Berguerand lässt’s auch in Massongex krachen

9. Juli 2019

Eric Berguerand bleibt in der Schweizer Bergmeisterschaft ungeschlagen. Auch bei seinem Heimspiel in Massongex war der Walliser eine Klasse für sich. Mangelnden Einsatz kann man Marcel Steiner, dem amtierenden Schweizer Bergmeister in der Kategorie Rennwagen, nicht vorwerfen. Der Berner unternimmt alles, um Herausforderer Eric Berguerand am Siegen zu hindern. Doch Steiner ist zurzeit machtlos gegen den Mann aus Charrat und seinen Lola FA99. «Ich habe alles versucht – leider erfolglos», sagt Steiner. «Grundsätzlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Aber es reicht im Augenblick einfach nicht, um Eric zu bezwingen.» Schon im Training hatte Berguerand mit einer Zeit von 1:47,4 min aufhorchen lassen. Doch das war noch nicht alles. Am Renntag packte der fünfmalige Schweizer Meister den Hammer aus. In den ersten beiden Läufen stanzte Berguerand jeweils eine 1:45er-Zeit in den Asphalt. Weil bei Steiner die Uhr bei 1:47,7 respektive 1:47,6 min stehengeblieben war, war die Entscheidung schon vor dem dritten Durchgang zugunsten des Lokalmatadors gefallen. Doch Berguerand hatte noch nicht genug. Im letzten Heat verbesserte er seine bisherige Bestzeit um 1,5 Sekunden und liess sich mit 1:43,714 min den dritten Streckenrekord in diesem Jahr respektive den fünften in Folge notieren, wenn man die beiden Rennen am Gurnigel und in Les Paccots von 2018 dazunimmt. Berguerand, der auf seiner Rekordfahrt sieben Zehntelsekunden schneller war als Steiner 2012, liess sich im Ziel feiern, blieb aber mit seiner Analyse gewohnt sachlich. «Es läuft von Rennen zu Rennen immer besser. Die neuen Aeroteile, die ich im Winter ans Auto geschraubt habe, funktionieren. Und wie es scheint habe ich die technischen Probleme aus dem Vorjahr im Griff.» Berguerand gilt unter diesen Voraussetzungen auch für den weiteren Verlauf der Saison als haushoher Favorit. In Anzère beim nächsten Rennen (27./28. Juli) könnte ihm neben Steiner allerdings auch sein Walliser Kollege Joël Volluz gefährlich werden. Der greift mit seinem Osella FA30 auf seiner Heimstrecke erstmals ins Geschehen ein, fühlt sich nach international gefahrenen Bergrennen aber bestens vorbereitet. Hinter Berguerand und Steiner sicherte sich Robin Faustini in Massongex den dritten Gesamtrang. Der 21-Jährige aus Suhr im Kanton Aargau fuhr bei seinem ersten Start auf der 3150 Meter langen Strecke eine persönliche Bestzeit von 1:52,666 min. Allerdings sparte sich der Fahrer des Reynard Formel Nippon neue Reifen für das nächste Rennen in Anzère auf. Nur 1,5 Sekunden hinter Faustini kam Christian Balmer auf seinem Tatuus FM als Vierter ins Ziel. Nicht am Start war Vorjahressieger Marcel Maurer. Der Berner […]

Eine Herausforderung für Mensch und Material

6. Juli 2019

Seit Donnerstagnachmittag (04.07.) verwandelt sich die Landstraße L120 / L264, wie alljährlich seit 1974, wo das Homburger ADAC Bergrennen seine Premiere hatte, in eine für Rennsportler und Zuschauer bestens abgesicherte Natur-Rennstrecke. Die Käshofer Straße, die die Kreisstadt Homburg im Saarland mit der westpfälzischen Gemeinde Käshofen verbindet, ist am Wochenende des 13./14. Juli Treffpunkt für 150 Rennteams aus der gesamten Bundesrepublik, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Man trifft sich zum 46. Homburger ADAC Bergrennen. Aktuell sind Mitglieder des veranstaltenden Homburger Automobilclubs, mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Käshofen, mit dem Streckenaufbau beschäftigt. Mehr als 1.000 Reifenpakte, 1,5 km Schutzzaun, 30 m Betonabweiser und drei Kilometer Absperrband sowie zusätzliche Leitplanken werden aktuell installiert. Am Rennwochenende selbst sind dann bis zu 180, größten Teils ehrenamtliche Helfer, im Einsatz.

