Berguerand mit Rekord – Steiner holt fünften Meistertitel

10. September 2018

In diesem Jahr fand das traditionelle Gurnigel-Rennen bei prachtigem Spätsommerwetter statt, und entsprechend fanden zahlreiche Zuschauer (rund 10‘000) den Weg ins schweizerische Gantrischgebiet. Während das Training am Samstag eher harzig verlief, konnte das Programm am Sonntag problemlos eingehalten werden, und überdies begeisterten die Piloten das Publikum mit zahlreichen spannenden Kämpfen. Unter idealen Bedingungen wurden zahlreichen Klassen- und Gruppenbestzeiten verbessert. Auch der seit 2012 bestehende abslute Streckenrekord von Marcel Steiner wurde nach sechs Jahren endlich unterboten. Eric Berguerand, der bereits die letzten fünf Auflagen des populären Berner Klassikers für sich entschieden hatte, war auch heuer wieder der schnellste Fahrer. Sowohl der mit einem kräftigeren Motor ausgestattete und aerodynamisch weiterentwickelte Lola-Einsitzer als auch sein Chauffeur waren in Topform, blieb doch der Walliser bereits im ersten Trainingslauf bloss eine Sekunde über Steiners Bestmarke. Am Sonntagmorgen knallte Berguerand dann fantastiche 1:39,81 auf die noch kühle Piste und verbesserte den Rekord um fast 1,6 Skunden. Marcel Steiner kam auf seinen LobArt-Rennsportwagen ebenfalls noch in die Nähe der früheren Bestmarke und wurde wie im Vorjahr vor dem schnellen Vorarlberger Christoph Lampert Zweiter. Zugleich holte der Lokalmatador am Gurnigel vorzeitig seinen fünften Bergmeistertitel. Ebenfalls bereits als Meister durfte sich der 22-jährige St-Galler Thomas Schmid in der mit identischen Serienfahrzeugen ausgetragenen Junior-SM feiern lassen. Bei den Tourenwagen wird die Entscheidung hingegen erst am kommenden Wochenende in Les Paccots fallen.   Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: Eric Berguerand (CH-Martigny), Lola FA99-Cosworth, 3:19,82 2. Marcel Steiner (CH-Oberdiessbach), LobArt LA01-Mugen, 3:23,27 3. Christoph Lampert (A), Osella FA30-Zytek, 3:25,00     Die kompletten Resultatlisten gibt es ab Montag als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Steiner darf wohl schon am Gurnigel feiern

