Rennserien im E-Sport – längst keine Utopie mehr

9. Juli 2020

Für viele Motorsportfreunde ist das Einsteigen in ein eigenes Cockpit ein großer Lebenstraum. Was die wenigsten bei einem ambitionierten Bergrennen oder anderen Rennserien verwirklichen können, ist in der virtuellen Welt problemlos realisierbar. Tatsächlich öffnet sich der E-Sport-Bereich nun auch der Formel-1 und bringt Konzepte hervor, mit der jedem Computerbesitzer bald ein Einstieg in ambitionierte Rennserien offensteht. Fahrspaß und der Reiz des Virtuellen – Dieses Jahr mussten nicht nur Motorsport-Fans eines einstecken. Nicht nur Termine für Bergrennen in Deutschland mussten stark reduziert und später ganz abgesagt werden, auch der große Rennzirkus der Formel 1 und weiterer Rennserien kam zum Erliegen. Auch wenn sich dies nun langsam bessert, kommen viele Fans nur langsam wieder in Stimmung. Wie in anderen Lebensbereichen hat die digitale Welt über die letzten Monate ein wenig zum Trost beigetragen. Während die Wettabgabe auf Fußball, Motorsport und andere Sportarten nicht möglich war, sind virtuelle Ligen und E-Sports stärker in den Vordergrund gerückt. Was viele Fans gemerkt haben: Während Fußball und Gaming-Konzepte im E-Sport längst etabliert sind, sind Rennserien hier kaum vertreten. Dies dürfte sich jedoch bald ändern und neue Perspektiven für spielfreudige Fans schaffen. Rennserien im E-Sport zunehmend etabliert – E-Sport in der Formel 1 ist nichts absolut Neues, lief jedoch größtenteils ohne Wahrnehmung der Öffentlichkeit. So wurde die erste Weltmeisterschaft seitens der FIA im Jahr 2017 ausgetragen. Turniere wie der FIA Gran Turismo Nations Cup sind eingefleischten Fans ein Begriff, auch dieser hat erst wenige Jahre Geschichte. Mit der wachsenden Akzeptanz von E-Sports im Allgemeinen dürften immer mehr Fans diese Alternative zu klassischen Rennserien für sich entdecken. Vor allem bei jungen Menschen mit einer größeren Offenheit für den E-Sport sind solche Rennserien längst gefragter als die Originale. Oft geht es hier rasanter und direkter zu, auch die Identifikation mit den sehr jungen Spielern fällt Jugendlichen und jungen Erwachsenen oft leichter. Es verwundert nicht, dass die FIA frühzeitig die Verbindung von Formel 1 und E-Sport erkannt und gefördert hat. Mit jedem Jahr zeigt sich nun eine Weiterentwicklung dieses Erfolgskonzepts. Simulation auch für echte Fahrer relevant – Die Wurzeln von Formel 1 und anderen Rennserien als E-Sport reichen in die Forschungsabteilungen der einzelnen Rennställe zurück. Seit vielen Jahren sitzen Fahrer hier an Simulatoren, um sich auf die verschiedenen Fahrsituationen diverser Strecken rund um den Globus einstellen zu können. Dieses Konzept ist nun endlich massentauglich und dürfte immer mehr Spielern offenstehen. Einzelne Rennställe nehmen deshalb auch eine aktive Förderung der jungen Fahrer mit einer Vorliebe für […]