Vorschau Massongex (CH): Kann Steiner Berguerands Siegesserie stoppen?

3. Juli 2019

Die Schweizer Berg-Saison macht keine Pause. Am Wochenende steht in Massongex (VS) bereits der dritte Lauf auf dem Programm. Gelingt Eric Berguerand der Hattrick? Nach den beiden Auftaktrennen in Hemberg (SG) und Reitnau (AG) gastiert die Schweizer Berg-Meisterschaft am Wochenende in Massongex zum dritten Lauf 2019. 106 Teilnehmer haben sich eingeschrieben, darunter 80 in den NATionalen Kategorien. Das ist gegenüber Reitnau weniger als die Hälfte, aber immer noch deutlich mehr als im Vorjahr, als nur knapp 60 Autos die 3150 Meter lange Strecke Richtung Vérossaz, oberhalb von Saint-Maurice, in Angriff nahmen. Der Grund für das eher bescheidene Starterfeld ist für viele die Streckencharakteristik. Diversen Vollgaspassagen folgen enge Spitzkehren. «Das geht teilweise richtig aufs Material», sagt Mitsubishi-Pilot Roger Schnellmann, der den Lauf in Massongex aus diesem Grund auslässt. Auch Marcel Steiner, der im Vorjahr in Massongex einen Motorschaden im Training erlitt, sagt: «Ein paar Kurven weisen eine große Höhendifferenz aus. Da muss man am Kurvenausgang warten, bis alle vier Räder wieder Kontakt zur Strasse haben. Wer da zu früh aufs Gas steht, handelt sich rasch einen Schaden ein.» Steiner hat die ersten beiden Duelle gegen Eric Berguerand in dieser Saison verloren und möchte in Massongex den Rückstand auf den Walliser auf keinen Fall noch größer werden lassen. Doch dieses Unterfangen wird schwierig. «Ich war in Reitnau etwas ratlos. Mein Gefühl im zweiten Lauf war besser als die Zeit auf der Anzeige. Aber ich werde in Massongex wieder alles geben und versuchen, Berguerand am dritten Sieg in Folge zu hindern.» Berguerand indes reist mit stolz geschwellter Brust zum ersten seiner beiden Heimrennen an. Zwei Siege und zwei neue Streckenrekorde stempeln den Mann aus Charrat bei Martigny zum Favoriten. Und das obwohl Berguerand im Vorfeld dieser Saison kein einziges Rennen und keinen einzigen Test absolviert hat. «Wir haben offenbar gute Arbeit über den Winter geleistet», sagt der 40-jährige Berguerand, dessen Vater Louis mit 81 Jahren übrigens der älteste Teilnehmer am Wochenende ist. Eric Berguerand ist in Massongex auch Rekordsieger. Von den seit 1984 24 ausgetragenen Rennen hat der furchtlose Walliser sechs gewonnen. Sein erster Sieg 2002 liegt bereits 17 Jahre zurück. Auf Platz 2 der ewigen Bestenliste rangiert Marcel Steiner mit drei nationalen Erfolgen (2010-2012). Den letzten Tagessieg im unteren Rhonetal sicherte sich Marcel Maurer. Der Formel-Renault-Pilot setzte sich im Vorjahr – nach dem Motorschaden von Steiner und den Anlasserproblemen bei Berguerand – in einem engen Duell gegen Christian Balmer durch. Beide sind […]

