Über Thomas Bubel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.

Vojacek verteidigt EM-Krone – Benes Tagessieger in Kroatien

17. September 2019

Das Finale zur Berg Europameisterschaft im kroatischen Buzet produzierte einen äußerst spannenden Kampf um den Gesamtsieg. Da die beiden italienischen EM-Dominatoren Simone Faggioli und Christian Merli auf die Reise nach Kroatien verzichteten und zeitgleich am italienischen Monte Erice antraten (mit Sieg und Rekord für Faggioli), waren gleich mehrere Sieganwärter nach den Trainingsläufen auszumachen, welche aber mit dem zum Teil doch rutschigen Asphalt haderten. Dieser und die doch fast noch sommerlichen Temperaturen um die 28°C sorgten dann leider am Renntag auch für zahlreiche Unfälle und Unterbrechungen, welche aber für die Piloten zum Glück alle gut ausgingen. Ex-Europameister Danny Zardo (I) in seinem Norma M20 FC erwischte es hart, mit einem heftigen Einschlag in eine Mauer. Mit einer eindrucksvollen Performance konnte sich den Gesamtsieg der Tscheche Milos Benes sichern. Am Steuer des Osella FA30 Judd konnte er im entscheidenden 2. Rennlauf nochmals nachlegen. Dabei konnte er den kleinen Rückstand vom 1. Rennlauf am Ende des Tages in einen knappen 0,35sec. Vorsprung verwandeln. Damit konnte er beim Berg-EM Finale einen großartigen Erfolg realisieren und dabei das Bergrennen Buzet erstmals für sich entscheiden. Auf dem zweiten Gesamtrang folgte der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik mit seinem Norma M20FC Mugen, der sich nach einigen Jahren wieder dieser Herausforderung in Kroatien stellte. Damit stand für ihn am Ende auch der Sieg in der E2-SC Klasse zu Buche. Übrigens wurde sein Motor, nach dem Eklat von Osnabrück, bei diesem Rennen von der FIA genauer unter die Lupe genommen und mittels eines neuen Gerätes der Hubraum überprüft: Ergebnis 2996ccm! Was bedeutet dass es aktuell nichts zu beanstanden gibt. Diese neue Methode wurde dann auch noch gleich beim Gesamtsieger und dessen Judd Motor angewandt, und auch hier gab es keine Beanstandung. Dabei dauerte diese Überprüfung in beiden Fällen um die 30 Minuten. Das Gesamtpodium in Buzet komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert mit seinem Osella FA30 Zytek (Foto Mitte), der damit seinen dritten Rang in der EM-Abschlusstabelle zementierte, dass in seiner ersten kompletten EM-Saison. Zwar haderte er ebenfalls mit dem Asphalt und den rutschigen Bedingungen, jedoch konnte er trotzdem großartige Zeiten realisieren. Dabei blieb zum Glück ein Dreher im 2. Trainingslauf im oberen Bereich der Strecke ohne Folgen. Rang Vier ging im Gesamtklassement nach Italien an Stefano di Fulvio (Osella PA30 Zytek), der sich jedoch am Ende des Wochenendes nicht gerade erfreut über dieses Ergebnis zeigte. Vor allem mit seinen gefahrenen Zeiten war der bekannt spektakulär agierende Pilot überhaupt nicht zufrieden. Trotzdem konnte […]