Berg-Urgesteine: Fotostory Thomas Flik

7. Juni 2020

Ein Bergrennen auf deutschem Boden, ohne das Thomas Flik vor Ort ist, gab es wohl die letzten gut 30 Jahre höchst selten – wenn überhaupt, hatte dies gute Gründe. Der KfZ-Techniker aus dem Nordschwarzwald ist der „Dauerbrenner“ der deutschen Bergrennszene. Nur der vierfache Deutsche Bergmeister Uwe Lang kann auf eine ähnlich konstante Zeit am Berg zurück blicken. „Feiern“ wäre in diesem Corona-Jahr der falsche Ausdruck, aber Thomas Flik begeht in diesen Tagen sein 40. Jubiläum im aktiven Motorsport. Seit dem Jahr 1987, als Thomas mit seinem Bruder Werner mit dem Bergrennsport begann, nahm er inzwischen an 318 Bergrenn-Veranstaltungen teil. Als Beifahrer bei Rallyes begann der heute 57-jährige seine motorsportliche Laufbahn im Alter von 17 Jahren. Kaum ein Jahr später mit 18 griff er selber ins Renngeschehen ein. Mit seinem Straßenauto, dem Renault R5 Alpine Turbo fuhr er viele Siege bei nationalen und internationalen Slaloms ein. Aber Slalom war nicht genug, mit seiner Partnerin und heutigen Frau Beate fand er die perfekte Beifahrerin zum Rallye fahren. 1987 kündigte sich der erste Nachwuchs an und Thomas wechselte mit seinem R5 an den Berg. Über die Jahre hinweg blieb Thomas der Marke Renault treu. Seine Lieblingsstrecke ist das verwaiste Kurvenlabyrinth am Kyffhäuser. Von den aktuellen Veranstaltungen ist es Eschdorf und Glasbach.

Die Formel des Erfolgs im Rennsport

27. Mai 2020

Was ist eine Formel des Erfolgs? Harte Arbeit und Beharrlichkeit beim Erreichen des Ziels. Das sind wertvolle Eigenschaften, besonders wenn ein Autorennfahrer sie besitzt. Aber wie kann man auf der Strecke schneller werden? Wie kann man das Rennen gewinnen? Wie konfiguriert man das Auto optimal? Diese Themen beschäftigen immer die Fahrer, aber die Hauptbotschaft, um das Ziel zu erreichen, ist Wissen oder vielmehr ein ständiger Lernprozess. Wer seine Fähigkeiten ständig verbessert, sich weiterentwickelt, wird sicherlich Erfolg haben. Dieses Gesetz gilt für alle Bereiche des Lebens. Glaubst du, dass Erfolg auch aus Glück besteht?  Möchtest Du Dein Glück versuchen? Dann melde dich hier an! Wir sind aber der Meinung, dass die Erfolgsformel ein sehr reales Konzept: V + I = Z. V – steht für die Vorstellungskraft, mit anderen Worten, ein Bild, das wir uns mental vorstellen können. I – das ist Information, Wissen. Das Sammeln der richtigen Informationen ist sehr wichtig, aber noch wichtiger ist die korrekte Verarbeitung. Es stellte sich heraus, den richtigen Weg zu finden – das Bild wird in der Vorstellung lebendig, ist voller Details, nähert sich der Realität, wird Realität. Und du erreichst das Ziel – Z. Wir werden dies an einem Beispiel erklären. Du möchtest eine kommende Meisterschaft gewinnen oder einen großen Schritt in der Ergebnisliste nach vorne machen. Welches Bild hast Du vor Augen? Die Performance der besten Fahrer des letzten Jahres? Du stellst dir Fragen: Warum hat er immer Rennen gewonnen? Warum war sein Auto das schnellste? Wir beginnen Informationen zu sammeln und zu verarbeiten. Was ist der beste Anfang? Es ist notwendig, einen solchen Algorithmus für deine Aktionen zu finden, bei dem der Zufallsfaktor ausgeschlossen ist. Das heißt, beim Loslassen des Kupplungspedals muss ein garantierter Treffer mit der richtigen Geschwindigkeit gewährleistet sein. Und dass in 10 Fällen von 10 Versuchen! Wie stelle ich das Fahrwerk ein? Optimieren Sie die Radaufhängung und das Gewicht. Und wie wird die dynamische Gewichtsverteilung des Autos im Einsatz sein? Wie kann man die Kurve nehmen? Stell sicher, dass das Auto bereits am Eingang der Kurve auf eine bestimmte Weise ausbalanciert ist, und verliere dieses Gleichgewicht nicht bis zum Kurvenausgang. Es ist sehr wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Dann werden die Antworten mit wertvollen Informationen und Erfahrungen gefüllt. Du beginnst dein Bild mit echten Informationen zu füllen. Ein Teil davon kann auch von Rennfahrerkollegen bezogen werden. Der zweite Teil ist deine eigene Arbeit. Infolgedessen führt Ihre Vorstellungskraft, […]