Wieder Rekord und Tagessieg für Berguerand

1. Juli 2019

Eric Berguerand ist nicht zu bremsen. Auch beim zweiten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft in Reitnau war der Walliser auf seinem Lola FA99 eine Klasse für sich. Der amtierende Schweizer Marcel Steiner hat schon vor der Saison gewarnt: «Wenn Berguerand seinen Lola FA99 technisch im Griff hat, ist er schwer zu schlagen.» Steiner hat bisher Recht behalten. Auch beim zweiten Aufeinandertreffen am Berg im aargauischen Reitnau ist der Walliser klar der Schnellere. Damit liegt Berguerand nach zwei von acht Bewerben mit dem Punktemaximum von 54 Zählern bereits 14 Punkte vor Steiner. Berguerand hatte in Reitnau schon im ersten Training den Tarif durchgegeben. Den Streckenrekord von Steiner aus dem Vorjahr (47,86 sec) verpasste der 40-Jährige aus Charrat bei Martigny nur um knapp vier Zehntelsekunden. Doch es war nur eine Frage der Zeit, ehe Berguerand die Bestmarke knacken würde. Schon im Wertungslauf war es dann soweit: Berguerand absolvierte die 1605 Meter kurze Strecke in 47,35 sec. Bei Steiner indes blieb die Uhr erst bei 48,98 stehen. Weil die Addition der beiden Wertungsläufe über den Tagessieg entscheidet, lag Steiner also schon vor dem zweiten Lauf deutlich zurück. Diesen absolvierte er dann in 48,51 sec. Doch das reichte bei Weitem nicht. Eric Berguerand pulverisierte den Rekord abermals und liess sich im zweiten Heat eine Zeit von 47,22 sec notieren. Damit lag der Mann mit der Startnummer 45 in der Addition fast drei Sekunden vor Steiner. «Ich bin sehr zufrieden, wie es momentan läuft», sagt Berguerand. «All die Arbeit, die ich ins Auto investiert habe, scheint sich auszuzahlen. Ich hoffe, dass es am kommenden Wochenende in Massongex, beim dritten Lauf, ähnlich gut läuft.» Steiner gab zu, dass er auf seinem LobArt LA01 in Reitnau kein Mittel gegen Berguerand gefunden hatte. «Der erste Lauf war nicht perfekt. Im zweiten dachte ich, ich sei vom Gefühl her schneller. Aber es kommen noch andere Rennen. Und ich habe Eric im letzten Jahr auch geschlagen. Also einfach weiter konzentriert arbeiten und Gas geben.» Genau das muss Steiner auch. Denn von hinten droht die Konkurrenz näher zu kommen. Thomas Amweg, der in beim Auftakt in Hemberg bereits den dritten Platz für sich beanspruchte, war auch in Reitnau «Best oft he Rest». Und der Abstand zu Steiner ist geschmolzen. Auf der 153 Meter längeren Piste in St.Gallen verlor Amweg mit seinem Lola B99/50 auf Steiner noch 5,5 Sekunden. In Reitnau waren es nur noch 2,2 Sekunden. Dazu Amwegs Kommentar: «Ich bin ganz […]

