Über Thomas Bubel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.

Besuch beim Osnabrücker Bergrennen am Uphöfener Berg

27. September 2020

Im August 2017 durften die Veranstalter des Osnabrücker Bergrennens ein großes Jubiläum feiern: Damals fand das in Niedersachsen einmalige Event zum 50. Mal statt. Bergrennen passen tatsächlich nicht gut in dieses flache Bundesland, darum fand diese Veranstaltung im hohen Norden noch keinen einzigen Nachahmer. Auch existiert kein Rennen dieser Art, das noch höher in Deutschlands Norden angesiedelt ist – darum freuen sich vor allem die niedersächsischen Motorsportfans über „ihren“ Uphöfener Berg. Die Geschichte hinter dem Event – Der offizielle Name dieser Veranstaltung lautet „Internationales Osnabrücker ADAC Bergrennen“ und findet nicht direkt in Osnabrück statt, sondern in Borgloh am Teutoburger Wald. Die Strecke misst insgesamt 2,03 Kilometer und verfügt vom niedrigsten Punkt (dem Start) bis zum höchsten Punkt (dem Ziel) über eine durchschnittliche Steigung von ungefähr 3,8 Prozent. Die Aufsicht führt der MSC Osnabrück, ein traditioneller ADAC-Motorsportclub. 1968 gingen die ersten 144 Teilnehmer an den Start, während sich etwa 7.000 Zuschauer versammelt hatten, um dem Geschehen gebannt zu folgen. 1971 erfolgte bereits ein Upgrade, damals durften zum ersten Mal Formel-3-Fahrzeuge den Parcours nutzen. Erst Ende der 70er wurde die Strecke mit doppelten Leitplanken gesichert, um für mehr Sicherheit zu sorgen. 1980 traten erstmals Formel-2-Boliden zum Rennen an, von da an erlebte das Teilnehmerfeld stetige Verbesserungen. Berühmte Rennfahrer traten auf den Plan und sorgten für ein glänzendes Showprogramm. Derzeit liegt der Streckenrekord bei 50,145 Sekunden. Er wird von dem Franzosen Sébastien Petit gehalten, der im Jahr 2018 mit seinem Norma M20FC als Erster über die Ziellinie raste. Der Nervenkitzel nach dem Nervenkitzel – Das Osnabrücker Bergrennen findet traditionell im Hochsommer statt, genau die richtige Zeit für einen Ausflug in den Landkreis Osnabrück. Einige Zuschauer nehmen eine lange Anreise auf sich, nicht nur, um dem Event beizuwohnen, sondern auch, weil ihnen die Stadt und das Umland gefällt. Denn: Nach einem anstrengenden Tag als Zuschauer oder gar als Teilnehmer muss das Vergnügen noch längst nicht zu Ende sein! Am Rande der Osnabrücker Innenstadt lädt die Spielbank Osnabrück dazu ein, einen entspannten Abend zu verbringen. Wie auch schon in einigen der ältesten Casinos der Welt, ist hier vom Pokerspiel über das Roulette bis hin zum Blackjack alles unter einem Dach zu haben. Für den Besuch der Spielstätte empfiehlt es sich, Rennanzug und Straßenkleidung gegen eine elegante Abendgarderobe zu tauschen. Zu den Gästen gehören sowohl die Einheimischen als auch begeisterte Pokerspieler und natürlich die Autofans, die vom Bergrennen direkt hierher strömen. Das Casino bietet mehrmals pro […]

