Über Thomas Bubel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.

Nachruf Erwin Heckmann

15. November 2019

Am 31. Oktober 2019 ist der ehemalige Bergrennfahrer Erwin Heckmann verstorben. Diese Nachricht erreichte uns erst jetzt. Heckmann fuhr in den 1980er Jahren mit Rennwagen der Formel Ford 1600 und Formel Ford 2000 in der Deutschen Bergmeisterschaft. Heckmann zählt zu der damals großen Fahrergemeinde aus dem Odenwald, die in den 1980er und 90er Jahren von Fahrern wie Horst Fendrich, Dieter Knüttel und Werner Eckert angeführt wurde. Der aus dem Birkenauer Ortsteil Reisen stammende Erwin Heckmann wurde 76 Jahre alt. Die Beisetzung fand bereits am 7. November in Affolterbach statt.

Andreas Herl nun an der Spitze des Homburger AC

5. November 2019

Der Homburger Automobilclub, als Veranstalter des Homburger Bergrennens, hat einen neuen Mann an der Spitze und ist wieder handlungsfähig. Nach den Rücktritten des 1. Vorsitzenden Christoph Baldes und der Kassiererin Carina Hemmer vom September, fand die notwenige außerordentliche Mitgliederversammlung am 31. Oktober 2019 im Dorfgemeinschaftshaus in Käshofen statt. Eine rekordverdächtige Anzahl stimmberechtige Mitglieder waren gekommen um die vakanten Vorstandsposten neu zu besetzten. Der bisherige zweite Vorsitzende Andreas Herl, dankte den Ausgeschiedenen für Ihr Engagement in der Vergangenheit. Christoph Baldes stand dem HAC insgesamt 15 Jahre vor, Carina Hemmer gekleidete ihr Amt seit 5 Jahren. Für das Amt des 1. Vorsitzenden des Homburger Automobilclubs kandidierte Andreas Herl, der zuvor seine Position als 2. Vorsitzender aufgab. Der System-Schornsteinbau-Unternehmer aus Pirmasens, der von 2002 bis 2011 am Deutschen Berg im Classic-Berg-Cup mit einem Ford Escort Mk II unterwegs und auch in dessen Vorstand aktiv war, wurde an diesem Abend mit 18 Ja-Stimmen (6 Gegenstimmen, 4 Enthaltungen) gewählt. Zum neuen Schatzmeister wurde der Pirmasenser Steuerberater und Diplom Finanzwirt Karl Eichenlaub, mit 20 Ja-Stimmen (5 Gegenstimmen, 3 Enthaltungen) gewählt. Für das Amt des neuen 2. Vorsitzenden konnte die Vorstandschaft Andreas Schumacher aus Käshofen gewinnen. Der Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Käshofen wurde mit 31 Ja-Stimmen, bei eigener Enthaltung gewählt und ist nun das erste HAC-Vorstandsmitglied aus Käshofen, dem Zielort des Bergrennens.