Marcel Steiner Kolumne: Mehr Zeit für den neuen Turbo-Motor

24. Mai 2020

Wie schön wäre es doch, wenn wir von Steiner Motorsport nach einem arbeitsintensiven Winter zum Start der Saison an den geplanten Rennen in Rechberg und Eschdorf hätten teilnehmen können! Ich habe mich sehr darauf gefreut. Leider sind die genannten Bergrennen, wie auch alle Bergrennen in der Schweiz und das FIA Hill Climb Masters in Portugal im Oktober abgesagt. Zu groß ist das gesundheitliche und finanzielle Risiko während der Corona Pandemie für die Zuschauer, Rennfahrer und die Organisatoren. Von meinem ursprünglichen Saisonplan steht aktuell nur noch das Rennen vom 26./27. Oktober in St. Agatha (AT). Ich muss jedoch ehrlich gestehen; auch wenn die beiden Rennen nun stattgefunden hätten, wären wir wohl kaum mit unserem neuen Projekt fertig geworden. Und das nicht nur wegen COVID-19. Wie ihr vielleicht schon in einigen Onlinemedien zum Thema Motorsport gelesen habt arbeiten wir mit der Firma Helftec Engineering an einem 1750 ccm-Honda-Turbo-Motor. Als Basis dient ein Honda Civic Type R-Motor mit original 2 Liter Hubraum. Der Lockdown hat u.a. die Beschaffung einiger Teile für den Umbau des Motors erschwert, da durch die Hubraumverkleinerung und die Änderung vom Sauger- zum Turbomotor inwendig fast alles modifiziert werden muss. Mittlerweile ist aber fast die komplette Umgebung vorbereitet und der Motor zur Montage bereit. Bald setzen wir ihn ins Chassis ein und beginnen mit der Abstimmung auf dem Prüfstand. Auch an der Karosserie und Aerodynamik nehmen wir wegen dem Turbo einige Veränderungen vor: Am Auffälligsten ist der Wegfall der Airbox, wodurch der Heckflügel eine bessere Anströmung bekommt. Zudem konnte ich mit der Firma Drexler Automotive GmbH eine Zusammenarbeit für das Getriebe und Differential realisieren. Ich bin schon richtig gespannt, wie sich der LobArt/Honda durch das neue Differential um die Kurven steuern lässt. Im Juni und Juli planen wir Testfahrten mit allen neuen Komponenten, sobald die Grenzen wieder offen sind. Ab August finden in Frankreich wieder Bergrennen statt, auch in Deutschland und Österreich gibt es noch einige aktive Termine, die wir interessiert verfolgen. Wir möchten den LobArt/Honda unbedingt bei einigen Renneinsätzen im Ausland auf Herz und Nieren testen, damit einer erfolgreichen Saison 2021 nichts im Wege steht. Ich hoffe deshalb, möglichst bald über COVID-19-Lockerungen, verheißungsvolle Testfahrten und bevorstehende Rennen hier zu berichten. In diesem Sinne bis bald… Marcel

Buch-Tipp: Trick 17 – Camping & Outdoor

21. Mai 2020

Diesmal behandelt der BiD-Buch-Tipp ausnahmsweise mal kein Buch über Bergrennen. Dennoch hat das im März dieses Jahres neu erschienene Taschenbuch aus der Reihe „Trick 17“ einen deutlichen Bezug zum Leben im Fahrerlager und an den Rennstrecken. Zudem sind die Autoren des 320 Seiten starken Werks der ehemalige Classic-Berg-Cup Pilot Armin Westenhöfer und seine Frau Sandra Westenhöfer-Grammeth. In 222 Lifehacks rund um die Oberbegriffe Lagerfeuer, Wohnwagen und Natur haben die Westenhöfers ihr Wissen und ihre Erfahrungen eingebracht. Beispielsweise gibt das Paar neue und innovative Lebenshilfen rund ums Zelten, Wandern, unterwegs essen, nachhaltig campen & mehr: Vom wasserdichten Zelt über die improvisierte Outdoor-Dusche zum selbstgemachten Dosenbrot ist alles inklusive. Ob mit Familie oder mit Freunden unterwegs – hier findet man für jedes Problem eine Lösung. Für Männer und Frauen, Camping-Einsteiger und Outdoor-Profis, Naturfreunde, Wildnis-Eroberer und natürlich Motorsportbegeisterte. Frech Verlag ISBN: 978-3-7724-7196-4 Preis: 19€ (versandkostenfrei) https://www.topp-kreativ.de/trick-17-camping-outdoor-7196