Online-Veranstaltermeeting zur Berg-Saison 2021

23. September 2020

Die durch Corona bedingte Funkstille um die Deutschen Bergmeisterschaft, die aus besagtem Grunde in diesem Jahr komplett ausgesetzt werden musste, wird am 12. Oktober 2020 einstweilig ein Ende finden. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) lädt an diesem Tag, in den frühen Abendstunden zum Online –Meeting mit den Mitglieder des Fachausschuss Berg (Christoph Schackmann, Wolfgang Glas, Rüdiger Kleinschmidt) und den Vertretern der Veranstaltervereine. Die Leitung der Runde werden sich der für Bergrennen zuständige DMSB-Mitarbeiter Alexander Geier und der FA-Vorsitzende und FiA-Commissions-Member Marcus Malsch teilen. Für die Konferenz wird die DMSB-Campus-Plattform genutzt. In erster Linie geht es in der Tagesordnung um den Terminkalender der DBM und DBC 2021. Weitere Punkte an diesem Abend sind Berichte aus FiA Hillclimb Commission und der aktuellen Sachstand zum FiA Performance Faktor. Besonders interessant für die elf Rennveranstalter dürfte der Punkt „Organisatorisches für die Saison 2021“ werden. Sollte zur kommenden Meisterschaftsrunde das Coronavirus immer noch nicht besiegt sein, wovon fast auszugehen ist, sind Ideen gefragt wie die Organisatoren unter Covid 19-Bedingungen möglicherweise Bergrennen in Deutschland und den beiden Auslandsrennen in Eschdorf (Luxemburg) und St. Agatha (Österreich) auf die Beine stellen können.

Neuer Termin:  53. Int. Osnabrücker Bergrennen am 21./22. August 2021

10. September 2020

Das 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen „Cars & Fun“ findet im kommenden Jahr am 21./22. August auf der 2,030 km langen Kultstrecke am „Uphöfener Berg“ statt. Damit findet das äußerst beliebte Automobil-Sportevent zwei Wochen später als vom Veranstalter MSC Osnabrück e.V. bereits seit Monaten geplant und angekündigt statt. „Die Verlegung war unumgänglich, damit wir auch im kommenden Jahr die Möglichkeit haben, die allerbesten Fahrer mit ihren PS-starken Boliden aus ganz Europa im Osnabrücker Land zu begrüßen und präsentieren zu können“ erläutert Organisationsleiter Bernd Stegmann. Warum die überraschende Terminverlegung: Das Rennen wird seit Jahren als einziger deutscher Wertungslauf im europäischen Wettbewerb zum FIA Int. Hill Climb Cup geführt. Eine neue Regelung im Reglement des Wettbewerbs sieht vor, dass zwischen den einzelnen Veranstaltungen mindestens zwei Wochen Pause liegt. Die Terminanmeldungen aus den anderen Ländern sind den nationalen Veranstaltern vor Ort nicht bekannt. So gab es im August eine „Woche auf Woche“ – Anmeldung eines Veranstalters aus Slowenien und eben aus Osnabrück. Die zuständige Kommission für den Bergrennsport bei der FIA hielt mehrheitlich an ihren Vorgaben fest, was dazu hätte führen können, dass eines der beiden Rennen – Lucine (Slowenien) oder Osnabrück – aus dem Kalender des FIA Hillclimb Cups 2021 ausgeschieden wäre. Das wollten beide Veranstalter unbedingt verhindern, zumal das Rennen in Osnabrück sich mit Teilnehmern aus 15 Ländern großer internationaler Beliebtheit erfreut. In intensiven und fairen Gesprächen der beiden Organisationsleiter gelang es schließlich, eine Terminkonstellation mit dem vorgesehenen zeitlichen Abstand zu finden, so dass beide Rennen im FIA Int. Hillclimb Cup 2021 dabei sein können. So dürfen sich die vielen Freunde des Int. Osnabrücker Bergrennens am 21./22. August 2021 auf ein tolles Event mit großartigem internationalen Bergrennsport freuen.