2. September 2018

Bald ist die 3,7 km lange Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad in der Schweiz wieder fest in der Hand der Motorsportler. In einer Woche steht die 49. Auflage des traditionellen Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Wie erwartet war das Interesse der Aktiven an diesem publikums­wirksamen Anlass vor den Toren Berns sehr groß, umfasst doch die Startliste auch in diesem Jahr beinahe 270 Namen. Während die Saison für Lokalmatador Marcel Steiner durchwegs erfolgreich verlief, war dies bei seinen wichtigsten Gegnern keineswegs der Fall. Insbesondere Eric Berguerand, als härtester Widersacher, hatte mehrfach mit technischen Problemen an seinem selbst optimierten Lola-Einsitzer der ehemaligen Formel 3000 (Foto oben) zu kämpfen und ist daher im Titelrennen weg vom Fenster. Steiner hingegen benötigt am Gurnigel bloß noch ein paar wenige Punkte, um sich nach 2017 erneut als Schweizer Bergmeister bei den Rennsportwagen feiern lassen zu können. Sein LobArt-Mugen V8 ist mittlerweile ein sicherer Wert, auch wenn der Oberdiessbacher gewisse Rekorde, die er vor einigen Jahren mit einem Osella FA30 aufgestellt hat (z.B. auch am Gurnigel mit 1’41,39‘‘) mit dem italienischen Unikat bisher nicht unterbieten konnte. Wenn es Berguerand am Gurnigel wie im Vorjahr rund läuft, wird Steiner alle Reserven mobilisieren müssen, und auf das Duell der beiden darf man sich schon jetzt freuen. Berechtigte Ambitionen, nach 2017 erneut den Sprung auf das Podest zu schaffen, hat auch der Vorarlberger Christoph Lampert. Für den Oberländer Marcel Maurer, der momentan hinter Steiner in der Berg-SM an zweiter Stelle liegt, dürfte es bei den zwei verbleibenden Läufen schwierig werden, diese Position zu verteidigen, ist doch der F3000-Reynard des jungen Aargauers Robin Faustini weit stärker motorisiert als Maurers von einem Formel Renault abgeleiteter Tatuus. Und auch der Wilderswiler Christian Balmer besitzt materialmässig die besseren Karten. Die Entscheidung bei den Tourenwagen wird wohl noch nicht im Bernbiet, sondern erst eine Woche später beim SM-Finale in Les Paccots fallen, haben doch alle drei Titelanwärter bisher fünf Volltreffer in sechs Rennen aufzuweisen. Ronnie Bratschi gibt aktuell auf seinem über 700 PS starken Mitsubishi (Foto unten) in der Gruppe E1 europaweit den Ton an, und wenn es ihm gelingen sollte, auch am Gurnigel einen neuen Kategorienrekord aufzustellen, könnten die zwei Zusatzpunkte in der Endabrechnung entscheidend sein im Fernduell gegen seine Rivalen Frédéric Neff (InterSwiss-Porsche) und Andy Feigenwinter (Lotus Exige SuperSerie). Bei der 2017 neu ins Leben gerufenen Junior-Bergmeisterschaft mit identischen Toyota GT86 ist hingegen der dreifache Saisonsieger Thomas Schmid haushoher Favorit. Spitzenplätze in […]

Bergrennen am Gurnigel – back to the roots

23. August 2018

Wie bereits Anfang des Jahres auf Bergrennen in Deutschland zu lesen war, ist der Verein Bergrennen Gurnigel aus der Schweiz, wieder allein verantwortlich für die Austragung der traditionellen Berner Großveranstaltung. Die in den zwei letzten Auflagen einer Vermarktungsorganisation übertragenen Aufgaben erledigt nun wieder das Organisationskomitee selbst. Durch den stärkeren Eventcharakter drohte das eigentliche Renngeschehen, mit den dem Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft,  in den Hintergrund zu rücken, ohne dass, wie erhofft, die finanziellen Risiken der Veranstaltung geringer wurden. Künftig sollen die Automobilsportler wieder ganz klar die Hauptrolle spielen. „Wir sind ist überzeugt, dass diese Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens im Sinn des Publikums und der Aktiven ist“. Das 1910 erstmals ausgetragene Gurnigel-Rennen wird auch in diesem Jahr zu den Highlights im Schweizer Automobilsportkalender zählen. Analog den letzten Jahren konnte eine Terminkollision mit dem Formel-1-GP in Monza vermieden werden, womit sich die Schweizer Motorsportfans nicht mehr zwischen internationalem Glamour und familiärem Ambiente entscheiden müssen. „Bei uns benötigt man keinen teuren Tribünenplatz, um etwas von Geschehen zu erhaschen, sondern die ideale Topografie garantiert einen tollen Überblick auf die interessantesten Partien der 3,5 Kilometer langen Strecke zwischen Dürrbach und dem Gurnigelbad. Zudem kann man sich entlang der Piste frei bewegen, durch das Fahrerlager schlendern oder im Zielbereich mit den Piloten plaudern“, lassen die Organisatoren wissen. Das Teilnehmerfeld steht definitiv fest, hatten doch die Fahrer bis am Montagabend, den 20. August Zeit, ihre Anmeldung einzusenden. Es lockt nicht nur die imposante Publikumskulisse – bei schönen Wetter bis 15.000 Besucher – , sondern auch der fahrerisch anspruchsvolle Parcours. Reservieren Sie also in Ihrer Agenda schon jetzt den 8. und 9. September. Details zu den Teilnehmern und zum Rahmenprogramm folgen später. News werden laufend im Internet unter www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet.