Wer sonst? – Berguerand siegt auch in Les Paccots

17. September 2019

Eric Berguerand war beim Finale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots unantastbar. Berguerand hat die Schweizer Berg-Meisterschaft so beendet, wie er sie angefangen hat: mit einem Sieg in neuer Rekordzeit. Der 40-jährige Walliser, der schon vor dem Finale in Les Paccots als Schweizer Rennwagenmeister feststand, hat der Saison 2019 damit endgültig den Stempel aufgedrückt. Von den sieben Rennen, an denen Berguerand teilgenommen hat, hat er sechs gewonnen. Fünf davon in neuer Rekordzeit. Nur am Gurnigel reichte es nicht zum Tagessieg. Doch da kam dem Formel-3000-Piloten aus Charrat (VS) der Regen in die Quere. Sonst hätte er wohl auch dort mit seinem Lola FA99 eine neue Bestmarke aufgestellt. Beim Rennen von Châtel-St-Denis nach Les Paccots hatte Berguerand vergleichsweise leichtes Spiel. Dauerrivale Marcel Steiner verzichtete auf das Saisonfinale. Der Berner, der in dieser Saison nur in Les Rangiers triumphierte, dort, wo Berguerand seit 2007 nicht mehr antritt, hat sich eine Pause gegönnt. Steiner wird dafür bei den Bergrennen St. Agatha in Österreich (22. September) und Mickhausen in Südbayern (6. Oktober) an den Start gehen. Berguerands Zeiten waren aber auch ohne Konkurrenzdruck beeindruckend. Den ersten Durchgang absolvierte er in 53,643 sec. Im dritten unterbot er mit 53,370 sec seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr um 18 Hundertstelsekunden. «Ich habe meine Bestzeit mit einem alten Satz Reifen erzielt», sagt Berguerand, der sich in dieser Saison vor allem über die Standfestigkeit seines Autos gefreut hat. «Es hat in diesem Jahr einfach alles gepasst. Aber selbstverständlich ist das nicht. Da steckt natürlich viel Arbeit dahinter.» Für Berguerand ist der fünfte Titel trotz seiner Überlegenheit kein besonderes Ereignis. «Dieser Titel hat nicht mehr oder weniger Wert als die zuvor. Es ist einfach angenehm, wenn alles leichter von der Hand geht und das Auto keine Probleme bereitet.» Genug hat Berguerand noch lange nicht. Der Konkurrenz lässt er ausrichten, dass er als Fahrer sich noch verbessern kann. «In mir steckt noch mehr Potenzial», grinst der Champion und schielt mit einem Auge schon auf die Saison 2020. 6,5 Sekunden hinter Berguerand liess sich Robin Faustini Platz 2 im Gesamtklassement notieren. Der junge Aargauer stand vor Les Paccots bereits als Meisterschaftsdritter fest und hatte in Les Rangiers als Zweiter (hinter Steiner) ein Ausrufezeichen gesetzt. Diesmal war er in der Addition der beiden schnellsten Läufe 0,7 Sekunden schneller als sein Vater Simon Hugentobler, der auf seinem neuen Osella PA30 Platz 3 belegte. «Ich hatte im ersten Lauf noch ein Getriebeproblem», erklärte Faustini. […]

Boxengeflüster 08/2019: Wussten Sie schon dass…?