Nekrolog für Christian Triebstein

30. August 2020

Die Schreckensbotschaft vom tragischen Unfalltod des Christian Triebstein wird noch lange nachwirken. Den Verlust zu fassen ist für zahlreiche Menschen schwer, denn Christian war natürlich mit seinem Betrieb in seinem Heimatort bekannt, war Aushängeschild seines Motorsportvereins MSC Emstal und hatte sich in der deutschen Bergrennszene über 11 Jahren hinweg einen Namen gemacht. Am Dienstag nach Mariä Himmelfahrt kam der 32 jährige zweifache Familienvater bei einer Probefahrt als Beifahrer, nur wenige hundert Meter von seiner Kfz-Werkstatt in Habichtswald-Dörnberg entfernt ums Leben und reißt einen große Lücke in viele Bereiche seines Wirkens. Mit Anfang zwanzig tauchte der Nordhesse im Jahr 2009 in der deutschen Berg-Meisterschaft auf. Es folgten die „Polo-Jahre“ als Mitglied des Classic-Berg-Cups (CBC). Mit seinem gelb-grünen Slalom-Polo startete er erstmals bei seinem Heim-Bergrennen in Heiligenstadt. Danach folgten noch die Rennen in Homburg, Osnabrück, Unterfranken und Mickhausen. Im Jahr darauf trat er dem KW Berg-Cup bei und bildete mit dem ebenfalls nicht mehr unter uns weilenden Holger Vitt, in dessen VW Polo, ein Team. 2011 wurde ein knallroter VW Polo eingesetzt, bevor der junge Kfz-Meister pausierte und ab dem Bergrennen Eichenbühl 2013 einen Alfa Romeo 147 Cup-Diesel unter dem Hintern hatte. Vier Jahre später, ebenfalls in Eichenbühl, vollzog sich der Wechsel  zu den reinrassigen Rennsport-Fahrzeugen. Mit einem Formel 3 Dallara aus den Beständen von Herz-Motorsport ließen die ersten Achtungserfolge nicht lange auf sich warten. In den beiden vollen „Formel 3-Jahren“ 2018 und 2019 gewann er jeweils die Vize-Meisterschaft im DMSB Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge und erreichte insgesamt fünf Mal das Podium eines DM-Laufs mit zweiten und dritten Plätzen in der Gesamtwertung. Einen Tagessieg verpasste er mehrfach nur knapp. Auf die Saison 2020 hatte Christian Triebstein bereits große Vorfreude.  Mit dem mächtigen, neu aufgebauten PRC 3-Liter NISSAN V6 Sportwagen wollte er debütieren. Unter normalen Umständen wären zum aktuellen Zeitpunkt bereits acht von elf Rennveranstaltungen in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft 2020 abgeharkt und in der Meisterschaftstabelle hätten sich langsam aber sicher die Top-Fahrer herauskristallisiert. Nicht so im Coronajahr 2020. Schon bei den Rennen im Herbst letzten Jahres sprach Christian Triebstein vom seinem Traum, sich einen großen 3-Liter Rennsportwagen anzuschaffen mit dem man national und auch international ganz weit vorne mitfahren kann. Nach dem Saisonabschluss 2019 konnte der 32jährige Nordhesse seinen Dallara Opel Formel 3, mit dem er zwei Mal die Vizemeisterschaft im Deutschen DMSB Berg-Cup errungen hatte, zügig verkaufen und sich so der Suche nach einem passenden Gruppe C-Auto widmen. Im Heiligenstädter Rennfahrerkollegen Sascha […]

Werkstatt-Report #40: Verbessertes Schweizer Berg-Monster

28. August 2020

Es sind Renn-Tourenwagen, wie sie auch der Deutschen Bergszene gut zu Gesicht stehen würden, die Mitsubishi-Berg-Monster aus der Schweiz. Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann waren in der Vergangenheit dafür die besten Beispiele. Jetzt ist auch der Schwyzer Thomas Kessler mit seinem Mitsubishi Lancer optisch und technisch aufgeschlossen. Bei einem Test auf der französischen Rundstrecke von Circuit de l’Anneau du Rhin wurde der Renner kürzlich erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. „Es war ein reiner Funktionstest und das Einstellen grundlegender Funktionen. Leider hat sich am Nachmittag eine defekte Benzinpumpe bemerkbar gemacht, worauf wir denn Test frühzeitig beendet haben“, berichtet der Besitzer und Pilot Thomas Kessler. „Bis dahin funktionierte die Elektronik, Mechanik und Aerodynamik einwandfrei“. Nach dem Unfall beim Bergrennen Anzeré hatte Thomas Kessler mit Hilfe von MS Racing und MT Carbon die komplette Aerodynamik des grauen Mitsubishis überarbeitet und optimiert. Ein neues, stimmigeres Steuergerät wurde durch IRC Performance verbaut und durch das optimieren des Abgasstranges konnte der E1-Bolide auf dem Prüfstand an Leistung zulegen. „Uns war es sehr wichtig dass es für das Auge auch stimmig ist. Für dieses Jahr planen wir noch 1-2 Rundstreckenbesuche danach konzentrieren wir uns voll auf die Saison 2021, wenn sie dann stattfindet“.