20. Jochpass-Memorial – Im Jubiläumsjahr bis zur Baujahresgrenze 1986

11. August 2018

Die Motoren dröhnen wieder: Von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Oktober 2018, findet zum 20. Mal das Jochpass-Oldtimer-Memorial, von Bad Hindelang nach Oberjoch statt. Als letzte große Veranstaltung im Oldtimerjahr ist das „Jochrennen“ im Oberallgäu zu einer festen Größe für Motorsportbegeisterte geworden. Im Jubiläumsjahr dürfen auch jüngere Baujahre als in den Jahren zuvor teilnehmen. Schon seit 1924 war das Bergrennen auf’s Oberjoch, das lange Jahre das einzige Deutsche Bergrennen in der Berg-Europameisterschaft war, ein Erfolg und ist heute, nach dem Wiederaufleben in Form einer Gleichmäßigkeitsprüfung im Jahre 1999, eine feste Größe im Oldtimer-Veranstaltungskalender. Beweist doch der starke Besucherandrang und die immer größer werdende Zahl der Teilnehmer, dass für das Jochpass-Memorial ein erhebliches Interesse besteht. So finden jedes Jahr tausende Besucher ihren Weg zur Strecke im Ostrachtal, um sich die historischen Fahrzeuge aus der Nähe ansehen zu können. Wegen der großen Nachfrage von Teilnehmern mit jüngeren Fahrzeugen reicht die Baujahresgrenze dieses Mal bis zum Jahr 1986. Für diese Fahrzeuge wird es eine eigene Gruppe mit dem Namen „Modern Classic“ geben, sie wird unabhängig von den anderen Gruppen gewertet. Der Jochpass zwischen Bad Hindelang und Oberjoch ist die höchstgelegene deutsche Bundesstraße. Sie ist außerdem die kurvenreichste Pass-Straße Deutschlands. 6,4 km lang, 400 Meter Höhenunterschied und 105 Kurven. Bei der Gleichmäßigkeitsprüfung geben sich die Fahrer vor dem Start eine Zeit vor, in der sie die Bergstrecke bewältigen wollen. Dazu haben sie über mehrere Läufe Gelegenheit. Wer am Ende am nächsten an dieser Zeit ist, gewinnt! Am Samstag und Sonntag startet das Jochpass Memorial ab 8.30 Uhr und wird jeweils bis ca. 18 Uhr dauern. Am Freitag zuvor kommen die Teilnehmer mit ihren Oldtimern in Hindelang an und müssen sich der technischen Abnahme stellen. Dieses Mal stammt das älteste Motorrad aus dem Jahr 1928 eine Imperia H Sport mit 23 PS. Das älteste Auto sogar aus dem Jahr 1908, ein Lion Peugeot Racing Voiturette. Am Festplatz gastieren ehemalige Rennfahrer wie der frühere Schweizer „Berg-König“ Fredy Amweg. Amweg hält seit 1986 den Streckenrekord mit 3.08.26 Minuten mit einem Martini BMW Formel 2. Viele Teilnehmer mit Vorkriegsfahrzeugen sowie Youngtimer sind zudem auf dem Festplatz in Bad Hindelang zu sehen. Dort werden auch Essensstände aufgebaut – Verpflegung gibt es außerdem an der Strecke, an der „Schnitzelalm“ und in Oberjoch am Parkplatz. Am Freitag und Samstag steigen jeweils ab 20.00 Uhr in der „Schnitzelalm“ die diesjährigen Racepartys. Dort wird dieses Jahr wegen Bauarbeiten auch gestartet, nicht wie sonst […]