16. September 2019

DASS das Comeback des bis Anfang Oktober nochimmer amtierenden DMSB Berg-Cup Champion für Sportwagen 2018 und Deutschen Vize-Bergmeisters 2017 Frank Debruyne kein gutes Ende nahm. Beim Bergrennen Eichenbühl saß der Badener erstmals am Berg in seinem neuen Projekt, einem Formel 3 vom Typ Dallara F316 (Foto oben), also einem sehr modernen und erst drei Jahre alten Chassis. Im vergangenen Herbst hatte Debruyne mit den Arbeiten begonnen, nachdem er seinen altgedienten Dallara F303 nach Irland verkaufte. Sein neues Renngerät musste aus vielen Teilen erst zusammengesetzt werden. Ein Test auf der französischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief kürzlich vielversprechende. Doch am Eichenbühler Berg drehte sich der Neurieder bereits am Trainingstag mit dem Heck in die Leitplanken und verzichtete danach auf weitere Starts und geht noch einmal in heimischer Werkstatt in Klausur. DASS dem neuen Schweizer Vize-Bergmeister Marcel Steiner bei seinem Heim-Bergrennen am Gurnigel ein großes Missgeschick unterlief. Nachdem die „Legenden“ ihren ersten Show-Lauf im Anschluss an das reguläre Rennfeld absolviert hatten, besuchte Marcel kurz seinen Vater Heinz Steiner im Zielraum. Er wollte erfahren, welche Eindrücke er von seiner ersten Fahrt nach 20 Jahren im Martini Mk 77 BMW hatte. Als Marcel bemerkte, dass die Rückführung bereits im Gange war, rannte er zu seinem LobArt zurück. Nur stand dieser nicht mehr wie vorher am selben Platz, sondern etwa 20 Meter weiter unten hinter Absperrgittern – in der Seite eines PKWs. Die „autonome Fahrt“ hinterließ einigen Schaden vom Frontsplitter bis zum Heckflügel. Doch der größte Schaden entstand an Monika Fahrni, der Lebensgefährtin eines Rennfahrerkollegen, in Form eines Beinbruchs, der am Montag operiert wurde. Marcel Steiner und BiD wünschen gute und schnelle Besserung, liebe Moni! Den sympathischen Schweizer werden wir nach dem Abschluss der Schweizer Meisterschaft noch bei den Rennen in St. Agatha und Mickhausen erleben. DASS bei der ADAC Rallye Deutschland, dem Rallye-Weltmeisterschaftslauf im nördlichen Saarland, an der Mosel und dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder ein wenig „der Geist des Bergrennsports“ dabei war. Teil von Wertungsprüfungen waren die ehemaligen Bergrennstrecken Fell-Thomm (Trierer Bergrennen) und des Teufelskopf-Bergrennens von Reichweiler (bei Kusel). Zudem mischten auch in der Organisation, aus dem Bergrennsport bekannte Personen mit. Einer der Umweltbeauftragten war Christoph Schackmann (EMSC Bitburg). Helmut Weyer der frühere Organisationsleiter des letztmals im Jahr 2011 ausgetragenen Trierer ADAC Bergrennens, fungierte wie in den Vorjahren als Abschnittsleiter der Mosel-WP´s. Hans-Peter Baehr, aus dem Organisationsteam ehemaligen des Potzberg-Rennens, das der MSC Potzberg bis in die 1990er Jahre veranstaltete und heutige Leiter des […]

Noch mehr Rekorde zum Schweizer Saisonabschluss?

11. September 2019

Auf die Pflicht folgt die Kür. Beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft wollen Eric Berguerand und Andy Feigenwinter als neue Meister nochmals glänzen. Eric Berguerand hat am vergangenen Wochenende mit einem dritten Platz beim Bergrennen am Gurnigel seinen fünften Titel bei den Rennwagen nach 2013, 2014, 2015 und 2016 ins Trockene gefahren. Am kommenden Wochenende steht der 40-jährige Walliser als frischgebackener Meister nochmals im Einsatz: beim Saisonfinale der Schweizer Bergmeisterschaft, dem achten Lauf von Châtel-St-Denis nach Les Paccots im Kanton Freiburg. Obwohl Berguerand, der in Les Paccots in 53,55 min den Streckenrekord hält, den Titel im Sack hat, ist er für das letzte Rennen 2019 voll motiviert. «Ich freue mich auf Les Paccots, bin gleichzeitig aber auch froh, dass die Saison am Wochenende zu Ende geht. Es war anstrengend, aber die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und ich hoffe, dass mir beim letzten Rennen nochmals ein Top-Ergebnis gelingt.» Im Rennen um den Gesamtsieg kann Berguerand in Les Paccots eigentlich nur die Technik im Weg stehen. So wie zuletzt am Gurnigel, als es am Lola FA99 des Wallisers Probleme mit der Schaltung gab. Berguerands Dauerrivale Marcel Steiner wird in Les Paccots nämlich fehlen. «Ich werde wohl eine Pause gebrauchen», sagt der Vizemeister, der in dieser Saison meistens das Nachsehen gegen Bergeurand hatte, auch oder weil sein LobArt LA01 salopp gesagt übergewichtig ist. «Ich habe in Les Rangiers rund eine Sekunde pro Kilometer auf die beiden Spitzenreiter aus Italien verloren – allein aufgrund des Gewichts. Auch gegen Eric bin ich da im Nachteil. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich ihm zu seinem Titel. Er hat ihn verdient.» Zu den Top-Anwärtern auf Platz 2 hinter Berguerand gehört somit Robin Faustini. Der junge Aargauer hat den dritten Gesamtrang am Gurnigel trotz des Tagessieges von Thomas Amweg sichergestellt. «Das war mein Ziel für dieses Jahr», so Faustini, der auch im Freiburgischen mit dem Reynard 97D seines Vaters Simon Hugentobler antritt. Dieser trifft in der Kategorie der Sportwagen E2 bis 3000 cm3 beim Finale auf keinen Geringeren als auf den Franzosen Cyrill Frantz, der im Vorjahr hinter Sieger Berguerand und Joël Volluz Gesamtdritter wurde und wie Hugentobler auf Osella fährt. Wie Berguerand bei den Rennwagen könnte es auch Andy Feigenwinter bei den Tourenwagen locker angehen. Der Baselbieter könnte zwar theoretisch noch eingeholt werden. Doch Roger Schnellmann, der Einzige, der dazu noch in der Lage wäre, verzichtet auf den Start auf der 2,58 km langen Strecke. Damit ist Feigenwinter die Tourenwagen-Krone […]