Kein Bergrennen ohne Hygienekonzept

27. August 2020

Zu jeder Veranstaltung gehört auch im Motorsport jetzt ein Hygienekonzept. Viele Veranstalter und  auch der MSC Osnabrück macht sich für den Fall der Fälle schon Gedanken über eine sichere Durchführung ihres Bergrennens im Jahr 2021 unter Corona-Bedingungen. Auf der Rennstrecke ist Bergrennen natürlich ein kontaktloser Individualsport. Aber wie organisiert man z.B. die Dokumentenabnahme, ohne dass viele Menschen in kurzer Zeit in denselben kleinen Raum kommen müssen? Was passiert bei einem Covid-19-Verdachtsfall? Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) betont die Verantwortung der Veranstalter bei der Verhinderung der Ausbreitung von Infektionen. Er macht ihnen aber auch Mut: „Motorsport 2020: Anders, aber es geht!“ In zwei Webinaren gingen Sven Stoppe und Horst Seidel vom DMSB-Academy-Beirat kürzlich auf die DMSB-Handlungsempfehlungen und auf konkrete Fragen der Veranstalter ein. Auch der Automobil-Weltverband FIA hat bereits umfassende Richtlinien veröffentlicht. Maßgeblich bleiben natürlich die jeweils aktuellen behördlichen Vorschriften vor Ort. Das oberste Ziel ist aber immer, enge persönliche Kontakte zwischen vielen verschiedenen Menschen zu vermeiden. Das geschieht z.B. durch feste Teams beim Streckenaufbau oder eine Fahrerbesprechung per Mail oder Video. Nicht zuletzt wird die Einhaltung des Hygienekonzepts durch einen eigens ernannten Hygienebeauftragten überwacht. DMSB-Infos zum Thema „Covid-19 und Motorsport“: https://www.dmsb.de/covid19/ FIA-Richtlinien: https://www.fia.com/fia-return-motor-sport-guidelines

Boxengeflüster 07/2020: Wussten Sie schon dass…?

25. August 2020

DASS der Lokalmattador Lucas Boric beim Berg-Slalom von Gargellen im Vorarlberger Montafon seinen Gesamtsieg am Sonntag mit neuem Streckenrekord seinem kürzlich tödlich verunglückten Deutschen Rennfahrerkollegen Christian Triebstein widmete. Bei der Samstagsveranstaltung an gleicher Stelle, jedoch auf regennasser Piste, holte der TracKing-Pilot den Klassensieg und den 4. Gesamtrang. DASS seit vielen Jahren der beliebte Rundfunksender Antenne Niedersachsen und der MSC Osnabrück mit seinem Top-Event Int. Osnabrücker Bergrennen eine enge Medienpartnerschaft pflegen. Dritter im Bunde ist dabei „Herforder Pils“ aus der Warsteiner Gruppe, das als Präsenter der Rundfunkspots das Großereignis jeweils ankündigt. Da die Veranstaltung am 1./2. August Corona bedingt nicht durchgeführt werden konnte, mussten leider auch die bereits produzierten Spots storniert werden – nicht ganz! Durch ein kleines Versehen war am 22. Juli morgens zur besten Radio-Sendezeit plötzlich ein Werbespot auf das 53. Int. Osnabrücker Bergrennen am 1./2. August 2020 auf der Frequenz 105,9 zu hören. Sofort meldete sich ein Hörer (und wohl Bergrennen-Fan) beim Sender in Hannover und wies auf „den kleinen Fehler“ hin. In jedem Fall zeigt die sympathische Geschichte, dass das Int. Osnabrücker Bergrennen auch in schwierigen Pandemie-Zeiten stets präsent ist. DASS Anfang August Fabian Brügge bei seinem Saisonauftakt gleich einen riesen Erfolg feierte. Bei der ersten Veranstaltung in diesem Jahr am Bilster Berg gewann der Sohn von KW Berg-Cup Routinier Frank Brügge morgens erst den Slalom Youngster Cup. Dann mit seinem VW Polo die verbesserte Klasse 2b, vor Bastian Voss dem Sohn von Formel-Bergpilot Andreas Voss. Und zu guter Letzt wurde Brügge Junior noch wegen einsetzenden Regen in den größeren Klassen Gesamtsieger der Veranstaltung. Mehr geht nicht an einem Wochenende. Vater und Sohn waren stolz wie Oskar. DASS der ehemaliger Schweizer Bergpilot Urs Müller kürzlich das Osnabrücker Land besuchte. Mehr als zwei Jahrzehnte war der Automobilsportler auf zahlreichen Rundstrecken und später ausschließlich internationalen Bergrennen mit seiner Frau Romana unterwegs. In Deutschland am Berg war er zunächst mit dem Argo JM 21 Alfa Romeo auch im Rahmen der Deutschen Bergmeisterschaft unterwegs. In den letzten Jahren seiner aktiven Zeit kam er in den Genuss, im Team Ceylin Motorsport einen Osella PA 30 pilotieren zu können, mit dem er u.a. im Jahr 2013 sein letztes Rennen am „Uphöfener Berg“ bestritt. Danach beendete er seine aktive Karriere und ist seitdem mit seiner Frau in einem Wohnmobil an den schönsten Plätzen in Europa unterwegs. Den Besuch am „Uphöfener Berg“ lässt sich das sympathische Paar in jedem Jahr nicht nehmen. Da das Rennen […]

