins Rennen. Doch die Konkurrenz ist hoch motiviert, so etwa der im Vorjahr 30 Jahre nach seinem Vater Jupp mit nur 0,557 sec. Rückstand Gesamt-Zweite Patrik Zajelsnik (Slowenien), der im Norma-Mugen Honda M20 FC V8 im vergangenen September das bestbekannte Bergrennen Sankt-Agatha in Österreich gewonnen hat. Der Eschdorf-Sieger 2013, fünffache Schweizer Bergmeister 2010, 2011, 2012, 2017 und 2018 sowie deutsche Bergmeister 2008 Marcel Steiner seinerseits musste sich im Vorjahr wegen technischer Probleme am LobArt-Mugen Honda LA01 V8 mit dem undankbaren vierten Rang begnügen und möchte nun nach den Siegen von Vater Heinz in den Jahren 1995 und 1996 auf einem Martini-BMW Formel 2 endlich ein viertes Mal in Eschdorf die Siegesglocken für Familie Steiner läuten lassen. Mit Platz 2 in den Jahren 2014, 2015 und 2017, P3 2007, 2012 und 2016, P4 2013, aber auch als Dritter der Gesamtwertung und zugleich Goldmedaillengewinner in der Kategorie der FIA-Rennsportfahrzeuge beim ersten FIA Masters im Oktober 2014 auf der gleichen Strecke zählt der vierfache Schweizer Bergmeister 2013-2016 und amtierende Vize-Meister Eric Berguerand im Lola-Cosworth Fa99 F3000 zu den […]

„Bergmonster“-Festival im Kampf um den Eschdorfer Tourenwagen-Sieg

25. April 2019

Erneut eines der qualitativ besten Startfelder, das Eschdorf je sah, mit knapp 190 Fahrern aus Deutschland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Slowenien und natürlich Luxemburg hat sich zur Jubiläumsausgabe am ersten Mai-Wochenende eingeschrieben, um in den Kampf der einzelnen Wertungen zum Gesamtsieg, zu Gruppen- und Hubraumklassensiegen, Damen-Pokal oder noch der Junioren-Wertung für U25-Fahrer zu ziehen. Drei Trainingsläufe sind am Samstag ab 9.15 Uhr vorgesehen, drei Rennläufe (so es keine zu großen Zeitverzögerungen wegen zu zahlreichen Ausrutschern geben möge) am Sonntag ab 8.30 Uhr. Im Vorjahr endete der heiße Kampf um den Tourenwagen-Gesamtsieg zwischen dem Schweizer Ronnie Bratschi und dem Franzosen Nicolas Werver für beide mit einem Ausrutscher im letzten Rennlauf, sodass sich Bratschi mit anderthalb Sekunden Vorsprung aus den Vorläufen durchsetzen konnte. Sowohl der dreifache Sieger des Internationalen FIA-Berg-Pokals 2016, 17 und 18 und eidgenössische Tourenwagen-Vize-Bergmeister 2018 im vom legendären Schweizer Tuner Eggenberger hochgezüchteten Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO als auch der inzwischen siebenfache französische Bergmeister 2010, 2012-16 und 2018 und sein herrlicher Porsche 997 GT2 haben sich für ein erneutes Duell der Giganten angekündigt. Und erneut fungiert der in Deutschland lizenzierte Österreicher Herbert Stolz als Schiedsrichter, der seit 2004 in 54,40 sec. den Tourenwagenrekord hält und seinen bärenstarken Porsche 935 DPII im Vorjahr nur 4 Hundertstel hinter Markenkollege Werver einreihte. Der Deutsche Tourenwagen-Meister 2006 und 2013, dessen Fahrzeug wie jene seiner Gegner mit der (mindestens) 700 PS-Marke flirtet, wird mit nunmehr 70 Jahren in Abwesenheit des kürzlich bei einem durch einen von einem herumstreunenden Hund verursachten Sturz bei einer Fahrradtour verletzten Léon Linden den Senior im Feld darstellen. Im großen Feld der Outsider nennen wir beispielsweise die Schweizer Romeo Nüssli, Dritter der Schweizer Tourenwagen-Bergmeisterschaft 2017 und Gesamtsieger beim legendären Mickhausener Bergrennen 2016 (D), der 2017 bei seinem erstmaligen Start in Eschdorf den PS-starken ex-Gabat-Ford Escort Cosworth zum Tourenwagen-Gesamtsieg trieb, Thomas Kessler, Vierter der Schweizer Bergmeisterschaft 2018, der seinen Mitsubishi Lancer 2015 im Regen auf den 7 Gesamtrang inmitten der Formel- und Sportwagen gestellt hatte, sowie den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister 2017 und 2018 Fréderic Neff, der seinen Porsche 996 GT3-R stets beherzt zu Topzeiten driftet. Oder noch René Ruch und seinen soundstarken Ferrari F355 GT, treuer Gast in Eschdorf. Aus Frankreich möchten auch noch Tourenwagen/GT-Vize-Bergmeister 2016 Philippe Schmitter im extrem spektakulären Renault RS.01 mit 3,7 Liter-Turbomotor sowie sein Bruder Christian, Tourenwagen/GT-Vize-Bergmeister 2017 ein Wörtchen vorne mitreden, wobei der Letztgenannte seinen Porsche 997 GT3-R übrigens in etwas mehr als zwei Monaten […]