Vorschau Reitnau (CH): In der Kürze liegt die Würze

26. Juni 2019

Nach dem fulminanten Start der Schweizer Bergsaison in Hemberg steht am Sonntag die zweite Runde in Reitnau auf dem Programm. Wieder heißt das Duell Berguerand gegen Steiner. Am Sonntag (30. Juni) geht die Schweizer Berg-Meisterschaft in die nächste Runde. Schauplatz des zweiten Aufeinandertreffens ist Reitnau im Kanton Aargau (70 km von Basel aus). Das bis 2005 als Bergslalom deklarierte Rennen wurde erstmals 1965 ausgetragen und findet unter Leitung des ACS Mitte statt – und zwar auf der kürzesten Strecke im Kalender. Die Fahrer haben pro Lauf nur 1605 Meter zurückzulegen. Doch diese haben es in sich. «In der Kürze liegt die Würze», sagt der amtierende Berg-Champion Marcel Steiner und nennt die Schlüsselstellen des Parcours: «Start- und Zielkurve sind sehr wichtig. Aber auch in der Schikane kurz vor dem Ziel kann man entscheidende Zeit gewinnen oder verlieren.» Seit 2011 haben in Reitnau nur noch zwei Fahrer gewonnen: Eric Berguerand und Marcel Steiner. Und die Tagessieger der vergangenen Jahre sind auch bei der 54. Ausgabe die haushohen Favoriten. Beide haben beim Auftakt in Hemberg eindrucksvoll bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Weil die erste Runde an Berguerand in seinem Lola FA99 ging, ist Steiner für das Rennen in Reitnau natürlich besonders motiviert. Den Schaden, den er seinem LobArt LA01 Mugen in Hemberg zugeführt hat, ist längst wieder repariert. «Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die wir noch aussortieren müssen, bin ich bereit für die zweite Runde», sagt Vorjahressieger Steiner. Auch Berguerand freut sich auf ein nächstes Duell mit dem Oberdiessbacher, der in Reitnau mit 47,86 sec den Streckenrekord hält. «Es lief sehr gut in Hemberg», meint Berguerand. «Aber wir waren beide noch nicht am Limit. Es geht noch schneller.» Von der Charakteristik her sind sich die Strecken in Reitnau und Hemberg ähnlich. Wenn es trocken bleibt und die Temperaturen am Morgen nicht schon zu hoch sind, liegt ein neuer Streckenrekord im Bereich des Möglichen. «Es wird auf jeden Fall wieder sehr eng werden», meint Berguerand, der in Reitnau mit 6:5 Siegen gegen Steiner führt. Hinter Berguerand und Steiner wird es ebenfalls eng werden. In Hemberg setzte sich zuletzt Thomas Amweg auf seinem Lola B99 gegen den erst 21-jährigen Robin Faustini (Reynard K01) im inneraargauischen Duell durch. Amweg hat gute Erinnerungen an Reitnau. 2018 wurde er dort Gesamtdritter vor Christian Balmer. Der wird sich im Kampf um den Sieg bei den Formelautos bis 2000 ccm gleich gegen zehn Gegner durchsetzen […]