Länderkampf beim französischen Berg-Lauf in Turckheim

24. August 2020

Im Rahmen der französischen Bergmeisterschaft in Turckheim im Elsass wird eine separate 5-Nationen-Trophäe ausgeschrieben. Auch Schweizer und Deutsche Fahrer zeigen Interesse. Für moderne Rennfahrzeuge gibt es in diesem Jahr in Deutschland, Luxemburg, Österreich der Schweiz am Berg keine Startgelegenheiten. In unmittelbarer Nachbarschaft findet jedoch am 5./6. September das zum 64. Mal ausgetragene Bergrennen Turckheim–Trois Epis statt, wo auch Zuschauer zugelassen sind. Legendäre Schweizer Tagessieger: Die 5950 Meter lange Bergrennstrecke nahe Colmar im Elsass zog schon immer Deutsche und Schweizer Fahrer an – dieses Jahr wohl noch mehr als sonst. Von 1956 bis 2003 zählte Turckheim–Trois Epis ununterbrochen zur Berg-Europameisterschaft. Der legendäre Heini Walter aus Aesch BL feierte in den 50er- und 60er-Jahren sechs Tagessiege. Letzter Schweizer Gesamtsieger war Xavier Perrot 1971 auf March F2. Seither kamen noch mehrere Klassen- und Gruppensieger aus dem südöstlichen Nachbarland hinzu. Ausnahmen für Ausländer: Da die Franzosen eine eigene Fahrzeugeinteilung vornehmen, sind ausländische Teilnehmer eher rar, sofern nicht eine eigene Wertung für sie ausgeschrieben wird. Gutes Beispiel ist das Bergrennen Abreschviller, wo 2019 Joël Volluz und Ronnie Bratschi dieses separate Klassement anführten, oder Vuillafans–Echavans mit einer Schweizer IS-Klasse. Für das diesjährige Rennen in Turckheim kamen aber offenbar viele Anfragen aus verschiedenen Ländern. Nachdem die Elsässer zuerst das Interesse ihrer Landsleute ausgelotet hatten, bevor sie sich zur Durchführung entschlossen, öffnen sie es nun auch für andere Lizenznehmer, Kategorien und Fahrzeugtypen. 5-Nationen-Trophäe: Für sie wird die «Trophée des 5 Nations» ausgeschrieben, also eine Art Länderkampf für Fahrer aus Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg und der Schweiz. Wie beim französischen Saisonauftakt in Mont Dore gibt es zwei in sich abgeschlossene Bergrennen am Samstag und am Sonntag, bestehend aus je einem Trainingslauf am Morgen und zwei Rennläufen am Nachmittag. Die Ausländer, deren maximale Teilnehmerzahl auf 40 beschränkt ist, sind jeweils nach den VHC-Fahrzeugen (Historische Klassen) an der Reihe. Wie bei den Franzosen zählt die schnellere von zwei Laufzeiten für das Klassement. Turbopremiere von Marcel Steiner: Bereits ist sicher, dass Marcel Steiner die Schweizer Fahne hochhalten wird, genauso wie Alexander Hin im Osella PA30 die Deutsche. Für Steiner, den fünffachen Bergmeister wird dies die Premiere mit dem neu motorisierten und beklebten LobArt-Honda-Turbo darstellen. Beim Testtag diese Woche in Bresse traten zwar Probleme im Motorumfeld auf, diese können aber bis zur Abreise ins Elsass gelöst werden. Auch die bereits bei Bergslaloms im Vorarlberg angetretenen Philip Egli und Marcel Maurer bekunden ihr Interesse. Auf die mit Spannung erwartete Teilnehmerliste gehen wir dann in […]