DM-Kalender 2020 mit Fragezeichen – Masters möglicherweise in Deutschland

10. September 2019

Am frühen Samstagabend, gleich nach den Trainingsläufen des Eichenbühler Bergrennens, trafen sich Vertreter der Clubs und Vereine aus den Reihen der Berg DM-Veranstalter zur üblichen Sitzung im Feuerwehrhaus unweit des Renngeländes. Geleitet wurde die Besprechung vom Fachausschussvorsitzenden Marcus Malsch und dem DMSB-Delegierten Christoph Schackmann. Für den KW Berg-Cup war Uli Kohl mit von der Partie. Von der Luxemburger Union des Pilotes war leider niemand anwesend, eine Abordnung des MSC Osnabrück ließ sich entschuldigen. Das wichtigste Thema des Abends war die Abstimmung des Terminkalenders 2020, der wie sich herausstellte zum aktuellen Zeitpunkt noch voller Fragezeichen steckt. Dies hängt hauptsächlich mit dem FiA Hillclimb Masters zusammen, das im Oktober 2020 erstmals in Deutschland stattfinden könnte. Marcus Malsch und seine RSG Altensteiner Oberland haben sich bei der FiA in Paris für das nur alle zwei Jahre stattfindenden „Race of Champions der Berge“ angetragen. Ob die Deutsche Bergfamilie der Gastgeber der besten Bergpiloten aller Herren Länder sein wird, entscheidet sich erst am 6. November diesen Jahres im Rahmen des FiA World Motor Sport Council. Beginnen wird die 2020er Runde der DMSB Prädikate ganz sicher mit dem Bergpreis Schottenring (24.- 26. April), als reines Tourenwagen-Bergrennen. Unbestätigt ist der 02./03. Mai für das Eschdorfer Hillrace in Luxemburg. Save ist auch der übliche Pfingsttermin des Wolsfelder Bergrennens am 31. Mai und 01. Juni. Ob dann am 13./14. Juni das ADAC Glasbachrennen folgt, hängt von der Vergabe des Masters ab. „Wir werden nur eine Veranstaltung in 2020 ausrichten“, stellte Malsch heraus. „Bekommen wird das Hillclimb Masters zugesprochen, wird es im Juni keinen EM, DM und KW Berg-Cup Lauf am Rennsteig geben“. Der von der FiA und der RSG angestrebt Termine für das Masters ist das Wochenende 2.-4. Oktober, just am üblichen und vom ASC Bobingen anvisierten Datum für das ADAC Bergrennen Mickhausen. Kommt das Masters nach Thüringen, müsste das Rennen in der Nähe von Augsburg von ihrem Termin weichen. Eine Verschiebung auf das zweite Oktober-Wochenende haben die Verantwortlichen des ASC Bobingen bereits ausgeschlossen. Hier sucht man momentan eine Lösung, für den Fall der Fälle. Ende Juni, genau am 27. und 28. steigt die 25. Auflage des ADAC Ibergrennens von Heilbad Heiligenstadt. Im Juli soll danach das unter Helfermangel leidende Homburger Bergrennen am 11./12. 07. stattfinden. Analog der Vorjahre plant der MSC Rhön für das Wochenende 25./26. Juli das 51. Hauenstein Bergrennen ein, bevor es am darauf folgenden Samstag und Sonntag beim Osnabrücker Bergrennen (01./02. August) wieder international zugeht. […]