Berg-Europameisterschaft in der Schweizer Sommerfrische

30. April 2020

Auch das schweizerische Traditionsrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers wird 2020 von der Corona-Pandemie ausgebremst. Die Enttäuschung der Aktiven und der Fans ist groß. Aber vergessen wir für einen Moment, dass in diesem Jahr nichts ist wie sonst. Versetzen wir uns für einen Moment an den Schauplatz eines der spektakulärsten Bergrennen Europas. Ruhe suchende Großstädter kommen gern zum Angeln nach Saint-Ursanne. Das mittelalterliche Städtchen unweit von Basel im Schweizer Jura liegt verträumt am Ufer des Flüsschens Doubs. Alljährlich im August aber lockt ein Schwarm bunter und lauter Rennautos die Menschenströme in die Bilderbuchkulisse: Kurz nach dem Osnabrücker Bergrennen trifft sich hier der internationale Rennzirkus wieder. Dann wird aus dem Postkartenidyll der Schauplatz des berühmt-berüchtigten Europameisterschafts-Bergrennens Saint-Ursanne – Les Rangiers. Spaziert man am Rennwochenende vom hoch gelegenen Bahnhof ins Tal hinunter, liegt einem Saint-Ursanne zu Füßen wie eine liebevoll aufgebaute Carrerabahn. Auf einem schmalen, von schmucken Wohnhäusern gesäumten Ausfallsträßchen knapp außerhalb des Stadttors Porte St. Pierre rollen die Rennwagen zur Startlinie. Plötzlich hört man sie aufheulen und beschleunigen, während sie auf den ersten paar hundert Metern der Strecke an gepflegten Vorgärten vorbeirasen. Unter dem massiven Viadukt, das das Doubs-Tal überspannt, entschwinden sie aus dem Bild. Auf sie wartet „Les Grippons“. Den Namen dieser langgezogenen Linkskurve kennen alle Bergpiloten in Europa. Die wagemutigsten erreichen hier mit Vollgas im 6. Gang über 250 km/h. Gänsehaut pur für die Zuschauer auf der angrenzenden Tribüne. Die Frau eines der Piloten dagegen war hier noch nie: „Manchmal ist es besser, sich alles nicht so genau vorstellen zu können.“ Bei dem darauf folgenden ultraschnellen Waldabschnitt nehmen sogar gestandene Spitzenfahrer das Wort „Angst“ in den Mund. „Das ist schon an der Grenze“, gibt einer von ihnen zu. Die Spitzkehren am Petit Susten schließlich bieten den Zuschauern einen fantastischen Ausblick über das letzte Teilstück der 5,180 km langen Strecke. Auf der gegenüberliegenden Seite Saint-Ursannes, am anderen Flussufer, fahren derweil die nächsten Fahrzeuge Richtung Start. Das Tal summt und brummt wie von aufgescheuchten Wespen. Auf Gewerbeflächen, Parkplätzen und Straßen fügt sich das Fahrerlager ein Wochenende lang wie selbstverständlich ins Stadtbild ein. Die Tourenwagen schmücken schon am Freitag den Ort, wenn sie zur technischen Abnahme vor der Stiftskirche vorfahren. Am Samstag und Sonntag fädeln sie sich – buchstäblich zum Anfassen – über die enge Brücke und durch die Gassen, um sich am Ortsausgang gemeinsam mit den offenen Rennsportwagen in die Startvoraufstellung einzureihen. Das Örtchen Saint-Ursanne verkörpert die entspannte Seite des legendären Rennens. […]

