Unsichere Zeiten für Berg-DM Veranstalter – Konzepte auf dem Weg

24. Oktober 2020

Das aktuelle Ziel aller Rennveranstalter aus der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft ist es, selbstbestimmt und handlungsfähig zu sein um im kommenden Jahr wieder Bergrennen zu organisieren. Dies wird in der jetzigen Zeit auf eine harte Probe gestellt. Die Dynamik um Covid 19 der letzten Wochen, hat einen enormen Einfluss auf deren Planungen. Was vor wenigen Wochen noch als tragfähige und schlüssige Idee daherkam, ist nun schon wieder hinfällig. Noch ist es bis zu einem möglichen Saisonstart 2021 über ein halbes Jahr hin, aber schon jetzt  müssen sich die Veranstaltervereine ihre Gedanken machen, ob sie das zweifellos herrschende Risiko, verbunden mit immer wieder neuen Herausforderungen eingehen können. Unlängst, beim Online-Meeting der Vertreter aller Veranstalterclubs, diskutierte man über die Durchführbarkeit von Veranstaltungen in Zusammenhang mit Hygieneauflagen rund um das Covid-19 Virus. Für den Moment können die Veranstalter noch nicht garantieren, dass ihre Veranstaltungen mit oder ohne Zuschauer und mit hohem Kontroll- und Prüfaufwand unter der Einhaltung sicherlich zwingender Hygienemaßnahmen (z. B. Kontaktnachverfolgung / Absperrung) überhaupt möglich sind. Wie man aus der Runde hört, halten sich die Gesundheitsbehörden vor Ort sehr bedeckt, wenn es um eine entsprechende Veranstaltung im kommenden Jahr geht, zu der Teilnehmer und Zuschauer aus ganz Deutschland und teilweise darüber hinaus anreisen. Der Kreis der Veranstalter rechnet für mögliche Rennen im kommenden Jahr mit Mehrkosten um die 30%. Die Veranstalter wurden daher vom Fachausschuss gebeten schon jetzt die Finanzierung und ein Budget hochzurechnen. Man rechnet derzeit erst einmal ohne Zuschauereinnahmen und den Kosten der rein sportlichen Aufwendungen, also den Grundkosten. Die Ergebnisse der Sondierungen stehen beim nächsten Online-Meeting im Dezember erneut auf der Tagesordnung. Dass jedoch für mögliche Rennveranstaltungen in 2021 die Ausgabenseite spürbar entlastet werden müsse, darüber waren sich alle Vertreter einig, da die Existenz vieler Vereine sonst auf dem Spiel stehen würde. Die Veranstalter verständigten sich grundsätzlich auf eine Reihe von Rahmenbedingungen für die kommende Saison. Man wolle dem Beispiel aus dem Kartsport folgen und eine Sicherheits- und Hygieneabgabe für alle Fahrer, Teammitglieder und Begleitpersonen erheben. Bei Kartrennen betrug diese in diesem Jahr 19€ pro Person. Weiter wird man um eine Nenngelderhöhung nicht herumkommen. Preisgelder für Klassen-, Gruppen- oder Tagessiege sollen ebenfalls gestrichen werden. Zudem wird man mit Serienbetreibern, wie dem KW Berg-Cup, über Poolbeiträge und Multimediagebühren reden. Der Berg-Fachausschuss Vorsitzende Marcus Malsch brachte es abschließend auf den Punkt. Wenn im kommenden Jahr Bergrennen in Deutschland stattfinden sollen, müssen Aufwand und Kosten auf ein Minimum zurückgefahren werden. Dazu gilt […]