Hin stellt auf Ersatzdroge PA30 um

18. April 2019

Nach unserem Artikel vom letzten Sonntag über das geplante Comeback von Bernd Simon mit dem von Alexander Hin übernommenen Reynard 97D Judd Formel 3000, werden sich viele Bergrennfans gefragt haben, welches Rennsportgerät sich nun Alexander Hin in diesem Jahr unter den Hintern klemmt. Ganz eindeutig kann die Frage allerdings nicht beantwortet werden, denn es sind mindestens auf drei Fahrzeugen Renneinsätze in der Deutschen Bergmeisterschaft und im benachbarten Ausland angedacht. Partner wir in vielen Fällen die Vorarlberger Rennwagenschmiede PRC, sprich Emanuel Pedrazza und sein Team sein. Aber auch Ersatz für den potenten Reynard Formel 3000 wurde kürzlich angeschafft, der jedoch erst in der zweiten Saisonhälfte zum Einsatz kommen soll. Wie in den letzten beiden Jahren wird der Elzacher beim zweiten Berg-EM Lauf des Jahres am legendären Rechberg in Österreich antreten. Geplant ist das Wochenende in der Steiermark mit dem PRC FPR 12 Chassis mit den 2000ccm-Minichberger Motor in der Gruppe E2-SC. Selbiges Gefährt ist auch für die Bergrennen Eschdorf (L), Wolsfeld und Glasbach vorgemerkt. Zwischendurch, Mitte Mai soll nach langer Pause wieder einmal der PRC S4 mit dem infernalischen Opel ITC-Triebwerk hervorgeholt werden und im österreichischen St. Anton mit um den Gesamtsieg fahren. Aus der nahen Schweiz, von Simon Hugentobler hat sich Hin die „Reynard-Ersatzdroge“ á la Osella PA 30 besorgt. Der Rennwagen für die Gruppe E2-SC ist mit dem Osella FA 30 (Gruppe E2-SS) den beispielsweise Christan Merli und Christoph Lampert fahren, in vielem Baugleich. Hin´s neuer PA 30 wurde im Jahr 2015 im Osella-Werk neu aufgebaut und verfügt über einen rund 500 PS starken Zytek V8-Motor. Für Starts in deutschen Landen (außer bei den FiA-Läufen in Glasbach und Osanbrück) wird ein zwingend vorgeschriebener Katalysator nachgerüstet. Ein erster Test auf dem französischen Renngelände Anneau du Rhin, auch mit dem 2-Liter PRC verlief zufriedenstellend, bis der Regen kam. Außerdem wurde ein neuer Renntransporter mit Motorhome angeschafft.