Ende gut alles gut für Hin – Eller und Orth holen erste Titel

9. September 2019

Am ersten Herbstwochenende des Jahres und ausgerechnet zum 52. Bergrennen Eichenbühl, dem vorletzten Lauf der Deutschen Bergmeisterschaft 2019, drehte das Wetter zwischen Spessart und Odenwald  von spätsommerlich in den Herbstmodus. Beide Veranstaltungstage begannen feucht, wobei es am Renntag anfangs ganz schön schüttete und so für Extraspannung gesorgt war. Zum zweiten Mal richtete die Traditionsveranstaltung der noch junge MSC Erftal aus und Rennleiter Steffen Hofer fällte stets die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeitpunkt. Der frische Wind ist also weiter spürbar! Zum Leitwesen der vielen einheimischen Fans, mussten einige „Heim-Ascaris“  vorzeitig die Segel streichen. Nils Abb braucht nach einem Überschlag an der „Klinge“ eine neue Polo-Karosse und für Holger Hovemann steht erneut eine kostspielige Motorinstandsetzung ins Haus, nachdem das 5,7-Liter V8-Triebwerk seines Opel Kadett C GT/R bereits im letzten Training „fest ging“. Zuvor konnte der Odenwälder die fünfte Trainingszeit des 180er Feldes setzten und war für den Renntag bester Dinge. Der Top-Favorit auf den Gesamtsieg Alexander Hin, deckte derweil schon am Samstag seine Karten auf, mit zwei bärenstarken 1:11er Zeiten, einmal knapp unter und über dem Streckenrekord (1:11,523 min) von Patrik Zajelsnik aus dem Jahr 2014. Doch nach dem ersten Rennlauf am verregneten und kühlen Sonntagmorgen, kam die Ernüchterung für den Schwarzwälder. Der feuerrote Osella PA 30 „war unfahrbar und viel zu hart“, kommentierte Hin seine nur achtschnellste Fahrzeit. Nach Lauf 1 führte überraschend Thomas Conrad im 2-Liter Sportwagen und dem „Mann der Stunde“, dem Österreicher Lucas Boric im kleinen und quirligen TracKing RC01 mit Motorradmotor. „Uns fehlen noch die Erfahrungswerte den Osella auch im Regen perfekt abzustimmen“.  Doch die Stunde des Alex Hin sollte noch kommen, denn die dunklen Wolken verzogen sich und die 3.050 Meter lange Piste Richtung Umpfenbach trocknet zögerlich ab. Schon wieder nahezu beste Bedingungen herrschten ab Ende zweiten Durchgangs bis zum Rennende und Alexander Hin überflügelte mit seinem V8-Boliden in einer Zeit von 1:11,640 min den gesamten Spitzenpulk. Bevor die nächste Regenfront Unterfranken erreichte, tilgte Hin auch offiziell Zajelsniks Rekordmarke und verwirklichte doch noch den erträumten vierten Gesamtsieg der Saison, vor Conrad und Formel 3-Mann Mathieu Wolpert. Rang vier belegte Christian Triebstein und fünfter Lucas Boric (Foto Mitte). Im Kampf um die Deutschen Bergmeisterschaft ließ sich Hans-Peter Eller (VW Scirocco 16V) nicht aus der Ruhe bringen. Mehr als souverän kam der Mitarbeiter im Tuningbetrieb von E1-2 Liter Pilot Mario Minichberger zum Klassensieg in der 1400er E1-Klasse und steht vorzeitig als neuer Deutscher Titelträger fest, dass zudem mit […]