Bergrennen Mickhausen zukünftig im Sommer? – ASC Bobingen stellt erste Weichen

20. Oktober 2020

Nach der Corona-bedingten Absage der diesjährigen Veranstaltung und einem beträchtlichen finanziellen Defizit des Rennens im vergangenen Jahr 2019 stand die Zukunft des ADAC-Bergrennens Mickhausen bei der Mitgliederversammlung des Automobil Sport Clubs (ASC) Bobingen erwartungsgemäß im Mittelpunkt. Nahezu einstimmig (bei lediglich zwei Enthaltungen) sprachen sich die Mitglieder in einer Grundsatzabstimmung dafür aus, Organisationsleiter Hinrich Groeneveld bis zur nächsten Versammlung im Frühjahr mit der Ausarbeitung eines tragfähigen Konzeptes zu beauftragen. Es soll vor allem eine klare finanzielle Absicherung und alle großen organisatorischen Kernpunkte abdecken. Zudem sollen alle kostspieligen Ausgaben auf den Prüfstand. Auf der Basis dieses Konzeptes wird die Mitgliederversammlung im März dann final entscheiden, ob der ASC Bobingen das Bergrennen 2021 wieder als Veranstalter schultert. Um keine Meldefristen zu versäumen, soll die Traditionsveranstaltung am Mickhauser Berg aber schon jetzt im Rennkalender 2021 verankert werden. Der wiedergewählte Vorsitzende Michael Kanth hatte vor der Diskussion vor einem gewagten finanziellen Abenteuer für den traditionsreichen Motorsportclub mit seiner fast 70-jährigen Geschichte gewarnt. Ein weiteres Defizit könne der Verein nicht verkraften, ohne an den Rand einer Insolvenz zu schlittern. Zudem sei es künftig nicht mehr vertretbar, vor einem Rennen ohne eine entsprechende vertragliche Absicherung für enorme Kostenpakete in Vorleistung zu gehen. Das Minus in der Kasse nach dem Bergrennen 2019 lag im unteren fünfstelligen Bereich. Neben einem verregneten Trainingstag am Samstag, der viele Zuschauer von einem Besuch der Rennstrecke von Münster hinauf nach Birkach abgehalten hatte, trug auch das erstmals in Eigenregie des Vereins betriebene Gastronomiezelt im Fahrerlager zum Defizit bei. Michael Kanth: „Ein enormer Kostenfaktor, den wir leider unterschätzt haben. Aufgrund des schlechten Wetters kamen einfach zu wenig zahlende Zuschauer – insgesamt lediglich nur rund 4800 an beiden Tagen.“ Die Akzeptanz der Motorsportveranstaltung in den Staudenorten Mickhausen, Münster und Birkach sei nach wie vor ungebrochen, berichtete Wolfgang Glas (Foto Mitte). Neben seiner Mitarbeit im Orgateam nimmt der schnelle Malermeister aus Scherstetten das Kurvenlabyrinth alljährlich als aktiver Rennfahrer selber unter die Räder. Sprichwörtlich in Fahrerkreisen sei nach wie vor die Gastfreundschaft der Menschen in Münster, die ihren ganzen Ort am Rennwochenende in ein einziges großes Fahrerlager verwandelten und dafür ihre Garagen, Höfe und Scheunen größtenteils unentgeltlich dem „Rennzirkus“ zur Verfügung stellten. Auch Mirko Kujath, der neugewählte Bürgermeister von Mickhausen, habe bereits mit dem ASC Bobingen Kontakt aufgenommen und seine uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. Sei das Bergrennen Mickhausen doch seit seinem Beginn in den 1960er Jahren ein Aushängeschild der Staudengemeinde, das an einem schönen Rennwochenende bis zu 20.000 […]

Termine 2021: Deutsche Bergmeisterschaft (Stand: 12.10. 2020)