Ein neues Kapitel im virtuellen Bergrennsport beginnt

17. Juni 2019

virtual racing e.V. ist aktuell die Größte deutschsprachige Gemeinschaft von Simracingbegeisterten. In vier Simulationen werden in rund 20 Liegen regelmäßig Rennen organisiert, an denen in Summe rund 500 Fahrer teilnehmen. Ab diesem Sommer beginnen die Aktivitäten im virtuellen Bergrennsport, um auch dieser traditionsreichen motorsportlichen Disziplin ein adäquates virtuelles Abbild zu geben. Dazu bieten virtual racing e.V. aktuell Zeitfahrevents an. Das Glasbachrennen machte dabei den Anfang der neuen Zeitfahrmeisterschaft. In der vergangenen Woche vor dem realen Event, konnte jeder versuchen in einem von sechs Bergmonstern eine bestmögliche Zeit zu setzen. Über 50 Fahrer haben sich der Herausgorderung gestellt und an der Spitze entwickelte sich schnell ein Dreikampf, bei dem sich die Fahrer immer wieder gegenseitig unterboten. Am Ende konnte sich in einem deutsch-schweizerischen Duell Florian aus Thüringen mit 0,2 Sekunden durchsetzen und durfte sich über zwei Freikarten und ein Fanpaket vom Glasbachrennen freuen. So konnte er dann zwei Tage Bergrennsport erleben und sah mit dem Tribute-Plasa-BMW E36 Judd das Fahrzeug Live, mit dem er virtuell gefahren ist. Ein großes Danbkeschön richtete virtual racing e.V. anschließend an die RSG Altensteiner Oberland, die Oragnisatoren des Glasbachrennens, für die Bereitstellung des Preises für den Sieger. Das virtuale Event soll jedoch nicht etwas einmaliges gewesen sein, sondern ist der Beginn einer Meisterschaft, die in den folgenden Wochen und Monaten die realen Rennen von Berg DM, KW Berg-Cup und der Berg EM begleiten, sodass es immer in der Woche vor den „echten“ Verantaltungen ein Zeifahren im Internet geben wird. Folgende Termine stehen dieses Jahr an: 07.06.2019          Glasbachrennen 28.06.2019          Trento Bondone 05.07.2019          Homburger Bergrennen 19.07.2019          Hauenstein Bergrennen 26.07.2019          Osnabrücker Bergrennen 02.08.2019          Le Mont Dore 09.08.2019          St. Ursanne 16.08.2019          Bergrennen Oberhallau 30.08.2019          Bergrennen Eichenbühl 05.09.2019          Buzetski dani 27.09.2019          Bergrennen Mickhausen 11.10.2019           Arona-La Escalona Bei den Events stehen virtual racing e.V. im Kontakt mit den realen Veranstaltern, um diesen die Möglichkeit zu bieten ihre aktuellen Sponsoren und Partner auch auf der virtuellen Strecke zu platzieren, sodass für sie eine weitere Präsentationsmöglichkeit entsteht und es noch realer abgebildet werden kann. Teilnehmen kann jeder, der einen passenden Computer und die Simulation Assetto Corsa besitzt. Zusätzlich empfiehlt sich ein Lenkrad um präzise genug fahren zu können. Bei Fragen können sich Interessierte im Forum vom virtuel racing e.V. melden. Informationen zur Meisterschaft: https://forum.virtualracing.org/showthread.php/115147-VR-BC-Zeitfahrmeisterschaft-Ank%C3%BCndigung „Uns ist aber bewusst, dass ein Zeitfahren mit unendlich vielen Versuchen nicht so ganz zum Bergrennsport […]

Vorschau Hemberg (CH): Steiner oder Berguerand – wer macht das Rennen?

14. Juni 2019

Das Warten hat ein Ende. Am Wochenende startet die Schweizer Berg-Meisterschaft in die neue Saison. 167 Fahrer haben sich für den Auftakt in Hemberg eingeschrieben. 4:3 steht es in Hemberg zwischen Eric Berguerand und Marcel Steiner. Von den sieben in der Neuzeit ausgetragenen Bergrennen im St. Gallischen hat der Walliser vier gewonnen. Und auch bei der achten Ausgabe wird der Tagessieg mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zwischen den beiden schnellsten Schweizer Bergrennfahrern der vergangenen neun Jahre ausgefochten. «Ich freue mich sehr auf den Auftakt», sagt Vorjahressieger Steiner, der sich mit einem Triumph im luxemburgischen Eschdorf auf die bevorstehende Saison vorbereitet hat. «Wo wir stehen, werden wir erst nach den ersten Trainingsläufen wissen. Wir sind in den vergangenen Jahren mit mehr Fahrpraxis gestartet, aber ich glaube, wir sind dennoch gut aufgestellt und haben unseren LobArt nochmals verbessert.» Die spannendste Frage wird sein: Wie gut ist das Auto von Berguerand? Der Walliser hat seinen Lola FA99 mit weiteren Formel-1-Teilen von Force India aufgerüstet. Doch für einen Testeinsatz vor dem Auftakt hat es nicht gereicht. «In Hemberg wissen wir mehr», sagt Berguerand geheimnisvoll. «Ich hoffe, dass wir die technischen Probleme vom Vorjahr im Griff haben. Das Ziel ist ganz klar der Titel.» Die beiden Titelaspiranten werden in Hemberg (und auch eine Woche später in Reitnau) noch unter sich sein. Der dritte Titelkandidat, Joël Volluz, wird erst später in den Titelkampf eingreifen. Hinter den beiden Favoriten gibt es ein paar heisse Kandidaten, die am Hemberg für Topzeiten in Frage kommen. Einer davon ist Robin Faustini in seinem Reynard K01. Aber auch Christian Balmer (Tatuus FM), Marcel Maurer (Formel Renault 2.0), Thomas Zürcher (Tatuus F4) und Thomas Amweg (Lola B99) sind Fahrer, die für einen Exploit sorgen können. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Michel Zemp sein, der mit seinem Norma M20 in derselben Klasse antritt wie Steiner. Bei den Tourenwagen führt der Weg zur Schweizer Meisterschaft voraussichtlich über Ronnie Bratschi und sein Mitsubishi Evo VIII. Der Urner, bereits drei Mal FIA-E1-Cupsieger, hat am Wochenende im deutschen Wolsfeld überlegen gewonnen und ist daher bestens vorbereitet. Bratschi hält im Übrigen mit 57,83 sec den Tourenwagenrekord in Hemberg. «Man hat im Vorjahr gesehen, was möglich ist. Deshalb gehe ich guter Dinge in die neue Saison. Aber man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Die Technik kann einem immer einen Streich spielen. Vor allem bei diesen Autos. Die sind sehr ausgereizt». Seine ärgsten Gegner im […]