Weißes F3000-Osterei für Bernd Simon

14. April 2019

Wir werden in diesem Jahr Zeugen nicht nur eines Comebacks in der Deutschen Bergmeisterschaft. Wie „Bergrennen in Deutschland“ bereits berichtete, wird der Alzeyer Gerd Kauff nach 28 Jahren wieder mit einem 3 Liter-Formelrennwagen zurück an den Berg kommen. Nicht ganz so lang Abstinent war der Dillenburger Bernd Simon. Der seit dem Jahr 2008 aus dem Bergrennsport abgetauchte Mittelhesse ist wieder da! Binnen Monaten hat der Transportunternehmer und Klassik-Car Händler wieder von Null angefangen und sich das entsprechende Equipment angeschafft. An diesem Samstag wurde die vorgezogene Osterüberraschung in Form eines Reynard Formel 3000-Rennwagens angeliefert, was die Euphorie im Hause Simon erst recht anfachte. Und  nicht nur dass, fast die komplette Helfer- und Mechanikertruppe von vor 11 Jahren ist im Team Simon wieder an Bord. Eine wichtige Rolle bei Simons Wiedereinstieg, spielte der Schwarzwälder „Häuslebauer“ Alexander Hin. Schon ende letzten Jahres gab Hin den gekauften „Rennsportbus“ aus den Beständen des verstorbenen Österreichers Hermann Waldy an Bernd Simon weiter. Unterdessen ging die Suche nach einem potenten Rennfahrzeug weiter. „Einen bezahlbaren 3-Liter Sportwagen oder Formel-Rennwagen für den Einsatz am Deutschen Berg zu finden, ist extrem schwierig. Mir haben da auch die entsprechenden Kontakte gefehlt. Darum habe ich Alex kontaktiert, der ja immer gut mit Fahrzeugen bestückt ist“, erzählte Simon. „Angesprochen habe ich ihn dann auf seinen Formel 3000“. Nach einigem hin und her, Wochen der Bedenkzeit, gab sich der Elzacher einen Ruck und Schlug ein. Der frisch von Lang Motorsport und HTR Development revidierte ex-Daniel Allais Rennwagen ist sofort einsatzbereit und auch der Pilot Bernd Simon hat sich bereits fit gemacht und einige Kilos abgenommen um optimal im engen Cockpit agieren zu können. Ein erster Test vor drei Wochen auf der elsässischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief sehr zufriedenstellend für den 52-jährigen aus Oberscheld, dem Startort des ehemaligen Handstein-Bergpreis Dillenburg. „Bei aller Euphorie, ich werde jedoch erst gegen Mitte der Saison erstmals an den Start gehen“, verriet Bernd Simon. „Wir wollen nichts überstürzen. Ich möchte zuerst den Renntransporter etwas herrichten und mich in der kürzlich angemietete Halle einrichten“. Bernd Simon begann mit dem Bergrennsport Ende der 1990er Jahre. Erst in der Formel 3-Klasse mit verschieden Modellen, von Reynard bis Dallara. Ab dem Jahr 2004 kam dann ein Osella PA 20S BMW Sportwagen der Gruppe CN zum Einsatz, damals gegen so klangvolle Namen wie Herbert Stenger, Marcel Steiner, Uwe Lang oder Jörg Weidinger. Zahlreiche Top-5 Platzierungen in Tageswertungen sowie Top-Platzierungen in der Bergmeisterschaft für Rennsportfahrzeuge […]