Premiere für Amweg, Titel an Berguerand

9. September 2019

Thomas Amweg, der Sohn von Berg-König Fredy Amweg, sicherte sich am Gurnigel bei schwierigen Bedingungen seinen ersten Gesamtsieg. Der Titel geht an Eric Berguerand. Petrus hatte für die 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel kein Einsehen. Während die Trainingsläufe am Samstag noch bei angenehmem Herbstwetter über die Bühne gingen, wurden die Rennläufe am Sonntag von teils starken Regenfällen heimgesucht. Während die Teilnehmer einiger Kategorien wenigstens beim zweiten Lauf eine abtrocknende Strecke vorfanden, war der Regen für die Fahrer der Sport- und Rennwagenklasse in beiden Durchgängen ihr ständiger Begleiter. Die Ausgangslage vor dem siebten und vorletzten Lauf war klar: Leader Eric Berguerand konnte mit einem Sieg am Gurnigel alles klar machen. Nur Vorjahresmeister Marcel Steiner hätte den Walliser, der bisher fünf von sechs Rennen für sich entschieden hatte, noch am Titelgewinn hindern können. Doch ausgerechnet Steiner traf es in Sachen Regen besonders hart. Während seine direkten Rivalen bessere Bedingungen vorfanden, goss es bei ihm wie aus Kübeln. «Im ersten Lauf hatte ich keinen Grip», sagte Steiner. Auch Berguerand erwischte keinen guten ersten Lauf. Allerdings war daran nicht nur der Regen Schuld. Am Lola FA99 des Wallisers gab es Schaltprobleme. So lag nach dem ersten Durchgang weder Berguerand, noch Steiner in Führung, sondern Thomas Amweg. Der Sohn des 20-fachen Gurnigel-Gewinners Fredy Amweg ließ sich in 2:04,33 min mit Abstand die Bestzeit notieren. Auch im zweiten Durchgang stimmte das Timing des 34-jährigen Aargauers. Außerdem hatte Amweg mit dem Set-Up richtig gelegen. Die 2:01,02 min für die 3,734 km lange Strecke bedeuteten somit nicht nur Tagesbestzeit, in der Addition beider Läufe war der Fahrer des Lola B99/50 (Foto oben) flotte 7,68 sec schneller als die Konkurrenz. «Darüber», so Amweg, «habe ich mich selber etwas erschrocken.» Zweitschnellster hinter Amweg in der Endabrechnung war aber nicht etwa Berguerand oder Steiner, die sich beide im zweiten Lauf verbessern konnten. Roger Schnellmann, nach dem ersten Lauf noch Dritter, nutzte die Gunst der Stunde und wuchtete seinen Mitsubishi Evo VIII in 2:02,05 min den Berg hinauf. Für Berguerand reichte es so «nur» zu Platz 3 – vor Steiner. Dennoch sicherte er sich damit locker den fünften Schweizer Meisterschafts-Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016. «Die Bedingungen waren nicht einfach», so Berguerand. «Aber die Saison war wirklich gut. Jetzt freue ich mich noch auf das letzte Rennen in Les Paccots. Dort möchte ich nochmals ganz oben stehen.» Auch bei den Tourenwagen ist die Entscheidung gefallen. Andy Feigenwinter, der auf seinem […]