Mit Karacho den Rennsteig hinauf – Luxemburger Bilanz

17. Juli 2018

Erstmals wurde das Glasbachrennen in Bad Liebenstein für die Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet, und zur Premiere waren viele Piloten aus dem Großherzogtum angereist, die sich allesamt mehr als zufrieden gaben. Am 8. September 1974, noch zu seligen DDR-Zeiten, wurde vor 6.000 begeisterten Zuschauern das 1. Glasbachrennen ausgetragen. Heute verkörpert die mit 35 Kurven bespickte Strecke vom Ortsteil Steinbach hinauf zum Glasbachstein die längste und modernste Bergrennstrecke Europas, die daher zurecht den EBM-Status (Europa Bergmeisterschaft) trägt und 2018 erstmals auch zur Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet wurde. ACL-Sport hatte ein gutes Näschen bewiesen, um dieses Rennen in unseren Kalender einzufügen und schon zum 2. Mal durfte der ACL-Sportpräsident Marc Joseph ebenfalls das Ehrenamt als FIA-Observer (Präsident) für diese Veranstaltung bekleiden. 15 Luxemburger Piloten hatten sich zu dieser Premiere angemeldet und 13 reisten schlussendlich in den Thüringer Wald, um das überaus spektakuläre Rennen in Angriff zu nehmen. Sie sollten ihr Kommen nicht bedauern, denn zum einen glänzt dieses Bergrennen durch seine perfekte Organisation, dann sind die Menschen dieser Region überaus freundlich und schließlich verlangt die endlose Fahrt hinauf von Mensch und Maschine alles ab, und nur wer richtig gut im Bergrennsport ist, hat eine Chance einigermaßen fehlerfrei diesen kniffligen Parcours zu bewältigen. Allen voran glänzte der amtierende europäische Champion Christian Merli (Osella FA30 Zytek) bei diesem Rennen und holte sich unangefochten den Gesamtsieg. Gegen den Italiener war kein Kraut gewachsen und das mussten die Sébastien Petit, Jelle De Coninck, Patrick Zajelsnik (alle Norma M20FC) und Konsorten allesamt einsehen. Zum einen, weil sie an die Zeiten des Christian Merli nicht annähernd herankamen und zum anderen, weil sie sich überschätzten und ihre Sportwagen gegen die auf 5,5 km errichteten doppelten Leitplanken setzten. Das wusste Guy Demuth zu vermeiden, und an seinem 49. Geburtstag brachte er das Kunststück fertig, nach dem guten EM-Rennen im portugiesischen Braga (Falperra) einen weiteren  grandiosen Parforceritt am Rennsteig hinzulegen. Mit Rang 4 und nach 2 Läufen insgesamt 14,8 Sekunden Rückstand hinter Merli wurde er für seinen Einsatz und sein Können am Lenkrad seines neuen Norma M20FC (Foto oben) belohnt. In Windeseile hat er sich an sein schwarzes „Ungeheuer“ gewöhnt und ihm wird in Zukunft noch viel mit seinem fahrbaren Untersatz zuzutrauen sein. Kein Wunder, dass abends die Korken beim Team Demuth knallten und sie gemeinsam mit ihren überaus liebenswerten Gastgebern, vor deren Haus sie ihre Zelte und den Lkw abgestellt hatten, feierten. Aber auch bei Daniel Donkels (Tatuus Renault) und Tania Flammang im […]