Unter dem wachsamen Auge der FIA

27. Oktober 2019

Bergrennen mit FIA-Prädikat, die über den nationalen Landesmeisterschaften stehen, gibt es in Deutschland aktuell nur zwei. Das ADAC Glasbachrennen, als sechster Lauf zur Berg-Europameisterschaft nimmt hier die Vorreiterrolle ein. Als einer von sieben Läufen des FIA International Hill Climb Cup gehört das Osnabrücker Bergrennen sozusagen zur Europa League am Berg ebenfalls dazu. Damit gilt ihnen nicht nur die besondere Aufmerksamkeit der Fahrer aus ganz Europa, die weite Anreisen Jahr für Jahr gern auf sich nehmen, sondern auch die des Internationalen Automobilverbandes FIA in Genf und Paris. Um sich zu vergewissern, dass Rennen die Voraussetzungen für das begehrte FIA-Prädikat erfüllen, entsendet die FIA alljährlich jeweils einen Beobachter nach Bad Liebenstein und an den Uphöfener Berg, genau wie zu allen weiteren Terminen der EBM und des Hillclimb Cups. Die sehr erfahrenen Männer und Frauen schauen den Organisatoren das ganze Wochenende lang über die Schulter, hören hin und fragt nach. Die Liste der Kriterien für den anschließendes Observerbericht ist lang: Entsprechen Strecke und Rennorganisation den Sicherheitsanforderungen? Erfolgt die Wertung ordnungsgemäß? Wird gut für die Fahrer und die Zuschauer gesorgt? Welchen Bekanntheitsgrad hat das Event? Die FIA-Beobachter sind international erfahrene Funktionäre. Mit Augenmaß und unbestechlicher Regelkenntnis sorgt der FIA-Observer für Sicherheit und einen fairen Wettbewerb. In diesem Jahr hat Marc Joseph, der Präsident der Sportkommission des luxemburgischen Automobilsportverbandes ACL, das Osnabrücker Bergrennen unter die Lupe genommen. Er ist u.a. auch Vorsitzender der Sportkommissare beim Europameisterschaftsrennen am Glasbach in Thüringen und Mitglied der FIA Bergkommission. Zum Glasbachrennen wurde David Grace entsandt, er war in der Vergangenheit selbst aktiver Bergrennfahrer und zwischen 1993 und 2000 insgesamt fünf Mal britischer Berg-Meister. Seit Beginn der Saison 2019 ist der Heiligenstädter Kevin Ferner im erlauchten Kreis der FIA Observer dabei und absolvierte sogleich einige Einsätze bei den Berg-EM Läufen in Frankreich, Polen, Portugal (2x), Großbritannien und Slowenien. Trotz seinen vergleichsweise jungen Jahren, bringt Ferner eine Menge an Erfahrungen als ehemaliger Pilot, Rennleiter, Streckenabnahmekommissar im Bereich des DMSB, als langjähriges Vorstandsmitglied des KW Berg-Cup und  Referent für die DMSB-Academy mit. Das Osnabrücker Team rund um Organisationsleiter Bernd Stegmann und auch die Truppe vom Rennsteig mit ihrem Organisator Marcus Malsch (Mitglied der FIA Kommission), bekam von den Beobachtern bisher in der Regel ein gutes bis sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Gelobt wurden etwa die Kompetenz der Rennleitung, die Effizienz des Streckenpersonals, die Diszipliniertheit der Zuschauer nicht zuletzt dank gut organisierter Parkplätze, Wege und Aufenthaltszonen und insbesondere der hohe Sicherheitsstandard. Dennoch gibt es […]

Titelthema EBM 1957-1969 – AUTOMOBILSPORT Heft #22

26. Oktober 2019

Die aktuelle Ausgabe #22 des Hochglanz-Magazins AUTOMOBILSPORT beschäftigt sich mit den Gründerjahren der Berg-Europameisterschaft von 1957-1969. Viel Raum nimmt dieses interessante Thema in der am 20. September erschienenen Printausgabe ein und ist gleichzeitig das Titelthema. Gleich in sechs Kapiteln fassen die Autoren die damalige Zeit zusammen: – Der Berg ruft – Die Ursprünge der Europa-Bergmeisterschaft – Gipfelstürmer – Die Geschichte der Europa-Bergmeisterschaft 1957–1959 – Die Werke steigen ein – 1960–1966: Titel in der Klasse der GTs und der Sportwagen – Bruderkampf im Hause Porsche – Die Europa-Bergmeisterschaft 1967 – Hillclimb Cobra – Der Kampf Ford gegen Ferrari – Schwanengesang – Die Jahre 1968 und 1969 – Porsche 909 und Ferrari 212 E Das Heft mit weiteren klassischen Rennsportthemen gibt es noch bis in den Dezember hinein im Zeitschriftenhandel zum Preis von 12,80 € oder kann via Internet bestellt werden, hier steht sogar eine Heftversion in englischer Sprache zur Auswahl. https://www.sportfahrer-zentrale.com/de/magazine/automobilsport/deutsche-ausgaben/automobilsport-22-04/2019-deutsche-ausgabe  

Berg ÖM schrumpft in 2020 um zwei Rennen

26. Oktober 2019

Im kommenden Jahr werden gleich zwei Bergrennen in Österreich im Terminkalender fehlen. Die Veranstalter der Rennen von St. Anton/J. und Altlengbach haben jetzt angekündigt in der Saison 2020 kein Bergrennen austragen zu können. Einzelheiten und Hintergründe sind dazu noch nicht bekannt. Auswirkungen hat dies natürlich auf die Österreichische Berg-Staatsmeisterschaft und auch auf den Deutschen KW Berg-Cup, der zumindest von der Absage in St. Anton betroffen ist. Wie das Emsi-Motorsportteam, als Ausrichter von St. Anton/J. mitteilte, steht die anspruchsvolle Strecke im Ötscherland in 2020 nicht zur Verfügung. Das Team um Michael Emsenhuber machte sich diese Entscheidung nicht leicht, jedoch sprachen einige Faktoren dafür, dass man 2020 das Rennen auf der „Steinleitn“ nicht austragen kann. Für das Jahr 2021 plant man aber wieder ein Bergrennen auszutragen. In einer ähnlichen Situation stecken die Organisatoren des Bergrennens von Altlengbach, das in diesem Jahr erst zum dritten Mal ausgetragen wurde. Im Wienerwald gab es in der Vergangenheit vereinzelte Anwohnerprotesten. Ob diese bei der Absage eine Rolle spielten, ist ebenfalls nicht bekannt. Auch hier möchte das Veranstalterteam 2021 wieder ein Rennen austragen.