Sébastien Petit siegt erneut im neuen Nova NP 01-4 Turbo-Allrad

24. August 2020

Sébastien Petit hatte für 2020 ein klares Ziel: „Wir wollten das Auto dieses Jahr entwickeln, um dann im nächsten Jahr leistungsfähig zu sein“, erklärte der Osnabrück-Gesamtsieger 2018 und Sieger im FIA Int. Hill Climb Cup 2019 kürzlich im Interview des neuen französischen YouTube-Kanals „InsideHillclimb“. Trotz der Corona-Zwangspause ist der Franzose bereits auf gutem Wege: Beim allerersten Rennen mit seinem neuen Boliden kürzlich im tschechischen Náměšť nad Oslavou siegte er sogleich mit Streckenrekord ebenso wie am vergangen Wochenende im ebenfalls tschechischen Lanskroun. In der französischen Meisterschaft hat dagegen der Meister von 2019, Geoffrey Schatz (Norma M20 FC Turbo), kürzlich beim ersten Lauf am Mont Dore noch die Nase vorn. Der brandneue Nova NP 01-4 ist dennoch vielleicht die größte Sensation der neuen Bergsaison. Nova Proto (ex Norma) und EMAP Motors haben ein Rennsportfahrzeug der Gruppe E2-SC mit Allradantrieb und einem turboaufgeladenen 1750-ccm-Honda-Motor geschaffen. Es liefert 550 PS bei einem Gewicht von 620 kg. Das höhere Gewicht gegenüber seinem alten Norma M20 FC nimmt Sébastien Petit in Kauf, um die Leistung des Turbomotors durch den Allradantrieb bestmöglich auf die Straße bringen zu können. „Die Leistung des Motors auf andere Weise zu nutzen ist eine Wette auf die Zukunft“, sagt er nicht zuletzt im Hinblick auf die Pläne des Automobil-Weltverbandes FIA, die Leistung in den großen Hubraumklassen zu begrenzen. Sébastien Petits Fans in Deutschland sind schon jetzt gespannt, wie er den Nova NP 01-4 beim 53. Int. Osnabrücker Bergrennen 2021 am Uphöfener Berg in Szene setzen wird.

Traurige Nachricht aus Tschechien – EM-Spezialist Jiri Los verunfallt

22. August 2020

Im 1. Trainingslauf des Bergrennen Lanskroun in Tschechien verunglückte Jiri Los mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 leider tödlich. Das zum Maverick Rescue Euro Cup sowie zur tschechischen Meisterschaft zählende Rennen wurde daraufhin zumindest für den Samstag abgebrochen. Auf dem Programm stand eine Doppelveranstaltung über zwei Tage. In den letzten Jahren war der Tscheche regelmäßiger Teilnehmer in der Berg Europameisterschaft, wo er zahlreiche Erfolge feiern konnte. Zunächst war Los in der Gruppe N mit einem Subaru Impreza WRX STI, später mit einem Mitsubishi Lancer Evo 9 unterwegs. Zuletzt erfolgte der Umstieg in die Gruppe E2-SH. Im Vorjahr belegte Los Rang 16 in EBM-Kategorie 1. Das Rennen in Lanskroun war sein Saisonstart. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt Jiris Familie, seinen zahlreichen Freunden und natürlich seinem Team.

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