Erst VW Scirocco R-Debüt dann als Streckensprecher am Iberg

4. April 2019

Wesentlich schneller als gedacht, steht nun wieder ein Rennfahrzeug in der kurzzeitig verwaisten Halle von Günter Miethke. Der Fahrlehrer aus Helmstedt, gelegen an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, hatte ja zwischenzeitlich seinen Norma M20 Honda 2-Liter E2-SC Sportwagen verkauft. Der reinrassige Rennsportwagen soll, laut Miethke der Deutschen Berg-Szene erhalten bleiben. Wer nun der neue Besitzer ist, bleibt weiter im Dunklen. Doch wie man hört soll der Wagen ins Osnabrücker Land gegangen sein. Günter Miethke wird mit einem VW Scirocco R, der dritten und vorerst letzten Generation ein modernes Fahrzeug an den Start bringen, was so im Deutschen Bergrennsport viel zu selten eingesetzt wird. Nur hier und da findet ein fast noch aktuelles Modell, wie der VW Scirocco III, der noch bis 2017 vom Band lief, den Weg in den Deutschen Bergrennsport. Da ist die Quote in fast allen anderen europäischen Landesmeisterschaften wesentlich höher. Ab der Saisonmitte, pünktlich zum ADAC Glasbachrennen, wird sich der wortgewandte Niedersachse wieder dem Tourenwagensport widmen und anschließend sein Debüt als einer der Streckensprecher des ADAC Ibergrennens in Heiligenstadt geben. „Da ich es eh nicht mehr verheimlichen kann, möchte ich meinen Plänen nicht weiter unter der Decke halten“, so Miethke. „Vor kurzem habe ich mir einen ehemaligen Werk VW Scirocco R zugelegt. Dieser wird gerade an die Gruppe H/E1 angeglichen, um die Möglichkeit der Verwendung am Berg, vielleicht auch mal in Oschersleben beim NATC bzw. Slaloms zu verwirklichen. Der Bergsport wird aber vorläufig das Haupteinsatzgebiet bleiben. Der Wagen bekam einen neuen Motor, der zurzeit noch mit relativer Serienleistung glänzt, aber sicher noch mehr Kraft erhalten wird. Das Auto fühlt sich gut an und hinterließ bei ersten Probefahrten einen sehr guten Eindruck. Frontantrieb ist erst einmal wieder ungewohnt für mich, aber ich kenne diese Antriebsart ja schon aus den 1990er Jahren. Das wird schon wieder werden. Erster Start ist beim Glasbachrennen Mitte Juni geplant, genau ein Jahr nach meiner letzten Rennteilnahme mit dem Norma.

Andreas Voss im Tatuus Master – Rollout in Lahr

25. März 2019

Die Katze lange nicht aus dem Sack gelassen, hat Andreas Voss. Seit letzten Oktober ist der Westfale stolzer Besitzer eines Tatuus Formula Master Honda, praktisch einem Formel 2-Rennwagen. Der Landwirt und Geflügelzüchter aus dem Delbrücker Ortsteil Westenholz, der schon seit seinem Umstieg vom E1-Tourenwagen in den Formel Renault in der Saison 2015, auf die Unterstützung von Thomas und Manuel Conrad zählen kann, hat den schnittigen und modernen Rennwagen in der Schweiz, beim bekannten Team Jenzer Motorsport erstanden. Insgesamt 50 Exemplare dieses Rennwagens wurden gebaut und zwischen 2007 und 2009 internationale bei Rundstreckenrennen im Rahmen der WTCC eingesetzt. Im Kohlefaser-Monocoque mit der Nummer 39 ist ein 2-Liter 4-Zylinder Motor aus Vollaluminium verbaut, der 250 PS entwickelt. Aktuell befindet sich der Rennwagen im schwäbischen Dettenhausen bei Conrad Racing Sport und wird auf die Ansprüche des Bergrennsports angepasst. Seinen Formel Renault 2-Liter Rennwagen wird Andreas Voss vorerst behalten, denn Sohn Bastian ist ebenfalls „heiß“ aufs Formelfahren. Noch muss Bastian Voss sich aber gedulden, bis zu seinem 18. Geburtstag im kommenden Oktober. Eine geplante erste Testfahrt in Lahr scheiterte am noch nicht vorhandenen Führerschein. Dafür wird Papa Andreas zu seinem ersten Rollout mit dem Tatuus Master beim Testevent am nächsten Wochenende auf dem Flugplatz im badischen Lahr ausrücken. Läuft am Samstag alles nach Wunsch und der Rennwagen macht keine Mucken, geht es am Abend nach Hause. Optional steht der Sonntag auf dem Programm. Bis zum Start der Berg-Saison erhält der Master-Rennwagen, wie schon der Renault, das Design der Formel 3000-Boliden des unvergessenen Lionel Regal, den Andreas Voss verehrt. Aus beruflichen Gründen kann Andreas nicht an allen Läufen der Deutschen Bergmeisterschaft teilnehmen, denn die Ernte muss eingefahren werden. Geplant sind die DM-Bergrennen Eschdorf, Glasbach, Iberg, Osnabrück und Eichenbühl. Dazu möchte sich Voss Anfang im Juni, mit der Teilnahme beim tschechischen Berg EM-Lauf von Ecce Homo, einen Wunsch erfüllen.