Plasa BMW weckt Emotionen in Goodwood – Dumas schreibt erneut Geschichte

16. Juli 2018

Romain Dumas hat das Shootout-Race beim legendären Goodwood Festival of Speed ​​2018 auf der britischen Insel gewonnen. Der Franzose siegte in einem spannenden Berg-Einzelzeitfahren und fuhr die insgesamt drittschnellste jemals gefahrene Zeit auf den Goodwood-Hügel ganz im Süden Englands, in der 25-jährigen Geschichte des Festivals. Der ehemalige Le-Mans-Sieger schaffte mit dem allradgetriebenen  Volkswagen ID.R Pikes Peak eine Zeit von unglaublichen 43,86 Sekunden, womit erstmals ein Elektroauto den Preis gewann. Allerdings war sein Auto nicht das einzige ohne Verbrennungsmotor. Der ehemalige DTM-Fahrer Peter Dumbreck steuerte den elektrischen Allrad-NIO EP9-Hypercar trotz einer zweirädrigen Graspartie in 44,32 Sekunden ins Ziel. Der Schotte war mit 118 Meilen pro Stunde unterwegs, bevor er Molecomb Corner erreichte! Der dritte Platz in der Endwertung und der erste Fahrer, der mit dem Auto mit Verbrennungsmotor fuhr, war der Deutsche Jörg Weidinger an Bord des BMW E36 Judd V8 mit dem einst der unvergessene Georg Plasa die Bergwelt begeisterte. Das kreischende Coupé querte den Zeitstrahl mit einer Zeit von nur 46,43 Sekunden. Erst kurz vor Beginn des FOS ließ KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth die Katze aus dem Sack. Das legendäre BMW-Modell des am 10. Juli 2011 tödlich verunfallten Georg Plasa, hatte die letzten Jahre in seiner Tiefgarage geschlummert und wurde eigens für das Festival of Speed wieder zum Leben erweckt. Still und leise hatte damals Klaus Wohlfarth den Plasa-BMW gekauft und “versteckte” ihn in den “Heiligen KW Hallen”. 2017 reifte dann die Idee, Georgs BMW wieder ans Tageslicht zu bringen, schließlich war und ist dieser BMW weit mehr als nur besonders. Selbst ein Auszug der technischen Daten wie etwa ein Gewicht von 895 kg und einem bei 10.200 Umdrehungen 560 PS mobilisierenden Judd V8 wird diesem E36 nicht gerecht. Der emotionale Wert dieses “Berg-Dreiers” mit JUDD V8-Triebwerk, mit dem Georg viermal den europäische FIA Berg-Cup und viele andere Bergläufe gewann sowie Rekorde aufstellte, die teilweise heute noch gültig sind, sind in Worte zu fassen schier unmöglich. Aber der BMW war es nicht allein. In langen Regalreihen lagern zahlreiche Komponenten und Ersatzteile, des von Georg aufgebauten und vor allem mit sehr vielen selbstentwickelten Rennsportteilen verfeinertem Coupé. Neben unendlichen Kleinteilen lagern hier auch diverse Leichtbaukarosserieteile wie Schürzen, Motorhauben und Verkleidungen der im Windkanal erprobten Aerodynamik. Georg war damals einer der ersten, der Formel-1-Motorsporttechnologie in die europäische Bergrennszene brachte und so viele andere Fahrer dazu brachte ebenfalls diesen aufwendigen Technologiesprung für Tourenwagen am Berg zu wagen. In den letzten Monaten hat eine Taskforce aus dem […]