Erster Matchball für Berguerand

4. September 2019

Eric Berguerand kann beim siebten und vorletzten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft am Gurnigel alles klar machen. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Eric Berguerand hat am Wochenende seinen ersten Matchball. Der 40-jährige Walliser kann sich bei der 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel im Rahmen der Schweizer Meisterschaft vorzeitig den Titel sichern. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Dies ist dem Dominator der Saison 2019 locker zuzutrauen. Von den fünf Rennen, an denen er bisher teilgenommen hat, hat er fünf gewonnen. Vier davon in Rekordzeit. Nur in Anzère machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung und verhinderte eine neue Bestmarke. Berguerand selber macht sich aus solchen Gedankenspielen nicht viel. «Abgerechnet wird am Sonntagabend in Les Paccots beim letzten Lauf», sagt der Fahrer des Lola FA99. «Ich bereite mich ganz normal auf das Rennen am Gurnigel vor. Für mich ist das ein Rennen wie jedes andere. Ich versuche mein Bestes zu geben. Aber an die Meisterschaft denke ich nicht.» Der Einzige, der Berguerand am Titel hindern könnte, ist Marcel Steiner. Während sich der Lokalmatador in den vergangenen zwei Jahren an seinem Hausberg jeweils bereits als Meister bei den Rennsportwagen feiern lassen durfte, sieht er seinem Heimrennen diesmal skeptisch entgegen. «Es wird wohl nichts aus dem zweiten Hattrick. Der Zug scheint abgefahren», meint Steiner, der seine bisherigen Titel in den Jahren 2010-2012 und 2017/2018 geholt hat. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht das Gefühl Steiners. Berguerand hat die letzten sechs Ausgaben am Gurnigel für sich entschieden. Auch der Streckenrekord von 1:39,81 min geht auf das Konto des Lola-Fahrers. Während Berguerand also seinen fünften Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016 anvisiert und damit punkto gewonnene Meisterschaften mit Steiner gleichziehen würde, peilt bei den Tourenwagen der Baselbieter Andy Feigenwinter seinen ersten grossen Coup an. Mit fünf Siegen in der Gruppe SuperSerie liegt der Lotus-Pilot klar in Führung. Zwar war Ronnie Bratschi auf seinem Monster-Mitsubishi in der Regel der schnellste Mann mit einem geschlossenen Fahrzeug, aufgrund von zwei technisch bedingten Ausfällen beträgt sein Rückstand auf Feigenwinter jedoch 32 Punkte. Der Urner könnte Feigenwinter also nur einholen, wenn beim Leader in den verbleibenden zwei Rennen sehr viel schief läuft. «Doch davon gehe ich nicht aus», sagt Bratschi. «Was soll an einem Serienauto schon großartig kaputt gehen?» Zwischen Bratschi und Feigenwinter liegt noch Roger Schnellmann in Lauerstellung. Doch auch der zweite Mitsubishi-Pilot hat 18 Punkte Rückstand auf den […]

Alexander Hin vor der Titelverteidigung in Eichenbühl

3. September 2019

Der Motorsportclub Erftal hat angerichtet für das 52. Bergrennen in Eichenbühl und über 200 Starter aus dem In- und Ausland wetteifern um Zeiten und Platzierungen. Eine Frage schient schon vorab geklärt, die nach dem Gesamtsieger. Denn das haushohe Favorit Alexander Hin kann sich nur selbst schlagen oder ein technisches Problem bremst ihn aus wie beim Osnabrücker Bergrennen. Das durchgescheuerte Kabel ist als Ursache identifiziert und der Schweinfurter Uwe Lang hat mit seinem Rennteam Alexander Hin seinen Osella PA 30 perfekt vorbereitet. Alexander Hin hatte im Vorjahr seinen zweiten Gesamtsieg nach dem Jahr 2004 in Eichenbühl gefeiert, damals jeweils in einem Reynard-Formel 3000-Renner. Schon 2018 fuhr er bis auf eine halbe Sekunde an den Streckenrekord heran, den Patrick Zajelsnik seit dem Jahr 2014 mit 1:11,52 Minuten hält. Da der Osella PA 30 ziemlich das Beste ist, was heutzutage im Bergrennsport zu haben ist, „will ich natürlich den Streckenrekord angreifen“, sagt Alexander Hin, der solche Ankündigungen heuer schon mehrmals in die tat umgesetzt hat. Hinter ihm streitet sich die Armada der Formel 3-Piloten um die zwei weiteren Plätze auf dem Gesamtsiegerpodest. Das Quartett Christian Triebstein, Mathieu Wolpert, Robert Meiers und der Schweinfurter Georg Lang macht sich berechtigte Hoffnungen auf Spitzenplatzierungen, eine ähnliche Kragenweite haben der CRS-Pilot Thomas Conrad und Klaus Hoffmann vom AMC Kitzingen in seinem Opel Astra V8, der einst in der DTM seinen Dienst tat. Auf der 3,05 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke mit bis zu 250 Km/h in der Spitze fallen Vorentscheidungen in der Deutschen Meisterschaft und den Berg-Cups des DMSB und dem KW-Berg-Cup. Im Tourenwagen-Segment kommen die Fahrer zweier PS-Monster für die Spitzenposition in Betracht, der Österreicher Herbert Stolz im Porsche 935 DPII mit geschätzten 800 PS und Odenwälder Lokalmatador Holger Hovemann im Opel Kadett GT/V8 mit 700 PS. In der Deutschen Bergmeisterschaft führt Scirocco-Pilot Hans-Peter Eller mit 162 Punkten, ihm können auf dem Weg zum Titel nur theoretisch noch Rüdiger Zahn, Christian Triebstein und Kai Neu gefährlich werden. Im DMSB-Sportwagen-Berg-Cup liegt Christian Triebstein mit 116 Punkten an der Spitze, vor Georg Lang und Alexander Hin. Derweil dürfte bei Patrick Orth nichts mehr anbrennen auf dem Weg zum Triumph im DMSB-Tourenwagen-Berg-Cup, hier liegt der BMW-Pilot fast uneinholbar vorne. Aus Sicht der heimischen Fans stehen die Eichenbühler Nils Abb (VW Schneider-Polo), Sophia Faulhaber (Honda Civic Typ R) und Christof Hörnig (Renault Clio) sowie weitere Fahrer des MSC Erftal im Blickpunkt. Gleiches gilt auch für den Mainbernheimer Christian Handa im Lancia Delta […]