13. Oktober 2020

Der weiter unten aufgeführte Terminkalender der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft 2021, ist eines der Ergebnisse des ersten reinen Online-Meetings der Veranstalter eines Berg DM-Laufs vom Abend des 12. Oktobers. Außer der Union des Pilotes Luxemburg, waren Vertreter aller Rennveranstaltung, die Mitglieder des Fachausschuss Berg und DMSB Berg-Koordinator Alexander Geier bei der Live-Runde dabei. Die Liste der DMSB Berg-Prädikate 2021 ist wie in jedem Jahr zu diesem Zeitpunkt als vorläufig anzusehen. Dies gilt im besonderen Masse in der aktuellen Pandemiesituation, in der viele offene Fragen den Veranstaltern auf den Nägeln brennen (dazu bald mehr). Schon seit gut vier Wochen ist klar, dass das Osnabrücker ADAC Bergrennen seinen Termin weiter in den August verschiebt, um eine Terminkollision im FiA International Hillclimb Cup zu vermeiden. Unklar ist dagegen der Termin des Eschdorfer Bergrennens, da auch der französische Lauf im nahen Abreschviller am ersten Mai-Wochenende fahren möchte. Zum Ende der Saison hat der ASC Bobingen mit seinem Bergrennen Mickhausen eine Verlegung vom herbstlichen Oktobertermin in den sommerlichen August ins Auge gefasst. Die Verantwortlichen des ASC haben sich bis in den Dezember hinein Bedenkzeit erbeten, wann und ob das Rennen stattfinden kann. 23. April 2021 – Test- und Einstellfahrten Schottenring (rein Tourenwagen) 24.-25. April 2021 – ADAC Bergpreis Schottenring (rein Tourenwagen) 01.-02. oder 08.-09. Mai 2021 – European Hill Race Eschdorf (L) 23.-24. Mai 2021 – Wolsfelder ADAC Bergrennen 11.-13. Juni 2021 – ADAC Glasbachrennen (inkl. FiA EBM) 26.-27. Juni 2021 – ADAC Ibergrennen-Heiligenstadt 10.-11. Juli 2021 – Homburger ADAC Bergrennen 31.07.-01. August 2021 – ADAC Hauenstein-Bergrennen 07.-08. oder 14.-15. August 2021 – ADAC Bergrennen Mickhausen 20.-22. August 2021 – Osnabrücker ADAC Bergrennen (inkl. FiA HC) 11.-12. September 2021 – AvD Bergrennen Eichenbühl 25.-26. September 2021 – Auto-Bergrennen St. Agtaha (A)

Neue Funktion des Hygienebeauftragten

7. Oktober 2020

Da derzeit nicht absehbar ist, ob und wann die Corona-Pandemie nicht mehr zu Einschränkungen im Motorsport führen wird und die Planungen und Durchführung von Veranstaltungen voraussichtlich auch bis in das nächste Jahr hinein nur mit gut vorbereiteten Hygienekonzepten durchgeführt werden können, hat der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die offizielle und lizensierte Funktion eines Hygienebeauftragten eingerichtet. Dieser wird von dem jeweiligen Veranstalter festgelegt. Neben der Beteiligung an der Erstellung eines Hygienekonzeptes, ist er für den reibungslosen Ablauf aus hygienefachlicher Sicht verantwortlich und ist auch an der Abstimmungsprozessen mit den zuständigen Behörden beteiligt. Beispielsweise für den MSC Osnabrück und das geplante 53. Int. Osnabrücker Bergrennen wird Marius Hassheider, bekannt als Mitverantwortlicher des Fahrerlagers am „Uphöfener Berg“ diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen.

Online-Veranstaltermeeting zur Berg-Saison 2021

23. September 2020

Die durch Corona bedingte Funkstille um die Deutschen Bergmeisterschaft, die aus besagtem Grunde in diesem Jahr komplett ausgesetzt werden musste, wird am 12. Oktober 2020 einstweilig ein Ende finden. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) lädt an diesem Tag, in den frühen Abendstunden zum Online –Meeting mit den Mitglieder des Fachausschuss Berg (Christoph Schackmann, Wolfgang Glas, Rüdiger Kleinschmidt) und den Vertretern der Veranstaltervereine. Die Leitung der Runde werden sich der für Bergrennen zuständige DMSB-Mitarbeiter Alexander Geier und der FA-Vorsitzende und FiA-Commissions-Member Marcus Malsch teilen. Für die Konferenz wird die DMSB-Campus-Plattform genutzt. In erster Linie geht es in der Tagesordnung um den Terminkalender der DBM und DBC 2021. Weitere Punkte an diesem Abend sind Berichte aus FiA Hillclimb Commission und der aktuellen Sachstand zum FiA Performance Faktor. Besonders interessant für die elf Rennveranstalter dürfte der Punkt „Organisatorisches für die Saison 2021“ werden. Sollte zur kommenden Meisterschaftsrunde das Coronavirus immer noch nicht besiegt sein, wovon fast auszugehen ist, sind Ideen gefragt wie die Organisatoren unter Covid 19-Bedingungen möglicherweise Bergrennen in Deutschland und den beiden Auslandsrennen in Eschdorf (Luxemburg) und St. Agatha (Österreich) auf die Beine stellen können.