Allzeit-Rekord für VW am Pikes Peak

25. Juni 2018

Mit dem rein elektrisch angetriebenen I.D. R Pikes Peak hat Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb Geschichte geschrieben. Romain Dumas (F) bezwang die mit konventioneller Antriebstechnik fahrende Konkurrenz im 500 kW (680 PS) starken I.D. R Pikes Peak und verbesserte nicht nur die bisherige Bestmarke für Elektrofahrzeuge, sondern auch den Allzeit-Rekord von Sébastien Loeb (F) aus dem Jahr 2013 – und das um gleich 16 Sekunden. Dumas‘ neue Bestmarke von 7.57,148 Minuten steht nun an erster Stelle der Liste von Pikes-Peak-Siegern – darunter namhafte Fahrerpersönlichkeiten wie Loeb, Walter Röhrl (D), Michèle Mouton (F), Stig Blomqvist (S), Nobuhiro Tajima (J) sowie Rod Millen und dessen Sohn Rhys (beide NZ). „Der I.D. R Pikes Peak ist der sportliche Vorbote der rein elektrisch angetriebenen I.D. Familie von Volkswagen. Und heute haben wir gezeigt, was in dieser Technologie steckt“, so Dr. Frank Welsch, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw, Geschäftsbereich „Technische Entwicklung“. „Auf den heutigen Tag und dieses Ergebnis kann jeder Mitarbeiter von Volkswagen extrem stolz sein. Ich gratuliere der Mannschaft von ganzem Herzen. Mit herausragender Ingenieurskunst und leidenschaftlichem Einsatz hat das Team in nur acht Monaten einen phantastischen Rennwagen auf die Räder gestellt. Nun hat der Volkswagen I.D. R Pikes Peak die beste Zeit in der über 100-jährigen Geschichte dieses Bergrennens erzielt – das ist ein starkes Zeichen für die Elektromobilität.“ Als reinrassiger Hillracer war erstmals der europäische Champion Simone Faggioli aus Italien am Berg der Berge. Das Norma M20 SF PKP-Zweiwagenteam mit dem Schweizer Fabien Bouduban blieb von diversen Motorproblemen im Verlauf der Trainingsfahrten nicht verschont, führt die Strecke doch auf eine Höhe von 4.300 Meter. Im Rennen, wo die 19,99 km lange Strecke erstmals im Rahmen der Veranstaltung in voller Länge befahren wird, erkämpfte sich Faggioli den zweiten Gesamtplatz, sein Teamgefährte Bouduban wurde Vierter. „Das Rennen heute zu beenden, nach einer schwierigen Woche mit ungewissem Ausgang, hat für mich einen enormen Wert!“ sagte Faggioli nach dem Rennen. „Das ist wie ein Sieg für mich und das ganze Team. Die Aufregung und Arbeiten an den Autos waren sehr intensiv! Ich hatte auch Probleme im Rennen, aber ich sehe nur die positiven Seiten dieses Abenteuers. Wenn ich bedenke, dass meine Zeit von 8’37“ die absolute schnellste Zeit in der Geschichte des Pikes Peak Bergrennen für ein offenen Sportwagen ist, es ist die absolut beste Zeit in der Geschichte für ein privates Team, die drittbeste Zeit aus allen 96 Ausgaben des Rennens und auch […]

VW im Pikes Peak Qualifying ganz vorne

23. Juni 2018

Romain Dumas und der Volkswagen I.D. R Pikes Peak haben im Qualifying für den Pikes Peak International Hill Climb 2018 im US-Bundesstaat Colorado ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Franzose fuhr am Steuer des ersten rein elektrisch angetriebenen Rennwagens von Volkswagen in 3:16,083 Minuten die beste Zeit aller Teilnehmer. Der dreimalige Sieger am Pikes Peak war damit 11,049 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Simone Faggioli im Norma M20 SF PKP mit Verbrennungsmotor, der am Donnerstag bei Trainingsfahrten im mittleren Sektor mit Motorproblemen nur einen Lauf fahren konnte. „Für uns war das ein sehr guter Tag“, sagte Dumas. „Der I.D. R Pikes Peak ist einfach unglaublich, eine solche Beschleunigung und Power habe ich noch nie bei einem Rennwagen erlebt. Ich merke mit jedem weiteren Kilometer, wie das Auto und ich mehr und mehr zu einer Einheit werden“, bilanzierte der Franzose. Auch Sven Smeets, Direktor von Volkswagen Motorsport, zeigte sich nach dem Zeittraining zufrieden: „Ein großes Kompliment an das gesamte Team. Wir haben gestern noch einen wichtigen Test absolviert. Die Erkenntnisse haben uns geholfen, die Abstimmung des I.D. R Pikes Peak weiter zu optimieren. Dadurch war das Auto heute top vorbereitet, und die Zeit spricht für sich. Aber das war nur das Qualifying. Wir sind optimistisch für das Rennen, müssen uns aber immer wieder vor Augen führen, dass wir nur einen einzigen Versuch haben.“ Im Qualifying für den Pikes Peak International Hill Climb geht jeder Teilnehmer im ersten Streckenabschnitt an den Start und legt dabei nur 8,3 der 19,99 Kilometer zurück, die im Rennen zu bewältigen sind. Die gefahrene Zeit bestimmt die Startreihenfolge im Rennen. Als Erster geht der Schnellste aus dem Qualifying ins Rennen. Nach derzeitigem Stand ist dies Romain Dumas im I.D. R Pikes Peak. Die Jagd von Volkswagen auf den Rekord für Elektrofahrzeuge, der derzeit bei 8:57,118 Minuten steht, beginnt am Sonntag (24. Juni). Ab 8 Uhr Ortszeit (16 Uhr MESZ) gehen zunächst die 24 gemeldeten Motorräder auf die Strecke. Im Anschluss daran folgen 62 Autos in sechs verschiedenen Klassen. Der Start von Romain Dumas und dem I.D. R Pikes Peak erfolgt gegen 10 Uhr Ortszeit (18 Uhr MESZ). Livestream: https://live.matchsports.com/index.php/front/landing/index/gtc807e06