Boxengeflüster 09/2019: Wussten Sie schon dass…?

24. Oktober 2019

DASS fast genau auf den fünften Todestag von Bergrenn- und Reifenlegende Dieter Knüttel (21. Oktober) und nach 33 Jahren der LKW-Auflieger der Crew Knüttel Motorsport GmbH außer Dienst gestellt wurde und den Weg für einen neuen Trailer frei machte. Seit 1986 war er unter diversen AVON Lackierungen für die Crew Knüttel bei unzähligen Bergrennen unterwegs und ist somit ein Stück Deutscher Bergrenngeschichte. Der Trailer der zum Erscheinungsbild aller Fahrerlager gehörte, beherbergte ein Reifenlager, eine Montageeinheit sowie ein Wohn- und Schlafabteil für Mario Merker und Co, das durch eine schwergängige Schiebetür aus Eiche-Rustikal getrennt war. Zahlreiche heutzutage seltene Autogrammkarten zierten die Pinnwand. Unzählige Gesprächsrunden und Benzingespräche fanden hier statt und das ein oder andre Bierchen und Jacky-Cola wurde hier konsumiert. Fast Tag und Nacht lief dazu der Fernseher. Dieses Kultobjekt als Institution wird uns fehlen! DASS in Schleiz der Rechtsstreit um den Rennbetrieb auf dem Schleizer Dreieck beendet ist. Nach 15 Jahren haben sich die Interessengemeinschaft Oberböhmsdorf und die Betreibergesellschaft der Rennstrecke auf einen Vergleich geeinigt. In den 1990er Jahren bis 2010 wurden auf einem Teilstück der Rennstrecke auch Läufe zur Deutschen Bergmeisterschaft ausgetragen. An vier Wochenenden im Jahr ist jetzt Rennbetrieb in Schleiz möglich. Für die Renntage gelten strenge Bestimmungen: Die Lärmmessung übernimmt das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises und die Rennen sind auf 40 Fahrzeuge begrenzt. Auch muss zukünftig eine Mittagspause eingehalten werden. Insgesamt sind 13 Veranstaltungstage genehmigt. Jetzt könnten auch längerfristige Investitionen in Angriff genommen werden, heißt es von den Betreibern des Schleizer Dreiecks. In vier Jahren wird die Rennstrecke 100 Jahre alt, bis dahin sollen auch die Straßen in einem rennstreckentauglichen Zustand sein, so das Landratsamt. Das es unter diesen Bedingungen noch einem zu einem Bergrennen kommt, ist eher unwahrscheinlich. DASS in der historischen Altstadt von Neuffen am ersten Septemberwochenende erneut die Atmosphäre der früheren Neuffener Bergrennen auflebte. Fast 100 Old- und Youngtimer mit Bezug auf das damalige Bergrennen waren in den alten Fahrerlagerbereich gekommen und präsentierten sich auf einem knapp zwei Kilometer langen Rundkurs. Zahlreiche schwäbische Rennsportlegenden, wie Roland Asch, Dieter Glemser, Klaus Trella, Siegfried Spiess oder Lokalmatador Walter Rothweiler, der mehrfacher Teilnehmer am Neuffener Bergrennen rückte mit mehreren Originalfahrzeugen aus dieser Zeit an. Natürlich durften auch aktuellen Piloten der Deutschen Bergszene, wie Erwin Buck, Thomas Conrad, Manfred Steinwand, Rolf Köppel, Holger Alt, Egidio Pisano oder Uwe Werner nicht fehlen. Moderiert wurde das Ganze von der Sprecherlegende Rainer Braun. DASS für den Altmeister Erich Öppinger am Trainingsmorgen des […]