Arm in Arm zum gemeinsamen EM-Titel

2. September 2019

Die Berg-Europameisterschaft 2019 ist entschieden und zwei Champions stehen bereits vor dem Finale Mitte September im kroatischen Buzet fest. Beide Titelträger kommen aus der Kategorie II der Rennsportwagen, dass mit jeweils maximaler Punkteausbeute im Gleichstand. In der Touren- und Produktionswagen-Kategorie I wird der Meister erst am letzten Rennwochenende ermittelt. Brisanz lang vor dem Bergrennen in Ilirska Bistica in der Luft. Erstmals in Slowenien am Start war der Französische Meister Geoffrey Schatz in seinem Norma M20 FC mit Oreca-Turbo Motor, der auch prompt mit seinem E2-SC-Sportwagen die schnellst Trainingszeit überhaupt fuhr. Dennoch ließ sich der Franzose, auf eigenen Wunsch nicht in der EBM werten. Er wollte nicht in den Titelkampf der beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli eingreifen. Spätestens zur Saison 2021 plant Schatz jedoch den Einstig in der Berg-Europameisterschaft, im Rahmen dieser immer wieder einzelne Rennen auf seinem Programm stehen, um die EM-Strecken in den 12 beteiligten Ländern kennenzulernen – dann wir es interessant. So stand das gruppenübergreifende Fernduell der beiden „Tifosi“ im Vordergrund. Keiner ließ jedoch Federn und beherrschte seine Gegner sodass jeweils 25 Zähler vergeben wurden. Wegen des Streichresultats müssen Merli, wie Faggioli nicht mehr nach Buzet reisen und sind somit erstmals beide zugleich neuer Europameister. In der Tageswertung dominierte erneut Faggioli, der seine Aerodynamikprobleme ab der Saisonmitte gelöst hatte und danach wieder zu den Gesamtsiegen fuhr. Faszinierend hierbei die neue Rekordmarke von Ilirska Bistrica, die Faggioli um nahezu zwei Sekunden verbesserte. Aber auch Schatz, als Gesamtzweiter und Merli (3.) blieben unter der alten Bestmarke aus dem Jahr 2017. Bislang hat Merli dieses Jahr in Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien und der Tschechischen Republik den Tagessieg errungen, während in Trento-Bondone, der Slowakei, Polen, der Schweiz und jetzt in Slowenien Faggioli gewann. Im kommenden November werden Merli und Faggioli in Trient mit dem Preis der FIA-Berg-Europameisterschaft ausgezeichnet. Beide treten zum EM-Finale nicht mehr an. „Endlich! Wir sind sehr glücklich“, sagte Christian Merli. „Mein Team und ich haben gegen einen 10fachen Champion gekämpft und die Saison endet bestens. Für mich war es heute wichtig, den Gruppensieg zu erringen. Ich kann sagen, dass es eine fantastische Saison war, die mit jeweils fünf Siegen endet. Zum ersten Mal werden zwei Ex-Aequo Gewinner ausgezeichnet und ich freue mich für das gesamte Team „. Und auch Simone Faggioli strahle vor Glück. „Ich freue mich, heute gewonnen zu haben, da Schatz der amtierende französische Meister ist. Ich möchte Geoffrey zu seinem heutigen Ergebnis beglückwünschen! Ich […]

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