80 Jahre Léon Linden – Der Methusalem des Autosports

2. Juni 2018

Er ist wirklich ein Unikum, der gute alte Léon! Alt, das darf man in diesem spezifischen Fall durchaus schreiben, ohne es abwertend zu meinen oder gar dem Mann mit dem so typischen, inzwischen längst von grau auf weiß übergegangenen Schnurrbart Unrecht zu tun. Im Gegenteil: gerade weil Léon Linden seit nun bereits 60 Jahren, ja, über einem halben Jahrhundert, im Automobilsport aktiv ist und sich nach wie vor mit ungebrochenem Ehrgeiz und Kämpferwillen ins enge Cockpit seines Formel-Rennwagens zwängt, erfüllt er irgendwie auch eine Vorbildfunktion für eine ganze Generation rüstiger Pensionäre, welche längst noch nicht dran denken, sich aufs Altenteil abschieben zu lassen. Und wenngleich der Petinger wohl als der insgesamt dienstälteste Sportler des Großherzogtums Luxemburg angesehen werden dürfte, kann sich so manch jüngerer Athlet aus den unterschiedlichsten Sportarten an Léons Fitness und der Akribie, mit der er sich immer wieder den Herausforderungen des Wettbewerbs stellt, ein Beispiel nehmen. Nach Rückschlägen, wie etwa jenem vor fünf Jahren, als ihn ein Motorschaden am Lkw ereilte, mit dem er sein Rennfahrzeug zu den unterschiedlichen Veranstaltungen im In- und vor allem Ausland bringt, hadert er zwar in der ihm gewohnten Manier lautstark mit dem Schicksal, ohne sich jedoch entmutigen zu lassen, sogar dann nicht, wenn die erhoffte Lieferung der Ersatzteile sich mitten im Sommer unerwartet lange hinzieht und ihn letztlich sogar zwingt, einen vorzeitigen Schlussstrich unter die damalige Saison 2013 zu ziehen. Noch ein Beispiel gefällig? Bitteschön! Als „sacré Léon“ vor einem guten Jahrzehnt beim Bergrennen Eschdorf – wo er seit der allerersten Ausgabe auf der Startliste fungiert – kurz nach der Zieldurchfahrt von der Strecke abkam und seinen Dallara-Opel an einem Hausgiebel in seine Einzelteile zerlegte, rechnete niemand ernsthaft damit, dass er bereits wenige Wochen später in Wolsfeld nahe Echternach wieder an die Startlinie rollen würde. Tag und Nacht hatte der ehemalige Werkstatt-Vorsteher bei der Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL und gelernte Automechaniker geschraubt, um sein Fahrzeug wiederherzurichten, „aufgeben“ gehört eben nicht zu Léons Wortschatz. „Ich hatte damals ein klein wenig zu lange auf die Zeitenanzeige geschaut und war unkonzentriert“. Seine unnachahmliche und zu weilen witzige Art kam aber auch in diesem Moment zum Vorschein. Als sich bei den Bergungsarbeiten die Hausbesitzern aufgeregt mehrfach bei Léon erkundigte, ob es ihm denn gut gehe, meine er nur lapidar „Madame, soll ich es ihnen beweisen“. Am 26. Mai 1936, also vor fast genau 80 Jahren geboren, war Léon Linden während der ersten Jahrzehnte seiner exemplarischen Motorsportkarriere vor allem als […]