Comeback mit Herz nach 28 Jahren

15. März 2019

Im Lager der Rennsport-Fahrzeuge tut sich was! Die Vorzeichen in dieser Kategorie zur bevorstehenden Bergrennsaison in deutschen Landen, waren lange nicht mehr so hoffnungsvoll wie in diesen Vorfrühlingstagen. Einsteiger, Umsteiger und Rückkehrer haben sich angekündigt. So avisiert der Lipper Patrick Rahn den Einstieg in den Bergrennsport mit einem Formel 3-Renner (BiD berichtete im Januar). Seit wenigen Tagen ist Andreas Voss stolzer Besitzer eines Formula Tatuus Master Honda, der gerade bei Thomas Conrad für den Berg präpariert wird. Bei Formel 3-Primus Frank Debruyne wird es ebenfalls eine Veränderung geben, die aber noch der Geheimhaltung unterliegt. Weiter arbeitet Sascha Herz an seinem neuen Dallara F316 Formel 3. Dazu strickt der Dillenburger Bernd Simon an einem Comeback und für Kurzentschlossene bietet Lang Motorsport einen ihrer Formel Renault-Rennwagen als Mietobjekt an. Sich bereits für die komplette Saison 2019 eingemietet hat sich der Alzeyer Gerd Kauff, den langjährige Szenekenner noch aus seiner Zeit mit dem schwarzen Ralt RT 3 Formel 3 in Erinnerung haben. „Ich glaube es ja selbst kaum“ so Gerd Kauff über sein Comeback am Berg im Team des Heiligenstädters Sascha Herz. Der Alzeyer fuhr von Mitte der achtziger bis in die 90er am Berg. Von 1987 bis 1991 erfolgreich in der Formel 3, zu einer Zeit, wo bis zu 27 Fahrzeuge in der Klasse am Start standen. Hannes Martin nannte Ihn damals den schwarzen Blitz aus Alzey, wegen der Farbe des Wagens. Danach wechselte er auf die Rundstrecke, fuhr mehrmals das 24h Rennen am Ring und im Langstreckenpokal, vermietete hier zusammen mit seinem Team bis zu 4 Fahrzeuge an andere Fahrer gleichzeitig. Am Berg war er dann nur noch an seinem Hausberg dem Teufelsrutsch Bergrennen zu sehen. Ende 1996 war für Ihn nach über 100 Starts selbst Schluss, der Beruf und private Dinge gingen vor. Bis 1999 betreute er noch einen Nachwuchs Kartfahrer, dann war Motorsport über Jahre hinweg kein Thema mehr. Wie kam es zum Comeback: Der Sohn eines ehemaligen Mechanikers wollte letztes Jahr mal nach Eschdorf zum Rennen. „Dort sah ich dann Sascha Herz mit seinem Dallara Nissan V6. Solch ein Fahrzeug wollte ich schon mal vor ein paar Jahren kaufen, aber die Vernunft siegte, denn ich kriege einfach die Vorbereitung eines Fahrzeugs und Fahren zeitlich nicht mehr hin, der Job lässt es nicht zu“. Ein weiterer Besuch beim Bergrennen in Homburg machte mich dann schon sehr nachdenklich, wie ich es doch wieder bewerkstelligen könnte zu fahren“. Letztendlich in Eichenbühl […]