Hin macht letzten offenen DMSB-Bergtitel klar

8. Oktober 2019

Die Wiederbelebung des ADAC Bergrennen Mickhausen ist gelungen! Mit einigen neuen Gesichtern und vielen alten Hasen startete der ASC Bobingen in eine neue Epoche. Noch lief nicht alles am ersten Oktoberwochenende wie am Schnürchen, da manchen Orts die Erfahrungswerte fehlten, doch dies fiel kaum auf. Die neue Organisationsspitze um Hinrich Groeneveld, die sich im Verlauf der einjährigen Rennpause gebildet hatte, verzichtet bewusst auf verschiedenen kostenintensive Punkte, wie beispielsweise das Prädikat des Internationalen FiA Bergcups und kann nach der geglückten Reaktivierung, beginnen eigene Ideen weiterzuentwickeln. Im Endeffekt hatte man noch Glück mit dem Wetter, das schlimmer vorausgesagt war, sodass viele Zuschauer das nötige finanziellen Mittel, mit dem vereinzelten Regen in die Vereinskasse spülten. Die herbstlichen Bedingungen, mit langanhaltender Nässe und kühlen Asphalttemperaturen, stellten höchste Anforderungen an die Teilnehmer. Christian Triebstein (Formel 3), Sophia Faulhaber (Honda Civic), Jürgen Hessberger (Fiat) oder Altmeister Erich Öppinger (Osella), schieden mit haarigen Unfällen und arg beschädigten Fahrzeugen vorzeitig aus und haben nun ihre Winterbeschäftigung. Alle waren spätestens am Sonntagabend wieder körperlich wohlauf, aber in der Seele geknickt. So mussten die Entscheidungen in diversen Meisterschaften ohne die Unglücklichen fallen. In der Deutschen Bergmeisterschaft ging es in der Staudenregion nur noch um die Vize-Meisterschaft, hinter dem neuen Champion Hans-Peter Eller, der auch diesmal seine reine Weste in der Klasse E1-1400 ccm nicht beschmutzte. Seine Hoffnungen auf Endrang zwei musste Kai Neu (Ford Focus) schon im letzten Qualifikationslauf begraben. Rallye-Gaststarter Christian Allkofer schnappte dem Saarländer die ach so wichtigen zwei Zusatzpunkte vor der Nase weg. Trotz klarem Sieg in der Gruppe F bis 2 Liter am Renntag, rutschte Neu auf Rang 5 in der DM-Abschlusstabelle ab. Rüdiger Zahn, der Citroen AX-Pilot aus der 1400er Gruppe N, ließ erneut nichts anbrennen und fuhr zur Vize-Bergmeisterschaft. Mit aufs DM-Podium schaffte es zudem der Schwabe Erwin Buck, im VW Scirocco 16V mit Spiess Tunerunterstützung. In der E1-1600 war erneut kein Kraut gegen den schnellen Malermeister gewachsen. Mit einem bemerkenswerten Saisonendspurt und einem weiteren Klassensieg zum Abschluss, kletterte Sportwagen-Pilot Thomas Conrad (CRS-Renault 2.0) noch auf DM-Rang vier. Mit fünf Divisions- oder Tagessiegen und nach dem Umstieg in den potenten Osella PA 30 Zytek V8 (Foto oben), nahm Alexander Hin in der zweiten Saisonhälfte so richtig Fahrt auf. Auf den letzten Metern übernahm der Schwarzwälder die Tabellenspitze des DMSB Berg-Cup für Sportwagen und ist der neue Meister. Hin hielt sich bewusst aus dem Zweikampf um den Tagessieg der beiden Schweizer Eric Berguerand und Marcel […]