Vorschau: Stark besetzte Schweizer Bergrennen

11. Juni 2019

So spät wie in keinem anderen Land beginnt die Bergmeisterschaft in der Schweiz. Den Anfang macht Hemberg am 16. Juni, danach folgen Reitnau am 30. Juni, Massongex am 7. Juli, Ayent–Anzère am 28. Juli, St-Ursanne–Les Rangiers am 18. August (auch Lauf zur EBM), Oberhallau am 25. August (wo auch der KW-Berg-Cup fährt), Gurnigel am 8. September und Châtel-St-Denis–Les Paccots am 15. September. Einen Vorteil hat der späte Saisonbeginn im Sommer: Die Spezialisten konnten sich bei Bergrennen im Ausland oder bei der ebenfalls populären und von etlichen Piloten parallel bestrittenen Slalom-Meisterschaft warm fahren. Als Titelverteidiger tritt Marcel Steiner mit seinem LobArt-Mugen LA01 an, einem Exoten unter den Rennsportwagen. Da sie von den Italienern kaum Hilfe bekommen, verbessert Steiner Motorsport den in der Gruppe E2-SC bis 3000 eingeteilten Sportwagen von Saison zu Saison selbst. Auch der bald 44-jährige Inhaber einer Automobil-Werkstätte in Oberdiessbach im Berner Oberland wird immer besser, was seine Streckenrekorde untermauern. Dass Steiner nach der Winterpause sofort in Form kam, bewies der Tagessieg in Eschdorf über Leute wie Sébastien Petit, Guy Demuth und Landsmann Joël Volluz. «Aufgrund von Petits Übung bei den ersten Rennen 2019 und dem letztjährigen Saisonverlauf, als er in Osnabrück und Gubbio klar vor mir lag, war das nicht unbedingt zu erwarten.  Mit einem neuen KW-Fahrwerk macht das Fahren nun noch mehr Spaß. Daher freue ich mich auf die Schweizer Bergrennen.» Als deutsche Bergrennen hat Steiner im August Osnabrück und nach Abschluss der Schweizer Saison Mickhausen in seinem Programm. Steiners härtester Gegner wird Eric Berguerand sein, der ebenfalls schon fünf SM-Titel bei den Rennsportwagen auf seinem Konto hat. Der Walliser hat seinen Eigenbau-Lola auf Basis eines früheren Formel 3000 nun mit weiteren Karosserieteilen von Force India F1 modifiziert. Nachdem er 2018 mit einem F1-Frontspoiler einen Entwicklungssprung gemacht hatte, kommen nun entsprechende Flanken und ein Heckflügel aus der Formel 1 hinzu. Nach Berguerands Rekordfahrten bei den letzten zwei Schweizer Bergrennen 2018 am Gurnigel und in Les Paccots darf man auf seine Zeiten besonders gespannt sein. Im Gegensatz zu Steiner ist Hemberg sein erstes Saisonrennen 2019. Ob dies ein Nachteil ist, wird man sehen. Mit Thomas Amweg (Lola-Cosworth) und Robin Faustini (Reynard-Mugen) sind zwei weitere schnelle Piloten mit V8-Rennwagen aus der Klasse E2-SS bis drei Liter bereits ab dem Saisonauftakt am Start. In den Kampf zwischen Berguerand und Steiner um den Tagessieg werden sie bei normalen Bedingungen aber kaum ein Wort mitreden. Viel eher ist dies Joël Volluz zuzutrauen. […]