Neuer Termin:  53. Int. Osnabrücker Bergrennen am 21./22. August 2021

10. September 2020

Das 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen „Cars & Fun“ findet im kommenden Jahr am 21./22. August auf der 2,030 km langen Kultstrecke am „Uphöfener Berg“ statt. Damit findet das äußerst beliebte Automobil-Sportevent zwei Wochen später als vom Veranstalter MSC Osnabrück e.V. bereits seit Monaten geplant und angekündigt statt. „Die Verlegung war unumgänglich, damit wir auch im kommenden Jahr die Möglichkeit haben, die allerbesten Fahrer mit ihren PS-starken Boliden aus ganz Europa im Osnabrücker Land zu begrüßen und präsentieren zu können“ erläutert Organisationsleiter Bernd Stegmann. Warum die überraschende Terminverlegung: Das Rennen wird seit Jahren als einziger deutscher Wertungslauf im europäischen Wettbewerb zum FIA Int. Hill Climb Cup geführt. Eine neue Regelung im Reglement des Wettbewerbs sieht vor, dass zwischen den einzelnen Veranstaltungen mindestens zwei Wochen Pause liegt. Die Terminanmeldungen aus den anderen Ländern sind den nationalen Veranstaltern vor Ort nicht bekannt. So gab es im August eine „Woche auf Woche“ – Anmeldung eines Veranstalters aus Slowenien und eben aus Osnabrück. Die zuständige Kommission für den Bergrennsport bei der FIA hielt mehrheitlich an ihren Vorgaben fest, was dazu hätte führen können, dass eines der beiden Rennen – Lucine (Slowenien) oder Osnabrück – aus dem Kalender des FIA Hillclimb Cups 2021 ausgeschieden wäre. Das wollten beide Veranstalter unbedingt verhindern, zumal das Rennen in Osnabrück sich mit Teilnehmern aus 15 Ländern großer internationaler Beliebtheit erfreut. In intensiven und fairen Gesprächen der beiden Organisationsleiter gelang es schließlich, eine Terminkonstellation mit dem vorgesehenen zeitlichen Abstand zu finden, so dass beide Rennen im FIA Int. Hillclimb Cup 2021 dabei sein können. So dürfen sich die vielen Freunde des Int. Osnabrücker Bergrennens am 21./22. August 2021 auf ein tolles Event mit großartigem internationalen Bergrennsport freuen.

Nekrolog für Christian Triebstein

30. August 2020

Die Schreckensbotschaft vom tragischen Unfalltod des Christian Triebstein wird noch lange nachwirken. Den Verlust zu fassen ist für zahlreiche Menschen schwer, denn Christian war natürlich mit seinem Betrieb in seinem Heimatort bekannt, war Aushängeschild seines Motorsportvereins MSC Emstal und hatte sich in der deutschen Bergrennszene über 11 Jahren hinweg einen Namen gemacht. Am Dienstag nach Mariä Himmelfahrt kam der 32 jährige zweifache Familienvater bei einer Probefahrt als Beifahrer, nur wenige hundert Meter von seiner Kfz-Werkstatt in Habichtswald-Dörnberg entfernt ums Leben und reißt einen große Lücke in viele Bereiche seines Wirkens. Mit Anfang zwanzig tauchte der Nordhesse im Jahr 2009 in der deutschen Berg-Meisterschaft auf. Es folgten die „Polo-Jahre“ als Mitglied des Classic-Berg-Cups (CBC). Mit seinem gelb-grünen Slalom-Polo startete er erstmals bei seinem Heim-Bergrennen in Heiligenstadt. Danach folgten noch die Rennen in Homburg, Osnabrück, Unterfranken und Mickhausen. Im Jahr darauf trat er dem KW Berg-Cup bei und bildete mit dem ebenfalls nicht mehr unter uns weilenden Holger Vitt, in dessen VW Polo, ein Team. 2011 wurde ein knallroter VW Polo eingesetzt, bevor der junge Kfz-Meister pausierte und ab dem Bergrennen Eichenbühl 2013 einen Alfa Romeo 147 Cup-Diesel unter dem Hintern hatte. Vier Jahre später, ebenfalls in Eichenbühl, vollzog sich der Wechsel  zu den reinrassigen Rennsport-Fahrzeugen. Mit einem Formel 3 Dallara aus den Beständen von Herz-Motorsport ließen die ersten Achtungserfolge nicht lange auf sich warten. In den beiden vollen „Formel 3-Jahren“ 2018 und 2019 gewann er jeweils die Vize-Meisterschaft im DMSB Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge und erreichte insgesamt fünf Mal das Podium eines DM-Laufs mit zweiten und dritten Plätzen in der Gesamtwertung. Einen Tagessieg verpasste er mehrfach nur knapp. Auf die Saison 2020 hatte Christian Triebstein bereits große Vorfreude.  Mit dem mächtigen, neu aufgebauten PRC 3-Liter NISSAN V6 Sportwagen wollte er debütieren. Unter normalen Umständen wären zum aktuellen Zeitpunkt bereits acht von elf Rennveranstaltungen in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft 2020 abgeharkt und in der Meisterschaftstabelle hätten sich langsam aber sicher die Top-Fahrer herauskristallisiert. Nicht so im Coronajahr 2020. Schon bei den Rennen im Herbst letzten Jahres sprach Christian Triebstein vom seinem Traum, sich einen großen 3-Liter Rennsportwagen anzuschaffen mit dem man national und auch international ganz weit vorne mitfahren kann. Nach dem Saisonabschluss 2019 konnte der 32jährige Nordhesse seinen Dallara Opel Formel 3, mit dem er zwei Mal die Vizemeisterschaft im Deutschen DMSB Berg-Cup errungen hatte, zügig verkaufen und sich so der Suche nach einem passenden Gruppe C-Auto widmen. Im Heiligenstädter Rennfahrerkollegen Sascha […]