Berguerand auch in Mickhausen vor Steiner

7. Oktober 2019

Marcel Steiner schien beim Int. Bergrennen Mickhausen in Südbayern auf dem Weg zum Tagessieg. Doch bei einsetzendem Nieselregen war einmal mehr Eric Berguerand der Schnellere. Das nach einem Jahr Pause zum 38. Mal ausgetragene Int. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg zählte als Finallauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und zu anderen nationalen Prädikaten. Weil es jedoch kein Lauf mehr zum FIA-Bergcup war, wie bis 2017, waren außer ein paar Österreichern und Schweizern kaum ausländische Fahrer am Start. Marcel Steiner und Eric Berguerand sind seit etlichen Jahren gern gesehene Gäste in Mickhausen und machten den Tagessieg unter sich aus. Anders als in der Schweizer Bergmeisterschaft gab Steiner im LobArt-Sportwagen (Foto Mitte) schon im nassen Training vom Samstag, als auch in den beiden ersten Rennläufen bei kühlen, aber trockenen Bedingungen das Tempo vor. Sein erster Saisonsieg über den bisher unbezwingbaren Gegner lag in der Luft. Doch entscheidend sollte der dritte Durchgang sein. Anders als in der Schweiz zählten in Mickhausen nicht die beiden besseren, sondern alle drei Laufzeiten für das Gesamtklassement. Als leichter Nieselregen einsetzte, blieb Steiner auf Slicks, während Berguerand seinen Lola-Cosworth (Foto oben) mit Profilreifen bestückte – offenbar mit ganz guten. Aus einem Rückstand von 1,7 Sekunden machte der diesjährige Bergmeister in der Addition einen Vorsprung von 1,8 Sekunden. Steiner hatte auf der bloß 2,2 Kilometer langen Strecke mit nur 79 Metern Höhenunterschied ganze 3,5 Sekunden auf Berguerand verloren. Dieser kam so zum Saisonschluss zu einem weiteren Tagessieg, dem ersten in Mickhausen nach etlichen Anläufen. Eric Berguerand: «Im zweiten Rennlauf der Rennwagen war es schon so nass, dass ich mit Slicks wie auf Glatteis fuhr. Ich wollte eigentlich schon zusammenpacken. Doch als das Rennen so zügig lief, montierte ich für den dritten Lauf aus Sicherheitsgründen die Regenreifen. Als ich die Zeiten von Marcel und Alex hörte, wusste ich, dass es die richtige Wahl war. Ich hatte nochmals richtig Spaß beim Fahren und so halt die Chance gepackt.» Tausende Zuschauer säumten die Rennstrecke und standen bei der letzten Talfahrt Spalier. Sie feierten Eric Berguerand erstmals als Tagessieger in Mickhausen. Dem dafür schon dreimal beim grenznahen Bergrennen erfolgreichen Steiner (zuletzt 2017) blieb einmal mehr nur der zweite Gesamtrang und zum Trost der Sportwagensieg vor dem Deutschen Alexander Hin im Ex-Hugentobler-Osella PA30 Zytek V8. Marcel Steiner: «Wenn ich müsste, würde ich mich wieder für Slicks entscheiden. Für Regenreifen war es meiner Meinung einfach zu wenig nass. Ich fuhr halt zu verhalten hoch. Es ist […]

Portugal mit Kandidatur für das FiA Hillclimb Masters 2020

28. September 2019

Portugal ist neben dem deutschen Glasbachrennen ein weiterer Kandidat für die Ausrichtung des FIA Hill Climb Masters 2020. Als Austragungsort wurde das Bergrennen „Rampa de Boticas“, ganz im Norden Portugals, unweit der Grenze zu Spanien vorgeschlagen. Der Berg-EM Lauf von Falperrra soll im kommende Frühjahr ebenfalls und wie gewohnt ausgetragen werden. Das reguläre Bergrennen von Boticas, einer Kleinstadt mit rund 6.000 Einwohnern, findet übrigens an diesem letzten Septemberwochenende als Endlauf der portugiesischen Bergmeisterschaft statt. Ni Amorim, Präsident des portugiesischen Automobil- und Kartverbandes (FPAK) und ehemaliger DTM-Pilot in Diensten von Opel, sagte: „Wir haben alle Voraussetzungen, um in Boticas, das sich inmitten von zwei internationalen Veranstaltungen der Rallyecross-Weltmeisterschaft befindet, mit seiner guten Straßen- und Hotelinfrastruktur, Gäste aus ganz Europa willkommen zu heißen.  Vom Flughafen Vila Real sind es rund 70 km und der internationale Flughafen von Porto ist etwa anderthalb Autostunden entfernt „. Auch über die Nachteile der portugiesischen Bewerbung ist sich Ni Amorim im Klaren, „dass die überwiegende Mehrheit der Teams aus Italien, Großbritannien und Osteuropa stammt, so dass Lastwagen mit ihren Rennwagen vier oder fünf Tage brauchen, um hierher zu kommen, ist zweifellos ein Nachteil unseres Angebots, aber wir sind zuversichtlich“. Bereits im Mai dieses Jahres, war eine FIA-Delegation in Boticas, um sich das Strecken-Layout anzuschauen und die Infrastrukturen vor Ort zu inspizieren. FiA Observer David Grace (GB) sowie David Moretto und Vincent Caro vom FIA Technical Department waren anwesend, begleitet vom Ni Amorim, und von Carlos Cruz dem Präsidenten von Demoporto, dem ausrichtenden Verein der Rampe de Boticas. Insgesamt zeigten sich die FIA-Verantwortlichen erfreut über die Qualität der Berg-Piste und lobten die Bedingungen in Bezug auf Logistik und Infrastruktur, um ein Rennen wie das FIA Hill Climb Masters in Boticas zu realisieren. „Wir hoffen die Qualität des Layouts sowie die präsentierten Infrastrukturen finden Anerkennung bei der FiA, dass unsere Bewerbung angenommen wird und wir dieses wunderbaren Event nach Boticas bekommen. Wir werden alles tun, um dies zu ermöglichen “, sagte der Bürgermeister von Boticas. Ob Bad Liebenstein in Deutschland oder Boticas in Portugal im kommenden Jahr Gastgeber der besten Bergpiloten Europas sein wird, entscheidet sich am 6. November im Rahmen des FiA World Motor Sport Council. von Thomas Bubel