Hin zu Rang fünf beim ÖM und KW Berg-Cup Lauf in St. Anton

20. Mai 2019

Wie schon so oft war die Berg-ÖM und KW Berg-Cup-Veranstaltung in St. Anton/J. vom Emsi Motorsport Team exzellent organisiert. Vom Rennleiterteam angefangen bis hin zu den Streckenposten war man jeder Situation gewachsen und so verlief sowohl das Training als auch das Rennen in einem ungewöhnlich flotten Tempo. Die anspruchsvolle Strecke in St. Anton/J. forderte die Piloten wieder bis aufs äußerste, jedoch blieben zum Glück gröbere Zwischenfälle aus. Und so war es noch vor 15 Uhr (!), als der 3. Rennlauf von Hermann Waldy jun. erfolgreich beendet wurde. Da auch die Siegerehrung zeitig angesetzt war, war eine grandiose Stimmung im Festzelt vorhanden. Zudem hatte auch der Wettergott ein einsehen, denn das ganze Wochenende ging trocken und auch bei angenehmen Temperaturen über die Bühne. Im Kampf um den Gesamtsieg war der niederösterreichische Lokalmatador Karl Schagerl voll in seinem Element. Mit einer wirklich beeindruckenden Performance am Steuer seines VW Golf Rallye TFSI-R konnte er sich gegen die starke Konkurrenz aller Fahrzeugkategorien durchsetzen und einen vollen Erfolg fixieren. Dabei konnte er bei seinem Heimrennen bereits in Rennlauf 1 einen neuen Tourenwagenstreckenrekord aufstellen und so den Grundstein für den späteren Gesamtsieg in St. Anton/J. legen. In Lauf 2 legte der Purgstaller am Steuer des weiß-blauen Boliden nochmals nach, steigerte sich um weitere 0,2sec. und unterbot somit seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr um über 1 Sekunde. Auf dem zweiten Gesamtrang war nach einer äußerst dramatischen Entscheidung der Kärntner Hermann Waldy jun. zu finden, der mit seinem Tatuus Formel Master S2000 eine herausragende Leistung ablieferte und dabei mit seiner beherzten Fahrweise mit dem noch ungewohnten Fahrzeug immer besser zu Recht kommt. Im entscheidenden 3. Rennlauf konnte er sich nochmals entscheidend steigern und so dieses eindrucksvolle Ergebnis realisieren. Damit konnte er sich um gerade einmal 0,04sec. (!) gegen seinen Kärntner Landsmann Bernhard Gradischnig durchsetzen. Dieser lieferte aber am Steuer seines Norma M20F Nissan eines seiner bisher besten Rennen ab. Damit stand am Ende des Wochenendes noch der letzte Platz am Podium zu Buche, womit er ein weiteres eindrucksvolles Ergebnis mit diesem Boliden realisieren konnte. Rang Vier ging im Gesamtklassement an einen weiteren niederösterreichischen Lokalmatador. Andreas Stollnberger lieferte mit seinem Dallara F302 eine erneut exzellente Leistung ab, und diese wurde mit diesem großartigen Resultat belohnt. Dabei konnte der ex-Staatsmeister mit seiner beherzten Fahrweise begeistern und sich so eindrucksvoll in Szene setzen. Die Top5 im Gesamtklassement beim diesjährigen Bergrennen St. Anton/J. komplettierte der Deutsche Alexander Hin, der mit seinem […]