Berg-Urgesteine: Fotostory Gerhard Siebert

25. April 2020

Er ist ein Idealist in Sachen Bergrennsport und gehört mittlerweile zur alten Garde in diesem Sport. Dennoch sieht man Gerhard Siebert seine 70 Lenze nicht an. Die unzähligen Wochenenden an und auf den Bergrennstrecken sowie seine beiden Töchter Lena und Laura halten den pensionierten Elektrotechniker jung. Gehandelt wird steht’s nach dem Motto des Teams, „Leidenschaft die vereint“. Der bekennende ACDC-Fan begann im Alter von 20 Jahren mit dem Motorsport. In dieser Zeit entstand bei dem Düsseldorfer die Begeisterung für die kleinen Autobianchi-Autos in Verbindung mit der italienischen Tuner Abarth, die bis heute anhält. In den 1990er Jahren gesellte sich ein Faible für klassische Gruppe C-Sportwagen hinzu. So lange es geht möchte Gerhard Siebert dabei bleiben, das ist sein Wunsch für die Zukunft und das es bald wieder losgeht!  

Berg-Urgesteine: Fotostory Franz Weissdorn

10. April 2020

Franz Weissdorn ist Sinnbild für einen „hemdsärmeligen“ aber sehr erfolgreichen Bergrennsport. Der mittlerweile 67-jährige Niederbayer prägt noch immer die Szene hierzulande. Der Pionier in Sachen Motorrad-Zylinderkopftechnik begann 1970 mit dem Motorsport. Seit dem Jahr 1980 ist kaum ein Bergrennen vergangen, ohne das „Mister Berg-Cup“ am Start gestanden hatte. Insgesamt 8 Mal gewann Weissdorn die Division I des heutigen KW Berg-Cup, inbegriffen hier vier Gesamtsiege. 2002 sammelte er den DMSB Berg-Pokal hinzu. Seit dem Rückzug aus dem von ihm gegründeten Autohaus Weissdorn im Jahr 2010, ist das Feuer in ihm aber nicht erloschen. Mit seiner Firma Weissdorn Racing ist er Zulieferer für viele Fahrerkollegen und entwickelt und baut unterschiedliche Komponenten der Motortechnik und Aerodynamik.          

Werkstatt-Report #39: Design, Diffusor und Zylinderkopf

5. April 2020

Für die Saison 2020, wenn sie dann irgendwann losgehen sollte, wurde eifrig in der Werkstatt von Heindrichs-Racing im kleinen deutschsprachigen Teil von Belgien gearbeitet, um die Performance des Opel Wiebe Corsa A 16V weiter zu verbessern. Bereits seit 2010 ist das Team um Werner Heindrichs und seinem Sohn Andy aus dem KW Berg Cup nicht mehr wegzudenken. Zuvor war Werner erfolgreich in seiner Heimat Belgien und in Luxemburg unterwegs, ehe er eine neue Herausforderung in Deutschland suchte. Im Jahr 2014 startete dann auch Andy seine aktive Karriere, zunächst auf einem schwächeren schwarzen 8V-Corsa. Als bei seinem Vater Werner Krebs diagnostiziert wurde, kam es beim Bergrennen Osnabrück zur Premiere mit dem stärkeren 16V-Corsa. Seither ist er der Stammpilot im Team von Heindrichs-Racing. Sein Vater absolviert aber immer noch 1-2 Rennen im Jahr und ist zudem als Mechaniker tatkräftig zusammen mit seiner Frau bei allen Rennen mit dabei. Im Jahr 2017 wurde der jetzige A Corsa komplett neu aufgebaut. Vor allem im letzten Jahr konnte Andy mit dem von Wiebe Motorsport vorbereiteten Boliden großartig aufzeigen und schlussendlich Rang Zwei in Endklassement bei den 1,6l Boliden im KW Berg Cup erzielen. Über den Winter wurde der Motor nochmals überarbeitet, wobei ein komplett neu bearbeiteter BMW 1000 RR Motorrad-Zylinderkopf verbaut wurde. Zudem wurden eine neue Nockenwelle und eine neue Ansaugung gefräst. Das Hauptaugenmerk widmete man aber dem Heck, wo man noch deutliches Verbesserungspotenzial erkannte. Dafür wurde die komplette Hinterachse um 6 cm verbreitert und wie man kaum übersehen kann, wurde ein Diffusor Made by Franz Weißdorn verbaut. Aber auch optisch wurde ein neues Design für den Opel Wiebe Corsa A 16V entworfen. Dafür hauptverantwortlich zeichnet Andy´s Cousin, welcher der Sohn von Danny Lorenzen ist, der mit seiner Firma TRISYS auch als Hauptsponsor von Heindrichs-Racing fungiert und dem an dieser Stelle ein besonderer Dank gilt. Zusammen mit der Firma Shirtbox wurden dann die Details ausgearbeitet und am Rennboliden verwirklicht. Text: www.hillclimbfans.com