Kein Bergrennen ohne Hygienekonzept

27. August 2020

Zu jeder Veranstaltung gehört auch im Motorsport jetzt ein Hygienekonzept. Viele Veranstalter und  auch der MSC Osnabrück macht sich für den Fall der Fälle schon Gedanken über eine sichere Durchführung ihres Bergrennens im Jahr 2021 unter Corona-Bedingungen. Auf der Rennstrecke ist Bergrennen natürlich ein kontaktloser Individualsport. Aber wie organisiert man z.B. die Dokumentenabnahme, ohne dass viele Menschen in kurzer Zeit in denselben kleinen Raum kommen müssen? Was passiert bei einem Covid-19-Verdachtsfall? Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) betont die Verantwortung der Veranstalter bei der Verhinderung der Ausbreitung von Infektionen. Er macht ihnen aber auch Mut: „Motorsport 2020: Anders, aber es geht!“ In zwei Webinaren gingen Sven Stoppe und Horst Seidel vom DMSB-Academy-Beirat kürzlich auf die DMSB-Handlungsempfehlungen und auf konkrete Fragen der Veranstalter ein. Auch der Automobil-Weltverband FIA hat bereits umfassende Richtlinien veröffentlicht. Maßgeblich bleiben natürlich die jeweils aktuellen behördlichen Vorschriften vor Ort. Das oberste Ziel ist aber immer, enge persönliche Kontakte zwischen vielen verschiedenen Menschen zu vermeiden. Das geschieht z.B. durch feste Teams beim Streckenaufbau oder eine Fahrerbesprechung per Mail oder Video. Nicht zuletzt wird die Einhaltung des Hygienekonzepts durch einen eigens ernannten Hygienebeauftragten überwacht. DMSB-Infos zum Thema „Covid-19 und Motorsport“: https://www.dmsb.de/covid19/ FIA-Richtlinien: https://www.fia.com/fia-return-motor-sport-guidelines