Vierter Eschdorf-Sieg für Familie Steiner

7. Mai 2019

„2:2, da muss ich ja nächstes Jahr wieder antreten!“. Dem 70-jährigen Heinz Steiner war am Sonntag nach einem langen, intensiven Renntag, der in aller Frühe mit einem Trainingslauf begonnen und drei Rennläufen bei bitterer Kälte, jedoch im Gegensatz zum wegen der Staatstrauer auf einen erst ab 18.00 Uhr erlaubten und dann wegen anhaltender Schneeschauer, der den 1,850 km langen Kurs in eine Rutschbahn verwandelt hatte, vorzeitig abgebrochenen Trainingslauf reduzierten Samstag ohne Niederschläge weitergegangen war, zum Spaßen aufgelegt. Sein Sohn Marcel hatte soeben, zum zweiten Mal nach 2013, den Schlusssieg auf jener Strecke erobert, auf der der Herr Papa 1995 und 1996 geglänzt hatte, als er noch im Martini-BMW Mk69 Formel 2 aktiv gewesen war. „Künftig werden wir immer erst am Freitagabend nach Eschdorf anreisen…“, fügte der vierfache Schweizer Bergmeister hinzu, „so wie wir es bereits bei meinem ersten Sieg hier vor 6 Jahren gemacht hatten!“ Ab dem ersten Rennlauf konnte der 44-jährige Garagist sich im LobArt-Mugen Honda V8 an die Spitze setzen, legte erst eine Zeit von 51,020 s. vor, dann 50,039, um schließlich als einziger Fahrer an diesem eiskalten Tag die 50er-Schallmauer zu durchbrechen in 49,833 sec., ohne jemals von jenem Fahrer bedrängt zu werden, der im Vorjahr an gleicher Stelle dominiert hatte. Der französische Doppelmeister Sébastien Petit blieb effektiv im Norma-Mugen V8 am Ende vier Zehntel über der schnellsten Zeit seines eidgenössischen Rivalen…und genau zwei Sekunden über seinem eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Überraschender 3. Platz derweil für den Luxemburger Guy Demuth, der seinen Norma-Judd im zweiten Lauf am Osella-Judd FA 30 des Schweizers Joël Volluz vorbeischieben konnte, der es im Anschluss nicht mehr schaffen sollte, den Podestplatz zurückzuerobern. Dahinter folgen die beiden 2 Liter-Sieger Anthony Loeuilleux (Tatuus-Honda Master bei den Formelwagen) und Kevin Durot (Norma-Honda) bei den Sportwagen, die beide nur durch 52 Tausendstel getrennt waren. Nur 9 Hundertstel hinter Durot läuft der Luxemburger Bergmeister 2014 Tommy Rollinger im Osella-Zytek FA 30 als Siebter ein, während dahinter der beste U25-Junior Robin Faustini (CH, Reynard-Mugen Nippon) zwei Zehntel Vorsprung auf den nun siebenfachen Eschdorf-F3-Sieger Ludovic Cholley ins Ziel rettet, eine F3-Klasse wo Samy Guth und sein Dallara-VW nur knapp mit 3 Zehntelsekunden Vorsprung einen Durchmarsch der Dallara-Mercedes der Cholley-Familie verhindert, wobei Vater Patrick nur 12 winzige Tausendstel schneller als sein jüngster Sohn Arnaud die Ziellinie kreuzt. Bei den „Autos mit Dach“ war der Kampf um den Gesamtsieg derweil spannender als bei den Rennsportfahrzeugen. Nachdem der Schweizer Vize-Bergmeister Ronnie […]

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