Patrik Zajelsnik mit Podiumsplatz in Frankreich

30. April 2018

Nach den ersten beiden Läufen zur Französischen Bergmeisterschaft ganz im Süden Frankreichs, gastierte das Championnat de la Montage in Abeschviller im Osten der Republik und damit in der Nähe der grünen Grenze zu Deutschland und Luxemburg. Mit dabei waren, neben wenigen Deutschen Startern auch die Fahrerinnen und Fahrer der Luxemburger Berg-Meisterschaft, die in ihrer eigenen Wertung unterwegs waren. Die drei Durchgänge, von denen wie in Frankreich üblich, nur der schnellste Lauf für die Endplatzierung ausschlaggebend ist, stand im Zeichen der beiden Rivalen Geoffrey Schatz und Sebastien Petit. Mit zwar relativ gleichen Fahrzeugen aus dem Hause Norma, aber unterschiedlichen Motorkonzepten, lieferten sich die Beiden einen exzellenten Zweikampf, im Verlaufe dessen der Streckenrekord von beiden Piloten unterboten wurde und schlussendlich Schatz die Nase seines Norma BMW 4-Liter V8 vorne hatte. Nur um 31/1000 Sekunden verpasste Petit, der auf 3-Liter V8-Power von Zytek vertraut und so auch in der Berg EM starten kann, die Wiederholung seines Vorjahressieges. Bereits bestens in Frühform zeigte sich der Freiburger Patrik Zajelsnik in seinem V8-Norma. Für seine  schnellen Fahrten, die am Ende Gesamtrang 3 bedeuteten, erntet der junge Tankstellenunternehmer Lob und Anerkennung von der Französischen Elite. Alexander Zajelsnik steuerte das von Bruder Patrik übernommen Norma Vorgängermodell, jetzt ebenfalls mit V8-Pover, auf Gesamtrang 12. Auch der Badener Dino Gebhard, kam mit seinem neu angeschafften Norma M20 Honda 2-Liter den kurzen Weg herüber um den weißen Sportwagen erstmals unter Rennbedingungen zu bewegen. Unter allen fast 50 Rennsportfahrzeugen die das Ziel sahen wurde Dino 37. Bei den Tourenwagen und GT siegte der junge Pierre Courroye im Mc Laren MP4 12C unangefochten vor Nicolas Werver (Porsche 997 GT2) und Philippe Schmitter im Renault RS 01. Der schnellste Tourenwagenpilot des Tages kam jedoch aus der Schweiz und startete in der Luxemburger Extrawertung. Ronnie Bratschi debütierte im neu aufgebauten E1-Mitsubishi Lancer Evo 8 (BiD berichtete bereits) und kann sicherlich für den Anfang mit dem aktuellen Stand seines spektakulären Fahrzeuges zufrieden sein und mit Optimismus im Gepäck am kommenden Wochenende nach Eschdorf reisen. Als „rollout in den Frühling“ nahm Frank Debruyne im bewährten Dallara F303 Formel 3, den ebenfalls kurzen Sprung von Baden herüber. Ohne großartig zu puschen langte es für den 47jährigen zweifachen Deutschen Bergmeister, der auch in dieser Saison wieder für das pfälzische CR-Racingteam in AST-Farben fahren wird, zu Gesamtrang 2 vor dem besten Luxemburger Daniel Donkels im Tatuus Formel Renault. Aus rein Deutscher Sichtweise gelang Manfred Schulte im Luxemburger Feld der Sieg […]

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