Christian Triebstein fällt Verkehrsunfall zum Opfer

18. August 2020

Die schockierende Nachricht vom Unfalltod des amtierenden DMSB Vize-Berg-Cup Meisters Christian Triebstein, machte um die Mittagszeit des 18. August 2020 die Runde und verbreitete unter den Kennern der Bergrennsportszene Fassungslosigkeit und Entsetzten. Gegen 9 Uhr 15 Uhr kam es auf der Bundesstraße B 251 zwischen Habichtswald-Ehlen und dem Ortsteil Dörnberg, also nur wenige hundert Meter von Christians Firmengelände „Autotechnik Triebstein“ entfernt, zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Christian Triebstein saß auf dem Beifahrersitz eines Alfa Romo C4. Nach Informationen der Polizei ist der Sportwagen von der Fahrbahn abgekommen und unter die Leitblanke gerutscht. Durch den enormen Aufprall wurde der 32-jährige KfZ-Meister aus Habichtswald-Dörnberg so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der 41-jährige Fahrer aus Kassel wurde dagegen nur leicht verletzt und nach einer Erstversorgung an der Unfallstelle in ein Krankenhaus eingeliefert. Weitere Verkehrsteilnehmer waren in das Unfallgeschehen nicht verwickelt. Die B251 musste für drei Stunden voll gesperrt werden. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Gutachter in die Ermittlungen einbezogen. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Der deutsche Bergrennsport verliert somit einen tadellosen Sportsmann, hoffnungsvollen Aufsteiger und tollen Familienmenschen. In dieser schweren Zeit kreisen unsere Gedanken um die Hinterbliebenen, vor allem sind diese bei Christians Frau Silvana, den beiden kleinen Söhnen und Großvater Günter, der am Rennplatz seinen Enkel immer voller Stolz und Leidenschaft unterstützte. In den kommenden Tagen wollen wir hier auf „Bergrennen in Deutschland“ noch einmal an Christian mit einem Nachruf erinnern. R.I.P. Christian

Verlorenes Coronajahr – nicht für das Motorsport Team Rahn

13. August 2020

Normalerweise beginnt im Monat August eines jeden Jahres das letzte Drittel der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Wie das Heimspiel des Formula 3 Motorsport Team Patrick Rahn vom ersten Augustwochenende in Osnabrück, fiel in diesem Jahr gleich die komplette Meisterschaftsrunde der Bergrennen in Deutschland durch die Coronapandemie ins Wasser. Doch die Mannen mit und um Patrick Rahn machten aus der Not eine Tugend und verwirklichten seit dem Frühjahr einige interessante Projekte und Aktionen. Man nutzte die rennsportlose Zeit für so manch nette Spielerei, investierte aber auch in das Equipment und Merchandising um das gesamte Team für die Zukunft besser aufzustellen. Im vergangenen Frühjahr, als man noch auf ein paar Rennveranstaltungen hoffen dufte, tüftele das Team bereits an einem neuen Design für den Dallara-Rennwagen. Die angestammten Farben Weiss, Rot und Grün sollten wieder die Hautrolle spielen. Ganz wie bei den Großen, entstand am Computer ein virtueller Vorgeschmack ( https://youtu.be/jvIAXihb6jE ). Die dabei gewonnenen Daten fanden sogleich Verwendung im virtuellen Berg-Rennsport, der in diesem besonderen Jahr im Aufwind steht. Bereits bevor der Wagen in der Realität „ready to race“ war, konnte dieser virtuell heruntergeladen und für die italienische Spielesimulation Assetto Corsa verwendet werden. Dafür wurde auch eigens ein kurzes Präsentationsvideo online gestellt, was natürlich auch Patricks Sponsoren Fassi Group, Pavic-LKW, KfZ-Meise, Winkler und Com Cut zu Gute kam. Apropos virtueller Motorsport. Beim ersten virtuellen Ibergrennen von Heiligenstadt, das am Termin der abgesagten realen Veranstaltung online über die Bühne ging, war Patrick ebenfalls mit von der Partie. Viel Energie wurde zwischenzeitlich auch in den neu angeschafften Renntransporter, ein Sprinter mit Kofferaufbau gesteckt. Es wurde Teamkleidung und ein Zeltdach im neuen Design entworfen und realisiert. Durch die Gründung des PR-Merchandisings ist es nun möglich, das ganze Team vom Zelt bis zum Base-Cap aus erster Hand auszurüsten. Doch ohne der eigentlichen Bestimmung des Teams, den Rennsport auf Bergstrecken muss die Truppe 2020 auskommen, nachdem auch das letzte noch offene Rennen Anfang Juli abgesagt wurde. „Testen werden wir in jedem Fall noch“, tröstet sich Patrick Rahn. „Derzeit fertigen wir einen  gesonderten Schalldämpfer um auf der Bilster Berg-Rundstrecke fahren zu dürfen. Dies ist mit dem FIA F3 Schalldämpfer nicht möglich da der Dallara deutlich zu laut wäre. An einem Rennen im Ausland möchten wir aufgrund des gesundheitlichen Risikos nicht teilnehmen. Wir legen all unsere Hoffnungen in die Saison 2021.

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