Die Hauser-Dynastie – Teil 2 – Vom Berg auf dem Weg nach Les Mans

31. März 2020

Der Name Hauser steht aber nicht nur für drei Rennfahrer-Generationen, sondern auch für ein mit 15 Mann vielleicht kleines, aber dennoch feines und hochprofessionelles Motorsport-Team mit dem Namen „Racing Experience – Motorsport Services“. In diesem Rennstall findet man die ganze Familie Hauser wieder: Christian ist der Teamchef, Karin ist für die Reiseplanung, die gesamte Organisation vor Ort und für das Catering des Teams zuständig, David und Gary sind die Fahrer, Davids Verlobte Mélanie Marcon agiert als Renningenieurin und Datenanalystin und ihre Schwester Jennifer ist als Mechanikerin dabei. Lea, Garys Verlobte, ist Ingenieurin und unterstützt das Team ebenfalls. Chef-Mechaniker Charles Molinier ist die treue Seele im Team und bringt sogar Formel-1-Erfahrung aus seinem früheren Job als Motorenbauer bei Renault Sport mit ins Team. 2017 setze Racing Experience zum ersten Mal einen Le-MansSportprototyp der Klasse LMP3 ein. Mit dem Gesamtsieg im Dutch Cup sogar sehr erfolgreich, und dies vor sehr starker Konkurrenz. Seit letztem Jahr ist Racing Experience im Michelin Le Mans Cup (MLMC) eingeschrieben. Mit einem Norma M30 LMP3 belegt es den 7. Platz in der Gesamtwertung bei über 30 klassierten Teams. Dieses Jahr setzt man bei den sieben Rennen à zwei Stunden, mit dem Highlight auf der Traditionsrennstrecke von Le Mans, auf einen neuen Duqueine D08-Nissan LMP3. (Foto oben: David Hauser 2014 im Wolf GB 08F1 beim Heimspiel in Eschdorf) Da jeweils ein Pilot der SilberKategorie und ein Fahrer der Bronze-Kategorie die Rennen bestreiten müssen, lösen sich David und Gary als Silber-Pilot am Steuer ab und teilen sich das Cockpit mit dem französischen „Gentleman Driver“ und Bronze-Piloten Nicolas Mélin. Dieser bringt auch das notwendige Budget mit ins Team. „Wir bestreiten dieses Jahr erneut den Michelin Le Mans Cup, der vom ACO (Anm. d. Red.: Automobile Club de l’Ouest, dem Organisator der 24 Stunden von Le Mans) veranstaltet wird und der die gleichen strengen Regeln hat wie die European Le Mans Series und das World Endurance Championship. Wir hoffen, 2020 ein noch besseres Ergebnis erzielen zu können als 2019 und beabsichtigen dann als nächsten Schritt, in die European Le Mans Series aufzusteigen. Wir brauchen uns nicht hinter den großen Teams zu verstecken, vielleicht gehen wir das Ganze sogar noch sorgfältiger und konsequenter an als so manch großes Team, da wir durch und durch passionierte Racer sind. Und anstreben, alles fehlerfrei und mit letztem Einsatz auszuüben, ob nun als Fahrer, Ingenieur oder Mechaniker. Wir sind so professionell, wie man es nur sein […]

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