Hintergründe zu den Wertungsausschlüssen von St. Agatha

23. September 2019

Das Bergrennen St. Agatha  des oberösterreichischen MSC Rottenegg schrieb wieder einmal Geschichte. In den letzten Jahren gelang dies Markus Altenstrasser und seinem Team mit einer reibungslosen Organisation, einer wunderbaren Atmosphäre und sportlich hochwertigen Läufen. Doch die sportlichen Resultate sollten diesmal alsbald nach Rennende in den Hintergrund treten und die bis dahin glänzende Veranstaltung den Beteiligten in eher unangenehmer Weise in Erinnerung bleiben. Gegen die Piloten Marcel Steiner, Alexander Hin und Georg Lang wurde Protest eingelegt, in allen drei Fällen stattgegeben und die Angeschuldigten disqualifiziert. Protestführer war Patrik Zajelsnik, der zunächst hinter Marcel Steiner auf Gesamtrang zwei rangierte. An die beiden Laufbestzeiten des neuen Schweizer Vizemeisters (1:03,087 und 1:03,414 min) kam zuvor weder Zajelsnisk noch ein anderer Konkurrenten heran, doch das nützte dem Oberdiesbacher nichts. Die Nachuntersuchung der Techniker vor Ort ergab an Steiners LobArt LA01 das die Mittel-Finne der Airbox um 2,8 cm zu hoch war. Des Weiteren ragte der Auspuff 2,5 Zentimeter zu weit nach hinten heraus, was nicht unbedingt einen Wettbewerbsvorteil bedeutet und eher auf eine Nachlässigkeit oder Versehen hindeutet. Das Reglement kennt in diesem Fall aber keine Spielräume. Da es um den Tagessieg und viel Prestige ging, ist diese Protestnote noch einigermaßen nachvollziehbar. Im Fall der beiden Deutschen Alexander Hin und Georg Lang, kann man jedoch von einem klassischen „Zierleistenprotest“ sprechen, der eher auf die Personen abzielt, als auf die Fahrzeuge. Gegenstand und Angriffspunkt war in beiden Fällen die Außenspiegel. Die Spiegel waren laut österreichischem Chef-Techniker und geübten FIA-Funktionär, übrigens ur-original, wurden also einmal so legal gefahren bis die FIA die Mindestmaße für den Bergrennsport festgesetzt hat. Vorgeschrieben sind 150×50 mm, montiert waren 111×52 mm. Somit blieb den Verantwortlichen auch in diesem Fall keine andere Wahl als der Wertungsauschluss. Zweifellos in diesem Zusammenhang stehen die Vorfälle vom Osnabrücker Bergrennen diesen Jahres (BiD berichtete). Beim Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und FiA Hillclimb Cup legte Marcel Steiner einen Protest gegen den Hubraum an Zajelsniks Mugen-Triebwerk ein. Doch der Deutsch-Slowene verweigerte Anfang August eine technische Nachkontrolle und entzog seinen Norma M20 FC schlussendlich ohne Klärung den Technikern. Eine Feststellung der Hubraummaße konnte somit nicht durchgeführt werden. Der Fall wurde sogleich an die FiA gemeldet. Der aktuelle Stand der Ermittlungen und Konsequenzen daraus, sind derzeit nicht bekannt. Vier Wochen später fehlte das Zajelsnik-Team bei ihrem Heimatrennen, dem vorletzten Berg-EM Lauf von Ilirska Bistrica. Zum EM-Finale in Buzet (Kroatien), eine Woche vor St. Agatha, trat man wieder an. Unbestätigt ist ein Protest […]

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