Novum eines DMSB-Lizenzlehrgangs Bergrennen bis Rennsportfahrzeuge

20. Februar 2019

Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) bietet zum Start in die neue Saison, zum ersten Mal einen Lizenzlehrgang für die Internationale DMSB-Lizenz Stufe D für Bergrennen an. Besagte Lizenz ist Grundvoraussetzung für Neueinsteiger die in der Bergmeisterschaft mit einem Rennsport-Fahrzeug (Formel E2-SS, Sportwagen E2-SC, Silhouette E2-SH) an den Start gehen möchten. Die Stufe „Int. D“ berechtigt das Führen von Rennsportfahrzeugen bis 2000 ccm Hubraum (z.B. bis Formel 3). Für die Teilnahme, beispielsweise am KW Berg-Cup National oder am NSU-Bergpokal, ist der Besitz einer gültigen Fahrerlizenz des DMSB oder eines anderen der FIA angeschlossenen nationalen Verbandes mindestens der Stufe National A ebenfalls erforderlich, das Mitmachen in der Internationalen Serie KW Berg-Cup setzt jedoch eine Internationale Lizenz der Stufe D oder höher voraus. Diesem Umstand geschuldet wird vom DMSB-Fachausschuss Bergrennen erstmals ein Lehrgang organisiert. Dieser findet am Freitag, den 26. April 2019 im Vorfeld des Auftaktes der Berg-Saison bei Bergpreis Schottenring statt. Diese Idee wird nun umgesetzt um den teilweise schweren Hürden für alle Berg-Neueinsteiger zu begegnen. Angesprochen sind Leute die sich zuvor noch nicht in einer anderen lizenzierten Motorsport-Spielart bewährt haben. In den Schulungsräumen des MSC Schotten bilden Lehrgangsleiter Kevin Ferner (zugleich Rennleiter am Schottenring) sowie die Referenten Christoph Schackmann und Rüdiger Kleinschmidt die Teilnehmer zunächst in der Theorie aus, bevor zum Abschluss eine 30-minütige schriftliche Prüfung abgelegt wird. Wer nach bestandener Prüfung das Erlernte sofort in die Praxis umsetzen möchte, sprich an der Rennveranstaltung teilnehmen möchte, kann dies gleich im Rahmen des „16. ADAC Bergpreis Schottenring“ am 27./28. April tun. In diesem Fall, leider nur Tourenwagen und E2-SH-Gruppen. Das geht allerdings nur dann, wenn der Betreffende seinen Lizenzantrag mit allem was dazu gehört im Vorfeld rechtzeitig an den DMSB gesendet hat. Interessenten an dieser tollen Möglichkeit können sich jederzeit gerne an den zuständigen DMSB-Koordinator Alexander Geier, der selbst bereits sporadisch bei Bergrennen teilgenommen hat, wenden (E-Mail ageier@dmsb.de oder Telefon 069 633 007 17) und für den Lehrgang anmelden. Zugelassen sind nur deutsche Teilnehmer bzw. Teilnehmer mit einem Wohnsitz in Deutschland. Wichtig: Teilnahmevoraussetzung für den Lizenzlehrgang ist der Nachweis eines mindestens eintägigen Fahrerlehrgangs oder Fahrsicherheitstrainings, der zu Beginn der Schulung vorgelegt werden muss. Anmeldeschluss für den DMSB-Lizenzlehrgang für eine Internationale Lizenz Stufe D für Bergrennen ist der 19. April 2019. Teilnehmer können sich ab sofort und mit der Anmeldung bis 1. April zum Frühbucherpreis von 150,– Euro (inkl. MwSt.) anmelden, danach ist der Standardpreis von 180,– Euro fällig. Download: Lizenzlehrgang Int. D Berg […]

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